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Wer ein Apple iPhone über diesen Link bestellt, eine beliebige iPhone-App im iTunes App Store kauft, ein Produkt seiner Wahl bei Amazon erwirbt oder einen Mac/iPod bei Apple-Online erwirbt, unterstützt das iPhoneBlog mit einem kleinen Prozentsatz des (unveränderten) Kaufpreises.

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Von Piraten und Piracy

von alex olma | 30 Oktober 2009 | 13:20 Uhr

Heute Morgen fand ich eine niedliche Preview-Version von ‘Wheeler’s Treasure‘ in meinem Posteingang. Der Entwickler ‘Two Lives Left’ interpretiert damit die Stunt-Sequenz aus ‘Fluch der Karibik’ und dessen Fechtszene auf dem rollenden Wasserrad.

DirektWheelers

Und während das hübsch gezeichnete Piraten-Abenteuer auf seine App Store-Genehmigung wartet, sollen an dieser Stelle ein paar aktuelle Worte zur ‘Piracy-Situation’ auf dem iPhone verloren werden. Wenn das mal keine thematische Überleitung ist…

Durch die kürzlich durchgeführten Änderungen in den App Store-Bedingungen für ‘In-App-Käufe‘ von Apple, stand auch die ‘Raubkopierer’-Debatte im Vordergrund. Apple sprach dabei explizit in seiner E-Mail die Chancen für Entwickler an, die Attraktivität für eine unlegitime Programm-Verbreitungen zu verringern. Dies soll vornehmlich durch den Abbau erster Preishürden geschehen, indem sich Interessenten die ersten Level kostenfrei anschauen können und erst danach zur Kasse gebeten werden.

Ganz ‘nebenbei’ kann beim nachträglichen Erwerb von Zusatzinhalten jedoch auch dessen DRM-Status überprüft werden. Wenn sich der Entwickler nicht eigenständig für ein kostenpflichtiges Gesamtpaket ihrer Software entscheiden, senkt dies die Wahrscheinlichkeit unlizenzierter Kopien.

Using In App Purchase in your app can also help combat some of the problems of software piracy by allowing you to verify In App Purchases.

Einen wirklich guten Hintergrundartikel zur DRM-Problematik, ‘In-App-Käufen’ und Piracy findet sich hier:

-> In App Purchase and the state of iPhone piracy

Ngmoco’s Rolando 2 – Chapter 1 (kostenlos; App Store-Link) oder die ‘Social-Media’-Anwendung Boxcar (kostenfrei; App Store-Link) sprangen sofort auf den Demo-Zug auf. Am heutigen Freitag macht auch iOutBank (kostenfrei; App Store-Link) davon Gebrauch und bietet seine Software ohne Startgebühren für die Verwendung mit einem Bank-Account feil.

Trotzdem wird auch in der Zukunft weiter Software kopiert ohne die finanzielle Gegenleistung zu erbringen. ‘World of Goo’ – bald hoffentlich auch mit iPhone-Version – stach in den letzten Tagen als Negativbeispiel hervor. Der Geburtstagsverkauf ‘Zahl soviel du willst‘ brachte 83.000 Kopien in 13 Tagen unter das Spielervolk, erreichte jedoch lediglich durchschnittliche Zahlungen von $2.5 pro Version. Regulär werden 20 Dollar pro Lizenz gefordert.

Piracy in the App Store (from 360iDev) – Pinch Media Blog.jpg

Grafik: Pinchmedia

Für das iPhone wird dabei immer wieder der Jailbreak in die ‘Raubkopie-Diskussion’ gezogen. Werbezähler wie Pinchmedia preschen gerne mit neuen ‘Höchstwerten‘ vor: “Just over 60% of paid apps using Pinch have been pirated” ergänzen jedoch zurecht das “an individual who jailbreaks their phone is not necessarily an individual that steals applications”.

Die angesagteste Raubkopierer-Geschichte für das iPhone bietet dieser Tage ‘Tap-Fu‘ von Neptune Interactive und Smells Like Donkey. Nach der ersten Verkaufswoche blickten die Entwickler, in die von Spielern aufgestellten Highscore-Chart. Diese waren von 80-Prozent unrechtmäßig kopierter Versionen bevölkert. Zu einem legitimen Programmerwerb konnte sich, von den dort auffällig gewordenen Spielern im gleichen Zeitraum, niemand aufraffen.

Piracy and the App Store-2.jpgpiracy-1.jpg

Neben App Store-Programmen scheint auch Jailbreak-Software vom munteren Kopieren betroffen. ‘John Doe’ verlinkt in unseren Kommentaren eine Statistik (Link mittlerweile entfernt) zu der Homescreen-Navigations Orbit für $2. Dabei ist eine erhebliche Differenz zwischen den 45.000 registrierten Geräten und den zikra 7.000 verkauften Einheiten zu erkennen.

