RSS-Reader erzwingt Update-Gebühr

von alex olma | 13. Juli 2009 | 14:33 Uhr

gazette.jpg

Ärger um ein kostenpflichtiges Programm-Update für den RSS-Reader Gazette (2.39 €; App Store-Link). Sein Entwickler Matt Rajca zog Version 1.0.4 aus dem App Store zurück und veröffentlicht 2.0 als neues Programm. Damit gehen alle Bewertungen und (mögliche) Chart-Platzierungen flöten, der komplette Neustart ermöglicht jedoch nochmals Geld von seinen Bestandskunden zu verlangen.

Der App Store kämpft mit dem Nachteil, das große Versions-Sprünge für eine Anwendung nach der Erstinvestition, nicht nochmals entlohnt werden können. ‘In-App’-Verkäufe generieren durch Zusatz-Inhalte erneut Einnahmen, jegliche System-Überarbeitungen und Anpassungen (beispielsweise an die neue iPhone-Firmware) sind ausschließlich kostenfrei vom Entwickler zu leisten.

Außer, ja außer man fängt ganz von vorne an und stellt die Aktualisierung nicht als Update online, sondern als eigenständiges (neues) Programm. Das bringt jedoch die oben aufgezählten Nachteile mit sich. Für manche Anwendungen kann es natürlich auch zum Vorteil sein, die Bewertungen der letzten Wochen und Monate abzuschütteln…

Der News-Reader Gazette ist so ein Fall, bei dem sich sein Entwickler die Investition von Zeit- und Ressourcen für Version 2.0 durch einen abermaligen Kauf refinanzieren möchte. Vierfach schnelleres Synchronisieren, Breitbildmodus und ein E-Mail Versand innerhalb der Anwendung sollen die neuen Merkmale sein. Aus eigener Erfahrung konnte ich Gazette in seiner ersten Version nicht empfehlen.

Mehrere Blogartikel (Dirty rotten developers; Macgirl Lets Us Know About An App To Avoid) zeigen sich (Vorsichtig ausgedrückt) empört über den Ablauf der Geschehnisse:

  • Gazette, an RSS reader app by developer Matt Rajca, goes on sale in the App Store for $2.99 in October 2008.
  • Reviews are fair to middling for the app and subsequent .0X updates. Many reviewers, including me, noted that syncing many feeds can take upwards of 15 minutes (NetNewsWire took only a couple of minutes comparatively for the same number of feeds for me). Rajca stated that this would be fixed in Gazette 2.0, with an ETA in January 2009.
  • When asked if 2.0 would be a free upgrade, Rajca replied that it would be free to existing users, but would of course require a purchase to new customers.
  • Gazette 2.0 is not released in January.
  • In late March, Rajca posts that he’s still working on 2.0.
  • More than 3 months later, Rajca announces that Gazette 2.0 has been submitted to the App Store in mid-June. However, it is no longer a free upgrade for current users, but will cost $2.99 for all customers.
  • Gazette 1.0.4 has disappeared from the App Store, along with all of the reviews users had written about it.

Die Diskussion ist jedoch wichtig. Reicht es aus, den Preis von App Store-Programmen für Entwickler flexibel einstellen zu können oder sollte auch eine kostenpflichtige Update-Möglichkeit für die bestehende Kundschaft angeboten werden? ‘Einmal kostenfrei’ befördert die jeweilige Anwendung sicherlich einige Plätze in den Bestenlisten nach oben, von diesen Bestandskunden sieht der Entwickler jedoch keinen weiteren Cent mehr – anders als im Desktop-Markt.

Gut oder nicht gut?

(Danke, Dennis!)

  • Eddie

    Ich hoffe, dass Apple da bald mal ein vernünftiges Modell vorstellt, denn die Arbeit, die in die Pflege des Programms investiert wird muss irgendwann auch wieder bezahlt werden.
    Apple macht es bei seiner eigenen Desktop-Software ja schließlich auch – und die iPod-Updates kosten ja schließlich auch.

    Auf der anderen Seite ist es auch vollkommen ligitim eine 2.0 als neues Programm einzustellen, wenn die Erweiterungen diesen Schritt rechtfertigen. Bei Spielen beklagt sich ja auch keiner, dass ein Sequel Geld kostet – wieso sollte das bei normalen Apps anders sein?

  • Eddie

    Ich hoffe, dass Apple da bald mal ein vernünftiges Modell vorstellt, denn die Arbeit, die in die Pflege des Programms investiert wird muss irgendwann auch wieder bezahlt werden.
    Apple macht es bei seiner eigenen Desktop-Software ja schließlich auch – und die iPod-Updates kosten ja schließlich auch.

    Auf der anderen Seite ist es auch vollkommen ligitim eine 2.0 als neues Programm einzustellen, wenn die Erweiterungen diesen Schritt rechtfertigen. Bei Spielen beklagt sich ja auch keiner, dass ein Sequel Geld kostet – wieso sollte das bei normalen Apps anders sein?

