Warum 329 Euro?

von Alex Olma | 3. November 2012 | 14:04 Uhr

Amazon und Google geben ihre ‘Minis’ zum Selbstkostenpreis weiter. Für beide IT-Giganten sind ihre Tablets ein Mittel zum Zweck, ein Instrument fürs eigentliche Business, den Reklame- und Content-Verkauf.

Apples Geschäft ist das iPad mini.

IPhoneBlog de 329 Euro mini

In den vergangenen zwei Jahren rangierte die Gewinnspanne fürs iPhone leicht oberhalb von 50-Prozent; das iPad lag zuletzt zwischen 23- und 32-Prozent. Tim Cook betonte zu den aktuellen Quartalszahlen den ‘signifikant geringeren Profit’ des iPad mini gegenüber ‘allen anderen Produktlinien’. Eine Erklärung zur Preisaufstellung ist Apple dafür niemandem schuldig, Phil Schiller gab sie trotzdem.

Das iPad mini liegt mit seinem Startpreis zwischen 30 und 130 Euro über dem vermuteten Preisschirm, der sich vorab aus der Konkurrenz errechnete.

There are three questions, then, which real people will ask about the iPad mini. Do I want it, can I afford it, and which model should I get. The answers to those questions will determine how many iPad minis Apple manages to sell. But the question which most of the press concentrates on — how does the iPad mini compare to its non-Apple competitors — is one which gets asked much less often than the Apple-as-company people tend to think [The group includes all stock analysts, of course, but it also includes most technology journalists].

Warum leistet sich Apple also die krummen 329 Euro ?

Mir leuchten drei (simple) Gründe ein:

  • Es ist absehbar, dass jedes produzierte iPad mini vor Weihnachten verkauft wird. Warum sollte man deshalb 80 € oder auch nur 30 € an Gewinn nicht einstreichen!?
  • 7.9-Zoll verkaufen sich besser als 7-Zoll – zumindest in der Werbung. Nicht umsonst legte Apple besonderen Fokus auf den Größenunterschied in seiner Keynote. Die Apple Stores begünstigen gegenüber der Online-Bestellung, dass Interessenten die Produktqualität selbst erleben.
  • Günstiger geht immer; teurer darf man nicht werden*. Apple lässt ein Preisfenster nach unten offen. Das Nexus und Kindle Fire atmen jedoch nur mit einer Ellbogenfreiheit von 100 Euro. Diese Preisdifferenz kann das iPad mini jederzeit problemlos dezimieren, wenn es dazu gezwungen wäre.

Apple betreibt ein klares Geschäftsmodell, das (nachweisbar) funktioniert. ‘Du kaufst ein iPad, wir verdienen Summe XY‘. Natürlich existiert für Summe XY ein Spielraum. Psychologische Preismarken, die man reißen möchte oder ein Mitbewerber, den man unterbieten will. Negativbeispiel bleiben die überzogenen Upgrade-Preise für die Speicherverdopplung oder den UMTS-/LTE-Chip.

Trotzdem läuft alles auf die banale Tatsache hinaus, mit den erwirtschafteten Einnahmen auch zukünftig noch neue Produkte zu erträumen, herzustellen und zu verkaufen.

Das Interesse ist daher nicht einseitig: Das bestehende (Service-)Angebot ‘frisch‘ zu halten – beispielsweise durch kostenlosen Software-Updates oder subventionierte Dienste wie iCloud – kommt ein profitables Apple auch Kunden zugute.

During the height of the netbook craze, many in the tech press kept demanding that Apple make a cheap laptop. Instead, Apple made a (relatively) expensive MacBook Air and then the iPad. And they won on both fronts. They refused to fight down.

* Apple mag keinen klassischen Ausverkauf sondern ersetzt eine Preismarke oft mit einem überarbeiteten (besseren) Gerät.

  • Elv

    Oder aber … Mit 299€ hätte man gar nicht so schnell produzieren können, wie es verkauft würde. LOL

  • Anandon

    Deine Meinung deckt sich fast 1 zu 1 mit der von Siracusa in hypercritical

    • http://www.iphoneblog.de/ iphoneblog

      Aktuelle Folge? Muss noch reinhören – immer eine Freude.

