Reeder mit kompletter Readability-Integration

von alex olma | 3. August 2011 | 09:54 Uhr

IPhoneBlog de Reeder

Reeder, mein mittlerweile auf iPhone und iPad etablierter RSS-Reader, erhält mit dem heute veröffentlichten Update volle Readability-Unterstützung. Auch auf dem Mac (7.99 €; MAS-Link) möchte ich im Moment nicht mehr zu NetNewsWire zurück. Reeder führt den Online-Service am Desktop, der die relevanten Textpassagen aus Webseiten extrahiert, bereits seit Anfang Juni im Programm. Schon im Januar sagten die mobilen RSS-Clients gekürzten Feeds den Kampf an.

IPhoneBlog de Allow Deny

Über Readability müssen an dieser Stelle noch einmal zwei oder drei Worte verloren werden. Insbesondere weil dessen Konzept zukunftsweisend im Umgang und Konsum mit textbasierten Inhalten im Web ausfällt. Ähnlich wie Flattr umschifft es die vermittelnde Rolle des Verlegers und ermöglicht direkte Mini-Zahlungen zwischen Lesern und Publizierenden.

IPhoneBlog de Readability

Wer die kostenlose Text-Formatierung, anzupassen in puncto Layout und Schriftgröße, einmal ausprobieren möchte, findet über jedem iPhoneBlog-Artikel in der Einzelseitenansicht einen entsprechenden Button. Wer monatlich mindestens 5 US-Dollar auf den Tisch legt, bekommt das vollwertige ‘Instapaper‘-Paket. Artikel lassen sich zum späteren Lesen markieren, an einen Kindle senden oder über die Web-App lesen.

Doch warum sollte man das machen, wenn Marco Arments Instapaper-Service ohne Grundgebühr und über den einmaligen Kauf der iOS-App (3.99 €; Universal; App Store-Link) gleichwertig funktioniert? Simpel: Weil man dadurch den Produzenten der Inhalte Mikrozahlungen zukommen lässt. Stark vereinfacht ist das die wesentliche Motivation hinter einem Readability-Abo.

Wer bislang noch überhaupt keinen ‘Read-it-Later’-Service dieser Art nutzt, findet damit (s)einen guten Einstieg. Doch durch welche brennenden Feuerreifen müssen alteingesessene Instapaper-Nutzer springen? Ohne auch nur ein Bookmarklet zu ändern oder seinen Tweetbot umzukonfigurieren, bietet Instapaper eine Verknüpfung des Benutzerkontos an (http://www.instapaper.com/user).

IPhoneBlog de Instapaper

Darüber vergütet man Artikel mit einem prozentualen Anteil seines Monatsbeitrags. Genau wie bei Flattr teilt sich die Summe in kleine Anteile zwischen den vermerkten Artikeln auf. Im Gegensatz zum schwedischen Micropayment-Konzept geschieht die Zuteilung (nach der ersten Einrichtung) relativ unbewusst. Manchen Leuten kommt dies vielleicht sehr gelegen, wenn ich mir die Anzahl der Anfragen für einen Flattr-Button im RSS-Feed anschaue.

Unbewusst ist aber ein gutes Stichwort. Wer als Anbieter von Inhalten noch kein Readability-Konto hat, muss nicht um verlorene Einnahmen bangen sondern kann diese auch rückwirkend für seine Domain einfordern.

IPhoneBlog de Readability Mobile

Obwohl noch diverse Fragen ungeklärt sind (Warum die hohe 70/30 Teilung?), erheblicher Erklärungsbedarf besteht (Warum brauche ich als Publisher noch einen zweiten Account für die eigene Teilnahme?) und sich die Umsätze in kleinsten Dimensionen bewegen, spürt man einen Hauch von Wandel. Während zwischen staubigen URL-Wänden immer noch kleine Kobolde sitzen, die sich ihr Mantra “Im-Internet-lässt-sich-kein-Geld-verdienen” in den Bart murmeln, stauben Flattr, Readability und Co. mit dem banalen Vorschlag “Ich-zahle-wofür-ich-zahlen-will” ab.

  • Anonymous

    Was heißt “volle” Unterstützung? Ich konnte doch schon vorher mit “nach-links-wischen” bestimmte Beiträge zu Readability hinzufügen und die Lese-Ansicht ging ja sowieso. Ist die Änderung also “nur”, dass jetzt contributions auch fürs reine Lesen gezahlt werden?

