von Alex Olma
14. Februar 2013 – 14:29 Uhr

Rdio oder Spotify?

Im Winter 2008 erhielt ich meinen ersten Spotify-Account – den Ersten vergisst du nie. Nach vier Jahren wechsle ich nun die Lager. Die ersten drei Testmonate von Rdio haben mich überzeugt. Das Zünglein an der Waage: die iOS-App.

IPhoneBlog de Rdio a

Rdio auf iPhone und iPad (kostenlos; universal; App-Store-Link) ist seinem älteren Konkurrenten um Meilen voraus. Die Adjektive schlicht, durchdacht und stilvoll übertrumpfen aus allen Design-Perspektiven die angestaubte Optik des Musik-Streaming-Urgesteins, der seit Monaten Jahren jegliche Veränderung scheut. Im Gegensatz dazu: Rdio erhielt erst am gestrigen Mittwoch einen neuen Shortcut, bei dem sich durch einen längeren Fingerdruck ein elegantes Untermenü ausrollt. Solche Experimente wagt der Spotify-Riese nicht (mehr).

Die iOS-Anwendung tut sich bei mir als ausschlaggebendes Kriterium hervor weil der Musikdienst in den heimischen vier Wänden seine Beats ohnehin direkt durch die Sonos-App (endlich mit der überfälligen iPhone-5-Anpassung) pumpt. Die Desktop-Clients bekomme ich daher so gut wie nie zu Gesicht. Doch selbst als intensiver Nutzer der Mac-Programme käme Spotify nicht besser weg. Mit dem iTunes ähnlichen Miniplayer und der abgestimmten Minimal-Optik punkte ‘in meinen Augen’ Rdio auch hier.

IPhoneBlog de Rdio c

Außerdem nett: Der Underdog bietet eine Art Remote-Transfer-Funktion, bei dem die Mac-App die Songs auf dem iPhone ändert – oder umgedreht. Über den Button ‘Stattdessen hier abspielen‘ zieht man die aktuelle Wiedergabe auf ein anderes Gerät um. Dazu ist es nicht notwendig die Musikstation, die ich gerade verlasse, zu pausieren. Es ist also egal wo der Musikstrom läuft, innerhalb meines Accounts kann ich ihn beliebig von Gerät zu Gerät schubsen – ohne regelmäßige Warnhinweise ertragen zu müssen.

Klar, alles kann sich ändern. Ein Redesign oder ein simples Update nutzt die Gunst der Stunde und wirft alle meine vorherigen Absätze an Beschwerden über den Haufen. Aber genau dafür pflegen wir monatlich kündbare Abos. Und schon deshalb ist die Musik-Flat für Spotify im Telekom-Netz, bei der man sich mindestens für drei Monate verpflichtet, keine wirkliche Option. Ganz abgesehen von den Aspekten der Netzneutralität – auch wenn ich nachvollziehen kann, das es reizvoll ist sich diesen ‘Unterwegs-Traffic’ bei gleichem Preis zu sparen.

Wichtiger Hinweis zu Rdio: Monatspakete bucht man günstiger über die Webseite – die In-App-Preise sind frech überzogen.

IPhoneBlog de Rdio b

Und ja: Eine Gegenüberstellung des (sich ständig verändernden) Songkatalogs ist nicht zu leisten. Es ist ohne Frage ein wichtiges Kriterium (Spotify gibt offiziell 20+ Millionen Musiktitel in ihrem weltweiten Werbeprospekt an; Rdio ist mit 18+ Millionen dabei), aber nur der persönliche Geschmack ist ausschlaggebend.

Beim Design und im Umgang mit der App fällt mir eine Wahl jedoch nicht schwer. Rdio liegt hier weit in Führung, auch wenn ich die unzähligen Webseiten mit vorgefertigten Spotify-Playlisten vermisse.