  • http://twitter.com/bejay82 Bejay82

    Ich kann mich da Eddie nur anschließen.

    Denke auch apple sollte eine möglichkeit schaffen Kostenpflichtige Updates anzubieten.

  • http://twitter.com/bejay82 Bejay82

    Ich kann mich da Eddie nur anschließen.

    Denke auch apple sollte eine möglichkeit schaffen Kostenpflichtige Updates anzubieten.

  • http://www.taptoplay.de/ lakeshore

    Es muss ganz klar die Möglichkeit für kostenpflichtige Updates geben. Wenn neue Funktionen hinzu kommen, kann dies durchaus 50% der Originalpreises bedeuten.

    Dummerweise fällt mir keine Applikation ein, bei der die Änderungen in Updates so umfangreich gewesen wären, dass für mich eine Updategebühr berechtigt gewesen wäre. Denn meist kommen doch nur Kleinigkeiten und Fehlerbehebungen hinzu.

    Im Spielebereich ist übrigens problemlos möglich, die neue Version auch als neue App zu verkaufen, siehe z.B. Rolando 2.

    Und so ganz nebenbei: Sagt Apple nicht immer, dass die OS-Updates für den Touch Geld kosten, weil sie neue Funktionen hinzufügen? Sind unter diesem Gesichtspunkt nicht kostenlose Updates, die neue Funktionen hinzufügen, nach US-Recht verboten?

  • http://www.taptoplay.de lakeshore

    Es muss ganz klar die Möglichkeit für kostenpflichtige Updates geben. Wenn neue Funktionen hinzu kommen, kann dies durchaus 50% der Originalpreises bedeuten.

    Dummerweise fällt mir keine Applikation ein, bei der die Änderungen in Updates so umfangreich gewesen wären, dass für mich eine Updategebühr berechtigt gewesen wäre. Denn meist kommen doch nur Kleinigkeiten und Fehlerbehebungen hinzu.

    Im Spielebereich ist übrigens problemlos möglich, die neue Version auch als neue App zu verkaufen, siehe z.B. Rolando 2.

    Und so ganz nebenbei: Sagt Apple nicht immer, dass die OS-Updates für den Touch Geld kosten, weil sie neue Funktionen hinzufügen? Sind unter diesem Gesichtspunkt nicht kostenlose Updates, die neue Funktionen hinzufügen, nach US-Recht verboten?

  • http://www.pjp24.com/ sonnydc

    hey jungs darf man hier eigentlich über so programme wie inst..ous schreiben???

    • http://www.iphoneblog.de/ alex olma

      Klar darf man darüber versuchen zu schreiben. Wenn (mir) jedoch die sachliche Grundlage dazu fehlt (oder nicht gefällt), fliegt der Kommentar raus.

      So einfach sind die Spielregeln :)

  • http://www.pjp24.com sonnydc

    hey jungs darf man hier eigentlich über so programme wie inst..ous schreiben???

    • http://www.iphoneblog.de alex olma

      Klar darf man darüber versuchen zu schreiben. Wenn (mir) jedoch die sachliche Grundlage dazu fehlt (oder nicht gefällt), fliegt der Kommentar raus.

      So einfach sind die Spielregeln :)

  • http://apptester.de/ lasse

    @lakeshore
    Ja, ich finde es auch auf alle Fälle sinnvoll, wenn es eine Möglichkeit für Entwickler gäbe, für größere Updates (.0-Updates) Geld zu verlangen.
    Das Problem, dass immer nur kleinere Updates mit ebenfalls kleinen Ausbesserungen eingeschickt werden, liegt vielleicht auch daran, dass die Entwickler so schnell wie möglich nachbessern wollen und die Appstore-Infrastruktur das auch ermöglicht.
    Man könnte ja warten, bis sich viele Bugfixes und kleinere neue Features angesammelt haben und für das größere Update Geld verlangen, aber wer will das schon: auf kleinere Neuerungen länger warten, nur damit sie sich in einem Major-Update ansammeln…

  • http://apptester.de lasse

    @lakeshore
    Ja, ich finde es auch auf alle Fälle sinnvoll, wenn es eine Möglichkeit für Entwickler gäbe, für größere Updates (.0-Updates) Geld zu verlangen.
    Das Problem, dass immer nur kleinere Updates mit ebenfalls kleinen Ausbesserungen eingeschickt werden, liegt vielleicht auch daran, dass die Entwickler so schnell wie möglich nachbessern wollen und die Appstore-Infrastruktur das auch ermöglicht.
    Man könnte ja warten, bis sich viele Bugfixes und kleinere neue Features angesammelt haben und für das größere Update Geld verlangen, aber wer will das schon: auf kleinere Neuerungen länger warten, nur damit sie sich in einem Major-Update ansammeln…

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