M! Games-Kolumne / Mai 2010

von alex olma | 30. April 2010 | 16:26 Uhr

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Ausgebaut

Mit iPhone OS 4.0 stellt sich Apple im kommenden Sommer der Herausforderung einer lange verzögerten Betriebssystem-Aktualisierung. Entwickler bekommen Zugriff auf bislang unantastbare Geräte-Schnittstellen; die Anwender profitieren von neuen Funktionen. Dazu zählt unter anderem ‘Multitasking’. Im Vordergrund laufende Programme beenden sich beim App-Wechsel nicht automatisch, sondern frieren ihren Status ein. Pausieren ohne Spielstandverlust? Ich votiere dafür!

Die Ankündigung für ein „Game-Center“, das über Community-Funktionen High-Score-Listen und Achievements bereitstellt, fiel noch sehr nebulös aus. Der Bedarf scheint mit Blick auf PlayStation3 und Xbox360 jedoch durchaus vorhanden. Die Lücke am iPhone füllten bislang Netzwerke von Drittanbietern wie OpenFeint, Plus+ oder Agon. Diese webten innerhalb der letzten zwei Jahren einen Flickenteppich aus unzähligen „Xbox Live trifft Facebook“-Spielarten. Über die zusammengewürfelten Gemeinschaften lassen sich Freundesanfragen, Spiele-Einladungen oder virtuelle Errungenschaften austauschen. Die individuellen Splitterverwandtschaften zwingen mich jedoch, in jedem dieser isolierten Netzwerke einen eigenen Account anzulegen, eine individuelle Freundesliste aufzubauen und diese dann auch noch zu pflegen. Das ist anstrengend, kostet Zeit und benötigt viel zu viel Passwort-Hirnschmalz.

Ob Apple seine Rolle als Torwächter ausdehnt, die anderen Anbieter unterjocht und eine Netzwerk-Monokultur anvisiert, bleibt abzuwarten. Eine einheitliche Freundschaftsliste, die mir über alle App-Store-Titel hinweg anzeigt, womit sich meine Kameraden gerade von der Arbeit ablenken, erscheint einleuchtend. Ob das „Game-Center“ jedoch alles das kann, was sich heute bereits die Drittanbieter in Eigenregie zusammengestrickt haben, muss sich noch beweisen. Die Community-Rivalen sind immerhin gut aufgestellt: Synchronisierende Spielstände zwischen mehreren Geräten, asynchrone Spielpartien für zeitlich versetzte Schachrunden und individuelle Avatare mit einem privaten ,Touch‘ haben die kritische Maßsse an Teilnehmern bereits überschritten. Das soll Apple erst einmal nachmachen! In der Theorie ist es ein strategisch cleverer Schritt. Ob er zu spät kommt, wird sich zeigen.

Für eine gemeinsame High-Score-Hatz im Mehrspielermodus mit Freunden knappere ich nur zu gerne mein iTunes-Budget an, auch wenn der Gruppendruck und die Geldmaschine App Store immer tiefere Löcher in meinen Geldbeutel reißen. Als Gegenleistung erwartet ich jedoch meine Droge ‘Langzeitmotivation’ mit Belohnungssystemen für gemeisterte Bossfights oder kostenlosen Zusatzleveln für besonders schnelle Rundenzeiten.

50.000 Spiele umfasst mittlerweile der geldmampfende App Store. Fast ein Drittel des gesamten Softwarekatalogs. Erhöhte Aufmerksamkeit für die Games ist also mehr als überfällig. Ich hoffe auf eine bissfeste Systemerweiterung, die der PSP und den DS das Fürchten lehrt.

Eiserne Hardware-Hand

Mit iPhone OS 4.0 beschließt Cupertino zirka drei Jahre nach dem weltweiten iPhone-Debüt seinen ersten Hardware-Zyklus. Der iPhone-2G-Silberrücken und die erste iPod-touch-Generation werden von der anstehenden Aktualisierung ausgeschlossen. Das iPhone 3G und ein iPod touch der zweiten Generation lassen große Funktionen wie Multitasking vermissen. Nur der neuste Jahrgang von Apples Handschmeichlern erhält das komplette Upgrade-Paket. Damit scheint sich ein jährlicher Rhythmus für mächtige Software-Updates einzuschleifen, der gleichzeitig alte Geräte aussortiert. Das kann man gut oder schlecht finden, zumindest ist es konsequent.


