von Alex Olma
20. Januar 2012 – 13:41 Uhr

Bildungsoffensive: Apple krempelt um, was umgekrempelt gehört.

DirektTextbook

Apple knöpft sich unmotivierte Schüler vor und springt der nächsten Industrie in den Nacken. Bildungsverlegern, ja – aber auch du bist gemeint Adobe!

Das Augenmerk liegt jedoch nicht auf der technischen Umsetzung. Schöne Bücher produziert auch Inkling oder Push Pop Press. Mike Matas, ehemaliger Apple Designer mit Firmenverkauf an Facebook, zeigte sich kurz nach der Vorstellung angefressen.

Aber wie erwähnt: die Technik ist nicht bedeutsam sondern reißt ‘lediglich’ Zugangsbarrieren ein (“iBooks Author is the iPad SDK for writers and publishers. And it’s been simplified so it’s as easy to use as a word processor.“). Neu ist: Apple bettet Bücher, neben Apps und Musik, in ein Ökosystem. Die Entscheidung, dabei bestehende Verlagshäuser mit ins Boot zu holen, erinnert an die kräftezehrende Revolution der Musikindustrie. Die großen Plattenfirmen wurden zum eigenen Überleben gezwungen; das große Zetern und Nörgeln des Verlagswesens für Schulbücher hat daher noch nicht einmal begonnen.

Gegenwind gab’s diesmal allerdings schon aus anderer Richtung: Autoren beschweren sich über die Vertriebsrechte und das Apple mit seiner ersten Software-Version von iBooks Author keine plattformübergreifende (ePub-)Lösung anbietet, bei der Bücher auch gleichzeitig in Konkurrenzhäuser eingestellt werden können.

You may distribute books created in iBooks Author free of charge on your own website. If you wish to sell your book, you must do so through the iBookstore.

Die Diskussion über den Lizenzvertrag erzürnt sich hier und hier – zurecht, wie ich finde. Insbesondere weil’s so aussieht, als ob Apple sich an der 30-Prozent-Beteiligung labt. Aber ernsthaft: Wo liegt der Anreiz, Autoren zu (properitären) ‘Plain-Text’-Kindle-Büchern zu animieren? iBooks Author verfolgt einen Ansatz, der viel audiovisueller ausfällt und dem iPad angemessen ist.

Um’s auf den Punkt zu bringen: Der EULA gehört geändert, beziehungsweise in ein verständliches Regelwerk umgeschrieben. Von Apple allerdings eine Gratis-Allzweckwaffe zur Bucherstellung zu erwarten, ist (vorsichtig ausgedrückt) überzogen.

Offene Fragen gibt es viele. Wie kommen beispielsweise die iPads in Schulen? Wer erstellt die (internationale) Bildungsliteratur? Wann geschieht dies und wie konform ist das Material mit dem (vorgeschriebenen) Lehrplan? Sind die Preise festgesetzt und sind auch erweiterte Auflagen kostenlos?

Selbst mit Antworten auf diese Fragen dauert es noch Jahre, bis sich die etablierten Systeme ändert. Niemand außer Apple scheint jedoch fähig oder willig, diese notwendige Revolution anzustoßen – auch hier passt der Vergleich zur Musikindustrie. Es erstaunt, das einigen (Presse-)Beobachter die Signifikanz der Ankündigung nicht einleuchtet. Denkt ernsthaft jemand, das unsere Kinder auch 2020 noch in Papier-Schulbücher schauen?

The current generation of students spends far more time looking at screens than at books. And that’s not making them dumber . . . it’s making them smarter. If most kids are naturally drawn towards screens, isn’t it about time for textbooks to catch up?

  • Anonymous

    Mich interessiert wie die Zitierbarkeit erhalten bleibt, wenn Bücher ihre Daten updaten können. Gibt es dann digitale Auflagen die einzeln angesehen werden können?

  • http://www.danzei.de/ Nino

    Also ehrlich, da stellt jemand ein kostenloses Tool zur Verfügung und ermöglicht es jedem, in der eigenen Infrastruktur Inhalte zu veröffentlichen. Da ist doch logisch, dass die Inhalte auf die eigen Plattform zugeschnitten sind und das Tool nicht ermöglich (und die EULA es sogar verbietet), Inhalte für fremde Plattformen zu erstellen.

