Apple verzeichnet nach zwei Monaten die zweite iPad-Million

Wie Apple soeben per Pressemitteilung bekanntgibt, wurden innerhalb der ersten 60 iPad-Verkaufstage mehr als zwei Millionen Geräte abgesetzt. Bereits am 03. Mai verkündete Apple die ersten iPad-Million.
“Kunden auf der ganzen Welt entdecken die Magie des iPad und es scheint, als lieben sie es genauso sehr wie wir”, sagt Steve Jobs, CEO von Apple. “Wir begrüßen ihre Geduld und arbeiten hart daran, genügend iPads für jeden herzustellen.”
Diese Zahlen beziehen sich vornehmlich auf den US-Verkauf (seit 02. Mai mit 3G-Modell), da erst am vergangenen Wochenende die iPad-Auslieferung (für beide Modelle) in Australien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Japan, Italien, Kanada, Spanien und der Schweiz begonnen wurde. Eine separate Aufschlüsselung wieviele Geräte an die internationale Kundschaft gingen, gibt es bislang leider nicht.
Das iPad wird im Juli neun weitere Ländern (Österreich, Belgien, Hong Kong, Irland, Luxemburg, Mexiko, Neuseeland, Singapur und die Niederlande) erreichen. Zusätzliche Länder folgen im Laufe des Jahres.
via ApplePR
iPad-Einsatzbesprechung ‘Star Wars-Style’
Um die aufkochenden Zensur-Diskussionen deutscher Zeitschriftenverleger kümmern wir uns später, und beginnen diese Woche erst einmal mal ganz humoristisch…
via Nerdcore
Skype 2.0: Gespräche über UMTS

Der VoIP-Dienstleister Skype aktualisiert sein iPhone-Programm in der letzten Nacht auf Version 2.0. Mit dieser Revision ist es erstmals offiziell möglich, ‘Skype-zu-Skype’-Gespräche über eine UMTS-Verbindung zu tätigen. Zuvor überprüfte die Anwendung, ob das iPhone in ein WiFi-Netzwerk eingebucht ist und ‘gestattete’ nur dann ein- und ausgehende Anrufe.
Möglich wird die neue ‘UMTS-Freiheit’ durch eine Änderung in den Apple-Entwicklerbestimmungen vom 28. Januar 2010. Das die Aktualisierung zum Entfernen der simplen WegfahrAnrufsperre ganze vier Monate auf sich warten ließ, wird mit der Implementation eines neuen Audio-Codec namens SILK gerechtfertigt. Dieser Kompressions-Algorithmus ist seit Skype 4.0 für Windows (Januar 2009) im Einsatz und soll Gespräche in “near CD-quality” ermöglichen.
Die Veröffentlichungs-Verzögerung erklärte die Skype-PR-Maschine wenige Tage nach den SDK-Änderungen mit einem Entwickler-Interview, welches ich zum damaligen Zeitpunkt für eine ‘schlechte Ausrede‘ hielt. Exakt zwei Wochen später klärte sich jedoch auf, dass sich Skype mit dem Mobilfunkanbieter Verizon Wireless verbrüdert. Diese ‘strategischen Partnerschaft’ ist damit für fast alle US-Mobilfunktelefone interessant, ausgenommen den Apple-Geräten von AT&T. Da die Details der Geschäftsbeziehung nicht bekannt sind, würde ich nie eine absichtliche Release-Verzögerung für die iPhone-App andeuten wollen…
Wie dem auch sei. Online-Auktionshaus Ebay akquirierte im Jahr 2005 den VoIP-Service für 2.6 Milliarden US-Dollar, und trat diesen an ein Investorenkonsortium im letzten Herbst für 1.9 Milliarden US-Dollar wieder ab. Zwischenzeitlich bahnten sich über dem Skype-Verkauf juristische Gewitterwolken. Streitpunkt waren angeblich veruntreute P2P-Technologien.
UI-Design
Das bringt mich zum Knackpunkt der jetzigen iPhone-Ankündigung: Das propritäre Skype Protokoll überzeugt auch im Jahr 2010 noch durch die Fähigkeit, aus fast jedem Netzwerk sein Schlupfloch durch Firewalls und blockierende Antivirensoftware nach “draußen” zu finden. Diese fehlende Netzwerk-Konfiguration ist einer der Gründe, warum sich Skype bis heute einer breiten Beliebtheit erfreut.
Leider ist das Interfacedesign noch immer ein Drama, bei dem sich die unzähligen Versionen anscheinend gegenseitig zu unterbieten versuchen. Das iPhone-App-Store-Programm, welches (sehr erfolgreich) seit über einem Jahre zum Download bereitsteht, ist eines dieser Schreckensbeispiele. Bis die ersten Kontakte in der ‘Freundesliste’ auftauchen, vergeht (bei mir) fast eine Minute. Bis deren (Online-)Status abgefragt ist, hätte ich die Person auf der Mobilfunkleitung bereits dreimal angerufen.