  • bluestorm

    Ich bin nun mehrfach hin und her gewechselt und ich muss sagen, bei sind mittlerwele die Playlist und die deutlich größere Verbreitung der ausschlaggebende Grund bei Spotify zu bleiben. Besonders wir für Partys öfter mal Playlists anlegen und dann untereinander teilen. Aber sonsten kann ich dir nur zustimmen, designtechnisch ist Spotify eine Katastrophe.

  • http://facebook.com/mueller.joh Johannes Müller

    Ochne.. Nicht schon wieder was neues.. Dann muss ich ja wieder meine ganzen Playlisten und Faved Songs umziehen..

    • stq66

      Und genau deswegen verwende ich iTunes. Da weiß ich was ich habe, muss nicht umziehen und hab alles unter meiner Kontrolle.
      Und iTunes Match/in the Cloud funktioniert seit iOS 6 bei mir ohne jede Probleme.

  • http://twitter.com/marco79 ᗰᗩᖇᑕO

    Ich war schon bei Rdio, lange Zeit bei Simfy und seit einem Jahr wieder bei Spotify. Ich bleibe erstmal bei Spotify aus mehreren Gründen: Telekom-Tarif-Option, verbreitete Playlists, Shazams “Open in Spotify”. Die iOS App, vor allem für’s iPhone, gehört deutlich überarbeitet. Allerdings erstelle ich meine Playlists am Desktop und nutze die mobile Version rein zum anhören. Zu Hause streamt Spotify im Hintergrund auf dem Mac mini via Airfoil in die Zimmer und wird nur via ‘SpotRemote’ am iPhone bedient.

  • Linuxuser1

    Ich wünsche mir einen derartigen Dienst von Apple mit der gesamten iTunes Bibliothek für Musik, Serien und Filme (Original- und Landessprache). Das wäre mir wohl 30€ im
    Monat wert. Wird nur leider nicht passieren :/.

  • http://twitter.com/davidhellmann David Hellmann

    Rdio fällt raus da es keine Favoriten Funktion hat. Das ist sehr schade. Die Apps werden aber besser und schicker, dass muss ich auch sagen.

  • derlinzer

    Hat jemand eine Idee, wie man Rdio austricksen kann, um es auch in Österreich nutzen zu können?

  • http://www.androidradar.de/ Leif

    Ein weiterer Pluspunkt bei Rdio ist der Familiy Plan. Etwas dass bei Spotify schon seit Ewigkeiten von den Nutzern gewünscht wird, aber soweit ich weiß, bis heute nicht integriert wurde.

    Für mich hat sich jedoch beides nicht so wirklich gerechnet. Vieles dass ich dann mal hören wollte gab es weder bei Spotify noch Rdio, und mehr wie ein Album im Monat kaufe ich mir aufs Jahr gerechnet eh nicht. Da fahr ich mit Google Music und seiner Cloud, oder meinetwegen auch Amazon oder iTunes, deutlich günstiger und besser. Zumal die Künstler dort dann wenigstens noch ein klein wenig mehr bekommen, wenn auch nicht viel.

  • http://twitter.com/digitalpanic digitalpanic

    Ich glaub ich werde dieser Empfehlung mal folgen. Die Spotify iPhone App ist wirklich eine Zumutung. Außerdem funktioniert Rdio im Browser und ist damit für mich vielseitiger nutzbar.

  • http://twitter.com/davidhellmann David Hellmann

    Was nervt ist die Bedienung von Rdio. Das man nicht mehrere Titel markieren kann um sie in die Liste zu packen. Das man den aktuellen Song in der Playerleiste nicht in Playlisten einordnen kann. Hmmm :)