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Für die M! Games, das dienstälteste deutschsprachige Videospiel-Magazin, verfasse ich eine monatliche Kolumne zum Thema iPhone. Die Jubiläums-Ausgabe 200 befindet sich ab heute am Kiosk. Über Feedback zum aktuellen Artikel würde ich mich sehr freuen.

[update] Bevorstehender US-Start vom iPad Wi-Fi + 3G

von alex olma | 30. April 2010 | 13:10 Uhr

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Am heutigen Freitag startet in den USA der Verkauf vom iPad Wi-Fi + 3G.

Apple schließt dazu am Nachmittag des 30. April zwischen 16 und 17 Uhr (Ortszeit) seine Ladengeschäfte um das Produkt in die Regale zu räumen. Die Preisspanne der Geräte mit UMTS beginnt bei $629 US-Dollar für ein 16GB-Modell und hangelt sich über 32GB für $729 US-Dollar bis zur Luxus-Ausführung mit 64GB für $829 US-Dollar.

Wer früh vorbestellt hat, erwartet ebenfalls zeitnah seine (Kurier-)Lieferung, für die bereits “Versand-Nachrichten” per E-Mail verschickt wurden. Wer sich erst jetzt für eine Online-Bestellung in den USA entscheidet, darf frühestens dessen Ausführung zum 07. Mai erwarten. Früher kann das Gerät voraussichtlich nur in einem Ladengeschäft erhascht werden.

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In Deutschland wird die exakte Verfügbarkeit sowie die dazugehörigen Preis-Konditionen am 10. Mai bekannt gegeben. Seine E-Mail-Adresse für eine offizielle Benachrichtigung kann man bereits bei Apple hinterlassen.

In den USA wird AT&T die iPad-Datentarife anbieten. 250 Megabyte ‘Informationsdurchsatz’ kosten pro Monat $14.99 US-Dollar. Für unbegrenztes Surfen mit dem iPad über die MicroSIM fallen $29.99 US-Dollar an. In beiden Tarifmodellen ist die kostenfreie Benutzung der zirka 20.000 AT&T-Hotspots inklusive.

Für die Abrechnung lassen sich Kreditkarten-Informationen direkt auf dem iPad hinterlegen. Dort kann auch der aktuelle Datenverbrauch eingesehen werden. Der Benutzer wird im limitierten Tarif benachrichtigt, sobald sich das “Datenguthaben” auf 20-, 10- oder Null-Prozent minimiert hat. Zu diesem Zeitpunkt lässt sich entscheiden, ob für $14.99 US-Dollar noch einmal 250 MB hinzugekauft oder gleich in den unbegrenzten Tarif gewechselt werden soll.

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-> http://www.apple.com/ipad/3g/

Konkrete Mobilfunkanbieter und die dazugehörigen Tarifangebote für das iPad in Deutschland stehen noch aus.

Update

Apple veröffentlicht ein Support-Dokument zur Aktivierung des Datentarifs.

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-> http://support.apple.com/kb/HT4157

iPad-App Store nach Veröffentlichungsdatum sortieren

von alex olma | 30. April 2010 | 08:37 Uhr

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Apple spendiert dem (US-)App Store für das iPad eine Sortierung nach Veröffentlichungsdatum der Anwendungen. Auf dem iPhone beziehungsweise iPod touch hat diese zusätzliche Liste nach “Release Date” noch keinen Einzug erhalten. Die Gesamtzahl der derzeit verfügbaren iPad-Programme wird am heutigen Morgen mit 5290 Apps betitelt.

[Update] Wie in den Kommentaren angemerkt wird, gibt es im iPhone-App Store pro Kategorie eine Liste, die nach Veröffentlichungstag zu sortieren ist. Eine Gesamtübersicht inklusive aller Neuerscheinungen über alle Kategorien fehlt jedoch. [Update Ende]

Insgesamt ist jede Überarbeitung, die den umfangreichen Anwendungskatalog übersichtlicher gestaltet, zu begrüßen. Im Moment ist die Navigation jedoch unbenutzbar. Pro Übersichtsseite werden 12 Applikationen angezeigt. Ruft man jedoch die Details für eine bestimmte App auf und möchte danach in die Übersicht zurückspringen, landet man wieder auf Seite 1 der Neuerscheinungen. Da es keinen direkten Weg auf Seite XY gibt, auf welcher der App Store-Rundgang abgebrochen wurde, bleibt nur das erneute Aufrufen aller bereits angesehenen Übersichtsseiten. Geduldige Gemüter machen das Ganze zweimal und verlieren dann die Lust.

