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App Store-Ablehnung: eBook-App mit Kamasutra-Geschichten – Update

von alex olma | 21 Mai 2009 | 21:22 Uhr

Das akute Problem mit allen App Store-Ablehnungen ist, das man nicht müde werden darf darüber zu schreiben. Namhafte Absurdität auch dieses Mal: Verletzung des Abschnittes 3.3.12 der iPhone SDK-Vereinbarung.

Applications must not contain any obscene, pornographic, offensive or defamatory content or materials of any kind (text, graphics, images, photographs, etc.), or other content or materials that in Apple’s reasonable judgement may be found objectionable by iPhone or iPod touch users.

Whither Eucalyptus? - Jamie’s Web Log.jpgWhither Eucalyptus? - Jamie’s Web Log-1.jpg

Die ‘anstößigen’ Inhalte beziehen sich in diesem Fall auf eine eingereichte eBook-Applikation namens Eucalyptus, die unter anderem in der Lage ist Texte vom Projekt Gutenberg herunterzuladen. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um Schriftwerke, dessen Autor bereits über 70 Jahre verstorben ist und dadurch keine urheberrechtlichen Fragen mehr auftauchen.

Gemeinfrei oder unter Public-Domain – egal wie man es nennen möchte.

Das vermeintlich ‘obszöne’ Material, das jetzt auf der Anklagebank sitzt heißt ‘Kama Sutra of Vatsyayana‘. Aber darum geht’s hier gar nicht, da die Applikation lediglich auf das (Achtung liebe Verantwortlichen) ‘Internet’ zugreift und nicht für seinen Inhalt verantwortlich gemacht werden kann.

Wenn ein indischer Gelehrter – 250 Jahre nach Christus – ein für den App Store 2009 zu frivoles Werk verfasst hat, darf das nicht eine eBook-Applikation ausbremsen. Achtung. Es folgt erneut der Verweis auf dieses I.N.T.E.R.N.E.T…

Genauso gut könnte man auch den mobilen Safari-Browser anprangern, wenn er das Buch an dieser Stelle aufruft.

Trotzdem bleibt bei all dem Spaß, den ich bei jedem App Store-Ablehungsartikel verspüre, dieses unsichere Gefühl der gezwungenen Bewerbung einer iPhone-Anwendung. Das ist sicherlich nicht fair, da die Programmierer keinen Einfluss darauf haben eine unverhältnismäßige Ablehnung mit anschließender Genehmigung zu erhalten. Trotzdem wird ein App Store-Rauswurf medial nicht ungenügend begleitet und führt – alsdann man im Nachhinein doch die Zulassung erhält – zu einem kleinen Presse-Echo, welches den anderen 40.000 Programmen vorenthalten wird…

via blog.montgomerie

Update

It’s been a roller coaster of a weekend!

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Eucalyptus ist für 7.99 € jetzt im App Store (Link) verfügbar.

via blog.montgomerie

  • Ugur
    Naja, mit dem Verweis drauf, dass man nicht für das verantwortlich gemacht werden sollte, was der User über die Anwendung runterladen kann hast du natürlich an sich schon recht (auch mit deiner Anmerkung, dass man ansonsten ja auch Safari blockieren müsste).
    Aber damit tut sich Apple und auch einige andere schwer, weils halt ein heikles Argument ist. Wenn man das Argument durchgehen lässt, könnte ja jeder App Entwickler seinen Content von ner Seite laden laden lassen und dadurch alle Arten von "verbotenem" Content drauf laufen lassen.
    Oder halt mal eben ne Ecke für User generated Content einrichten und dort dann Sachen reinstellen lassen.
    Wäre fein, aber das hebelt halt das gesamte System aus was wohl keiner von denen will.
    Einfach zu argumentieren mit für Content der woanders reingeladen wird bin ich nicht verantwortlich ist zwar an sich richtig aber wohl auf so einer kontrollierten Platform nicht so einfach umzusetzen.

    Ich finde man müsste woanders einhaken, nämlich auf der Ecke, wos heißt welche Arten von Content grundsätzlich verboten sind; was macht denn die ganze Altersregulierungs chose für Apps für nen Sinn, wenn dann doch sowas wie pornographischer Content garnicht rein darf?
    Wenn Altersregulierung, dann bitte auch Content erlauben den man ab 18 einstufen würde und gut iss.
  • Sag ich doch.

    Safari verbieten!
  • Um heute erfolgreich zu sein müssten es die Entwickler (mich inklusive) darauf anlegen eine unberechtigte Ablehnung zu erhalten. Wie heisst es doch: "Bad news are good news". Der andere Weg ist Glück zu haben und von Apple auserwählt zu sein um in die Werbung aufgenommen zu werden. Bei 40.000 Programmen wird es dabei immer schwieriger auch für die Presse die erwähnenswerten Programme herauszufischen.

    So toll der AppStore ist, er wird mehr und mehr zum Problem.
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