Elcomsoft zeigt ‘Password Breaker’; Datenschutz-Debatte um App Store-Programme

von alex olma | 5. Februar 2010 | 09:30 Uhr

Die russische Softwarefirma Elcomsoft veröffentlicht eine erste Beta-Version des ‘iPhone Password Breaker’ (Download-Link), welcher einen Wörterbuchangriff auf verschlüsselte iPhone-Backups am Rechner ausführt. Dabei werden unzählige Begriffe nach einer Wörterbuch-Liste auf das seit Firmware 3.0 eingeführte Kryptographie-Feature in iTunes abgefeuert.

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Im Anschluss der Beta-Phase, die bis zum 15.März läuft, sollen sich auch individuelle Begriffe automatisiert durchprobieren lassen. ‘Password Breaker 1.0 beta 1′ läuft unter Windows (7, Vista sowie XP) für alle iPhone- und iPod touch-Generationen und wird durch mehrere Rechner- und Grafikkarten-Prozessoren beschleunigt.

Zuletzt zeigte Jonathan Zdziarski die Aufhebung der Code-Sperre und Sicherheitskopie-Verschlüsselung am iPhone. Apple reagierte und besserte mit einem Firmware-Update nach.


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Ergänzend sei in diesem Zusammenhang noch auf einen Vortrag des Schweizer Softwareentwickler Nicolas Seriot verwiesen, der auf der Black Hat-Konferenz zur Informationssicherheit sein Paper ‘iPhone Privacy’ (PDF-Link) und ein entsprechendes ‘Proof of Concept’-Programm namens SpyPhone präsentierte.

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In seiner Demonstration wurde durch ein schadhaftes Programm unter anderem der Zugriff auf das Adressbuch, einen MobileSafari-Webverlauf sowie die E-Mail Account-Parameter simuliert. Ein nachlässig durchgewunkenes App Store-Programm könnte diese Daten an einen fremden Server im Internet übermitteln. Seriots Kritik am ‘Sandbox’-Verfahren von Apple, das trotz des vermeintlich geschlossenen Systems ein Abschnorcheln von persönlichen Informationen erlaubt, äußerte er bereits Anfang Dezember.

An (Praxis-)Beispielen fehlt es dazu nicht: Das Taktikspiel Aurora Feint übertrug in einer frühen Version das komplette iPhone-Adressbuch auf den Server des Herstellers. Der Anbieter für Verkehrsinformationen ‘mogoRoad’ soll Telefonnummern von iPhone-Kunden durch ihre Anwendung gesammelt und dann mit Werbeanrufen versehen haben. Eine Spyware-Debatte entbrannte auch um das MMOG-Spiel ‘Vampires Live’ (kostenlos; App Store-Link) des Entwicklers Storm8, das Mobilfunknummern ohne Benachrichtigung übertrug. Der ‘Fehler’ wurde kurze Zeit später ausgebessert.

via readwriteweb

  • http://twitter.com/choise choise

    falls du mit “Wörterbuchangriff” einen Brut-Force Angriff meinst…hm…. naja, was kann man dagegen tun? Brute-Force sind nun mal die einzigen Angriffen, gegen die man als Entwickler nichts unternehmen kann außer einer vollständigen Sperrung des zu schützenden Inhalts nach einer bestimmten Anzahl von versuchen.

  • http://www.iphoneblog.de iphoneblog

    Gute und lange Kennwörter helfen natürlich ein wenig. Aber diese 'One-Klick-Lösung' – ohne zu wissen wie gut sie sein mag – ist sicherlich der Neugier des einen oder anderen Benutzers zuträglich…

  • http://www.taptoplay.de/ Lakeshore | taptoplay.de

    Der Vorwurf an die Sandbox gilt seit Jahren. Schon immer habe ich z.B. bemängelt, dass unter OS X zwar die App in meinem Home-Verzeichnis bleibt, aber dort natürlich dennoch machen kann, was sie möchte, z.B. über die definierten Applescript-Schnittstellen schnell mal das komplette Adressbuch auslesen und per Mail.app Dinge anstellen. Das kann sich ja auch jeder per Automator zusammenklicken. Hier müsste Apple überall gleichartige Nachfragen wie beim Schlüsselbund einbauen. Und das iPhone OS erbt diese “Lücke” halt mit. Leider.

  • Alexander

    Ich verstehe auch nicht, warum Apple den Zugriff auf das Adressbuch etc. einschränkt. Mit der GPS-Funktioniltät passiert doch schon genau das. Ich werde gefragt, ob diese oder jene App meine Aufenthaltsort verwenden darf oder nicht. Warum geht das nicht auch mit anderen Daten wie Adressen, Telefonnummern, etc.?

  • http://twitter.com/hackedemy Pascal

    Wen es interessiert:
    Seit diesem Jahr demonstriere ich in meinen Schulungen für deutsche Ermittlungsbehörden die Funktion des automatischen “aufbrechen” von verschlüsselten iPhone Backups mit dem Programm “Oxygen Forensic Suite 2010″.
    Ermittlungsbehörden können dies seit Beginn dieses Jahr für forensiche Analysen mit diesem Programm durchführen.

  • http://twitter.com/hackedemy Pascal

    Nachtrag:
    Offizielle Meldung von gestern:
    Oxygen Software releases Oxygen Forensic Suite 2010 version 2.6.5 today. New version introduces iPhone Password Breaker, the software that is able to perform password attack on iTunes backup files created by a suspect. Oxygen Forensic Suite 2010 also adds support for Blackberry Curve 8500 series and improves support for devices based on iPhone OS and Android OS.

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