  • http://twitter.com/Krawala Krawala

    was auch noch eine idee währe..
    apple hält sich damit die option offen im nächsten jahr 2 neue minis anbieten zu können…
    eines mit normaler auflösung für 50 unter dem jetzigen preis und eines fürn fuffie mehr als jetzt mit retina…
    zum thema preis für speicherverdopplung… klar … 100€ is da mittlerweile ansich echt zuviel… aber es ist bei allen geräten so… sei es der ipod touch das iphone oder die anderen ipads… sie müssten die aufpreise dann bei allen geräten anpassen

  • ChiefPotato

    Apple hat eh Lieferengpässe, also wenn sie eh nicht wesentlich mehr verkaufen können als das was sie jetzt schon verkaufen, warum sollte dann grad Apple die Gewinnspanne mehr als absolut nötig reduzieren (viel teurer hätten sies halt echt nickt mehr so leicht machen können also ist das schon so ziemlich der höchste halbwegs akzeptable Preis den sie da fahren). Apple dürfte klar sein dass ihnen im Tablett Markt früher oder später das selbe blüht wie im Smartphone Markt: Rein was Geräte Anzahl angeht werden sich Konkurrenz Geräte sehr bald, wenn nicht schon Mitte nächstens Jahres wahrscheinlich weit besser verkaufen als das iPad. Da nimmt Apple solange es geht noch soviel Gewinn mit wie möglich, ist ja eh Standard Firmenpolitik. So hohe Preise das der Normalverbraucher es teilweise leicht Zähneknirschend doch noch kauft.
    Auch wenn Apple sagt sie hätte beim iPad mini ne niedrigere Gewinnspanne als bei den meisten anderen ihrer Geräte ist da natürlich trotzdem noch ordentlich Gewinn obendrauf, man braucht sich ja nur überlegen, dass da das doch recht alte iPad 2 Chipset drinsteckt, da geht schon immer noch ordentlicher Gewinn selbst bei 329 Verkaufspreis.

    • Jakob

      Ich denke der A5 Chip ist da einer der kleineren Posten.
      Wenn man sich anschaut wie aufwändig das Ipad mini gebaut wird, wie klein die schrauben sind etc. Da geht mehr zeit drauf als beim iPad 100%
      Alle andere an dem iPad ist sonst neu, also mit der Argumentation der alten Technik = niedriger Preis kommt man hier nicht weit

      • ChiefPotato

        Doch, tut man schon, weis doch jeder, dass durch die Produktion in China (wo eben den Arbeitskräften vergleichsweise extrem wenig gezahlt wird) die Hardware Komponenten wesentlich mehr vom Geräte Preis ausmachen als der Arbeitsaufwand der Arbeiter pro Gerät.
        Eine Ausnahme stellt da nur das iPhone 5 da im Vergleich zu den anderen iOS Geräten weil da die Lackschicht so leicht Schaden nimmt, das treibt die Ausfallquote sowohl bei den Geräten als auch bei den Mitarbeitern in die Höhe.

      • Jakob

        nein.Wir haben von der Hardware gesprochen. Und nicht über die Arbeitskräfte. Und wenn, dann ist die
        Arbeitszeit ist beim ipad mini höher als teurer

      • ChiefPotato

        Macht immer noch nicht soviel Sinn, der schnellere neuere Chip kostet wesentlich mehr als kleinere Schrauben. Kleinere Schrauben kosten nur mehr wenn die Arbeiter wesentlich länger damit zu tun haben würden und dabei auch noch gut bezahlt werden würden.
        Ist aber leider nicht der Fall.
        Schau dir mal an wieviel die Arbeiter da im Monat verdienen (soweit man Zahlen dazu sehen konnte bisher fällt das pro Arbeiter pro Gerät dann kaum mehr ins Gewicht, da sind mehrere Hardware Komponenten wesentlich teurer)
        Man merkt es sowohl beim iPod Touch als auch iPad Mini: Apple tut da so nen alten Chip rein wie möglich (re noch halbwegs sinnvoll aktuelle aufwendige Apps ordentlich laufen lassen können), dann haben sie dadurch schon ne höhere Marge als einige der Konkurrenz, dann wird da noch an anderen Enden gespart und dann noch der übliche hundert Euro Aufschlag pro Speicherstufe und dann ist das vermeintliche Schnäppchen halt schnell ein überteuertes Ding mit Ablaufdatum wesentlich kleiner als ein Jahr (wenn man immer die neuesten Apps ordentlich laufen lassen möchte).