  • http://twitter.com/drsteino drsteino

    Ich wollte eigentlich Rdio jetzt mal testen, aber es eigentlich unmöglich von Spotify zu Rdio zu wechseln. Zuviel kann Rdio nicht. Und es fängt schon bei so unglaublich einfachen Sachen an wie mehrere Songs zu markieren (am Mac). Die Mac-”App” (HTML5 lässt grüßen) ist dabei die größte Frechheit. CMD+A klicken, in einer Playlist, markiert nicht etwa alle Songs darin (was ja wie bereits erwähnt nicht geht), sondern markiert das komplette Interface. Dialoge, wie z.B. das löschen einer Playlist, mit Enter bestätigen geht nicht. Überhaupt kann man die Tastatur nicht wirklich benutzen, da man nix markieren kann, kann man ja auch kein Backspace drücken um was zu löschen. Doppelklicken auf einen Eintrag in der Playlist spielt diesen nicht ab. Ein einfaches Stern setzen gibt es nicht, man muss zweimal klicken oder per Drag and Drop einen Song zu seiner Sammlung hinzufügen. Dann kann man diese Sammlung aber nicht mit dem iPhone syncen, das geht nur mit Playlists. Dann gibt es keine Möglichkeit lokale Songs mitzunehmen die z.B. nicht im Rdio Katalog sind und und und. Schade um die gute iOS App, aber erstmal muss ich meine Songs verwaltet kriegen und das ist eigentlich unmöglich.

    • http://twitter.com/drsteino drsteino

      Hab jetzt nach ca einer Stunde meine starred Spotify Songs in einer Rdio Playlist. Und kann diese nicht öffnen, vermutlich sind zuviele Songs in der Playlist (müssten um die 1100 sein). Jetzt steht überall man soll für solche großen Ansammlungen von Musik eben keine Playlists nehmen, sondern die “Sammlung”, aber die kann ich wieder nicht mit dem iPhone syncen. “Schlechte” iOS Apps hin oder her, Spotify funktioniert einfach an vielen Stellen wo Rdio katastrophal versagt.

  • Baschdi

    Rdio is echt vieel schöner was die Apps angeht. Aber die “Apps” in Spotify sind top um neue Musik zu finden und unfassbar viele Leute die ich kenne nutzen Spotify (wieder ein Pluspunkt bei der Entdeckung neuer Musik). Würde lieber Rdio nutzen irgendwie, aber Spotify macht mich trotzdem mehr an … :/ … wo bleibt Apples Dienst? Eigentlich hätte ich das gerne alles in einem hübschen iTunes und im Systemplayer auf iPhone & iPad.

  • http://twitter.com/heikokrebs Heiko Krebs

    Ich habe für mich auch einen Monat lang Rdio getestet, bin allerdings anders als du wieder zu Spotify zurück gekehrt. Und zwar weil ich eh kaum noch mobil Musik höre (da laufen nur noch Podcasts) und mir daher die Apps egal waren.
    Was mich bei Spotify aber überzeugt hat, waren die Apps in Spotify selber. Ich weiß eh nie was ich gerade hören will und einige praktische Apps nehmen mir da verdammt viel Arbeit ab und erleichtern mir es enorm für mich passende Musik zu finden oder einfach mal was zum duddeln zu haben. Die Apps habe ich wirklich vermisst bei Rdio, die kuratierten Playlists die dort angeboten werden haben mich nicht überzeugt und waren gefühlt auch vieeeel weniger als bei Spotify.

  • M0rre

    Auch ich habe Rdio nun ausprobiert aber direkt wieder deinstalliert…
    gleich die erste Playlist die ich abonnierte beinhaltete 50% Songs welche in DE nicht verfügbar sind… solche Beschränkungen kenne ich von Spotify nicht.

  • http://twitter.com/danchoize Daniel von Seld

    ich wollte deinem tip folgen, aber schon bei den ersten 5 Suchen wurden jeweils mehr als die hälfte der Songs als “Unavailable” (.. in your Region) angezeigt. Ein deutlicheres Zeiche gibt es für mich nicht. Ich bleib fürs erste bei iTunes.

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  • Thomas Panzner

    und heute: Spotify oder Rdio?

    • http://www.iphoneblog.de/ iphoneblog

      Rdio.

      • Thomas Panzner

        danke

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