Die iPhone Twitter-Clients

von | 19. Juli 2008 | 03:54 Uhr

Da es bislang nur etwas mehr als drei Twitter-Clients im AppStore gibt (Twittelator, Twitterific, Twinkle und zum Teil Twittervision) müssen Vergleiche zwangsläufig gezogen werden. Twitterific entstammt einer Mac-Software, Twittelator ist der neue Außenseiter im AppStore und Twinkle ist bereits seit geraumer Zeit für den Installer verfügbar gewesen. Alle Programme setzen unterschiedliche Schwerpunkte: Twinkle hat seinen Fokus auf der Lokalisierung, Twitterific möchte ein Programm für alle sein und verfügt über die durchdachteste Oberfläche und Twittelator versucht, möglichst viel Funktionalität unterzubringen. Leider auf Kosten der konsistenten Bedienung.

Die Funktionen im Einzelnen

Gruppierung: In Twittelator kann unterschieden werden zwischen meinen Tweets, denen meiner Freunde, den Replies usw. – Twitterific zeigt nur die Liste meiner Tweets und denen ich folge. Twittelator ähnelt also mehr dem Aufbau der Twitter.com Webseite. Twinkle bietet eine Mischung aus Beidem: Es gibt die gleiche Liste wie in Twitterific, zusätzlich aber ein Postfach mit privaten Nachrichten und eine Liste mit Tweets aus meiner Nähe. Einzig Twinkle schafft es, meine eigenen Tweets zu erkennen und optisch ähnlich wie in iChat vom Rest der Welt abzuheben. Sieger: Twinkle.

twinkle1.jpgtwinkle2.jpgtwinkle3.jpg

-> Twinkle

Beim Schreiben eines Tweets kann man in Twittelator per Rädchen aus den Freunden auswählen oder einfach an alle senden. Bei Twitterific und Twinkle muss man dagegen einen Tweet des Zieltwitterers suchen und das Schreiben-Symbol anklicken oder den Namen von Hand eintippen. Twinkle sendet entweder eine directe Mitteilung oder eine öffentliche Nachricht, je nachdem ob man das Schreiben im Postfach oder den allgemeinen Listen begonnen hat. In Twitterific kann man dagegen jederzeit per simplem Tastendruck zwischen Tweet, Reply und Direct Message umschalten, was auch direkt angezeigt wird. Hier ist also das optische Feedback am Besten gelöst, da man jederzeit weiß was passiert. Twitterlator scheint ähnlich wie Twinkle zu funktionieren. Hier war mir aber die Unterscheidung zwischen Reply, Direct Message und Public Message noch unklarer. Das eigentliche Interface zum Schreiben ist bei Twitterific am funktionalsten, da man hier auch noch den Tweet sieht auf den man gerade antwortet. Twinkle und Twittelator zeigen nur eine große Sprechblase zum Schreiben an. Sieger: Twitterific.

twitterific1.jpgtwitterific2.jpgtwitterific3.jpg

-> Twitterific

Die Lokalisierung passt bei Twitterific den Standort in Twitter an und trägt dort die Geokoordinaten ein. Es wird somit für alle Tweets der gleiche Standort verwendet. In Twittelator wird dagegen in den Tweet ein Link zu einer Karte gesetzt, was wertvollen Platz verbraucht. Twinkle speichert zu jedem Tweet den zu diesem Zeitpunkt aktuellen Standort und bietet auch eine Liste mit Tweets aus meiner Nähe. Der Umkreis kann dabei eingestellt werden, z.B. auf 5 oder 50 KM. Sieger: Twinkle.

Browser und Links

In Twittelator kann ein Link nicht direkt angeklickt werden. Stattdessen wird neben dem Tweet ein kleiner Pfeil angezeigt. In Twinkle und Twitterific muss erst der Tweet angeklickt werden, anschließend kann zum Link navigiert werden. Twitterific kommt hierbei mit einem eigenen Browser. Safari wird nicht geöffnet. Somit muss das Programm anschließend nicht erneut zeitraubend geladen werden. Sieger: Twitterific.

Twitterific enthält einen absurden Notfallmodus, welcher einen Link mit einer Karte und einem englischen Hilferuf versendet.

twittelator1.jpgtwittelator2.jpgtwittelator3.jpg

-> Twittelator

Einstellungen werden von allen Programmen nicht in dem globalen Einstellungsprogramm abgelegt sondern direkt im Programm geändert. Damit verstoßen alle Programme gegen die iPhone Interface Guidelines von Apple.

Insgesamt wirkt Twitterific vollständiger und konsistenter als Twittelator. Twinkle besticht durch die Lokalisierung. Wertvolle Funktionen fehlen allen noch. Die Scrollgeschwindigkeit ist bei allen ungenügend. Eine Überarbeitung der Browserfunktionalität und Schreiben-Oberfläche würden Twinkle gut tun. Die Lokalisierung können sich dagegen alle von Twinkle abschauen.

twittervision1.jpgtwittervision2.jpgtwittervision3.jpg

-> Twittervision

* Vielen Dank an Oliver für diesen Beitrag. Hast du auch Erfahrungen mit einem Programm aus dem AppStore und möchtest diese hier mitteilen? Eine E-Mail an info@iphoneblog.de genügt.

