iPhone-Update-Zyklen: Was niemand nachzurechnen wagte.

von alex olma | 25. Mai 2011 | 15:34 Uhr

Dieses böse, böse Apple. Nimmt uns 3GS-Benutzern einfach das neuste iOS-Update weg.

IPhoneBlog de Eldar Murtazin

Nein! Genau dies sind derzeit nicht mehr als ins Internet geschriebene Gerüchte. Ganz abgesehen davon, ist iOS 5.0 noch gar nicht angekündigt. Manchmal kocht die Suppe aus unsortierten Gerüchten, Meinungen und Fakten auf wirklich ungeahnter Temperatur.

Bei all dem Geheule wurde scheinbar auch vergessen, einmal nachzurechnen. Das macht aber durchaus Sinn, wenn man sich zumindest ernsthaft über die Update-Zyklen – und dessen Zeitabschnitt – unterhalten möchte.

Hier die Aufstellung der iPhone-Geräte sowie die Angabe über dessen letztes offizielles Firmware-Update. Außerdem aufgeführt: Die Erstveröffentlichung (US-Datum) sowie das Release-Datum der dazugehörigen iOS-Firmware, die nicht mehr unterstützt wird. Die letzte Angabe in Tagen gibt den Gesamtzeitraum für den offiziellen Apple-Support an.

  • iPhone Classic (3.1.3) / 29. Juni 2007 – 21. Juni 2010 – 1088 Tage
  • iPhone 3G (4.2.1) / 11. Juli 2008 – 09. März 2011 – 971 Tage
  • iPhone 3GS (4.3.3) / 19. Juni 2009 – Open-End
  • iPhone 4 (4.3.3) / 24. Juni 2010 – Open-End

Bislang gibt es nur zwei ‘Durchschnittswerte‘, die überhaupt zu betrachten sind. iPhone Classic sowie iPhone 3G erhielten rund 1.000 Tage volle Betriebssystem-Neuerungen sowie die dazugehörige Wartung.

Richtig ist: Wenn man sein Telefon nicht am Erstverkaufstag erwirbt, können diese 1.000 Tage nicht gewährleistet werden. Das man jedoch ein iPhone Classic mit iOS 3.1.3 heutzutage nicht noch genauso problemlos weiter betreiben kann, scheint (gerne) vergessen.

Außerdem korrekt: Würde das iPhone 3GS mit der anstehenden 5.0-Veröffentlichung abgesägt, wäre dies (je nachdem wann die zukünftige iOS-Firmware ihren finalen Veröffentlichungstermin erhält) ein fast 300 Tage kürzerer Support-Zeitraum. Zumindest dann, wenn man das iPhone Classic und 3G als Vergleichswert heranzieht. Nichtsdestotrotz: Es kann durchaus so sein, dass iPhone-3GS-Besitzer durch die rasante Weiterentwicklung ab Sommer/Herbst 2011 auf dem dann aktuellen Firmware-Stand (iOS 4.3.3?) verbleiben (müssen).

Apple schaut jedoch nicht aufs Datum. Es gibt keinen festen Rhythmus, bei dem die Geräte nach XY-Tagen keine Neuerungen mehr erhalten (dürfen). Die Geräte werden dann ausrangiert, wenn sie technisch nicht mehr mithalten können und der Aufwand für dessen Pflege in keinem (vernünftigen) Verhältnis mehr steht.

Das gilt übrigens auch für Sicherheitslücken. Die populären Jailbreakme.com oder Locationgate-Spielereien, die gerne in solche Diskussionen getragen werden, sind natürlich nur ein geringer Teil von allen Patches der sich immer weiter verbesserten iOS-Software.

Jetzt zu argumentieren, Apple soll Lücken von vor mehreren Jahren schließen, ist sicherlich für die Diskussion ein Totschlagargument. Insbesondere weil es sehr schwierig ist aus einer externen Position zu beurteilen, was man ausserdem für Umwege und Haken schlagen muss, um ausgemusterten Systemen eine (gefühlte) Sicherheit zu geben. Klar wäre es toll, wenn auch alle alten iPhones, Nokias und Motorolas auf dem neusten Sicherheitsstand in Rente gehen würden. Unrealistisch bleibt es trotzdem. Soviel zum Totschlagargument der anderen Seite.