  • http://twitter.com/sluft_ Sluft

    Readability ist vor allen Dingen besser als Instapaper. Zumindest stellt es im Gegensatz dazu auch JavaScript Links dar. Instapaper blendet die einfach aus. Was dazu führt, dass sich manche Artikel nicht über Instapaper lesen lassen.

    Stimme chmanie zu. Beim iPhoneBlog brauche ich nie auf Readability zu klicken, da der komplette Blogeintrag inkl. Bilder bereits im Vorraus aus dem Feed geladen wurde. Bei anderen Blogs darf ich jedes Mal auf Readability klicken, um dann festzustellen, dass der Artikel Bullshit ist. Dafür möchte ich die jenigen nicht auch noch belohnen.

  • http://twitter.com/sluft_ Sluft

    Readability ist vor allen Dingen besser als Instapaper. Zumindest stellt es im Gegensatz dazu auch JavaScript Links dar. Instapaper blendet die einfach aus. Was dazu führt, dass sich manche Artikel nicht über Instapaper lesen lassen.

    Stimme chmanie zu. Beim iPhoneBlog brauche ich nie auf Readability zu klicken, da der komplette Blogeintrag inkl. Bilder bereits im Vorraus aus dem Feed geladen wurde. Bei anderen Blogs darf ich jedes Mal auf Readability klicken, um dann festzustellen, dass der Artikel Bullshit ist. Dafür möchte ich die jenigen nicht auch noch belohnen.

  • http://twitter.com/dotdean dotdean

    danke für den hinweis alex. ich würde readability auch mal testen. bei flattr stört mich das nervige “jeden monat von hand aufladen” erheblich. ist pure bequemlichkeit, klar. wie ist das bei readability gelöst? 

    • Anonymous

      Abo über Amazon Payments. Deine Kreditkarte/Bankkonto/etc. wird also jeden Monat belastet. Du kannst aber jederzeit kündigen.

      • http://twitter.com/dotdean dotdean

        danke chmanie, das ist brauchbar glaube ich.

      • http://www.iphoneblog.de iphoneblog

        Aber du kannst doch auch bei Flattr die regelmäßige Abbuchung (vom Guthabenkonto) einstellen, oder verstehe ich gerade das Problem nicht?

      • Wenn man selbst keine Einnahmen hat, ist aber schnell Ebbe in Sachen Guthaben. Und der Aufladeprozess, ob nun monatlich, quartalsweise oder wie auch immer, ist wirklich nervig bei flattr. Eine automatische Abbuchung wäre schon schön.

      • http://www.iphoneblog.de iphoneblog

        Aber es lässt sich doch einmalig Geld zum Konto hinzufügen (Add Means) und dann in kleineren Beträgen auf die Monate verteilen…?

      • Ja, aber das möchte man vielleicht nicht für etliche Monate oder gar Jahre im Voraus machen. Also muss man sich z.B. quartalsweise darum kümmern, vergisst es dann und vergibt dann in dem Monat vielleicht nur ein paar Restcent statt der üblichen Summe. Es ist nicht dramatisch, aber komfortabel eben auch nicht.

  • http://twitter.com/SebSemmi Sebastian Semmler

    wahrscheinlich eine dumme Frage…

    ich würde ja gerne Readability verwenden und mir einen Account anlegen. Aber man brauch ja scheinbar einen amazon.com Account mit Kreditkarte. Gibt es auch einen weg, dass über einen amazon.de Account laufen zu lassen ohne Kreditkarte? Ich habe nämlich keine.

  • Pingback: Daniels Blog

Werbung

Wer eine beliebige iPhone-App im iTunes App Store über diesen Link kauft, seinen Mac mit Programmen aus dem Mac App Store bestückt oder ein Produkt seiner Wahl bei Amazon bestellt, unterstützt das iPhoneBlog mit einem kleinen Prozentsatz des (unveränderten) Kaufpreises.

Werbeplatz gefällig? -> KLICK.

Flattr verteilt kleine Mikrozahlungen, mit denen Ihr persönlich diesem Blog kleine Aufmerksamkeiten zukommen lasst. Über diesen Button; jeden Monat neu. Vielen Dank dafür!