von Alex Olma
27. Februar 2013 – 15:08 Uhr

Brydge+ – ein Kickstarter-Keyboard fürs iPad

Diese Kickstarter-Impulskäufe kosten mich irgendwann noch Haus und Hof. Eine der letzten Verführungen ist die iPad-Tastatur ‘The Brydge+‘ – eine Überraschung aus vielen Perspektiven.

IPhoneBlog de Brydge iPad a

Meiner Spontanfinanzierung im letzten Sommer folgten Monate der Reue. Die 150 US-Dollar investierte ich im Affekt; wenige Tage vor dem Ende der Kickstarter-Aktion erreichte das Logitech Ultrathin Keyboard Cover die finnischen Elektronikgeschäfte.

Wie viele iPad-Tastaturen darf man besitzen, bevor die eigene Kreditkartenfirma Betrug wittert?

Die Monate verstrichen und das Brydge+ ließ auf sich warten. Das iPad mini feierte seinen Release und der Kauf eines zusätzlichen Keyboards für das 9.7-Zoll-Tablet erschien immer unnötiger.

In der letzten Woche dann die Überraschung aus UK: Nicht die Sendung selbst führte zu Luftsprüngen sondern die Qualität des Kickstarter-Keyboards. Die Chiclet-Tasten klicken auf Augenhöhe mit der offiziellen Apple Wireless BT-Tastatur und übertrumpfen mit einem (leicht besseren) Druckpunkt sogar das Ultrathin. Es ist jedoch der Aluminium-Körper, der die Plastik-Konstruktion von Logitech in den Schatten stellt. The Brydge+ fühlt sich wie ein MacBook Air an – und dieser Ersteindruck hält sich.

Seit 10 Tagen schreibe ich die ersten Versionen aller meiner Artikel auf dem Brydge+. Zwei Tasten müssen dazu ins Muskelgefühl wandern. Anstelle der rechten ‘Shift’-Taste trifft man anfangs gerne ‘PgUp’; und ein übermotivierter Fingerspreiz zum ‘Backspace-Key’ findet ab und an den Standby-Mode.

Abgesehen von diesen zwei Ausnahmen, die sich hätten durchaus vermeiden lassen können (Platz wäre da), ist es unglaublich befriedigend ein mobiles iPad-Keyboard in einem verwindungssteifen Aluminium-Gehäuse unter seinen Fingern zu wissen. Gummifüße halten die solide Klapp-Konstruktion an Ort und Stelle.

IPhoneBlog de Brydge iPad b

Die zwei Aufhängungen, die sogar ein iPad mini aufnehmen (auch wenn das nicht vorgesehen ist), bieten frei wählbare Neigungswinkel und sorgen dafür das die iPad-Rückseite in keiner Position auf dem Tisch aufliegt (und so möglicherweise verkratzt). Unabhängig davon wie weit man das Display nach hinten drückt, erreicht man nie den Punkt, an dem das Gewicht des iPads das Keyboard aus der Balance schaukelt. Das hat jedoch seinen Preis: The Brydge wiegt 534 Gramm – ähnlich viel wie das iPad selbst.

Die integrierte Batterie ist vergleichbar mit dem Logitech (das eine kleine Ewigkeit ohne Micro-USB-Ladung auskommt).

IPhoneBlog de Brydge iPad c

Mir ist klar das 130 Euro für ein iPad-Keyboard absurd erscheinen (die Variante mit Built-in Stereo Speakers kostet sogar 160 Euro). Das ändert jedoch nichts daran, dem kleinen Indie-Hardware-Studio, dass diese Keyboard-Kombo für das iPad aus dem Boden stampfte, ihren Erfolg zuzuschreiben. Und dieser fällt eindeutig aus: Das Brydge+ ist keine iPad-Tastatur von der Stange und als Kombi-Lösung derzeit eines der besten Bluetooth-Griffbretter.

