von Alex Olma
13. Mai 2011 – 12:03 Uhr

Microsoft, HTC, Nokia und Sony Ericsson kämpfen gegen Apples EU-Marke ‘App Store’

IPhoneBlog de AppStore

Microsoft verklagt Apple, Apple verklagt Amazon und Amazon verklagt Apple. ‘Stein des Anstoßes’ ist die simple Wortkombination ‘App Store‘ oder auch ‘Appstore’ geschrieben, die Apple in Europa als Marke eintragen ließ. In den vergangenen Tagen schlossen sich HTC, Nokia und Sony Ericsson den juristischen Sperenzchen von Microsoft und Amazon an.

“Today’s filings by HTC, Nokia, Sony Ericsson, and Microsoft, like Amazon’s recent action, demonstrate the breadth of opposition to Apple’s unsupportable claim of exclusivity,” a Microsoft representative said in a statement.

Natürlich bleibt an keiner Stelle unerwähnt, dass Steve Jobs höchstpersönlich die anderen Marktteilnehmer als ‘App Store’ bezeichnete. Dies geschah in der Telefonkonferenz zur Erläuterung der Geschäftszahlen im vierten Jahresquartal 2010.

In addition to Google’s own app marketplace, Amazon, Verizon, and Vodafone have all announced that they are creating their own app stores for Android. So there will be at least four app stores on Android, which customers must search among to find the app they want, and developers will need to work with to distribute their apps and get paid. This is gonna be a mess for both users and developers.

DirektNews

Ob eine solche Äußerung den Ausschlag für eine juristische Beurteilung geben kann, weiß ich nicht. Was ich dagegen weiß: Dieses ganze Spektakel ist großer Quatsch. Von allen Seiten.

Die Wort-Zusammensetzung ‘App Store’ soll zu generisch sein? Ein Microsoft-Sprecher verglich dies gegenüber CNet mit einem ‘Toy Store’ oder ‘Book Store’.

‘App store,’ like ‘toy store’ or ‘book store,’ is a generic term that should continue to be available for everyone to use for stores that sell apps.

Klar. Aber wer erinnert sich nicht an die guten alten Zeiten, in denen Microsoft um das Warenzeichen ‘Windows’ kämpfte – weil es “Kunden schützt“. Die gesamte ‘Trademark’-Liste aus Redmond führt weitere Schmankerl im Programm: Internet Explorer, Freelancer oder Backstage. Facebook versucht seit letztem Jahr die Worte ‘like’, ‘wall’, ‘poke’ und ‘face’ zu sichern.

Das Spiel um Namensrechte scheint mittlerweile soweit aus allen Rudern gelaufen zu sein, dass man als großer Konzern gezwungen ist, mitzuspielen. So kommt es zumindest mir als Laie vor.

Was jedoch keine Zuschreibung von Markennamen ändert, ist dessen umgangssprachliche Bezeichnung. Außerdem bezweifle ich, dass die Wortwahl ‘Android App Store’ – anstatt ‘Android Market’ – dem Apple Geschäft großflächig schaden würde.

Klar ließe sich argumentieren, dass neue Nutzer die Unterschiede nicht mehr auseinander halten können. Aber um genau dies zu vermeiden, würde ich als Unternehmen selbst auf ‘eindeutigere’ Bezeichnungen setzen. Warum wird aus ‘App Store’, ‘iBookstore’ und ‘iTunes Store’ eigentlich kein einheitlicher ‘Apple Store’?

Aber wahrscheinlich würde auch dann irgendwer, irgendwen irgendwie verklagen.

“This is not something that the general public needs to get bent out of shape about,” said Jessica Stone Levy, a Denver-based trademark lawyer. “This is really corporate maneuvering.”

The greater concern among Silicon Valley observers is the vast amount of time and money that these companies are spending in trademark proceedings that may amount to little more than gamesmanship. Rather than fighting over little words, the innovators of the Information Age could be busy, well, innovating.

  • Anonymous

     “Warum wird aus ‘App Store’, ‘iBookstore’ und ‘iTunes Store’ eigentlich kein einheitlicher ‘Apple Store’?”

    Weil dann die Leute in die Stores latschen, und dort virtuelle Bücher und Songs kaufen wollen… ;) Das ganze Thema ist einfach absurd.

