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Hintergrundprozesse, Multitasking und ein Benachrichtigungs-Service

von alex olma | 18 Mai 2009 | 14:21 Uhr

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Die Debatte um Hintergrundprozesse auf dem iPhone stirbt nicht aus.

Während Apple den ’ständig-laufenden’ Applikationen in allen bisherigen Veranstaltungen eine klare Absage erteilte, fordert die Medienlandschaft unerschütterlich nach einer Lösung des ‘vermeintlichen’ Problems. Apple besinnt sich derzeit weiter auf den bereits mehrfach vorgestellten ‘Push-Benachrichrigungsdienst’.

Am vergangenen Wochenende wurden erneut die berühmten anonymen Quellen aus der Wünschtüte gezogen, welche aus dem Cupertino-Hauptquartier einen Kurswandel vernommen haben möchten. TechCrunch, Daring Fireball und Business Insider berichten über die Gerüchtelage der möglichen iPhone-Hintergrundprozesse.

Dan Frommer (Business Insider) denkt laut über eine begrenzte Anzahl von gesondert-genehmigten Applikationen nach, die vom Benutzer ausgewählt werden dürfen um im Hintergrund ihren Dienst auszuführen. Der aktuell verbaute Systemspeicher von 128 MB limitiert dabei die Aktivität. Zum aktuellen Zeitpunkt kann ich mir jedoch nicht vorstellen, dass ausgewählte Applikationen, die möglicherweise nur kompatibel zu einer neuen – mit mehr Speicher ausgerüsteten – iPhone Hardware-Generation sind, in den App Store-Katalog aufgenommen werden. Auch wenn das iPhone 3G oder Classic mit zwei zusätzlichen Dritthersteller-Programmen im Hintergrund funktionsfähig wäre, würde dies einen detaillierten Genehmigungsprozess auf Kompatibilität und Performance bedeuten.

John Gruber (Daring Fireball) zitiert einen Informanten aus zweiter Hand, der etwas über ein ‘Dock’ verraten haben möchte, bei dem der Benutzer eine Art Programm zum Wechsel sowie Starten persönlich-favorisierter Anwendungen zusammenstellt.

Und damit kommen wir dem Problem des jetzigen iPhone OS genauer auf die Spur.

Wie das fscklog bereits treffend unterstrich, geht es in der teils oberflächlich-ausgeführten Berichterstattung nicht vorrangig um Applikationen die im Hintergrund ausgeführt werden sollen, sondern um einen schnellen Programmwechsel mit der entsprechenden Informationsbenachrichtigung. Während das geplante Push-System mit Vibrations-, Geräusch- oder einem Pop-Up-Dialog vom Benutzer viel zu reaktionsintensiv ausfällt, muss über eine effektive Mitteilungsverarbeitung nachgedacht werden.

Der Benutzer muss das Eintreffen neuer Statusmitteilungen konsumieren können, ohne den umständlichen Gang über das Hauptmenü durchzuführen oder mit einer aufdringlichen Nachricht belästigt zu werden. Der Palm Pre könnte es mit seiner Ansicht zum Programmwechsel im Coverflow-Stil und dem kleinen Newsticker-Laufband vormachen.

Apple sollte sich vornehmlich fragen, wie ein effizientes Multitasking und ein leichtgängig zu konsumierender Benachrichtigungs-Service einzuführen ist, ohne einen staubigen Task-Manager aus der Schublade zu holen. Das alle diese Denkprozesse in Cupertino durchgeführt werden, steht für mich außer Frage. Alles andere wäre ein fahrlässiger Umgang mit der derzeitigen Führungsposition.

  • viczena
    LOL. der taskmanager mag zwar vermeintlich "staubig" sein, funktioniert aber seit über einem jahrzehnt tadellos. während es auf dem iphone schon seit jahren nur leere versprechungen gibt...
  • Goodcat
    Tach!
    Wenn ich mir multitasking auf dem G1 anschaue muss ich sagen:
    Aua. Das geht schon gut; und verdammt fix. Da kann mein Backgrounder nicht mithalten. Und dazu kommt noch die nahezu geniale Eventverwaltung.