    Wer würde da anders handeln? Wenn mir Shell kostenfrei ein Auto stellen würde, dürfte ich mich nicht wundern, wenn ich dafür immer bei Shell tanken müsste!

  • Anonymous

    Interessant finde ich die Aussage, dass Bücher schon am Erscheinungstag “out of date” sind. Gibt es denn über den iBooks Author die Möglichkeit, schnell Updates und Korrekturen der eigenen Bücher zu veröffentlichen? Lassen sich iBooks (ePubs) updaten?

    Wenn nicht, bleibt das Problem doch gleich. 

    • Anonymous

      Die Bücher können gewisse Daten aus dem Netz aktualisieren, afaik. Z.B. Einwohnerzahlen eines Landes.

  • http://twitter.com/simpson3x tweetNey

    Die Frage, inwiefern das Material zu den Lehrplänen passt finde ich zweitrangig. Das Problem besteht auch bei den existierenden Büchern. Schließlich gibt es ja auch noch Lehrer, die Lücken füllen oder Stoff reduzieren können.
    Entscheidender ist die Frage, wie Schüler die iBooks nutzen sollen. Es ist unrealistisch anzunehmen, dass sich alle Schüler ein iPad kaufen. Auch kann man nicht darauf hoffen, dass die Schulträger kostenlos welche verteilen. Es wäre schön gewesen, wenn Apple ein bisschen über seinen Schatten gesprungen wäre und es die Möglichkeit gäbe auch eine “anständige” Druckversion der iBooks zu erstellen. Dann wäre sie nicht nur für Schulbuchverlage interessant (die neben der Printausgabe auch eine iBookversion anbieten), sondern auch für die vielen Lehrer, die Unterrichtsmaterial erstellen. Die wären nämlich die ersten, die ihre Materialien auch digital anbieten würden.
    Schade, die Idee war gut aber bis jetzt sehe ich es nicht, dass es 2020 keine Papier-Schulbücher mehr geben wird.

    • Anonymous

      Die Verlage können ihre Bücher (die gedruckten) ja einfach aufgebohrt als iBook anbieten und fertig.

      • http://twitter.com/simpson3x tweetNey

        Dann kann ich sie aber im Unterricht nicht einsetzen, da die Schüler, die kein iPad haben nicht alle Inhalte bekommen.

      • Anonymous

        Aber die die eines haben bekommen den Stoff angenehmer visualisiert. Ist doch auch schon gut.

      • http://twitter.com/simpson3x tweetNey

        Oder sie lernen es einfach nur leichter…

      • http://linuxuser1.myopenid.com/ Linuxuser1

        Ist doch auch gut!

  • http://redcubes.wordpress.com/ Flavio

    Ich bin gegenüber den textbooks kritisch eingestellt. Dies vor allem weil ich davon überzeugt bin, dass der user auf dem iPad schneller vom eigentlichen lesen abgelenkt wird. Denn auf dem gleichen gerät befinden sich auch facebook, twitter, youtube, spiele oder podcasts. Ich bezweifle ernsthaft kinder und jugendliche bereits über die erforderliche disziplin verfügen, um dieser ablenkung zu widerstehen.

    • Anonymous

      Die Funktionen wären auf Schul-iPads doch natürlich gesperrt. Geht doch jetzt schon, dass sich alle anderen Funktionen per Passwort sperren lassen.

  • http://twitter.com/marcel_baur Marcel Baur

    Schulbücher gehören nicht in die Hände eine privaten Unternehmens. Lehrmittel sind, zumindest was die öffentlichen Bildungsinstitute angeht, praktisch zu 100% durch den Staat finanziert. Da kann es nicht sein, dass die Inhalte oder die Veröffentlichung der Inhalte einem Weltkonzern übergeben wird, der sich in der Vergangenheit mehr als nur bedeckt hielt was die Veröffentlichung von Inhalten angeht.
    Schulbücher müssen in Zukunft lizenzfrei und plattformunabhängig erhältlich sein! Nur dadurch lässt sich sicherstellen, dass auch objektive und qualitative Inhalte verbreitet werden.