  • http://twitter.com/meocrisis meocrisis

    Ich kann deren Einwände durchaus nachvollziehen. Eine Bezeichnung definiert nunmal auch eine “Sache”. Wenn die gleiche Bezeichnung von mehreren Anbietern genutzt wird, sich die Leistungen & Inhalte aber im wesentlichen Unterscheiden, ist das für den Kunden nicht mehr nachvollziehbar bzw trennbar. Beispielsweise könnte aus Kundensicht dann auch davon ausgegangen werden, seine Android Apps auf einem iOS Gerät ausführen zu können. Kommt ja schließlich alles aus dem gleichen Store…

    Wird ein Markenname zum Gebruachsbegriff, dann ist das des Marketings höchster Level (siehe “Tempo Taschentücher”, “Fön” etc). Trittbrettfahrer werden da nunmal ungern gesehen…

  • Johann

    Ich weiß nicht was die haben. Es ist doch nur logisch dass dat ding App Store heißt. Schließlich haben die Programme bei Apple die Endung *.app Soll doch Microsoft den eigenen Shop einfach Exe Store nennen (also wegen der Endung *.exe). 

    • Anonymous

      App ist lediglich die Abkürzung für application, also Anwendung. Würde man sich den Namen Anwendungengeschäft oder Programmemarkt schützen lassen können? Wohl kaum.

  • http://twitter.com/DAMerrick DAMerrick

     Verklagen gehört doch zum guten Ton.
    Und alles verpatentieren und vermarkten (Diesmal im Sinne der Marke) ebenso.

    Jeder verklagt Jegen und wegen allem.
    Da kann man nur noch den Kopfschütteln und alles dafür tun das dieser Wahnsinn ein Ende hat.

    Für mich ist JEDER der sich bei Patent- und Markenstreitigkeiten auf die Seite eines Unternehmens stellt (egal ob Apple, Microsoft, TechTech oder Fardook) ein Jünger der die AUgen vor diesem Wahnwitz verschließt.
    Wenn man sich mal überlegt das alles verpaentiert ist…

  • Max Not

    Wo ist nur der Verklagt-Euch-Nicht-Gegenseitig-Bär wenn man ihn mal braucht ;)

  • http://www.potatocows.com/ ChiefPotato

    Schön zusammengefasst in dem Artikel, einerseits macht sich vor allem Microsoft mit so einer Klage lächerlich, wie du richtig erwähnt hast haben sie mit dem schützen lassen des Wortes Windows eigentlich auf Ewig verspielt mit dem Argument das zu generische Begriffe nicht schützbar sein sollten.
    Andererseits, wenns nicht MS oder eine andere dieser Firmen wäre, die bei diesem ganzen Blödsinn immer mitspielen, dann hätte diese Firma in dem Fall klar Recht, es sollte allgemein verboten werden generische Begriffe schützen zu lassen. 1-2 existierende übliche Begriffe zusammenzufassen und das dann als neuen Begriff oder neue Marke schützen lassen zu wollen ist halt einfach bescheuert, es wird nicht weniger sinnlos blos weil es alle tun, eher im Gegenteil, die ständige sich gegenseitig Verklagerei und das patentieren und anderweitig schützenlassen von den üblichsten Begriffen und Konzepten, blos damit man dann ja auch schön immer die anderen (zurück) verklagen kann zeigt halt einfach eines der Hauptprobleme im Kapitalismus: Ohne ordentliche Regulierung macht er sich selbst Kaputt.
    Und wenn die Regulierungs und Registrierungsbehörden eben nicht verhindern, das solche Dinge eingetragen und geschützt werden, na wir sehen ja wo das hinführt: Ein unüberschaubarer Wust an sinnlosen Klagen und Millionen an verschwendeten Geldern die gut für was anderes (mehr echte innovation z.B.) genutzt werden könnten.
    Ja, da sollten die Politiker mal was an der Gesetzgebung ändern, statt zu versuchen die Freiheit im Internet kaputtzuregulieren..

  • Nerdwerk

     App Store ist genauso (wenn nicht sogar mehr) schützenswert wie Apple Store.

    Der Verglich des Microsoft-Sprecher mit einem ‘Toy Store’ oder ‘Book Store’ hinkt gewaltig. Denn App ist eine Abkürzung für Application. Wenn schon, dann ist Application der generische Ausdruck.

    Der Begriff App wurde meines Wissens nach vor den iPhone Apps und dem App Store in der Öffentlichkeit sogut wie nicht im Zusammenhang mit Programmen für mobile Geräte verwerden. Apple hat diese Marke aufgebaut, daher haben sie auch jedes Recht sich diese schützen zu lassen.

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