Fakt ist: Alte Zöpfe gilt es regelmäßig abzuschneiden, wenn eine Plattform voranschreiten möchte. Viel wichtiger wäre mir meine iOS-4-Verschlüsselung und das diese nicht mit einer Software aufgebrochen werden kann, die sich ‘Phone Password Breaker‘ nennt. Was für doofer Name.

  • Apophazz

    Ich hoffe dass es zumindest so lange Updates geben sollte bis das nächste iPhone erhältlich ist. Dann werde ich mein betagtes 3GS auch in Rente schicken ;)

  • Info

    Das 3GS wird doch im Moment sogar noch von Apple verkauft. Ich glaube nicht daran, dass die das jetzt schon “absägen”…

  • Christian

    Apple verfügt IMHO über die längsten Updatezyklen bei Smartphones im Moment. Fragt doch mal die armen Android-Nutzer…

    • Ryppo

      Sicher. Aber muß man sich deswegen damit zufrieden geben? Nur weil die Bananen nebenan noch schlechter sind, brauche ich meinem Lieferanten nicht dankbar sein für weniger schlechte Ware.

      • nextmx

        Natürlich nicht. Es gibt immer Raum für Verbesserung. Ich kann es aber verstehen wenn Apple nicht mehr als 2,5 Jahre seine Geräte mit Updates versorgt.

  • Ryppo

    Wie war das mit der selbst aufgebauten Statistik? Ich will es mal simpel ausführen, und das ist mir schon im Bus-Podcast leider nicht betrachtet worden.
    Du kaufst das Gerät irgendwann und kannst dann nicht sicher sein, dass Du für die in Europa üblichen zwei Jahre auch entsprechende Hersteller-Unterstützung erhältst.
    Beispiel? Hier: Kaufst das “aktuelle” iPhone 3G im Mai 2009. Und im März 2011 ist es out-of-updates.
    Also da erwarte ich, daß man sich doch an die gesetzlichen Hardware-Vorgaben auch Software-seitig anlehnt – zumindest doch bzgl. Sicherheitsupdates.

    Dennoch, weiter so Alex. Du machst nen echt guten Job!

    • http://www.devblogger.de Ben

      Klär mich auf: Welche zwei Jahre Hersteller-Unterstützung erwartest du? Du schriebst “üblich”, daher bin ich relativ sicher, dass du nicht auf Gewährleistung anspielst… Worauf dann? Immer mehr Firmen geben “nur” 1 Jahr Garantie, Apple ja auch; andere wiederum sogar 3 Jahre, AVM gibt ganze 5 Jahre…

      Nur weil alle DENKEN, ein Produkt muss 2 Jahre halten, muss Apple den Mist doch nicht mitmachen?

      Und hey: Es wäre schön, wenn die Geräte 2-3 Jahre halten würden und die Software so lange auch angeboten wird. Aber das muss sich für Apple auch rechnen und viele kommen ja vom iPhone zum Mac und erleben dann den Lock-in und werden halt “einfach auf das neue iPhone wechseln” anstatt sich z.B. ein Android-Telefon zu holen. (Und das würde auch nicht wirklich etwas ändern.)

      Wobei ich dir jedoch voll zustimme: Sicherheitsupdates sollten länger angeboten werden.

  • Tobi

    Habt ihr schonmal überlegt, dass es sich hier um nen Lesefehler handeln könnte?

    “kein update für die (the) 3Gs (kleines s)”

    Nur so ein Gedanke …

    • http://blog.gilly.ws Gilly

      So verstehe ich den Tweet allerdings auch. “3G S” ist das neuere “3Gs” wäre die Mehrzahl des Alten. 

    • http://www.devblogger.de Ben

      Glaube ich nicht. Das 3G kann ja nicht mal 4.3.x, wieso sollte irgendwer dann davon ausgehen, dass iOS 5 darauf läuft?

  • Pingback: ambajorats subjektive linklisten

  • http://twitter.com/d4niel_web Daniel B

    also ganz ehrlich selten so einen schlechten kommentar gelesen. Apple scheffelt Millarden mit dem Iphone und verkauft immer noch das 3GS.

    Absolut lächerlich ist vor allem ” Die Geräte werden dann ausrangiert, wenn sie technisch nicht mehr
    mithalten können und der Aufwand für dessen Pflege in keinem
    (vernünftigen) Verhältnis mehr steht”

    Ernsthaft zu sagen dass ok (da vernünftig) wäre, für ein eventell 3 Monate altes Handy keine Sicherheitsupdate mehr anzubieten heißt niemand gut außer er ist ein Applefanboy…

    Das sollte sich mal Microsoft mt Windows erlauben. Einfach lächerlich.

