von Alex Olma
22. Dezember 2010 – 09:40 Uhr

Camera+ kehrt nach 131 Tagen zurück in den App Store

Die bereits an dieser Stelle mehrfach vorgestellte Foto-Anwendung ‘Camera+‘ (0.79 €; App Store-Link) kehrt nach 131 Tagen zurück in den App Store. Apple verbannte die Anwendung für über vier Monate aus seinem Download-Portal nachdem der Entwickler TapTapTap bereits vom App-Store-Genehmigungsprozess abgelehnten Programmcode versteckt implementierte.

Der mehr als offensichtliche PR-Stunt beinhaltete die nachträgliche ‘Scharfschaltung’ einer unautorisierten Funktion über den Webbrowser Safari. Die Lautstärke-Knöpfe des iPhones konnten dadurch als Foto-Auslöser dienten. TapTapTap versuchte dies zuerst auf offiziellem Weg einzureichen und erhielt eine (dokumentierte) Ablehnung. Nachdem die nicht genehmigte Funktion in einer erneuten Aktualisierung heimlich eingebaut wurde und später im Netz viral an Bekanntheit erlangte, setzte Apple diese Anwendung des Entwicklers vor die Tür.

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Sowohl das Entwickler-Studio als auch seine prominente Frontfrau Lisa Bettany schwiegen sich über die komplette Zeit zum aktuellen Informationsstand aus. Selbst jetzt, einige Stunden nach der Veröffentlichung, findet keine Kommunikation mit den bisherigen Kunden statt. Ob es ein ‘Recht auf Informationen’ für Käufer gibt, die irgendwann einmal 2.39 € auf den Verkaufstresen legten, bleibt eine ganz individuelle Frage. Wieviel ‘Vertrauen’ in einen Entwickler eingebüsst wird, der nicht ansprechbar ist, und ob sich dies tatsächlich zählbar auf App-Store-Verkäufe auswirkt, bleibt zu bezweifeln. Insbesondere wenn wir in vier Wochen noch einmal nachfragen (würden).

Schwerwiegender dürfte, der in der Zwischenzeit aufstrebende ‘Instagram‘-Konkurrent (kostenlos; App Store-Link), mit seinem rivalisierenden Bilderservice und mittlerweile einer Millionen Benutzerkonten ausfallen.

Die ‘Empörungswelle’ zeigt jedoch auf, dass Kunden teilweise unter falschen Annahmen ihre Micropayment-Beträge ausgeben und damit neben kostenfreien Updates, Support (und anscheinend auch Kunden-Kommunikation) für zukünftige Versionen voraussetzen. Nichtsdestotrotz: Das Thema ‘bezahlte Updates’ bleibt uns sicherlich auch mit dem am 06. Januar startenden Mac App Store noch eine Weile erhalten.

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