Jon Stewarts satirischer Gizmodo-Kommentar

von alex olma | 29. April 2010 | 14:31 Uhr

(Medien-)Satiriker Jon Stewart nahm sich in seiner gestrigen Daily Show dem Gizmodo-Dilemma über das ‘entwendete’ iPhone an. Während die Emotionen über eine Apple-Kritik vom selbsternannten Apfel-Fanboy hohe Wellen schlug, empfand ich die Reportage mit einem gewohnt schonungslosen Rundumschlag in alle Richtungen mehr als unterhaltsam.

Neben einer vollständigen Transkription kann der achtminütige Videobeitrag hier oder über die offizielle Webseite angeschaut werden.

The Daily Show With Jon Stewart Mon – Thurs 11p / 10c
Appholes
www.thedailyshow.com
Daily Show Full Episodes Political Humor Tea Party

Um an dieser Stelle noch ein paar aktuelle Informationen zur hinreichend bekannten “Lost and Found Sell”-Geschichte einzustreuen: Mittlerweile soll die Polizei den verdächtigen Finder und späteren Verkäufer aufgespürt haben. Eine Verhaftung hat bislang jedoch nicht stattgefunden und auch eine direkte Cupertino-Beteiligung scheint nicht bestätigt.

Gawker Media, das Medienhaus hinter Gizmodo, sowie der verantwortliche Redakteur Jason Chen haben sich unterdessen anwaltlicher Hilfe bedient und plädieren auf den gesetzlichen Informationsschutz für Vertreter der Presse. Auch eine Gegenklage über die durchgeführte Hausdurchsuchung steht im Raum. Die Electronic Frontier Foundation teilt diese Auffassung.

Demgegenüber steht der Vorwurf des unrechtmäßigen und wissenden Erwerbs von Diebesgut.

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  • Sebastian

    Ich fand das gesamte Segment ziemlich schwach. Sehr weit ausgeholt und in eine Materie eingestiegen, die meiner Ansicht nach keinen im Publikum wirklich interessiert hat.

    Trotzdem haben die Schreiber bei der Daily Show ein paar interessante Punkte: Microsoft-Gründer Bill Gates kämpft gegen Malaria und Aids in der Welt und Apple hat nichts Besseres zu tun als diese Hexenjagd zu veranstalten. Der nächste Schritt im Gedankenspiel ist meiner Ansicht nach wirklich der App-Store-Genehmigungsprozess. Gerade dass John Gruber sagt die EFF hätte Unrecht in ihrer Einschätzung halte ich für extrem bedenklich. Ich sehe das ziemlich anders. Apple hat ihr Produkt zurück bekommen. Eventuell habe ich Jon Stewart falsch verstanden aber er sagt dass Apple zunächst nicht zugegeben hat, dass das Produkt von ihnen ist. Darüber hinaus wusste ich bislang nicht, dass Apple-Mitarbeiter am Wohn/Arbeitsort von Jason Chen aufgetaucht sein sollen, um an der Durchsuchung teilzunehmen bzw. um Einlass zu bekommen (!).

    Das hat, wie sagt man so schön, ein “G'schmäckle”. Ich finde diese Vorgehensweise extrem, 'tschuldigung, Scheiße. Apple fängt mit dem gleichen Protektionismus-Müll an wie es jedes Riesen-Unternehmen an den Tag legt, und das geht mir gelinde gesagt “leicht” auf die Nüsse.

    Ich kann verstehen dass das Thema vor allen Dingen für Blogger interessant ist, die die rechtlichen Implikationen beleuchtet sehen wollen, schlussendlich handelt es sich hier aber für mich immer noch um ein Nicht-Thema. Das iPad war vor fast ein Jahr ein offenes Geheimnis und der Elefant im Raum, jetzt wurde halt ein iPhone lediglich drei Monate vor Veröffentlichung gefunden.

    Mir kommt die Anzeige gegen Chen so vor wie die Leute, die Fußballspieler nach einem schweren Foul wegen Körperverletzung anzeigen. Wenn Gizmodo das Produkt zurück gegeben hat, dann ist meiner Ansicht das Thema gegessen. Wer Firmengeheimnisse in die Öffentlichkeit trägt, der muss damit rechnen, dass sie in fremde Hände gelangen. Ich halte dann das Liegenlassen allein schon für so eine kolossale Dämlichkeit, dass man vor lauter Peinlichkeit keinen großen Hehl draus machen sollte.

    Dass Gruber sich jetzt hinstellt und lamentiert, dass Chen's persönliche Details verpixelt werden, die des Apple-Mitarbeiters jedoch nicht, ist eine bigotterie sondergleichen. Auf der einen Seite wird rumgeheult, dass der Apple-Mitarbeiter jetzt (zurecht) seinen Job verliert (wer sagt eigentlich, dass er den Job nicht so oder so verloren hätte? Verliert er ihn jetzt nur weil es öffentlich bekannt wurde, dass er den Prototypen verloren hat? Wohl kaum! Man könnte genauso argumentieren dass er seinen Job jetzt eher noch gesichert bekommen hat weil jeder darauf achtet, was Apple wegen ihm unternimmt als ihn ohne Wissen der Angelegenheit einfach zu feuern), die ganze Hetze gegen Chen kann doch wohl absolut genau so betrachtet werden. Chen wird als Dummkopf hingestellt. Wer bitte ausser Gawker würde ihn in Zukunft überhaupt noch beschäftigen? Mehr noch, wie sehr lechzt jeder Apple-Fan nach neuen Infos und wie sehr hat Gruber hier auch unterstrichen, dass das Produkt wohl echt ist, nur um dann die Hand, die ihn so mit Material versorgt, zu verbrennen?

    Das ganze Thema kotzt mich ziemlich an um ehrlich zu sein. Nochmal: in Afrika sterben Menschen an Aids und Malaria und der einzige, der sich drum kümmert, ist Bill Gates (!) von Microsoft (!) und die Apple-Gemeinde streitet sich um Erlkönige. Total behämmert.

    Ach eins noch: Bill Gates war schon mehrfach bei der Daily Show zu Gast. Steve Jobs nicht.

  • Oliver

    Ha klasse Show. Hat mir gut gefallen. :-)

  • http://twitter.com/Bam2000 Carsten

    wow, hätte ich nie im leben besser, geschweige den so gut in Worte fassen können, wie du es gemacht hast, kann dir bei allem nur zu 1000% zustimmen ;)

  • http://twitter.com/SPeitsch Sebastian Peitsch

    Mit Zwinkersmiley am Ende trau ich dem Kompliment aber nicht :-)

  • http://twitter.com/Bam2000 Carsten

    MMhh wie anders smileys ankommen können…also kannst mir ruhig glauben das ich den kommentar ernst gemeint habe.

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