  • HO

    letztens war zu lesen, dass das display vom ipad mini nur 5 dollar günstiger ist, als das vom ipad 2. ein einstiegspreis von 299 dollar ist daher, sofern man halt halbwegs apple-typische spannen erreichen will, nicht möglich.

    zudem soll es ja produktionsengpässe beim display geben, evtl hätte man dann mit 299 dollar mehr nachfrage produziert, als man in den nächsten monaten hätte bedienen können.

    die vermuteten preis unter 299 dollar habe ich stets für unsinn gehalten. das ipad mini kostet in der produktion sicherlich mehr als ein nexus 7 (alu-rückseite, kamera, kompaktere bauweise, evtl teureres display da hier auf die igzo-technik gesetzt wird)… und da ist ein preis von 249,- oder 269,- einfach nicht drin.

  • HO

    ach so… zum thema “überhöhte upgrade preise”. natürlich spiegeln die aufpreise für lte und 32/64gb nicht den tatsächlichen komponentenpreis wider, es geht vielmehr um eine mischkalkulation… keine ahnung, aber ich würde mal auf einen durchschnittspreis von 400 dollar ipad mini tippen. wenn man das 64gb modell günstiger machen würde, müsste apple das 16gb teurer machen um den gewünschten durchschnittserlös zu erreichen.

  • http://www.eraser.org B. Braun

    Wie ich es schon mehrfach angemerkt habe, vor der Vorstellung des ersten iPads spekulierten alle ob es für 999$ auf den Markt kommt. Die 499$ hielt niemand für möglich. Die Konkurrenz versteht sich auf das reine Geschäft mit Contend, das will und kann Apple wohl nicht.

  • http://twitter.com/LuckyKvD LuckyKvD

    IMHO bei zwei Sachen hat sich Apple verspekuliert – 1. das iPad Mini ist trotz aller Beteuerungen einfach zu teuer, 2. das iPad 4 kam zu früh – beides hat dazu geführt, dass es diesmal keine Schlangen vor den Geschäften gab! Gut so! Ich liebe Apple Produkte aber jetzt versucht Apple uns Konsumenten abzuziehen! Dann noch die unsinnigen Patentklagen – irgendwann reicht es! Und die Innovationskraft der anderen wird immer besser und auch schneller auch gut so – vielleicht merkt Apple irgendwann das auch andere Hersteller schöne Produkte haben!

  • http://www.sebbi.de/ Sebastian H.

    Also wenn 7,9 Zoll besser wären als 7 Zoll, dann würden sich doch 8 Zoll mit 4:3 wohl verkaufen wie geschnitten Brot. Das Archos 80 9G wäre z.B. so ein Gerät: http://www.archos.com/products/gen9/archos_80_g9/specs.html?country=de&lang=de&#a

    1024×768 Auflösung, irgendein Multicore und in der Ausführung wie sie vor mir liegt auch ziemlich flott (1,5 GHz).

    Und ja, 4:3 ist für Websurfen durchaus besser geeignet (Android hat auch keine Probleme mit verschiedenen Seitenverhältnissen). Aber warum verkauft es sich nicht wie blöd? Das Display ist kein IPS Panel und es sitzt irgendwie 1 mm tiefer als der Rand, aber 200 Euro für so ein Ding? Ist doch toll … mein Tipp wäre Marketing und der relativ unbekannte Name “Archos” ;-)

    P.S.:Es hat hinten einen (internen) USB Anschluss an dem man ein 3G Modem nachrüsten kann oder auch andere Sachen anschließen könnte UND einen Speicherkarten-Slot :D

    • http://www.iphoneblog.de/ iphoneblog

      Ironie, mag ich.

      • http://www.sebbi.de/ Sebastian H.

        ;-) Es war durchaus ein wenig ernst gemeint. Die 10. Generation (so nennt es Archos) scheint auch bessere Bildschirme zu haben, aber von der Performance und den sinnvollen Erweiterungen (spielt so gut wie alles ab, optional mit Festplatte und 3G) her ist auch das oben genannte Tablet durchaus keine schlechte Wahl, während die 8. Generation eher mies war.