    Das sind def. Killerfeatures!
    Währe Androit zusammen mit iPhoneOS 2 gestatet und sähe nicht so viel schlechter aus...
    Naja dann währe die Welt jetzt eine Google und kein Apfel. :-)
  • Ich finde der neuen Task list mode des Backgrounders entspricht schon ziemlich genau dem, was sich für mich als praktikabel vorstelle. Damit kann man hervorragend zwischen zwei Programmen wechseln. Wer schonmal vom Browser in die Todo-App und wieder zurück gewechselt ist, weiß was ich meine.
  • Also die Ironie, dass vor zwei Jahren Push versprochen wurde, es aber immer noch nicht läuft, die ist uns allen aber irgendwie jetzt entgangen oder?

    Wir nuscheln doch nur über Hintergrundprozesse, weil Push noch nicht aktiv ist. Ich meine wenn's nach mir geht kann das auch nie kommen weil ich eh bei simyo bin und von den Apple/Telekom-Servern für's Push eh nie was zu Gesicht bekommen werde. Push ist eine weitere Art der Vertragsknebelung und sollte überhaupt nicht erst kommen. Apple selbst hat das System dahingehend ausgelegt, weil sie damals noch dachten, sie müssten sich über Vertragsbindungen viel mehr in den Markt reinwurschteln, als es jetzt tatsächlich der Fall ist. Durch den überragenden Erfolg kann sich Apple rein von der Theorie her eigentlich komplett von Kooperationen frei machen und die Push-Technologie solo anbieten, ohne irgendeinen Mobilfunkanbieter-Partner. Dann bräuchte man nur noch einen Datentarif und nicht den "Zertifizierten Apple-Mobilfunkpartner" als eigenen Anbieter.

    Aber das wäre ja kundenfreundlich.
  • Mit Apples MobileMe-Service bekommst du Push E-Mail. Schon jetzt. Und bei Yahoo-Mail übrigens auch.

    Das hat aber alles nichts mit dem kommenden Push-Dienst für Apps zu tun, erfordert KEIN MobileMe oder irgendeine Mobilfunkbetreiber-Zusatzleistung.
  • Also hier werden ja tausend Dinge vermischt. Der 'Push' für Applikationen hat nicht mit dem Mobilfunkanbieter zu tun und läuft über die Server der Drittanbieter und von Apple.

    Apple’s long-lost Push Notification Service would funnel notification data from third party servers through its own, and then on to users’ iPhones.

    Für eine 'Positions-Bestimmung' im Sinne von GPS (?) benötigst du ebenfalls keine Serverleistung eines Mobilfunkanbieters.
  • Also reicht nen Leopard-Server?

    Hm. Ich bin ja mal gespannt, was die Apps dann kosten, die das unterstützen.

    Da muss dann doch irgendein Abo gekauft werden, sonst finanziert sich das doch alles gar nicht... oder Werbung...

    Naja abwarten. Aber erstmal Danke, ich wusste das ja (offensichtlicherweise) nicht.
  • Ok Nimbuzz ist Holland, schlechtes Beispiel. Aber halt sagen wir bei anderen Sachen aus Amiland. Wie auch immer :-)
  • AO, für die "Push" Notifikation muss man aber trotzdem wissen, WO denn gerade das Gerät angemeldet ist (in welchem Netz, mit welcher IP etc. pp.).

    The original goal of push messaging was to provide battery savings for mobile devices by having the server track the location of the device so that the server could both push out updates immediately and only when necessary, sparing the mobile device from having to fruitlessly poll for data to stay current.

    RIM vs Microsoft in push messaging

    The added luxury of having the server track the location of email clients came at a steep price: RIM’s highly profitable BlackBerry empire was not built on hardware sales, but rather from service revenues related to licensing its BlackBerry Enterprise Server (BES) software, which is used to track mobile devices and relay them new messages from the corporate email system as they arrive.


    Ok das ist jetzt Reseach in Motion, geb ich zu. Was war denn dann jetzt Apple's Ansatz?