  • http://www.drsteino.de/ drsteino

    Twitterific enthält einen absurden Notfallmodus, welcher einen Link mit einer Karte und einem englischen Hilferuf versendet.

    Muss das nicht Twittelator heißen.

  • http://www.drsteino.de drsteino

    Twitterific enthält einen absurden Notfallmodus, welcher einen Link mit einer Karte und einem englischen Hilferuf versendet.

    Muss das nicht Twittelator heißen.

  • Markus

    Warum verstossen die Apps gegen die HIGs?
    Es ist nicht Sinn der sache, dass JEDE Einstellung in den globalen Einstellungen erscheint.

  • Markus

    Warum verstossen die Apps gegen die HIGs?
    Es ist nicht Sinn der sache, dass JEDE Einstellung in den globalen Einstellungen erscheint.

  • http://www.andreaslinde.com/ Andreas Linde

    Nicht “jede” Einstellung soll in die globalen Einstellungen! Sondern nur Einstellungen die man im üblichen nur einmal vornimmt oder sehr selten ändern, den sonst muss der Anwender ja umständlich das Programm beenden, in die Einstellungen navigieren und dann das Programm wieder starten.

    Nachzulesen in der iPhone Human Interface Guidelines Part I unter “Handling Common Tasks” – “Managing Settings”

  • http://www.andreaslinde.com/ Andreas Linde

    Nicht “jede” Einstellung soll in die globalen Einstellungen! Sondern nur Einstellungen die man im üblichen nur einmal vornimmt oder sehr selten ändern, den sonst muss der Anwender ja umständlich das Programm beenden, in die Einstellungen navigieren und dann das Programm wieder starten.

    Nachzulesen in der iPhone Human Interface Guidelines Part I unter “Handling Common Tasks” – “Managing Settings”

  • http://www.thedarkchat.de/ Oliver

    Hallo,

    DRSTEINO: Ja, das muss in der Tat Twittelator heißen. Ist mir das andere Programm reingerutscht.

    Zu den Einstellungen: Das Problem ist, dass extrem wenige Programme momentan sinnvoll die globalen Einstellungen nutzen. Manche wickeln alles im Programm ab, wieder andere legen in die Settings nur ihre Lizenzbedingungen (komplett absurd) und manche würden gerne die globalen Settings verwenden, können dies aber nicht, da diese zu inflexibel sind. Hier wird dies gut beschrieben: http://ignorethecode.net/blog/2008/07/12/iphone-third-party-settings/

    Das Angenehme am iPhone war bislang, dass man einen zentralen Ort hatte, an dem man alles einstellen konnte, wogegen man z.B. bei Nokia in jedem Menü einen Optionen-Punkt hatte, was komplett undurchschaubar ist. Entwickler sollten dies berücksichtigen. Twinkle verwaltet z.B. die Account-Einstellungen im Programm, AIM beim ersten Start im Programm, anschließend in den globalen Einstellungen. Das verwirrt.

    Momentan sehe ich nicht, dass die Entwickler sich dieser Problematik überhaupt im großen Rahmen bewusst sind. Andererseits befindet sich auch soviel Schrott im AppStore, der nicht einmal den Smoke Test besteht, dass die Einstellungsgeschichte zwar störend ist, wir aber größere Probleme haben.

    Als Nachtrag sei zu Twinkle genannt, dass Twinkle ein eigenes Netz betreibt, ähnlich zu Twitter. Dieses eigene Netz synchronisiert mit Twitter. Zusatzfunktionen wie die sehr gute Lokalisierung werden auf der Basis des eigenen Netzes realisiert, der ganze Rest mit Twitter in sync gehalten. Normalerweise bekommt man davon nichts mit. Auffällig wird es nur, wenn eines der beiden Netze Probleme hat. Gestern morgen war z.B. Twitter für vier Stunden down. Twinkle hat ohne Probleme funktioniert – vom Twitter-Ausfall hat man überhaupt nichts mitbekommen – allerdings erschien keine einzige Nachricht dieses Zeitraums in Twitter. Twitterific und Twittelator sind da natürlich vier Stunden lang tot gewesen. Umgekehrt gilt dies ähnlich: Ist das Twinkle-Netz wegen Überlastung tot (wie gestern Abend für mehrere Stunden), kriegt man natürlich nichts von dem mit, was in Twitter passiert. Direct Messages scheinen nachträglich gesynct zu werden, die öffentlichen Tweets und Replys aber nicht. Das Betreiben einer eigenen Serverlandschaft verschafft Twinkle aber neben der Lokalisierung einen weiteren Vorteil, den die anderen beiden Programme nicht so schnell aufholen können: Sie können den Nachrichtenpushdienst von Apple verwenden, sobald dieser verfügbar ist. Tweets aus Twitter bzw. Pings aus ihrem eigenen Netz können also ohne laufendes Twinkle auf dem iPhone erscheinen.