    • http://twitter.com/simpson3x tweetNey

      Ich wusste gar nicht, dass es staatliche Schulbuchverlage gibt. Die Verlage sind also auch jetzt schon in privater Hand. Außerdem entscheiden noch immer die Lehrer an den Schulen welche Bücher eingesetzt werden.
      Problem ist nur, dass sich keine Lehrer für iBooks im Unterricht entscheiden werden, wenn es nicht alle Schüler nutzen können.

    • Anonymous

      Erstens sind die Verlage auch heute schon große Firmen und zweitens hat sich das iPad bei den iBooks-Preisen so schnell amortisiert, dass man jederzeit auch wieder auf gedruckte Bücher umschwenken kann ohne Verluste zu machen.

    • nichtsdestotrotz

      @twitter-103650785:disqus Wenn man keine Ahnung hat, sollte man tunlichts versuchen keinen Dünnpfiff von sich zu geben, denn Reden ist Silber und Schweigen ist Gold – mal ehrlich, 3 Sekunden Überlegung hätten nicht geschadet.

  • Bjoern

    Ich bin nach wie vor skeptisch. Dabei geht es mir nicht so sehr um den CocaCola-Effekt in den Schulen oder das Überleben von Verlagen und Büchereien.
    Abgesehen von einigen Vorteilen, die audiovisuelle Inhalte bringen, die aber heute in der Lehrbuchbranche bereits durch Beigabe von DVD-Roms oder Online-Codes zu den Büchern ebenso vermittelt werden können, weiß ich nicht, ob der digitalisierte Text in der Lage ist, den gedruckten Text tatsächlich gleichwertig zu ersetzen.
    Man hat das schon so umgesetzt, dass es für jede Handlung, die ich mit meinem Buch unternehmen kann, ein digitales Pendant gibt, aber bei digitale Notizen und dem Markieren von Textabschnitten und so weiter, hat das iPad heute noch ganz klare Defizite:
    Die Tastatur ist ein großes Dilemma!
    Ich habe das mit dem GoodReader und iAnnotate und diversen Vorlesungsskripten durch, als ich mir tatsächlich einbildete, ich könne mit dem kleinen Gerät die großen DIN A4-Ordner-Wirtschaft komplett ersetzen. Ich dachte, dass ich mich nach einer Eingewöhnungsphase mit den anfänglichen Schwierigkeiten gut arrangieren würde, weil alles nur eine Sache der Gewöhnung ist. Ich habe mich ein Semester lang bemüht, mich an das iPad zu adaptieren und ein zweites hat es mich in geringerem Ausmaß auch noch in den Unterricht begleitet. Nur als Beispiel: Man schreibt auf keinem Keyboard einfach mal so eine mathematische Gleichung und erst recht nicht auf dem iPad. Das Umschalten der Tastatur zwischen drei Ebenen ist nicht handelbar, während vorne der Vorlesende weiterspricht. Es fehlt die Tab-Funktion.
    In nahezu allem ist man analog schneller als digital.
    Der Einzige Vorteil, den ich (neben vereinzelt gestreuten audiovisuellen Inhalten, die besser zugänglich wären) bislang wirklich sehe, ist der der Gewichtsersparnis. Alles andere was Apple jetzt vorgibt zu lösen, muss zwar gelöst werden, ließe sich auch anders lösen. Vielleicht sogar besser.
    Was die Aktualität betrifft: Ein wirkliches Problem: Aber ein Geldproblem, wenn es darum geht, dass Schulen naturwissenschaftliche Bücher vorhalten, die älter als 8 Jahre sind.

    • Thomas

      Ich kann deine Probleme gut nachvollziehen, hatte beim Mitschreiben ähnliche Probleme. Vor allem, weil man auf Grund mangelnden haptischen Feedbacks permanent auf’s Display starrt. Mein Tipp: Bluetoothtastatur von Apple. Handlich, klein und funktioniert einwandfrei. :)

    • http://linuxuser1.myopenid.com/ Linuxuser1

      “Abgesehen von einigen Vorteilen, die audiovisuelle Inhalte bringen, die
      aber heute in der Lehrbuchbranche bereits durch Beigabe von DVD-Roms
      oder Online-Codes zu den Büchern ebenso vermittelt werden können, weiß
      ich nicht, ob der digitalisierte Text in der Lage ist, den gedruckten
      Text tatsächlich gleichwertig zu ersetzen.”