    • Fabian

      Ich würde das Gegenteil behaupten. Im Gegensatz zu anderen Artikeln wird hier versucht mit logischem Sachverstand an die Thematik heranzugehen. Siehe Aufstellung über die einzelnen Hardware-releases und Updates. Schau dir mal die Updatezyklen bei anderen Mobilfunkherstellern an: Da gibt es tatsachlich den Fall das wenige Monate alte Hardware keine Updates mehr bekommt. Beim iPhone gab es bisher weit mehr als 2 Jahre noch Software Updates und es gibt bislang keine Anzeichen dafür, dass sich das ändert.

      Ein Vergleich mit Windows ist an dieser Stelle völlig fehl am Platz. Microsoft verkauft weder Hardware und software zusammen, noch handelt es sich dabei um ein Mobiltelefon (Windows phone mal ausgenommen, da es noch nicht lange auf dem Markt ist). Sinnvoller wäre ein Vergleich mit Palm/HP, HTC oder Konsorten. Und da steht Apple wie gesagt noch sehr gut da.

    • http://www.devblogger.de Ben

      Schwachsinn, sorry. Es sind nicht “eventuell 3 Monate”, sondern rund 2 Jahre.

  • http://www.facebook.com/people/Daniel-Bednors/100000562466663 Daniel Bednors

    Apple sieht sich selber denke ich mal nicht so sehr in der Pflicht alte Geräte mit jahrelangen Updates am leben zu erhalten. Sowas macht kein einziger Unternehmer der Geld verdienen will. Sie denken sich wohl “ihr wollt Sicherheit?! Wir haben hier ein tolles neues Gerät was auch noch viel schneller und dünner ist”. Mit dieser, aus unserer sicht, dummen denke ist Apple aber nicht alleine… Wo sind die Sicherheitsrelevanten Updates für Win95?! Ich weiß ein hinkender vergleich aber sind wir doch mal ehrlich….

  • Alexander

    Apple muss in Deutschland 2 Jahre Gewährleistung auf die Geräte geben – ob sie nun wollen oder nicht. Wenn nun mein iPhone einen Softwarefehler (ob “normaler” Bug oder große Sicherheitslücke) aufweist, so ist Apple verpflichtet diesen auszubessern. Das haben sie bisher ja auch getan. Apple ist aber nicht verpflichtet neue Funktionen hinzuzufügen, da diese nicht Gegenstand des Kaufvertrags waren.

    Nun wird es Problematisch: Apple rüstet nun softwareseitig Funktionen nach, die es früher bei diesem Gerät nicht gab, wodurch unter Umständen neue Fehler ins Gerät kommen, die zuvor nicht vorhanden waren. Ist Apple nun verpflichtet, diese auch ausserhalb der Gewährleistung zu korrigieren?

    Aus meinem Empfinden heraus ja, da Apple Aufrüstungen und Erweiterungen am Gerät vornimmt, diesen auch allen Anwendern empfiehlt und es mit EULA abnicken etc. zu einem Vertrag gekommen ist, bei dem Apple eben die Gewährleistungsansprüche einhalten muss. Wenn ich am Auto einen neuen Auspuff bekomme, habe ich auf dieses Teil auch 2 Jahre Gewährleistung. Zumal der User auch keine Möglichkeit hat, wieder zu einem alten Versionsstand zurückzukehren um ggf. Fehler in neuen Funktionen zu entgehen.

    Wären meine Schlussfolgerungen richtig, muss Apple also noch 2 Jahre nach dem letzten Feature-Release Fixes und Sicherheitsupdates bereit stellen. Und das machen sie eben nicht, wie z.B. beim 3G mit dem Location Bug.

    • Ryppo

      Mein Reden!