        Wer also unbedingt ein 4:3 Tablet mit Android sucht … da wäre eines ;-)

  • http://www.slatetalk.de coyanis

    Ich hielt mich bislang aus der Debatte weitgehend raus. Das hat zwei Gründe: Erstens ist das iPad mini kein Gerät für Besitzer eines iPads, sondern soll Kurs auf Neukunden nehmen. Zweitens ist die Frage nach dem Preis Definitionssache. Blos weil sich Amazon und Google weit unter Wert verkaufen, um den Verlust später mit dem Ökosystem zu verdienen, heißt es noch lange nicht, dass Apple sich für die selbe Strategie entscheiden muss.

    Wir sind glaube ich sehr verwöhnt worden vom Kuschelkurs Android und vergaßen deswegen, wie sich Apple selbst sieht. Der Konzern aus Cupertino befindet sich in der gegenwärtig besseren Position. Mehr als 85 Millionen verkaufte iPads in zwei Jahren sind eine nicht zu verachtende Zahl. Gewiss gibt sich Apple mit dem Status-quo nicht zufrieden, allerdings muss Apple eben nicht mehr den Markt mit Budget-Tablets zwecks Marktanteil infiltrieren, sondern kann ohne großes Risiko ein iPad mini (auch) zum Preis von 329 Euro verkaufen. Warum? Weil das iPad einen verdammt guten Ruf bei den Endkunden hat.

    • ronan

      Meiner Meinung nach ist das mini definitiv auch ein Gerät für derzeitige Besitzer eines normalen iPad.
      Ich hatte heute Gelegenheit das Kleine in einem örtlichen Elektromarkt in die Hände zu nehmen. Mein Fazit: Angenehm zu bedienen, super Verarbeitung und leichter in der Hand zu halten. Alle meine Bedenken hat das Gerät links liegen lassen. Wer -wie ich- vorhat, sich über kurz oder lang ein ernsthaftes Arbeitsgerät zuzulegen, der darf gerne und unumwunden einen Blick auf das mini werfen.
      Natürlich ist es eine eigene Klasse, welche sich in meinen Augen aber wider Erwarten zwischen iPhone und MacBook besser darstellt als das normale iPad. Punkt.

      • http://www.slatetalk.de coyanis

        Über die Positionierung des iPad mini kann man sich herrlich streiten, wenngleich das iPad mini genauso ein Tablet ist, wie das große iPad. Man muss sich eben fragen, wozu möchte ich mein iPad überhaupt nutzen. Soll es für mich ein rein mobiles Konsumgerät sein, welches die essentiellen Funktionen erfüllt, wie das Schreiben einer Email, das Surfen im Internet oder das Konsumieren von Musik, Spielen, Filmen sowie Büchern. Möglicherweise möchte ich aber auch einfach einen weitgehenden Desktop-Ersatz für Zuhause oder sporadisches mobiles Nutzen. Denn viele haben immer noch ein Problem damit, ihre teils sensiblen Daten offen mit sich herumzutragen.

        Wer sich über diese Frage ernsthaft Gedanken macht, wird nun eben endlich EINE Wahl zwischen günstigem, handlichen iPad mini und dem großen iPad haben. Ich bin inzwischen stark beeinflusst vom Retina-Display des iPad 3, ich habe mich an den Formfaktor gewöhnt und kann mir nicht vorstellen längerfristig mit dem iPad mini und dessen kleineren Display zu arbeiten.

    • http://www.sebbi.de/ Sebastian H.

      “Weit unter Wert”? Auch bei 200 Euro dürfte noch eine gute Marge enthalten sein, es ist ja nicht so als ob es nicht auch 100 Euro Tablets gäbe. Das Gefühl, dass etwas schon 300 Euro kosten muss um wertig zu sein, hat man hierzulande nur weil das das generelle Preisgefüge ist. Gehe nach Asien und staune über die Preise ;-)

      Nur weil da jetzt plötzlich ein höherwertiger Bildschirm drin ist, bedeutet das nicht, dass das Gerät dadurch in der Herstellung doppelt so teuer wird.

      Es mögen verschiedene Strategien sein, aber einen hohen Preis (bei Massenware) zu verteidigen ist irgendwie albern, oder nicht? Natürlich kaufen es die Leute auch für 329 Euro, genauso wie teurere Autos auch gekauft werden … hat doch niemand was dagegen und es ist auch ein tolles Modell, wenn man der einzige Verkäufer von dem heißen Scheiß ist. Ist Apple aber nicht mehr … ob sie das im Tabletmarkt noch lange sind? Bei den Smartphones sieht man ja schon wo es hingeht … zwar gibt es immer wieder Verkaufsrekorde für das iPhone, aber trotzdem sind 75% aller verkauften Smartphones Androidgeräte. Geräte, die zu normalen Preisen verkauft werden und nicht 600-800 Euro kosten (für ein Handy?!?!) ;-)

      • http://www.slatetalk.de coyanis

        An welcher Stelle verteidige ich den Preis selbst? Die Betonung lag auf der Preisgestaltung, die wir einem Konzern wie Apple nicht vorschreiben können.