Auch insgesamt hält sich das Angebot für “Must-Have”-Software, die ausschließlich (oder “universal”) auf dem iPad läuft, stark in Grenzen. Dies sollte sich zum Deutschlandstart in zirka einem Monat jedoch abermals verbessert haben.

Jon Stewarts satirischer Gizmodo-Kommentar

von alex olma | 29. April 2010 | 14:31 Uhr

(Medien-)Satiriker Jon Stewart nahm sich in seiner gestrigen Daily Show dem Gizmodo-Dilemma über das ‘entwendete’ iPhone an. Während die Emotionen über eine Apple-Kritik vom selbsternannten Apfel-Fanboy hohe Wellen schlug, empfand ich die Reportage mit einem gewohnt schonungslosen Rundumschlag in alle Richtungen mehr als unterhaltsam.

Neben einer vollständigen Transkription kann der achtminütige Videobeitrag hier oder über die offizielle Webseite angeschaut werden.

The Daily Show With Jon Stewart Mon – Thurs 11p / 10c
Appholes
www.thedailyshow.com
Daily Show Full Episodes Political Humor Tea Party

Um an dieser Stelle noch ein paar aktuelle Informationen zur hinreichend bekannten “Lost and Found Sell”-Geschichte einzustreuen: Mittlerweile soll die Polizei den verdächtigen Finder und späteren Verkäufer aufgespürt haben. Eine Verhaftung hat bislang jedoch nicht stattgefunden und auch eine direkte Cupertino-Beteiligung scheint nicht bestätigt.

Gawker Media, das Medienhaus hinter Gizmodo, sowie der verantwortliche Redakteur Jason Chen haben sich unterdessen anwaltlicher Hilfe bedient und plädieren auf den gesetzlichen Informationsschutz für Vertreter der Presse. Auch eine Gegenklage über die durchgeführte Hausdurchsuchung steht im Raum. Die Electronic Frontier Foundation teilt diese Auffassung.

Demgegenüber steht der Vorwurf des unrechtmäßigen und wissenden Erwerbs von Diebesgut.

M! Games-Spezial / Apples Medien-Tausendsassa – das iPad im Praxistest

von alex olma | 29. April 2010 | 10:15 Uhr

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Der Weltraum, unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2010. Dies sind die Abenteuer des Apple iPads, das mit seiner 4.000 App starken Besatzung unterwegs ist, um fremde Handbewegungen, neue Bedienkonzepte und Spiele-Kategorien zu erforschen. Viele Lichtjahre von der Erde entfernt dringt das iPad dabei in Kulturkreise vor, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat.

Zweifelsohne: Der Tablet-Computer aus Cupertino begründet eine komplett jungfräuliche Produktkategorie – irgendwo zwischen klassischem Laptop und erwachsenem Smartphone. Wer einmal Hand anlegen durfte, hat Schwierigkeiten seine Patschen freiwillig wieder vom hochauflösenden Multitouch-Bildschirm zu nehmen. Zu mühelos gleiten die Fingerspitze über das 1024 x 768 Pixel-Spielfeld des bekannten iPhone-Betriebssystems.

Mattscheiben-Flimmern

Wie man sich die Zeit an diesem Lifestyle-Gerät vertreibt, ist individuell unterschiedlich. Spiele dominieren in den US-Anfangstage das Software-Angebot. Die Untoten-Abwehr in PopCaps „Plants vs. Zombies HD“ schüttelte sich noch nie zuvor intuitiver aus dem Handgelenk. Knallbunt und mit hochauflösenden Texturen krabbeln und schwimmen die wiederbeseelten Leichen in Richtung der zu verteidigenden Behausung. Mit einem Fingerzeig platzieren sich Pflanzen-Gefechtstürme. Die ergonomische Glasscheibe mit stabilem Aluminiumrücken liegt auch bei rasanten „Real Racing HD“-Asphaltverfolgungen ausgewogen in den Händen. Der 9.7-Zoll- (bzw. 25 cm)-Bildschirm balanciert im ‘Lenkradgriff’ die Boliden accelerometergesteuert mit einem Eigengewicht von 700 Gramm über die Rundkurse. Durch die nahe Körperhaltung scheint der verbrannte Rennreifen-Gummi direkt in die Nase zu steigen. Mit weitaus weniger Adrenalin im Blut wird in „Labyrinth 2 HD“ eine kleine Silberkugel durch verzweigte Schachtelsysteme bugsiert. Aufbaustrategen genießen mit „Civilization Revolution for iPad“ genügend Bildschirmplatz, um Sid Meiers aufpoliertem Meisterwerk einen erneuten Besuch abzustatten. “Mirror‘s Edge for iPad” wird der viel gescholtenen interaktiven Animationsunterhaltung durch atemraubende House-Running-Passagen gerecht. ‘Point and Touch’ heißt es beim alt-ehrwürdigen Sam & Max-Abenteuer “Episode 1: The Penal Zone for iPad”, welches Telltale-Games dem iPad-Debüt pixelgetreu spendiert.