    • mk

      Völlig richtig, du hast zwei Jahre ab dem Kauf Anspruch darauf, dass das Gerät frei von Mängeln ist. Da z.B. das 3G noch bis vor knapp einem Jahr verkauft wurde, müsste es rein rechtlich gesehen bis Sommer 2012 Sicherheitsupdates bekommen.
      Wie das bei Mängeln an hinzugekommenen Funktionen aussieht, weiß ich allerdings nicht (zumindest, wenn du entscheiden kannst, sie einfach nicht zu benutzen, bestehen vermutlich keine Ansprüche – und die meisten Löcher bisher waren ja eher in Richtung Kernel, Browser, QuickTime usw. unterwegs). Aber wenn der Mangel im Paket mit anderen Bugfixes kam (wie der Location Bug in 4.0), dann ist der Sachverhalt ja relativ klar.Allerdings hast du diesen Anspruch in keinem Fall gegenüber dem Hersteller, sondern vielmehr gegenüber dem Händler: Der hat hier allerdings keine Möglichkeit, selber nachzubessern (keinen Zugriff auf die Software-Quellen), weshalb er dir nur den (nach zwei Jahren natürlich deutlich geminderten) Kaufpreis erstatten würde.Ich bezweifle allerdings, dass du ohne Gerichtsverfahren dorthin kommst; und ich bezweifle auch, dass sich die Händler dieses Risikos bewusst sind, das sie durch den Vertrieb von Software im Allgemeinen eingehen.

      Auf dem Desktop verhält sich Apple übrigens rechtskonform: Mac OS X bekommt nur ca. alle 2 Jahre ein Major Update und es wird immer bis zum Release des übernächsten weitergepflegt. Bei Unternehmen wie Microsoft und Adobe sieht das ähnlich aus. Android-Smartphones (wie auch fast alle anderen Smartphones und Embedded-Geräte im Allgemeinen) bekommen hingegen nur sehr selten längerfristig (oder überhaupt) Updates.

      In den USA beispielsweise beträgt die geseztliche Gewährleistungsdauer übrigens nur 90 Tage – die hat Apple auch mit dem iPhone 3G eingehalten und die meisten Android-Smartphones vermutlich auch.
      Aber dass Apple relativ egal ist, wie sinnvoll deren Produkte außerhalb den USA sind (man denke nur an AppleCare, was im Vergleich mit dem hierzulande Üblichen unverhältnismäßig teuer scheint). Das Nachsehen haben die Kunden und die Händler (wenngleich der Streitwert von heute vielleicht 200 Euro für ein iPhone 3G so gering ist, dass sich ein Rechtsstreit mit diesem kaum lohnen würde).

  • Alex

    Als iPhone 3G Besitzer habe ich mir schon länger über das Thema Software-Updates Gedanken gemacht. Es stimmt, dass Apple wie kein anderer Handy-Hersteller bisher Software-Updates über einen längeren Zeitraum angeboten hat, was löblich ist. Doch ist es gerade Apple Anspruch, nicht wie der Rest zu sein, sondern Cutting-Edge. Auch ist es Apple Anspruch das iPhone nicht primär als Telefon zu sehen, sondern als “Post-PC-Device”.
    Und wenn man anfängt Updatezyklen von PCs mit dem iPhone zu vergleichen, finde ich, kann Apple noch viel dazu lernen.

    Ein Beispiel: Angenommen Anfang 2006 kaufe ich einen Mac Mini erste Generation mit einem G4 Prozessor (Sozusagen der letzte G4). Dieser kann auch noch mit Leopard betrieben werden. Erst mit Snow Leopard (August 2009) gibt es nicht mehr die Möglichkeit des Upgrades, weil Snow Leopard Intel only ist. Trotzdem wird Leopard z.Z. weiterhin mit Security-Updates versorgt. Also de facto mindestens 3,5 Jahre Software Updates.
    Angenommen im Frühjahr 2006 kaufe ich einen Mac Mini zweiter Generation mit einem Intel Prozessor. Diesen kann ich heute immer noch mit der aktuellsten Snow Leopard-Version bespielen und betreiben. Also mindestens 5 Jahre Software Updates.

    Ich kann verstehen, dass bestimmte neue Feature nur möglich sind, wenn die entsprechende Hardware vorhanden ist (z.B. komplette Verschlüsselung). Trotzdem finde ich es unpassend, dass Apple keine Security-Updates für Hardware bietet, die nicht mal drei Jahre alt ist und damals mindestens 700 Euro neu gekostet hat. Schließlich handelt es sich um eine “Universelle” Maschine, die rechnen kann (wenn auch langsamer als aktuelle Modelle).

  • Pingback: Nexus One ohne Fahrschein für Android 4.0 – iPhoneBlog.de

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