        Die Einkommensstruktur sieht in Europa und den USA vollkommen anders aus, als in Schwellenländern wie z.B. in China oder Indien. Es ist klar, dass in diesen Ländern zu anderen Preisen Geräte hergestellt werden und das letztlich auch müssen, um sie verkaufen zu können. In Deutschland liegt das durchschnittliche Einkommen bei zirka 30.000 Euro (vgl. https://www.destatis.de/DE/Publikationen/Thematisch/VerdiensteArbeitskosten/ReallohnNetto/Reallohnindex.html ). Zudem kommen abgesehen von Materialkosten noch Kosten für Entwicklung, Marketing und Distribution hinzu. Es ist also nicht damit getan, ein 100 Euro-Gerät zu fordern, das auch moralisch betrachtet höchst fragwürdig ist. (Arbeitnehmerlohn in Produktionsländern).

        Sascha von MobileGeeks hat solche 100 Dollar Smartphones und Tablets schon mal in einem Video vorgestellt, insofern habe ich seit einiger Zeit tolle Budget-Smartphones auf dem Schirm.

        Zurück zum Thema: Der Markt wird sich selbst regulieren. Die Auswahl an Tablets mit einer Displaydiagonale von 7 Zoll ist groß. Nexus 7, Kindle Fire, Galaxy Tab und weitere werden wir in den kommenden Monaten noch zu Gesicht bekommen. Den gegenwärtigen Vorsprung von iOS wird Android garantiert mit hoher Geschwindigkeit einholen. Schließlich kann man ein Ökosystem mit mehr als 400 Millionen aktivierten Geräten als Unternehmen und als Entwickler nicht ignorieren. Kurzum wenn wir uns ernsthaft über die exorbitanten Preise für das iPhone 5 und iPad mini mokieren, dürfen wir sie nicht kaufen. Teufelskreis, ich weiß.

      • http://www.sebbi.de/ Sebastian H.

        Was hat denn das Einkommen hier damit zu tun wie viel die Produktion in China kostet? Ich sag doch nicht, dass wir uns hier keine 600 Euro Smartphones leisten können, aber das sind sie meiner Meinung nach einfach nicht wirklich wert, egal wie viel Marketing, etc noch dazu kommt. Bei Massenware spielt das keine so große Rolle ;-)

        Ich verstehe schon, dass man natürlich möglichst viel Gewinn mitnehmen möchte und das ist ja auch ok. Aber wie z.B. von Alex hier oder vor kurzem auf Engadget der Preis von diesen Gadgets verteidigt wird, ist ein wenig albern. Das meinte ich damit. Apple geht es scheinbar nicht um Marktanteile … ist auch ok.

        Attraktiv fand ich iOS als Entwickler nur genau so lange, wie Android irgendwie hässlich wirkte. Spätestens seit 3.0/4.0 ist das nicht mehr der Fall. Von den Möglichkeiten war Android sowieso schon immer überlegen. Wenn ich mich recht erinnere waren es die Geeks, die iPhones 2007 gekauft haben und ihre Bekanntenkreise überzeugten, dass sie das auch haben wollen. Jetzt haben Geeks eben Android und überall im Bekanntenkreis steht Samsung drauf. Mal sehen wie das nächstes Jahr wird … wenn Windows Phone nicht so eingeschränkt wäre, könnte ich mir durchaus vorstellen das auch mal auszuprobieren ;-)

      • http://www.slatetalk.de coyanis

        Aber natürlich muss man in dieser Frage differenzieren. Es macht marktwirtschaftlich betrachtet keinen Sinn die Produktionskosten 1 zu 1 auf den hiesigen Markt zu übertragen. Am besten schaust du dir mal solche Kalkulationen an.