Durch die im wahrsten Sinne des Wortes HAUTnahe Handhabung ist man viel näher am Spielgeschehen als dies eine Tastatur, eine Maus oder ein Joystick zu leisten vermögen – der sehr persönliche Fingereinsatz erfolgt nur wenige Zentimeter entfernt vom eigenen Augapfel.

Die 185.000 auf zweifache Auflösung hochfrisierten, bereits verfügbaren iPhone-Anwendungen fördern dieses Spielerlebnis nicht. Naturgemäß laufen alle App Store-Programme über das spiegelnde Widescreen-Display. Die großkörnige Darstellung durch den Zweifach-Zoom lässt sich jedoch bestenfalls bei Umsetzungen von 8-Bit-Klassikern ertragen. Dem Apple-Werbespruch gilt kein Vertrauen: Als vernünftig benutzbare Anwendungen lässt sich derzeit ‘nur’ eine vierstellige Anzahl von Programmen betiteln. Diese speziell auf das iPad zugeschnittenen Apps legen nicht nur optisch eine Schippe drauf, sondern pendeln sich auch preislich, mit 5 bis 15 Euro weitaus gewichtiger ein als die Micropayment-Beträge des iPhones.

Gedanklich verabschieden darf man sich von der Sorge um die Akkulaufzeit. Die Lithium-Polymer-Batterie belegt nicht umsonst 80-Prozent des Gehäuse-Innenlebens. Zehn Stunden Laufzeit unter der intensiver LED-Sonnenbank zwingen das Gerät nicht in die Knie – egal ob das Interesse den Spielen, Filmen, Musik oder dem Internet-Einsatz gilt. Der 1GHz Apple A4-Prozessor peitscht HD-Videostreifen bis 720p über die Hochglanzanzeige, egal ob aus dem iTunes Store oder von der digitalisierten DVD. Hollywood warf selten ein schärferes Bild auf eine mobile Mattscheibe – gleichgültig ob in der voll besetzten U-Bahn oder unbeobachtet unter der heimischen Bettdecke. Die Musikwiedergabe ist durch den nicht portablen Geräte-Charakter nur dann für unterwegs geeignet, wenn man seinen Sound aus der 1,3 Zentimeter dünnen Flunder über die Bluetooth-Schnittstelle vom Rucksack auf die Kopfhörer beamt.

Besuchszeiten

Die iPad-Amphibien füttert man mit Entertainment-Material weiterhin ausschließlich im eingezäunten iTunes-Zoo. Je nach Gattung lassen sich 16, 32 oder 64 GB Futter zwischen die Rippen des Flashspeichers quetschen. Die Achillesferse bleibt das iTunes-Ungetüm, das jetzt auch noch Text- und Tabellen-Dokumente sowie Präsentationsfolien über USB entgegennimmt. Die Apple-Softwarewerkzeuge “Pages” (Word), “Numbers” (Excel) und “Keynote” (PowerPoint) geben eine stattliche Figur ab. Die Aufstellung der eigenen Monatsfinanzen rinnen dabei nicht nur sprichwörtlich durch die eigenen Finger – ungewohnt, intuitiv und mit katastrophaler iTunes-Synchronisation. Die virtuelle Tastatur bedarf ohne haptisches Feedback einer gewissen Einarbeitungszeit. In der breiteren Bildschirmansicht säubert sich das Text-Unkrautbeet nach einigen Tagen bereits merklich. Horizontal aufgestellt visiert man die Tasten nach dem ‘Zweifinger-Adlersuchsystem’ an oder koppelt für lange Artikel eine Bluetooth-Tastatur.