  • http://www.thedarkchat.de Oliver

    Hallo,

    DRSTEINO: Ja, das muss in der Tat Twittelator heißen. Ist mir das andere Programm reingerutscht.

    Zu den Einstellungen: Das Problem ist, dass extrem wenige Programme momentan sinnvoll die globalen Einstellungen nutzen. Manche wickeln alles im Programm ab, wieder andere legen in die Settings nur ihre Lizenzbedingungen (komplett absurd) und manche würden gerne die globalen Settings verwenden, können dies aber nicht, da diese zu inflexibel sind. Hier wird dies gut beschrieben: http://ignorethecode.net/blog/2008/07/12/iphone-third-party-settings/

    Das Angenehme am iPhone war bislang, dass man einen zentralen Ort hatte, an dem man alles einstellen konnte, wogegen man z.B. bei Nokia in jedem Menü einen Optionen-Punkt hatte, was komplett undurchschaubar ist. Entwickler sollten dies berücksichtigen. Twinkle verwaltet z.B. die Account-Einstellungen im Programm, AIM beim ersten Start im Programm, anschließend in den globalen Einstellungen. Das verwirrt.

    Momentan sehe ich nicht, dass die Entwickler sich dieser Problematik überhaupt im großen Rahmen bewusst sind. Andererseits befindet sich auch soviel Schrott im AppStore, der nicht einmal den Smoke Test besteht, dass die Einstellungsgeschichte zwar störend ist, wir aber größere Probleme haben.

    Als Nachtrag sei zu Twinkle genannt, dass Twinkle ein eigenes Netz betreibt, ähnlich zu Twitter. Dieses eigene Netz synchronisiert mit Twitter. Zusatzfunktionen wie die sehr gute Lokalisierung werden auf der Basis des eigenen Netzes realisiert, der ganze Rest mit Twitter in sync gehalten. Normalerweise bekommt man davon nichts mit. Auffällig wird es nur, wenn eines der beiden Netze Probleme hat. Gestern morgen war z.B. Twitter für vier Stunden down. Twinkle hat ohne Probleme funktioniert – vom Twitter-Ausfall hat man überhaupt nichts mitbekommen – allerdings erschien keine einzige Nachricht dieses Zeitraums in Twitter. Twitterific und Twittelator sind da natürlich vier Stunden lang tot gewesen. Umgekehrt gilt dies ähnlich: Ist das Twinkle-Netz wegen Überlastung tot (wie gestern Abend für mehrere Stunden), kriegt man natürlich nichts von dem mit, was in Twitter passiert. Direct Messages scheinen nachträglich gesynct zu werden, die öffentlichen Tweets und Replys aber nicht. Das Betreiben einer eigenen Serverlandschaft verschafft Twinkle aber neben der Lokalisierung einen weiteren Vorteil, den die anderen beiden Programme nicht so schnell aufholen können: Sie können den Nachrichtenpushdienst von Apple verwenden, sobald dieser verfügbar ist. Tweets aus Twitter bzw. Pings aus ihrem eigenen Netz können also ohne laufendes Twinkle auf dem iPhone erscheinen.

  • http://www.thedarkchat.de/ Oliver

    Ach ja, und wo Twitter den Fail-Whale hat, hat das Twinkle-Netz eine Wahlschwanzflosse, die Whale Tail of Fail, abgekürzt WTF, was wiederum What the Fuck heißen kann. Finde ich passend ;) .

  • http://www.thedarkchat.de Oliver

    Ach ja, und wo Twitter den Fail-Whale hat, hat das Twinkle-Netz eine Wahlschwanzflosse, die Whale Tail of Fail, abgekürzt WTF, was wiederum What the Fuck heißen kann. Finde ich passend ;) .

  • Stefan

    ich habe bisher noch nicht herausgefunden, wie ich leute mit twitterific folgen kann. deshalb bleib ich daweil noch bei twinkle, da gibts einen schönen großen knopf mit follow.

  • Stefan

    ich habe bisher noch nicht herausgefunden, wie ich leute mit twitterific folgen kann. deshalb bleib ich daweil noch bei twinkle, da gibts einen schönen großen knopf mit follow.

  • Anja Michaeli

    Hallo, ich brauche dringend Hilfe. Ich twittere übers Internet und über das Iphone. Bin aber bei der “Nearby”-Suche selber nicht zu sehen. Die Handynummer habe ich bei twitter.com in den settings hinterlegt. Jetzt fällt mir nichts mehr ein. Kann mir jemand helfen? LG am_schnack.

  • Anja Michaeli

    Hallo, ich brauche dringend Hilfe. Ich twittere übers Internet und über das Iphone. Bin aber bei der “Nearby”-Suche selber nicht zu sehen. Die Handynummer habe ich bei twitter.com in den settings hinterlegt. Jetzt fällt mir nichts mehr ein. Kann mir jemand helfen? LG am_schnack.

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