App Store: Status quo-Beschreibungen

von alex olma | 28. Oktober 2009 | 09:35 Uhr

Bei der Verkündung der aktuellen Quartalszahlen am 19.Oktober sprach Apple von 85.000 verfügbaren App Store-Programmen. Diese Zahl stammt aus einer Pressemitteilung vom 28.September.

Die Webseite App Shopper möchte zur Entstehung dieses Artikels 93.000 verfügbare Anwendungen gezählt haben. Schaut man auf die Anzahl der genehmigten Programme nach App Shopper-Angaben (!), ist die Grenze von 100.000 Applikationen bereits durchbrochen. Soweit, so unspektakulär oder hat jemand die letzten 15.000 Anwendungen aktiv bemerkt?

App Shopper_ iPhone Apps, Deals and Discovery.jpg

Allerlei von diesen ‘Internet-Menschen’ haben sich in letzter Zeit über den App Store Gedanken gemacht und diese veröffentlicht. Der ‘Scobleizer‘ trat eine wahre Link-Flut auf seine Webseite los, als er die ’85.000 Gründe für den anhaltenden iPhone-Erfolg’ aufzählte.

-> 85,000 reasons why Apple’s iPhone isn’t going to be disrupted

Der Artikel fällt jedoch kürzer aus, als man für 85.000 Gründe erwarten würde. Zweifelsfrei angenommen wird dabei die Argumentation, dass bei der gigantischen Anzahl von verfügbaren Anwendungen ‘für jeden etwas dabei’ ist. Auch mir würde es durchaus schwerfallen, Abstriche in Punkto Software (1Password, Tweetie, iOutBank, Things, BeejiveIM) zu machen, ‘nur’ um auf eine andere Plattform zu wechseln.

Leider sind alle derzeitigen Gegenspieler (noch) nicht ‘smart’ genug, um über eine ‘phone’-Benutzung hinaus, dem Apple Telefon genügend Gegenwind zu bieten. Erst dann wird sich zeigen, wie ‘unvernünftig’ die iPhone-Nutzerschaft ist, nicht zu wechseln.

Until then I have 85,000 reasons to be unreasonable.

John Gruber steigt in die Diskussion mit ein und fragt zurecht nach dem Gleichgewicht für ‘Qualität und Quantität’.

Is the App Store popular because the iPhone is great? Or is the iPhone great because the App Store is popular?

Dabei zieht er aus der uralten Mac-vs.-PC-Debatte den Vergleich zu Windows, und stellt die reine Menge an Programmen dessen Qualität gegenüber. Nichtsdestotrotz verzeichnet Apple derzeit in jeder Konsumentenbefragung Höchstwerte:

Survey shows iPhone threatens BlackBerry; Palm holds steady | Circuit Breaker - CNET News.jpg

ChangeWave-Konsumentenbefragung; n=4.255

Ich würde diesen Argumentationspunkt gerne um die Komponente ‘Kostenpunkt’ erweitern. Diesmal jedoch nicht aus Käufer-, sondern Verkäufer-Perspektive.

Durch den niedrigen Einstiegspreis in die iPhone-Entwicklung konnten viele neue Gesichter für ‘die App Store-Szene’ gewonnen werden. Lediglich ein Laptop und die Jahresgebühr von $100 sind für den Entwicklungs-Kaltstart auf einer neuen Technikplattform notwendig, und damit weiterhin (fast) unschlagbar. Doch genauso ‘preiswert’ könnten die Anstrengungen auch wieder verworfen werden.

Ich will gar nicht das Schwarzmalen beginnen, weil es völlig unangebracht wäre. Trotzdem liegt es an Apple sein Produkt in Punkto Hard- und Software weiter nach vorne zu pushen, auch wenn die Konkurrenz derzeit abgeschlagen hinterherhechelt.

Und die Dev-Gemeinde? David Whatley (geoDefense Swarm; 1.59 €) sagte im letztes Touch Arcade-Podcast so schön wie ‘überdrüssig’ er klagenden iPhone-Entwicklern ist, deren App Store-Spiele keine Medienbeachtung finden.

“Life is not fair!”; auch wenn er dies aus einer ziemlich luxuriösen Erfolgsposition erklärt.

  • Mailinator

    Gerade für kleine Entwickler ist der App-Store-Zug abgefahren. Zumindest was Spiele angeht. Was wir derzeit erleben ist eine Aufteilung des App Stores auf wenige große Publisher wie EA und Gameloft.
    Problematisch ist vor allem, dass es sich nicht lohnt auch nach 2-3 Monaten noch Bugfixes zu veröffentlichen. Fast alle Spiele der Großen kommen mit schlimmsten Bugs daher. Einige davon werden nie gefixt. Zwar meckern einige Kunden in den Bewertungen, aber schließlich haben sie bereits gezahlt, was kümmert das also die Spieleentwickler?

    Ich würde sogar so weit gehen und behaupten es wird immer schlimmer. Ich kann mich an kein EA- oder Gameloft-Spiel der letzten Monate erinnern, das auf Anhieb zufriedenstellend funktionierte.

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