Surfen im Netz ist schlicht grandios. Nie zuvor ließ sich das M!Games-Forum unter www.maniac.de entspannter mit hochgelegten Füßen lesen. Für digitale Comics, eBooks und seitenlange PDFs gilt das Gleiche. Die Kinovorschau mit YouTube-Trailer zeichnet ein HD-Grinsen um die eigene Schnute.

Spielverderber? Der ersten Hardware-Generation lötet Apple kein eigene Kamera ein. Bedauerlich, da ansonsten der Umgang mit Fotos – beispielsweise als Diashow im Bilderrahmen-Format oder als Präsentations-Röhre mit TV-Adapter – vorbildlich ausfällt. Und ja, das ressourcenfressende Adobe Flash darf weiterhin nicht im umzäunten Apple-Gehege mitspielen. App Store-Anwendungen müssen immer noch durch den diktatorischen Genehmigungsprozess und dessen Richtlinie ewige Treue schwören – im Westen nichts Neues!

Das iPad ersetzt kein Mobilfunktelefon und kein Laptop. Es ist kein breites Antibiotikum, das alle individuellen Wünsche und Bedürfnisse an Computertechnik erfüllt. Die trainierten Muskelpakete blitzen jedoch in einer bislang ungesehenen Art und Weise auf – so sieht Medienkonsum 2010 aus! Ernsthafte Konkurrenz sucht man (leider) vergebens. Die iPad-Möglichkeiten bleiben vielfältig und fallen pro Nutzer sehr unterschiedlich aus. In den ersten fünf US-Verkaufstagen gingen 500.000 Geräte über den Ladentisch. Diese Nachfrage verzögert den weltweiten Verkauf um einen ganzen Monat – zumindest wenn man der Apple-PR Glauben schenken möchte. Erst Ende Mai startet hierzulande der Verkauf. In Acht nehmen dürfen sich einige Netbook-Hersteller, das Nintendo DS und die Sonys PSP – hier kommt ein Tausendsassa, der an den Erfolg des iPhones anknüpft.

[Kasten] Die Tafel des Anstoßes

Es sind nicht alles Pixel, die leuchten. Das iPad besitzt zwar 262.000 (edit: unterschiedlich funkelnde Farbpunkte) im LCD-Schirm mit IPS-Technologie, trotzdem bleibt genügend Nacharbeit für eine mögliche zweite Hardwaregeneration. Onkel Steve verwehrt dem ersten Jahrgang eine (wenn nicht sogar zwei) integrierte Kamera(s), die Schnappschüsse oder Videokonferenzen ermöglichen. Im iPad-Herz trommelt ein Apple Eigenfabrikat der Cortex A8-Prozessorfamilie – leider nicht das neuste Rechenwerkzeug. Der PowerVR SGX-Grafikchip und die mageren 256 MB-Arbeitsspeicher schubsten die Pixel in identischer Form bereits über den iPhone 3GS-Bildschirm. Der begrenzte Speicher ärgert, wenn im Webbrowser mehrere Tabs nicht vorgehalten werden können sondern beim Aufrufen neu laden müssen.

Die Qualität der ersten Spiele ist im Durchschnitt noch sehr ambivalent, da die Entwickler die OpenGL-Grafik zum Großteil nur ohne Testhardware ausprobieren konnten – hier ist in den nächsten Monaten eine rasante Qualitätssteigerung zu erwarten. Unverändert wird dagegen die Abwesenheit von Adobes Flash bleiben. Apple verfolgt hier seit iPhone-Einführung eine unbeirrte Linie und wartet darauf, das die Webangebote sich umstellen. Das passiert zwar, dauert jedoch. Und obwohl der Schritt aus technischer Perspektive sicherlich richtig ist, leidet der Nutzer, indem er beispielsweise die Mediathek von öffentlich-rechtlichen Fernsehsendern nicht ansurfen kann.


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Die M! Games überspringt mit der Ausgaben-Nummer 200 ihre Jubiläums-Hürde. Ich dürfte dazu ein zweiseitiges iPad-Spezial beitragen. Die bunten Bilder im gedruckten Format finden sich ab Morgen am Kiosk. Es würde mich sehr freuen, wenn die Videospielbegeisterten unter euch einmal reinschnuppern.

Apple kauft Sprachassistent Siri

von alex olma | 28. April 2010 | 18:48 Uhr

DirektSiri

Nach Angaben der amerikanischen Federal Trade Commission kauft Cupertino den Spracherkennungsdienst Siri. Business Insider und TechCrunch bestätigten mittlerweile diese Information.