Doch was bringt alle die Aufregung?

Viel, wenn sie dazu dient für die Problematik (kleinerer) Entwicklerstudios bewusst zu machen. Wenig, wenn daraus unattraktive Kundenangebote entstehen.

  • cym
    World of Goo in diesem Beitrag zu erwähnen hingt ein bischen. Zum einen ist dieses Spiel bereits über 1 Jahr erhältlich, viele spiele werden mit diesem alter verramscht und kosten nurnoch ein bruchteil des Originalpreises. Zum anderen haben die Entwickler bereits im März ihr eigenes Produkt für 5$ verscherbelt. Sowohl die damailige Aktion als auch die aktuelle pushten aber anschließend die regulären Verkaufzahlen, so das die Aktion im Grunde als Werbezeweck mit einnahmen verbucht werden kann.

    Ich glaube das große Problem des iTunes Stores ist, der hohe grad an Qualitativ mindewertigen Produkten. Wie häufig hat man etwas gekauft und am ende nach 5min gelöscht? - Da ist die hemmschwelle für viele 4$ für etwas auszugeben, das die nichtmal antesten können, durchaus hoch. Besonders die High-Quality Games gehen dann in der Masse unter, und werden im blöden App-Store nicht gesehen. Anders dann auf den diversen Seiten, die nur wenige anbieten und die Perlen herausgreifen. Daher ist klar, dass das Verhältnis zwischen verkauften und kopierten Spielen sehr hoch ist.

    Versteht mich nicht falsch, ich bin durchaus bereit Geld auszugeben, aber so oft wie ich mich schon im Nachhinein geärgert habe....

    @Sebastian Peitsch Der Amiga ist eher durch Missmanagement gestorben und die PSP war einfach für viele total unattraktiv (Preis, Größe, die UMDs).
  • Wenn etwas unattraktiv ist, warum raubkopiert man dann?

    Die PSP ist die geilste mobile Spielkonsole, die ich jemals besessen habe (bis auf den analogen "Knubbel" links).

    Immer dieses Argument "vielleicht ist es ja scheiße, dann hab ich umsonst Geld zum Fenster rausgeworfen". Kleiner Tipp: http://www.toucharcade.com - http://www.taptoplay.de

    Nuff said.
  • cym
    Ich kenne diese beiden Seiten, nutze sie auch häufig um nach neuen Sachen zu stöbern. Habe dadurch auch bisher ganz schön viel Geld im App-Store gelassen. (>100€ in 6 Monaten) Allerdings ist es trotzdem für viele schwer bei der Masse neuveröffentlichungen durchzublicken.

    Ich bezweifle nur die Aussage das die Leute die das Spiel irgendwo gezogen haben, potentielle Käufer waren. Im App-Store ging das Spiel einfach zwischen den ganzen Low-Budget und Low-Quality Games unter und wurde übersehen. Die Masse kauft aber nur das was in den Top-100/Top-25 ist und noch ein bischen in den einzelnen Genresortierungen. Hier bleibt man aber nur wenn man a) Viel Marketing betreibt (= hohe kosten) und b) die Hemmschwelle des Käufers unterschreitet. Der anfängliche Preis von 4$ war aber hierfür zu hoch angesetzt, auch wenn das Spiel es durchaus wert sein mag. Folglich blieb das Spiel nicht lange an prominenter Stelle und verschwand irgendwo im App-Store. Daran würden auch die Illegalen downloads nichts ändern, wenn diese gekauft wären.

    Das die Leute nach dem kopieren das Spiel noch kaufen dürfte wirklich gegen 0 tendieren. Was aber eventuell auch am Spiel selbst lag. Das schafft man nur, wenn man den downloadern einen Anreiz schafft. Was Apple mit dem In-App käufen erreichen wollte. Ob das Konzept allerdings auf geht, wird sich erst die Zukunft zeigen.

    Was die PSP anbelangt, Geschmäcker sind verschieden :) - btw. habe ich nur gesagt, das die Konsole selbst für viele Unattraktiv war. Nicht die Spiele.
  • Das Problem ist viel eher, dass schon die Datenbasis, auf der der ganze (angebliche) Piracy-Kram auf dem iPhone basiert, höchst wacklig ist. Leo hat das schon angedeutet. So redet Pinch Media vom weltweiten Phänomen der Piracy, sagt aber gleichzeitig, dass Piracy nur Länder betrifft, die eh kein Geld haben, also gerade nicht die USA, Europa, Südafrika usw. sind, sondern kleine Miniländer, die auch entsprechend wenige iPhones insgesamt haben. Eine Quote von 95% Raubkopierei ist alleine damit schon nicht möglich (und Fishlabs misst sowieso falsch - legale Doppelinstallation sind für die Raubkopien - das ist nur Marketinggeblubber von Fishlabs, um ihr Spiel unterbringen zu können).