        Über die Verarbeitungsqualität kann man sich von mir aus gerne streiten, allerdings habe ich bis heute kein Tablet in der Hand gehabt, das annähernd so hochwertig verarbeitet war wie das Apple iPad. Die Kernfunktionen sind doch mehr als zufriedenstellend umgesetzt, für alle anderen sind die Entwickler von Apps zuständig. Viele, und da beziehe ich mich explizit auf meine täglich genutzten, sehen unter iOS um Welten besser aus. Wenn es sie überhaupt für Android gibt.

        Das Apple iPhone 5 ist im Gegensatz zur Konkurrenz nicht aus Plastik gebaut, sondern setzt auf eine Kombination aus Aluminium und Glas. Auch dahingehend muss man sich ganz einfach fragen, brauche ich ein günstiges Android-Smartphone, oder gefällt mir das iPhone oder eben iPad in Gänze so viel besser, das ich mich für dieses entscheide. Das ist eine Gewissensentscheidung. Ob das nun 100 Euro mehr kostet oder nicht, juckt mich als Langzeitnutzer doch überhaupt nicht. Eine Generation auf die nächste folgend mache ich doch als Otto-Normal-Verbraucher überhaupt nicht mit.

        Nun zurück zum Thema Marktanteile: Apple hat mit dem iPhone 5 bis heute große Schwierigkeiten mit der Auslieferung hinterherzukommen. Marktanteile definierst du ständig durch Android und iOS, obwohl es da draußen ein ganzes Rudel konkurrierende Hersteller gibt. Die einen finden mit ihren eigentlich soliden Produkten (Sony) nicht in den Markt, die anderen (Samsung) verkaufen gleich 30 Millionen S3. So hat Samsung einen deutlich höheren Marktanteil im Android-Ökosystem als es z.B. LG, Huawai haben. Obwohl sie auch keine 100-Euro-Geräte anbieten. Das neue iPhone 5 wurde nach Apples Angaben am ersten Wochenende über 5 Millionen Mal verkauft. Bis heute ist es nur eingeschränkt verfügbar, die Nachfrage übersteigt folglich deutlich das Angebot. Solange sich dies so fortsetzt, wird iOS auch noch in den kommenden Jahren bestehen. Du wirst doch nicht ernsthaft glauben, dass Windows Phone einen ähnlich großen Marktanteil innerhalb so kurzer Zeit aufbauen kann. Ziemlich unwahrscheinlich. In die andere Richtung sieht es ähnlich aus.

      • http://www.sebbi.de/ Sebastian H.

        Der Preis ist mir, wie du oben schon geschrieben hast, eigentlich ziemlich wurst. 100 Euro mehr oder weniger … was soll’s. Aber die Verteidigung eines Preises in Blogs ist irgendwie eigenartig.

        Und dann der andere Punkt. Als ob Aluminium und Glas (welches Display besteht nicht aus Glas?) hochwertiger oder teurer als Plastik wären. Vor vielen Jahrzehnten war Aluminium mal teurer als Gold, aber die Zeiten sind lange vorbei. Ich habe kein Problem mit Plastik ;-)

      • http://www.slatetalk.de coyanis

        Ich bin mit dir völlig dakor, was die Preise für das iPhone 5 oder die iPads angeht. Jedoch war auch das erste iPhone unfassbar teuer, gegenüber den bisher erhältlichen Handys. Apple ist gelungen Geräte zu Premium-Preisen an die Mitte der Gesellschaft zu verkaufen. Das gelang einerseits durch geschicktes Marketing, sodass wir das iPhone, ebenso wie alle anderen Apple Produkte, als Lifestyle wahrgenommen haben. Das ist bis heute so, deswegen wird sich am Preis auch in Zukunft nichts ändern. Andererseits durch ein hervorragendes Design mit Wiedererkennungswert. Zur Strategie könnte man ewig diskutieren…

      • http://www.sebbi.de/ Sebastian H.

        Das erste iPhone wurde nach kurzer Zeit stark im Preis gesenkt. Habe mir das im September 2007 für unter 400 Dollar besorgt. Einfach so … im Laden. Erst beim nächsten iPhone sind sie auf das Subventionierungsmodell umgestiegen damit keiner merkt, dass es auf einmal 600+ Dollar kostet (499 Dollar hat damals die 8 GB Variante vor der Preissenkungen im Herbst gekostet, so weit ich weiß).