Die bereits verfügbare iPhone-Anwendung (kostenlos; US-Link) ermittelt das gesprochene Benutzerwort und versucht als automatischer Assistent – neben einem korrekten Verständnis – die sinnvolle Anschlusskommunikation auf die Beine zu stellen.

Sollte sich die Akquisition bestätigen, könnte man dies als Andeutung auslegen, seine Kompetenz für die allgemeine Spracherkennung von mobilen Geräten zu erweitern. Für (soziale) Standortinformationen bediente sich Apple in der Vergangenheit dem Angebot von Drittherstellern. Siri selbst greift nicht auf einen eigenen Datenbestand zurück sondern verknüpft verschiedene Webschnittstellen um draus eine individuelle Information zu generieren.

Robert Scoble führte mit seinen Entwicklern im Februar 2010 ein Interview.

Eine komplexere Software-Steuerung mit dem gesprochenen Wort integrierte das Google Nexus One auf Android-Basis Anfang diesen Jahres. Hier erzielen (englischsprachige) Worteingabe und Suchabfragen bereits sehr gute Ergebnisse. Es bleibt abzuwarten, zu welchen Anteilen das Know-how des “virtuellen Helfers”, Einzug in zukünftige Apple-Produkten erhält.

via twitter@scobleizer

WWDC 2010 vom 07. bis zum 11. Juni in San Francisco

von alex olma | 28. April 2010 | 13:36 Uhr

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Apple hat heute bekannt gegeben, dass die jährliche Worldwide Developers Conference (WWDC) vom 7. Juni bis 11. Juni im Moscone West Center in San Francisco stattfinden wird. Auf der fünftätigen Konferenz wird es erstmals Sessions zur Entwicklung für das iPad und Hands-on-Workshops zu iPhone OS 4 sowie Mac OS X Core Technology Labs geben.

Die angebotenen Sessions umfassen folgende Themenschwerpunkte:

  • Application Frameworks: Implementierung von lokalen und Push-Benachrichtungen; Überprüfung für zukünftigen Einsatz der eigenen App; besseres Verstehen der Programmierbasis; Neuheiten der iPhone OS 4-Basis; Tipps und Tricks in Cocoa-Code für Fortgeschrittene; Design von APIs für Cocoa und Cocoa Touch; Erweiterte Gestenerkennung; Integration von Werbung in iAd; Aufbau eines persönlichen, servergesteuerten Anwendungserlebnisses; Einsatz von Core Location in iPhone OS 4 und Integration der Kalender-Funktion im Event-Kit.
  • Internet & Web: Bereitstellung von Audio- und Video-Inhalten unter der Verwendung von Web-Standards; Optimierter Einsatz von den in Safari integrierten Entwickler-Werkzeugen; Verwendung von HTML5 basierten, lokalen Datenspeichern; Ergänzen von Touch- und Gesten-Erkennung auf Webseiten mit iPhone OS und das Kreieren von Infografiken mit Standard Web-Technologien.
  • Graphics & Media: Tuning & Optimierung von OpenGL ES; Schattierungen & erweitertes Rendering mit Open GL ES; Überblick von OpenGL ES für iPhone OS; Open GL für Mac OS X; Spiele-Design und Entwicklung für iPhone OS; Einführung in Game Center; Bereitstellung von Spiele für das Game Center; bestimmte Techniken für das Game Center; Core Animation im Einsatz; Feststellen der AV-Basis; Medienbearbeitung auf AV-Basis und Vorteile des HTTP-Livestreamings.
  • Developer Tools: Überblick der Entwicklerwerkzeuge; Entwicklung von Apps mit dem Interface Builder; Effektives Arbeiten mit Objective-C für iPhone OS; das Meistern von Core Data; Fortgeschrittene Techniken bei Objective-C sowie automatischer Speicherbereinigung; Erweiterte Leistungsanalyse mit Instruments; das Beherrschen von Xcode zur Entwicklung für das iPhone und der Einsatz von Multitasking bei iPhone OS.
  • Core OS: Netzwerkfähige Apps für iPhone OS, Core OS Networking; Entwickeln von sicheren Apps; Entwicklung von Apps, die mit iPhone OS-Zubehör zusammenspielen; I/O Kit Geräte-Treiber für Mac OS X und vereinfachtes Netzwerken durch den Einsatz von Bonjour.