      Du willst diese seltsamen beigelegten DVDs doch wohl bitte nicht mit den iBooks vergleichen, oder? Da liegen doch Welten zwischen.

      • Bjoern

        Ein Buch ist und bleibt ein Buch und audiovisueller Inhalt muss halt irgendwie ergänzend und auf anderem Weg ausgeliefert werden. Und das wird auch gemacht.
        Was nicht heißt, dass man die beigelegten DVDs nicht gut machen könnte!Das könnte man sehr wohl. Ich kenne sogar einige, die gar nicht so schlecht sind.Und ich denke, die Textbooks müssen sich erst noch beweisen.Aus Deinem Einwand hingegen KÖNNTE man rauslesen: Wenn es im iBookstore ist, ist es toll.Das wolltest Du aber sicherlich auch nicht so sagen.

      • Anonymous

        Ich wollte damit sagen, dass Zusatzinhalte die sich direkt im Buch befinden direkt genutzt werden können und (wenn der Author nicht ganz schlecht ist)

      • Bjoern

        Ich habe das verstanden.
        Du hast Recht – das ist auch eine gute Sache.
        Was ich sagen wollte war: Es gibt vielleicht Gründe für ein paar Menschen, weiter auf Papier zu setzen (ein paar MEINER Erfahrungen habe ich oben aufgezählt). Dann gibt es Zusatzinhalte eben nur via DVD oder Onlineinhalt. Nicht schön, aber es gibt sie immerhin.

  • Sai-ja

    Ich empfehle einfach mal die EULA zu lesen… big evil thing….auf deutsch apple hat nicht nur das recht an der software nein auch an dem was du damit produzierst… das ist bulls***t

    Mal der Moneyquote

    (ii) if your Work is provided for a fee (including as part of any
    subscription-based product or service), you may only distribute the Work
    through Apple and such distribution is subject to the following
    limitations and conditions: (a) you will be required to enter into a
    separate written agreement with Apple (or an Apple affiliate or
    subsidiary) before any commercial distribution of your Work may take
    place; and (b) Apple may determine for any reason and in its sole
    discretion not to select your Work for distribution.

    • http://twitter.com/simpson3x tweetNey

      Ist die Frage, was “your Work” ist. Wenn damit das iBook gemeint ist, dann finde ich die EULA nicht so ungewöhnlich. Schließlich soll ich mein iBook nicht irgendwo zu kostenpflichtigen Download anbieten. Wenn damit allerdings auch der Inhalt des Buches gemeint ist und es mir verboten ist eine Papierversion zu vertreiben (die ich nicht mit dem iBooks Author erstellt habe), dann ist es natürlich nicht so schön.

    • http://www.danzei.de/ Nino

      Bullshit? Ich finde es verständlich. Sie bieten die Software UMSONST an und das nicht, weil sie ein karikativer Verein sind! ;-)

      Keiner wird gezwungen, iBooks per iBook Author zu erstellen!

      • Bjoern

        Wie bei facebook, so gilt auch iBook Author: 
        If you’re not paying for the product, you are the product. 

      • http://www.potatocows.com/ ChiefPotato

        Apple verdient daran so oder so wenn man Bücher da zum Verkauf reinstellt und Apple 30% pro Verkauf abkriegt, also naja..

    • http://linuxuser1.myopenid.com/ Linuxuser1

      Na, hat da einer fefe gelesen und ohne zu denken nachgeplappert? :D
      (rate mal warum der keine Kommentare in seinem Blog zulässt – dann
      müsste er ja andere Meinungen akzeptieren)

      Die mit dem speziellen Tool
      erstellten Sachen dürfen (als Bezahlversion) nur in iBooks verkauft
      werden. Alle Inhalte dürfen aber natürlich frei verteilt werden, so wie die
      Authoren bzw. Verlage es wollen!

  • http://twitter.com/Solivagus Soli Vagus

    Schöner Artikel! 

    Wenn jemand einen neuen Standard im eBook-Bereich setzen kann, dann sicherlich Apple. Mal sehen wie sich das “Buch 2.0″ entwickeln wird. Direkt über den Schulbuchmarkt einzusteigen, ist sicher keine allzu dumme Entscheidung.