        Die Strategie bringt Profit, aber nicht viele Marktanteile. Das kann man positiv sehen, oder auch nicht … der Marktführer kann eben wie das Wort schon sagt den Markt führen. Wenn sich Google entscheidet HTML5 Apps oder ihren Native Client zu benutzen und alle unterstützen das auf einmal, dann muss wohl auch Apple nachziehen. Man wird sehen … vielleicht haben wir ja auch in 2014 nur noch Windows Phones :D

      • http://www.slatetalk.de coyanis

        Das mag durchaus zutreffen, jedoch haben Apple-Produkte dieses Image bis heute nicht verloren. Premium-Lifestyle zum Premium-Preis. Komisch, dass sich jetzt, wo iPad und iPhone mehr als denn je ausgereift sind, alle über die Preise aufregen. Fakt ist, dass es für einen Großteil der Kunden keinen Unterschied macht, ob sie 200 Euro oder 300 Euro zahlen. Solange sie das Gefühl haben, für ihr Geld ein solides, nachhaltiges Produkt gekauft zu haben. Ich will nur damit sagen, wir werden uns nicht besser fühlen, wenn Apple einen aggressiven Kurs hin zu Marktanteilen unternehmen würde. Abgesehen von den dadurch entstehenden Kapazitätsdefiziten, würde früher oder später die Verarbeitungsqualität leiden.

        Ich weiß, wir reden etwas aneinander vorbei. Im Grunde genommen, gebe ich dir vollkommen recht, dass z.B. das iPhone 5 verdammt teuer geworden ist. Trotzdem ist das iPad mini nicht so unverschämt teuer, wie du es gerne darstellst. Nimm’ dir mal ein paar Minuten Zeit, gehe in einen Apple Store, um dir das iPad mini aus der Nähe anzusehen. Apple hat finde ich schon ein verdammt hochwertiges, technisch solides Gerät vorgestellt, das seinen Preis wert ist. An dieser Feststellung kann man rumnörgeln oder für sich entscheiden, okay, das iPad mini ist mir zu teuer und erfüllt nicht den Zweck, den es für mich erfüllen sollte, daher entscheide ich mich für ein Open-Source Android-Tablet. Die Apple-Welt war doch schon immer viel kleiner, trotz des Höhenfluges wird sich dieser Anteil auch in den kommenden Jahren problemlos halten können.

      • http://www.sebbi.de/ Sebastian H.

        Ja, wir reden ein wenig aneinander vorbei ;-) Macht aber nichts. Den Preis finde ich lediglich unverschämt, wenn man sich die Upgrades vom Basismodell anschaut. 100 Euro Stufen sind da einfach unverschämt, das müsste jeder, der sich in den letzten Jahren einen USB-Stick oder eine SSD gekauft hat merken, aber das ist nun auch kein Apple spezifisches Problem ;-)

        Ich wollte zwar immer ein iPad, aber kein so großes. Leider hat Apple erst jetzt ein kleines herausgebracht und ich die Gelegenheit dadurch die Androidseite zu sehen und tja … der Zug ist leider abgefahren. Wie bei den Smartphones hat man (als Entwickler/Bastler/Geek) mit Android mehr Möglichkeiten. Aber das ist eine andere Story…

        Was hochwertige Produkte angeht, mal wieder ein Autovergleich. Da setzt man sich in 50000+ Modell, schaut sich die Mittelkonsole an und fragt sich wie das passieren konnte. Genau so geht es mir bei iOS … da sind einige Sachen drin, bei denen man sich wirklich fragen muss was das soll? Und damit hat das ganze “hochwertige” Image für mich einen Kratzer ;-)

      • Peter Mueller

        Die Kosten für die Bauteile des iPad mini werden auf knapp 190$ geschätzt.
        Quelle: http://www.spiegel.de/netzwelt/web/isuppli-berechnet-die-kosten-von-kindle-fire-hd-ipad-mini-und-surface-a-865284.html

        Sprich: bei einem Verkaufspreis von 200$ würde Apple draufzahlen.

      • http://www.sebbi.de/ Sebastian H.

        Das Stichwort ist “geschätzt” … und nochmal, sie könnten es auch für 500 Euro verkaufen, mir ging es eigentlich mehr um die Verteidigung des Preises – welcher auch immer – in diversen Blogs. Das ist albern ;-)

      • Peter Mueller

        Mir ging es nur darum Deine Behauptung, dass auch bei 200,- eine gute Marge drin sein sollte, zu widerlegen. Diese Behauptung ist nämlich Unsinn. Zudem ist es natürlich nicht alleine mit den Kosten der Komponenten und der Fertigung getan. Da muss noch einiges mehr auf den Gerätepreis gerechnet werden: Marketing, Forschung, Lieferung, etc, etc…
        Damit mag ich keinen Preis rechtfertigen, sondern nur halbgaren Milchmädchenrechnungen entgegentreten ;)

      • http://www.sebbi.de/ Sebastian H.