    Weiter:

    At the same time, Apple also completed its own push messaging system for use with .Mac and delivered this alongside EAS in the iPhone 2.0 update. The new cloud push service and the existing .Mac services were fused together to create MobileMe, which allowed home users to enable push messaging on the iPhone without needing an Exchange Server account

    Gut daraus lese ich heraus: kein MobileMe, kein Push. Bedeutet das dann, dass ich zwar nicht T-Mobile, aber auf jeden Fall einen MobileMe Acccount brauche für Push, sowie der Hersteller der jeweiligen iPhone-Applikation einen (Snow)Leopard Server mit darauf laufendem Service für den Dienst der Push-Benachrichtigungen? Kann ich dann in Zukunft, wenn ich chatten will, neben MobileMe-Gebühren auch noch, sagen wir mal an Nimbuzz, monatliche Gebühren abquetschen, damit die mich in meine vier Accounts einloggen, komplett mit Kommunikation über DEREN Server, inklusive der laxen Sicherheitsbestimmungen in den USA bezüglich Logging etc. pp.?
  • komacrew
    @Sebastian: sorry aber wenn du einen simyo Tarif genommen hast der ohne Datentarif ausgestattet ist, dann nutzt du dein iPhone doch garnicht richtig aus.... gerade die dauerhafte Internetverbindung macht das iPhone doch erst zu dem was es ist. Und für alle anderen MIT einem Datentarif egal bei welchem Anbieter werden auch Push notifications erhalten können. Das hat doch nichts, aber garnichts mit t-mobile zu tun.

    Was mich eher stört ist das Apple meint mit ihrem "Killer-Feature" was schon ewig angekündigt wurde einfach so einfache Argumente wie "Mit Push läuft auch kein Internetradio App weiter während ich browse!" wegjubiliert und nicht weiter drauf eingeht.
    Ich habe gerade die 3.0 auf meinem iPhone undgejailbreaked und muss sagen das mir trotzdem etwas fehlt. Deshalb werde ich auch weiterhin auf Backgrounder setzen, selbst wenn ich dafür auf die 3.0 verzichten müsste!!
  • Äh... wie bitte?

    http://www.roughlydrafted.com/2009/02/11/iphone...

    Erklär mir mal dann bitte genauer, wie "die Wolke" ohne das Zutun meines Mobilfunkanbieters meine derzeitige Position bestimmen wird.

    Ohne Server beim Mobilfunkanbieter wird das wohl kaum laufen. So habe ich bisher die Beschränkungen bei Blackberrys verstanden. Ohne den Blackberry-Applikationsdienst als Service mit Gebühr monatlich dazuzubuchen, funktioniert im Gerät fast 70% aller Dinge nicht.

    Ich will ja nicht maulen koma aber das ist jetzt das zweite Mal, wo Du offensichtlicherweise keine Ahnung hast, wovon Du redest, aber meinst mich berichtigen zu müssne.
  • Ugur
    Interessant ist das alles, wünschenswert wären Hintergrundprozesse aber nur auf neuen Geräten mit wesentlich mehr Ram.
    Weil wünschen kann man sich ja vieles, aber wenn man mal ehrlich ist hat das iPhone jetzt schon mit Abstürzen zu kämpfen wenn ne Anwendung selber zuviel Speicher veranschlagt oder vorher geöffnete Anwendungen ihren Speichermüll nicht ordentlich aufgeräumt/freigegeben haben. Das wird dann mit Hintergrundprozessen um ein vielfaches schlimmer.
    Diese Features beim Palm Pre machen in der Präsentation klar was her, aber da will ich auch erstmal sehen, wie das dann im altäglichen Gebrauch mit zig laufenden Apps noch flupt.
    Als Anwendungsentwickler wären Hintergrundprozesse für mich reizvoll, aber der Gedanke , dass zig davon von anderen Programmen laufen während der User meine App startet und dann schmiert die ab weil zuwenig Ressourcen frei sind und ich krieg eine negative Wertung auf meine App vom User klingt dann doch wieder weit weniger einladend.
    Als Nutzer der Geräte ists mir auch wichtiger dass erstmal alles stabil läuft als dass das Gerät theoretisch zigfach mehr kann aber praktisch nur zigfach öfter abschmiert.
    Also: Alles schön und gut, aber bitte erst mal ordentlich mehr Ram und besseres Speichermanagment.
  • Markus
    Sehr schöner Artikel, ein Lob von mir für die treffende Zusammenfassung der aktuellen Lage! Ich denke ebenfalls, dass bereits viele Gedankenexperimente gemacht wurden, höchstwahrscheinlich auch die entsprechenden Umsetzungen erprobt wurden.

    Ich bin sehr gespannt, was sich auf dem Gebiet noch tut ;)

    Gruß, Markus
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