    • http://www.potatocows.com/ ChiefPotato

      Erm, genuau, weils ne super Idee ist offene Standards gegen welche zu tauschen die nur auf einem einzigen Gerät angeboten bzw. verkauft werden können (und ohne Transformation auch nur darauf laufen).
      Ich bin ja jetzt nicht unbedingt der “alles muss open source und Cross Plattform sein” Verfechter bis zum geht nicht mehr, aber naja, wenn Schulbücher dann nur noch auf einem Gerät von einem Hersteller laufen sollten ist das schon etwas fragwürdig.

      • http://twitter.com/Solivagus Soli Vagus

        Worauf willst du hinaus? “Offene Standards” sind besser als “geschlossene Standards”. Natürlich, in einer idealen Welt! 

        Die Realität zurzeit ist die gewinn- und geldorientierte Marktwirtschaft und da traue ich Apple – mit einem geschlossen Standard – mehr Innovation zu, als einem “Open Source Projekt”.

        Was danach kommt, wird sich zeigen…

      • http://www.potatocows.com/ ChiefPotato

        Zig Firmen bieten Dateiformate und Middleware an die sowohl nicht open source sind als auch nicht offene oder frei nutzbare Standards per se, aber zumindest ist es bei den meisten von denen so das man die für Cross Plattform Sachen nutzen kann. 
        Und ja, mit sowas machen sie dann tierisch Kohle, was ja auch ok ist wenn das faire Konditionen involviert.
        Was Apple da jetzt versucht ist etwas anderes, da geht es darum einen geschlossenen Standard zu etablieren der auch nur auf den eigenen Geräten läuft und dann selbst wenns der Entwickler schaffen würde dass zu transcodieren etc um es woanders rauszubringen darf ers dann da eh nich verkaufen.
        Also ja, das ist bei jedem Schritt des Entwicklungs- und Publishing und Verkaufsprozesses mehr Kontrollwahn als die meiste Konkurrenz an den Tag legt und auch wesentlich verschärft gegenüber dem was selbst Apple ja bei ihren sonstigen App Regeln bisher gefahren hat (bis auf eine zwischenzeitliche Regeländerung wo sie ja damals zurückrudern mussten, das habe ich in nem anderen Kommentar hier vor ein paar Minuten ausführlicher angerissen).

  • http://pulse.yahoo.com/_OCKUMMIPEIENNKSMLAFBRDBKX4 student

    Solange die Bücher an Apple-Hardware gebunden sind, ist das für mich nicht unterstützenswert. Sorry, aber das ist einfach ein No-Go und hier bedarf es imho etwas Weitsicht. 

    Dass ich Apples Hardware gerne verwende, steht außer Frage. Mich daran zu binden ist etwas anderes und geht mir zu weit. 

    • http://linuxuser1.myopenid.com/ Linuxuser1

      Ich frage mich immer wo für die Leute der Unterschied zwischen Softwarebindung und Hardwarebindung ist. Wenn ich mir irgendein Windows Programm für 1000€ kaufe (Photoshop) bin ich doch z.B. viel stärker (im folgenden Beispiel rund doppelt so stark) gebunden als wenn ich mir 30 Bücher zu je 15€ fürs iPad kaufe.
      Außerdem dürfen die Verlage ja natürlich auch für andere Plattformen produzieren nur halt nicht mit iBook Author sondern wie bisher.

      • http://pulse.yahoo.com/_OCKUMMIPEIENNKSMLAFBRDBKX4 student

        Man sollte nicht Äpfel mit Birnen vergleichen. Es geht hier um einen Schulbuchersatz und der sollte gefälligst auf allen möglichen Geräten funktionieren (klar müsste man da Abstriche machen, aber besser, als sich an ein(!) Unternehmen zu binden (auch noch Soft- und Hardware)).  

  • http://www.appleoutsider.de/ AppleOutsider.de – Sebastian P

    Sehr guter Text. Bravo!