        Also ich sag einfach mal, dass eine Firma wie Apple bei einem Produkt, dass sich millionenfach verkaufen wird, sicher keine signifikanten Marketing, Forschung und Lieferkosten pro Gerät hat. Falls das Zusammenbauen eines iPad Mini tatsächlich 190 Dollar kosten sollte wären bei 200 Euro Kaufpreis zwar keine große Marge drin, aber es ist noch kein Verlust. Und das nächst teurere Modell holt das alles wieder raus, da der Kunde hier 100 Euro für etwas im Gegenwert von 3-4 Euro bezahlt …

  • fred

    da gibt es nur einen grund: es gibt immmer noch/vermehrt deppen, die bereit sind apple solche irrwitzigen margen zu bezahlen, ganz einfach, punkt, aus!

    da die heutigen kleingeistigen teenies lieber nen überflüssiges iphone haben wollen, anstatt nen führerschein/auto, ist diese ganze ios kagge total trendy geworden und da spielt die vernunft keine rolle mehr.

    eigentlich könnte apple das ipad mini bestimmt sogar teurer als das normale verkaufen, denn das mini ist voll das geile neue feature, genau wie der ifön5 den man mit einem durchschnittlichen daumen bedienen kann.

    vor jahren war ich hardcore apple user, aus überzeugung.

    heute kann ich nur noch ein zitat von einstein bringen: es gibt 2 dinge die grenzenlos sind: das universum und die menschliche dummheit. beim universum war er sich aber noch nicht ganz sicher ;-)

    ich freue mich schon wenn diese apple hysterie in 2-3 jahren endlich zu ende geht, dem himmel sei dank!!!

    • http://www.iphoneblog.de/ iphoneblog

      Mutiger Tipp.

      • ronan

        Aber auf kurz oder “lang” wahrscheinlich zutreffend. Apple verliert von Jahr zu Jahr seine Innovationen, seine Qualität, sein “Apple-sein”.
        Derjenige der Apple vorantrieb war einfach Steve, und ich denke das kann jeder so unterschreiben. Ob er es nun persönlich war oder seine Visionen sei dahin gestellt.
        Natürlich wird Apple auch noch einige Zeit so weiterlaufen wie die letzten Jahre. Aber irgendwann ist die treibende Kraft vergessen, der normale Betriebsstandard kehrt ein. Apple wird es schwer haben wieder zu “vergangener Größe” zurück zu kehren.
        Soweit mein mutiger Tipp.

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  • Joschka

    ich finde es ja aber auch immer noch sehr interessant das bei elektronischen Produkten in der Regel ausschließlich die Produktionskosten gesehen werden. Klar ist das der Hauptfaktor. Allerdings darf man nicht ganz vergessen das da auch noch Faktoren wie Marketing, Personalkosten, Entwicklung und so weiter reinrutschen. Klar hat Apple da ordentlich drauf gehauen, sonst hätten sie nicht solche zahlen gemacht in den letzten Jahren. Aber wenn das mini 2 Jahre gebraucht hat bis es serienreif war sind das schon ordentliche Entwicklung und Personalkosten. Mich wundert es halt nur das Google und Amazon diese Kosten ja anscheinend nicht wieder haben wollen. Bzw auf den Content umlegen wollen. Aber Gewinnzahlen sind bei diesen beiden Unternehmen auch ordentlich zurückgegangen oder stagnieren. Da finde ich persönlich (und ich als Firmenchef würds genauso machen) die Apple Strategie besser. Und solange Kunden den (wie ich finde) gerechtfertigten Preis Zahlen brauchen sie nix ändern.

  • http://twitter.com/Member_Tree Jens

    Soeben habe ich mir das iPad mini angesehen. Ich bin total beeindruckt von der Qualität. 329 Euro, jeder Cent davon ist es wert. Leute schaut euch es selbst an und urteilt danach. Vom Display war ich sehr angenehm überrascht, zumal in den Medien recht negativ berichtet wurde. Ich glaube man sucht nur etwas negatives. Ich bin voll begeistert!

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