Wie gewohnt werden auch dieses Jahr die Apple Design Awards ausgegeben. Neben fünf iPhone-Preisen wählt Cupertino dieses Jahr auch fünf iPad-Anwendungen für eine Ehrung aus. Auszeichnungen für Mac-Software wurden bislang nicht angekündigt.

Der Ticketpreis, dieses Jahr wohl ohne Ermäßigung, schlägt mit $1,599 US-Dollar (Apple Store-Link) zu Buche.

via apple.com/pr

[KlimBim] Videotelefonie, lebendige iPhone-Generationen, Intrinsity-Kauf, Facebook-Videos und Opera-Bericht

von alex olma | 28. April 2010 | 13:32 Uhr

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Mit dem Auftauchen, der von Gizmodo dokumentierten Frontkamera in der möglicherweise nächsten iPhone-Generation, dürfte eine iChat-ähnliche Videotelefonie nicht fernab realistischer Vorstellungen liegen. Während sich entsprechende Gerüchte seit Jahren im bunten Hörensagen-Kochtopf halten, verdichten innerhalb der letzten Monate Fundstücke im Programm-Code immer wieder die derzeitige Lage.

Entsprechende Referenzen und Status-Strings in der aktuellen iPhone 4 SDK Beta 2 deuten jetzt darauf hin, dass die Videotelefonie über eine WiFi-Verbindung auch im Game-Center Einzug erhalten könnte:

  • MAVCHAT_COULD_NOT_CONNECT_NO_REMOTE_WIFI
  • IMAVCHAT_DISCONNECTED_NO_LOCAL_WIFI
  • IMAVCHAT_ERROR_UNRECOGNIZED_GAME_DESCRIPTION_HEADERS

via MacRumors


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Googles Werbeanbieter AdMob zeigt in seiner März-Statistik (PDF-Link) die Verteilung der unterschiedlichen iPhone-Generationen samt verwendeter Firmware. Nach eigenen Angaben bediente der Anbieter im März 6.1 Milliarden iPhone-(Werbe-)Anfragen, auf denen diese Statistik beruht.

Apple gibt lediglich die Gesamtzahl von 85 Millionen verkauften iPhone OS-Einheiten an – 50 Millionen sollen davon der Kategorie Telefon entspringen.

via admob


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Foto: iPad WiFi-Röntgenaufnahme

Gegenüber der New York Times bestätigte Apple die Akquisition des Chipherstellers Intrinsity aus dem US-Bundesstaat Texas, die sich mit seiner Expertise am A4-Prozessor des iPads (ARM, 1GHz, Cortex-A8) beteiligt haben könnten.


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Facebook konvertiert von Benutzern hochgeladene Videos seit Neustem in ein iPad-taugliches Format. Zuvor hatten HTML5-Gerüchte die Runde gemacht, bis sich das Read Write Web die Geschichte genauer anschaute. Ein Facebook-Firmensprecher bestätigte diese Erkenntnisse gegenüber TechCrunch.

You are correct, this is not html 5. All new videos are encoded in h264 format, so we’re playing videos natively in the iPad since it supports h264-encoded videos.

Weiterhin keine Neuigkeiten lassen sich dem sozialen Netzwerk über eine Weiterentwicklung der populären iPhone-Anwendung oder einer eigenständigen iPad-Adaption entlocken.


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Dem Opera “State of the Mobile Web“-Bericht vom März 2010 lässt sich entnehmen, dass die Opera Mini-Anwendung (kostenlos; App Store-Link) bereits über eine Millionen Downloads verzeichnen konnte.

Die iPhone-Anwendung findet sich daher – innerhalb seiner ersten zehn App Store-Verkaufstage – auf Position #3 unter allen anderen Mobilfunkgeräte, die sich diesem Webnavigator behelfen. Mit Scheuklappenblick auf die USA verweist das iPhone seine Opera Mini-Konkurrenten Nokia und Sony Ericsson sogar auf die hinteren Plätze und nimmt die größte Anwender-Verbreitung für sich in Anspruch.

Ohne das gute Ergebnis schmälern zu wollen sollte jedoch im Sinne der Fairness Erwähnung finden, dass das “kostenlose Ausprobierbedürfnis” und eine uneinheitliche Zählung mit den Rangordnung einhergeht. Während alle iPhone-Generationen über einen Kamm geschert werden, kannibalisieren sich die unterschiedlichen Nokia- und Sony Ericsson-Modelle gegenseitig.

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