  • http://www.potatocows.com/ ChiefPotato

    Sorry Alex, aber das ist ja mal ein völlig unsinniger Text.
    Es gibt (interaktive) Magazine (Apps) etc fürs iPad und auch andere Geräte und es gibt auch schon lange Tools zur Erstellung dieser.
    Das Apple jetzt eigene anbietet, die vielleicht etwas komfortabler sind auf manch eine Art, dafür aber praktisch nur erlauben das ganze auf iOS zu verkaufen, dass macht es jetzt nicht den großen Wurf, auch wenn die Werbung mit Fokus auf die Bildungsindustrie das Ganze als etwas völlig neues anpreist.
    Auch nicht, wenn man das Ganze halt mit nem anderen Fokus verkauft, im Endeffekt ists jetzt nicht groß was anderes als die interaktiven Bücher etc die es schon lange gab.
    Spannender wärs gewesen, wenns Cross Plattform wäre, man die Sachen auch außerhalb von Apple´s Store verkaufen könnte, man damit auch Magazine und alles mögliche andere reinstellen könnte und/oder Apple nen Deal mit den Schulen (zumindest in Amerika) angekündigt hätte denen günstig iPads im großen Stil zu überlassen oder ähnliches.
    So wies jetzt gelaufen ist, naja, ne nette Präsentation um ne plattformexklusive Version von etwas zu promoten dass es schon vorher gab.

    Am Schulsystem und den Schulbüchern muss in vielen Ländern was geändert werden, aber es ist schon etwas naiv der Werbe Präsentation zu glauben dass das jetzt der Mega Wurf wäre wo Leute sich doch bitte mal jeder ein zig hundert EuroGerät kaufen sollen um dann theoretisch bei ein paar Büchern zu sparen (die man dann auf keinem sonstigen Gerät nutzen kann).
    Wofür ich die Präsentation sinnvoll finde ist damit mal über die Probleme des Schulsystems und derLehrbücher geredet wird, die Produkte die Apple dazu vorgestellt hat, naja, da hätten sie jetzt auch Adobe mit Indesign oder eine der viele anderen Optionen auf die Bühne holen können, klar, läuft nicht weil Cross Plattform etc aber naja..

    • http://www.iphoneblog.de iphoneblog

      Nenn’ mir doch bitte mal diese “Tools”, von denen du sprichst. Eine Aufzählung sollte zeigen, dass diese a) unglaublich teuer, b) keinen Ansatz von Nutzerfreundlichkeit mitbringen und c) manchmal einfach nur schlecht sind.

      • http://www.potatocows.com/ ChiefPotato

        Es gibt ja genügend Programmiersprachen und Middleware die nicht von Apple sind.
        Die muss ich jetzt nicht alle aufzählen, du kennst ja wahrscheinlich mehr Magazin und Entertainment/ Spiele Apps im App Store als ich und wenn du da nachkuckst welche Prozentzahl da jetzt auch was anderes nutzt als die Apple Dev Tools und Objective C, naja, dann ist das da die extrem große Mehrheit.
        Klar, von denen könnte auch einiges besser und komfortabler zu nutzen sein (was die Entwickler Tool Seite angeht) und teilweise sind die Tools auch recht teuer, aber andererseits  kann sich das halt mittelfristig ziemlich relativieren wenn man sich überlegt dass Apple den überfülltesten App Store hat, dabei gleichzeitig mehr Prozente von den Entwicklern beim Verkauf verlangt als das Gros der Konkurrenz und jetzt dann mit den Lehrbüchern ja praktisch auch noch untersagen will das man sonstwo sonstwie noch Geld mit dem erstellten Content macht.
        Also naja..
        Ich bleib dabei: Apple muss da extrem an dem Regelwerk schrauben, sonst wird sich das nichtmal ansatzweise in dem Rahmen durchsetzen wie sie das bestimmt gerne hätten.

      • http://www.iphoneblog.de iphoneblog

        Nee, ich meine solche Tools zur E-Book- (Lehrbuch-)Erstellung, die ‘Indesign’ oder ‘QuarkXpress’ heißen und allesamt grausam sind.

      • Pupsi2000

        Und was spielt das für eine Rolle so lange Schulbücher von Verlagen und nicht von Privatpersonen herausgegeben werden?

      • Pupsi2000

        Und was spielt das für eine Rolle so lange Schulbücher von Verlagen und nicht von Privatpersonen herausgegeben werden?

