von Alex Olma
6. Juli 2012 – 15:06 Uhr

Apple löscht Nutzer-Bewertungen nach DRM-Panne

Ein Apple-DRM-Server spielte in den vergangenen drei Tagen verrückt und führte zu fehlerhaften Updates von App-Store-Software. Einige Programme ließen sich nach der Aktualisierung nicht mehr starten.

Auch Marco Arments Instapaper war betroffen. Sein Blogbeitrag trug (erheblich) dazu bei, das (FairPlay-)Problem öffentlich darzustellen. Mittlerweile ist Apples Fehlerquelle gestopft. Cupertino empfiehlt für defekte Anwendung eine Neuinstallation.

IPhoneBlog de Kundenbewertungen

Wie viele Apps zwischen Dienstag und Donnerstag betroffen waren, und in welchem Umfang Updates ausgeliefert wurden, die sich anschließend nicht starten ließen, ist nicht bekannt. Bei Marco Arment meldeten sich 120+ Software-Entwickler. Instapaper selbst lieferte nach eigenen Informationen 20.000 kaputte Downloads aus. Readdle’s Scanner Pro, aktuell mit großem iCloud-Update in der Download-Schleife, spricht von einer Fehlerquote von fünf Prozent bei 105.000 ausgelieferten Dateien. Auch große ‘Kaliber’ wie Angry Birds, GoodReader oder The Early Edition zählten zur Problemgruppe.

Der Bug unterstreicht zwei Probleme:

  • Durch eine Neuinstallation verlieren iOS-Anwender ihre Nutzerdaten insofern sich diese nicht über ein iCloud- oder Dropbox-Backup wiederherstellen lassen.
  • Abstürzende Apps schreiben Nutzer grundsätzlich Entwicklern zu und münden im ungünstigsten Fall in einer negativen App-Store-Bewertung.

Der schlechten Sternchen-Vergabe nahm sich Apple jetzt erstmals in großem Umfang an und löscht Kundenrezensionen der betroffenen Software.

Update

[…] it appears that Apple has triggered a reupdate on the affected apps, Instapaper included.

Nett. Trotzdem sollte in Zukunft der bevorzugte Weg für die Wiederherstellung von Nutzerdaten über iCloud verlaufen.

  • http://twitter.com/SebSemmi Sebastian Semmler

    Fehler passieren… aber hätte Apple noch besser handeln können? Klar, noch früher den Fehler erkennen, aber ansonsten?

    Meiner Meinung nach, zeigt dieser Fall nur die Problematiker mit den Nutzerdaten auf.

  • http://linuxuser1.myopenid.com/ Linuxuser1

    Gut für die Entwickler, dass Apple bereit war die Bewertungen zu löschen. War doch sicher etwas aufwendiger die betroffenen Apps zu finden und dann nur von denen die Bewertungen zu entfernen.

  • Markus (motu90)

    Man braucht eben nur einen Vorwand, um Kommentare und Bewertungen zu löschen bzw. zu frisieren. Vielleicht ein interessantes Randdetail für die Zukunft.

    • http://www.iphoneblog.de/ iphoneblog

      Warum Dinge richtigstellen, wenn man auch verwirren kann. Stimmt.

      • Markus (motu90)

        Apple hat alles richtig gemacht, falsche Bewertungen haben nichts im Store verloren. Ich wollte nur anmerken, dass es ein Eingreifen in die Bewertungen geben kann, und man das evtl. nicht immer durchschaut.

      • http://www.iphoneblog.de/ iphoneblog

        Das ist nicht der erste Cache-Bug. Apple hat sich nach eigenem verschulden jetzt jedoch richtig verhalten. Verschwörungstheorien über zukünftiges Benehmen daraus abzuleiten, finde ich überzogen.

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