Monetarisierung
Aus dem Änderungsprotokoll der neuen Version geht hervor, dass die Anrufe von Skype-zu-Skype über eine UMTS-Verbindung bis “mindestens August 2010 kostenlos” sind. Danach fällt eine “geringe monatliche Gebühr” an. Über welchen Preisrahmen wir hier sprechen, ist bislang nicht bekannt. Mit Sicherheit darf die Höhe der finanziellen Aufwendung jedoch als eines der entscheidenden Benutzerkriterien gewertet werden.
Vorstellbar wäre neben der separaten Gebühr eine Eingliederung in die bestehenden Monatsabos. Damit tritt Skype bereits jetzt in direkte Konkurrenz zu den länderspezifischen Mobilfunkanbietern. “Unbegrenzte Festnetztelefonie” kostet deutschlandweit 4.99 Euro; für 120 Fest- und Mobilfunk-Minuten verlangt der Anbieter 18.99 Euro (Affiliate-Link). Konkurrenzfähig wird die App-Store-Software für eine breite Zielgruppe erst mit Firmware 4.0, die Skype ‘im Hintergrund’ laufen lassen kann.
In welchem Umfang sich die Mobilfunkanbieter gegen den VoIP-Konkurrenten zur Wehr setzen, bleibt offen. Die Telekom schließt für alle iPhone-Tarife die VoIP-Nutzung in den Geschäftsbedingungen aus und bietet mit der “Option Internet Telefonie” eine extra “Zusatzleistung” für dessen Genehmigung an. Auch für die iPad-Tarife gestattet lediglich O2 die Skype-Nutzung.
(Danke, Marcel + Holger!)
Japanisches Tagesgeschehen in Manga-Zeichnungen

Wired.com berichte sowohl Online, als auch über seine hervorragende iPad-Anwendung, vom japanischen Zeitungsmarkt.
Yomiuri Shimbun, eine der größten Tageszeitungen im Land, die vom Umfang seiner Leserschaft die New York Times zehnmal in die Tasche steckt, leidet jedoch ebenfalls unter dem Schwund junger Kunden. Um diesem Trend entgegenzuwirken werden Manga-Künstler beauftragt, die aktuellen Nachrichten ins Comic-Format zu ‘übersetzen’. Eine dieser Manga-Tageszeitungen 漫画の新聞 (Manga no Shinbun) findet sich in japanischer Sprache auch im deutschen App Store für das iPhone (Link).
Hinter http://newsmanga.com/ (Twitter-Feed) steht die KaBa Net AG (カバネット株式会社), welche ‘künstlerische’ Dienstleistungen für Nachrichten- und Presse-Veröffentlichungen bereitstellt, und innerhalb des letzten halben Jahres ihr Firmenkapital mit diesem Angebot verdreifachen konnte.
(Danke, Niels für Recherche + Übersetzung!)
Zubehör: ‘Cylon-Stand’ für sechs iPad-Positionen am Schreibtisch
Um das iPad am Schreibtisch in Position zu bringen, bedarf es Zubehör. Das offizielle Apple-Dock (29 €) kann ich dafür leider überhaupt nicht empfehlen. Erstens bietet es lediglich eine (senkrechte) Aufstellmöglichkeit, zweitens passt das iPad in dem (wiederum empfehlenswerten) Apple Case (39 €) nicht in diese Vorrichtung.
Der Accessoire-Markt ist hierzulande noch recht jungfräulich, hat jedoch – aus privater Not – schon eine Münchner Eigen-Fabrikation zu Tage gefördert. Der Cylon-Stand ist ein dreiteiliger Plexiglas-Aufsteller, der das Apple-Gerät in sechs verschiedenen Standpunkten (horizontal und vertikal zusammengezählt) vor seinem Benutzer aufbaut.

Die Steck-Konstruktion besteht aus sechs Millimeter dickem Material, das sich mit zwei Handgriffen zusammensetzen oder auseinanderbauen lässt. Auf besonders glatten Oberflächen sichern vier kleine Gummifüsse den Ständer. Damit bietet das Design einen ausgesprochen soliden Halt, der sich trotzdem flexibel gestaltet. Auch ein iPad im offiziellen Apple Case wird nicht diskriminiert und lässt sich problemlos in zwei Positionen (sowohl senk- als auch waagerecht) positionieren.
Nur auf Bestellung wird der Laser angeworfen, der das dreiteilige Set ausschneidet. Deshalb ist der Preispunkt mit rund 40 Euro (inklusive Versand) recht hoch. Geliefert wird platzsparend in einem Plastik-Schuber.