      • http://www.iphoneblog.de iphoneblog

        Privatpersonen mischen jetzt mit (-> Kochbücher) – oder wehrst du dich generell gegen bessere Software?

      • Pupsi2000

        In welchem Zusammenhang stehen jetzt Kochbücher zu Schulbüchern? Oder willst Du damit sagen, dass Schulbücher demnächst in Max Mustermanms Garage entstehen?

      • http://www.iphoneblog.de iphoneblog

        Ja. Bücher können jetzt von jedermann erstellt und verkauft werden.

      • http://twitter.com/simpson3x tweetNey

        Weil Schulbücher überhaupt keine so große Rolle im Unterricht spielen wie von vielen angenommen wird. Das meiste Unterrichtsmaterial wird doch von den Lehrern selbst erstellt und an die Schüler verteilt. Die haben weder das Budget für teure Software, noch die Zeit oder die Kompetenz sich diese auszureizen. Bei denen lautet der Workflow Word -> Drucker -> Kopierer -> Schüler.

      • Pupsi2000

        Ich frage mich gerade auf was für eine Schule Du gegangen bist. Für die Oberstufe mag Deine Aussage noch halbwegs zutreffen, bis einschließlich Klasse 10 ist die aber grober Unfug. Zudem braucht es, um ein PDF zu verteilen keine Software für interaktive Bücher.

      • http://twitter.com/simpson3x tweetNey

        Nee, um PDFs zu verteilen brauche ich keine Software für interaktive Bücher. Danke für die Aufklärung.

  • http://twitter.com/schneider_th Thomas Schneider

    Also ich versteh die ganze Aufregung in den Kommentaren nicht.

    Seit Jahrzehnten hat sich im Bildungsbereich in Sachen Literatur nichts getan. Lehrer auf Schulen müssen regelmäßig darauf hinweisen an welcher Stelle im Buch Fehler zu finden sind und Dozenten in den Universitäten schicken die Studenten auch schon seit Jahren in die Kopierräume um Folien, Übungen und andere Materialien auszudrucken. 

    Hinzu kommt noch dass andauernde Schleppen von 5 bis 10 Büchern und das völlige Vermissen von Funktionen, die wir sonst überall finden, wie Kopieren, Suchen und Ähnliches.

    Meiner Meinung nach spielt es erstmal keine Rolle ob Apple das Ganze nun perfekt oder nur halbgar gemacht hat. Hauptsache es tut sich mal was in dem Bereich, weil ich sonst niemanden anderen höre, der mal versucht das verstaubte Bildungswesen etwas aufzubessern.

    Und natürlich gibt es diese Sachen schon. Apple ist NICHT dafür bekannt etwas völlig neu zu erfinden, aber sie nehmen Ideen die einfach schlecht umgesetzt und mangelhaft entwickelt sind und machen daraus etwas, dass die breite Maße gut benutzen kann. Selbstverständlich würde es auch ohne Apple Touchscreens, eBooks und hochauflösende Displays geben. Es geht hier aber nicht um das Ob, sondern um das Wie und da ist Apple der Konkurrenz in vielen Fällen voraus, weil andere Firmen scheinbar echte Probleme haben so etwas wie Usability herzustellen.

    Just my 2 cents…

    • http://twitter.com/Solivagus Soli Vagus

      Diese Aufregung erklärt sich, etwas provozierend verkürzt, ganz einfach:

      Eine Innovation hat, wenn überhaupt, “open” – und schon mal gar nicht von Apple – zu sein, sonst ist sie “evil”. ;-)

  • Pingback: Fubar8 Feuerzeuganzünder | Fubar

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  • Pupsi2000

    Ich halte es für sehr gefährlich sich beim Thema Bildung an nur einen einzigen Hersteller zu binden. Gerade wenn dieser Hersteller für seine rücksichtslos abgeschotteten Systeme bekannt ist.

  • Pupsi2000

    Zudem ist da auch wieder das Thema Zensur aktuell. Sexualkunde wird beim Apple-Schulbuch dann durch Kreationismus ersetzt.

    • http://www.iphoneblog.de iphoneblog

      Dein Eintrag ist vermerkt. Ich komme darauf zurück wenn wirklich was passiert ist :)

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