    Niedlich auch, dass Pinch Media gerne Jailbreak und Piracy gleich setzt und China gleich oben auf die Liste pappt. CHINA!!! Die haben nicht einmal offiziell ein iPhone, MÜSSEN also in der Regel jailbreaken, um ein importiertes zum Laufen zu bringen (sofern sie keinen iPod Touch nehmen).

    Naja, ich schreibe gerade an einem Artikel über die Piracy, aber es ist wirklich schwer, überhaupt belastbare Zahlen zu erhalten. So ist Pinch Media z.B. bislang komplett unwillig, mir zu erläutern, welche Gesamtzahl an Geräte sie messen. 4 Millionen gejailbreakter Geräte sind nämlich nur etwas wert, wenn man dies in Relation zur Gesamtgerätemenge setzen kann. Dass Pinch Media ständig Prozentwerte mit absoluten Zahlen vermischt, macht das auch nicht gerade transparenter.

    Ich versuche noch bis Mitte nächster Woche Zahlen zu finden oder zu erhalten, aber wenn ich die nicht kriege, geht der Artikel auf Basis der Blasen online, die Pinch Media mit heißer Luft füllt und auf die Blogs los lässt :(.
  • Bin sehr gespannt. Bezüglich Pinchmedia verwende ich nicht umsonst sehr wage Formulierungen. Man darf nie vergessen, das dieser Anbieter sein Framework gerne in mehr Anwendungen zur Erfassung von Statistiken hätte. Da werden manchmal Säue durch's Dorf getrieben, die jeglicher Grundlage entbehren.

    Nicht wegzudiskutieren ist jedoch die sehr schnelle Verfügbarkeit von Raubkopien nach einer App Store-Veröffentlichung und auf welchem banalen Weg diese (angeblich) zu erstellen sind.

    Es bleibt immer gut, sich mehrere (!) Entwickleraussagen anzuschauen und solche Mittelwerte transparent darzustellen. Es ist nämlich nicht unbedingt die 'lauteste' Geschrei, das repräsentativ ist...
  • Guter Beitrag. Habe ich heute Morgen schon gelesen!
  • Ich hab mir diese Woche Overlord 1 und 2 aus England bestellt - 20% billiger als wenn ich es aus Deutschland bezogen hätte. 40 Euro hat es mich gekostet und ich musste immer denken "Wow, dafür bekommst Du fast 60 iPhone-Spiele!"

    Wenn ich mir dann vorstelle, dass Leute iPhone-Spiele kopieren, bekomme ich das kalte Kotzen.

    Ich meine ich habe für den PC in den letzten 18 Monaten KEIN Spiel gekauft - bis Overlord. Ich habe "bis zur Vergasung" Colonization in der Dos-Box gespielt (DANKE Mustafa. DANKE! (ja das war Ironie)) sowie Pharaoh und Zeus, Spiele, die einen Jahrelang gefesselt halten können. Oder könnten, denn in der Zeit habe ich knapp 400 Euro in iPhone-Software gesteckt, resultierend in 11 vollgepackten Bildschirmseiten auf dem iPhone. Ich kann gar nicht alles spielen, was ich mir auf dem iPhone gekauft habe.

    Wie um alles in der Welt kann man ein Spiel für 79 Cent klauen? WARUM? Wie kann das ZU TEUER sein?

    Ich kann ja noch das Raubkopieren von PSP-Spielen irgendwo verstehen, wo EIN Spiel 45 Euro kostete auf einem Scheiß-Medium wie UMD, trotzdem hab ich mir eine PSP aus Hongkong für 500 Euro importiert mit 5 Spielen für nochmal 250 Euro, und jahrelang damit Spaß gehabt. Der Amiga ist an Raubkopien gestorben, die PSP ist kurz davor gewesen.

    Wann raffen diese ganzen Affen endlich, dass das so einfach nicht drin ist?

    Ganz davon ab würde ich verdammt viele Fernsehserien kaufen, wenn sie im iTunes-Store für 50 Cent pro Folge zu haben wären. So warte ich immer, bis Box-Sets bei Amazon verschleudert werden. Firefly auf BluRay, Seinfeld, Stargate, Arrested Development, BSG, Band of Brothers - alles zum Schnäppchenpreis mitgenommen mit dem guten Gefühl, dass da noch mehr nachkommt.

    Da fällt mir ein: kauf Friday Night Lights Boxsets. Danke! :-)
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