Wer sich sein iPad als Status-Bildschirm oder zweiten System-Monitor auf den Arbeitsplatz stellen möchte, muss sich Gedanken über eine entsprechende Vorrichtung machen. Der Cylon-Stand bietet dafür einen ersten, leider hochpreisigen, Gedankenanstoß.
M! Games-Kolumne / Juni 2010

Staatsfeind Nummer 1
Nintendos Präsident Satoru Iwata bezeichnete Apple in einem Interview kürzlich als „Enemy of the Future” – kulant übersetzt: „zukünftiger Kontrahent“.
In der jetzigen Situation interpretiere ich dies als Seitenhieb auf Sonys schwächelndes PSP-Angebot. Doch auch das mobile Flaggschiff des japanischen Videospiel-Pioniers hat seine zielorientierte Flugbahn bereits verlassen. Während die exklusiven Eigenentwicklungen von ‘The Legend of Zelda’ bis ‘Mario & Luigi’ weiter einen finanziellen Großteil zum Konzernerfolg beisteuern, wenden sich die Drittentwickler vom Platzhirschen ab. Electronic Arts setzt mittlerweile alle seine populären Marken zeitgleich in den festen App-Store-Sattel. Während hier die Devise im letzten Jahr noch “Kleinvieh macht auch Mist” lautete, stemmen die Download-Titel der 85 Millionen iPhone-OS-Kunden inzwischen einen erheblichen Anteil der plattformübergreifenden Entwicklungskosten für die Hosentaschenspielereien.
Vorzeige-Entwickler Square Enix geht einen Schritt weiter und veröffentlichte mit ‘Chaos Rings’ eine 3D-Rollenspielperle exklusiv für das Apple-Telefon. Auch Konami spuckt ins Weihwasser und schiebt ein iPhone-only-‘Castlevania’ ins Rennen.
Die fehlende Online-Strategie Nintendos und das sture Festhalten an happigen Preisen für ihre Module verwandelt sich im mobilen Konsolenbereich mehr und mehr zum eigenen Würgegriff. Mit einer Platzierung in den Top 10 der US-App-Store-Charts verkaufen sich nach Schätzungen zirka 3.500 Versionen eines iPhone-Spiels – nicht monatlich, nicht wöchentlich sondern täglich! Und trotzdem betreuen derzeit noch kleinere Teams oder unbekannte Third-Party-Studios der iPhone-Entwicklungen der großen Publisher. Eine Tendenz zu höheren Budgets und mehr Spielumfang ist jedoch absehbar. Mittlerweile benötige ich beide Hände zum Abzählen von erstklassigen RPGs, die eine zweistellige Spielzeit auf die Systemuhr hieven. Da meine Konsumzeit jedoch begrenzt ist, knapse ich diese von den landläufigen Feld-, Wald- und Wiesentiteln auf DS und PSP ab.
Die letzten Monate haben mir gezeigt, dass das iPhone genügend Unterhaltung für einen Wochenendausflug liefert. Eine zusätzliche Konsole samt Ladekabel mit den vielen kleinen Spielmodule sind nur eine zusätzliche Gepäckbelastung.
Software verkauft Hardware?
Sollten sich die unfreiwillig durchgesickerten Gerüchte über die neue Hardware-Generation vom iPhone im Juni bewahrheiten, bekommt die Plattform einen erneuten Schub. Verdoppelte Pixelzahl, ein größerer Akku und zwei Kameras werden ihre Auswirkungen auch auf die Kategorie ‘Spiele’ haben. Der ARM-Prozessor, der bereits im iPad werkelt, peitscht hochauflösende Bildpunkte über die Mobilfunkmattscheibe. Mit einer jährlichen System-Auffrischung kommt Schwung in den gemächlichen Rhythmus, den uns Nintendo und Sony seit Jahren vorschreiben. Selbst wenn nicht jeder das Hardware-Upgrade mitmacht, über neue Käufer kann sich die Apple-Plattform nicht beklagen, wie die riesige iPad-Nachfrage zeigt: Eine Millionen iPads gingen im ersten Monat über die Ladentische! Und selbst wenn viele (Spiele-)Entwickler das Potenzial zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht ausreizen, die enorme Hardware-Nachfrage erzeugt Druck auf die Software-Lieferanten. Bei den klassischen Konsolen ist dies genau anders herum. Dort heißt es: Software verkauft Hardware.
Ich finde es daher nicht überraschend, das Nintendos ansonsten so zurückhaltende Chefetage die Schlachtpläne aus der Schublade holt.
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Für die M! Games, das dienstälteste deutschsprachige Videospiel-Magazin, verfasse ich eine monatliche Kolumne zum Thema iPhone. Die Ausgabe 201 befindet sich ab Freitag am Kiosk. Über Feedback zum aktuellen Artikel würde ich mich sehr freuen.