  • http://www.heimtechnik.com Helmi

    Das lustige ist ja, dass Logitech sowas für ungefähr die Hälfte des Preises bauen könnte mit seinen Möglichkeiten, stattdessen aber lieber tendenziell (nicht immer minderwertiges) Plastik verbaut.

  • http://www.appleoutsider.de/ AppleOutsider.de – Sebastian P

    Obligatorischer Troll-Kommentar: alles was jetzt noch fehlt ist eine Maus.

    Wobei so trollig ist das gar nicht. Ich habe seit letzter Woche beidseitig Symptome an beiden Ellenbogen die ziemlich klar in Richtung Tennisarm gehen – als ziemlich eindeutiges Resultat davon dass ich die ganze Zeit in einer zurückgelehnten Position sitze und mein iPad Mini in einer oder beiden Händen halte. Es ist ziemlich offensichtlich dass sich das doch geringere Gewicht, das ich ohne Probleme halten kann und deshalb das mini auch nicht mehr aus der Hand legen will, durch die Griffhaltung auf die Sehne auswirkte die genau auf der Außenseite am Ellenbogen entlang führt. Seit knapp drei Tagen fahre ich jetzt nur noch mit dem linken Arm Auto weil mein rechter durch die Benutzung der Maus am PC schon leicht in Mitleidenschaft gezogen ist.

    Mit dieser Tastatur könnte ich das iPad mini recht gut auf einem Tisch verwenden, aber wo liegt dann bitte noch der Sinn? Außerdem müsste ich, um einen Kommentar von John Gruber zu recyceln, einen Mac mit Touchscreen in Desktop-Position bedienen und das führt nach kurzer Zeit zu lahmen Armen.

    Um ehrlich zu sein habe ich heute hier gesessen und mir gewünscht, Google Glass zu haben um die Links auf dem Bildschirm des Mini anzuklicken. Das ist meiner Ansicht nach auch das exakte Einsatzgebiets von Glass – Bedienung ohne Maus. Ich bin mir ziemlich sicher dass Gruber daran auch schon gedacht hat, es aber noch nicht hingeschrieben hat.

    Von daher – Eyetracking wäre meiner Ansicht nach die Zukunft zusammen mit der Spracherkennung von Glass in einer ähnlichen Aufmachung oberhalb einer Brille. Hoffentlich sieht sich Apple dazu beflissen, so ein Produkt zu entwickeln. Wobei ich nicht denke dass es vor 2018 was damit werden könnte.

  • Daniel Schneller

    Cooles Teil, nur in der Tat ein bisschen zu teuer. Kleinigkeit: Build-in -> Built-in

    • http://www.iphoneblog.de/ iphoneblog

      Danke. Ich schiebe die Schuld auf die Autokorrektur :)

  • http://twitter.com/LuckyKvD LuckyKvD 

    Keine deutsche Tastatur = No Go

    • http://www.iphoneblog.de/ iphoneblog

      Softwareseitig natürlich schon.

  • http://www.eraser.org B. Braun

    “Micro-USB-Ladung”, Oh Apple wann kann man bei euch mit allgemeinen Standards rechnen? Vermutlich nie und so ist man gezwungen zwei Kabel mit sich rum zu schleppen oder einen überteuerten Adapter… Kopf-Tisch

  • http://twitter.com/ChrLucassen Christoph Lucassen

    Das Keyboard von Logitech kostet auch schon 90 Euro. Dann beträgt die Preisdifferenz “nur” noch 40 Euro. Ein Aufpreis, den ich für diese grandiose Qualität sehr gerne Zahle.

    Mein Brydge kam vorletzte Woche an. Ich war zunächst am überlegen, ob ich es wirklich behalten soll, aber das Produkt hat mich wirklich überzeugt. So elegant verarbeitet. Aufgeklappt sieht es auf den ersten Blick wie ein MacBook Air aus. Grandios!

    Das Logitech Ultrathin Keyboard gefällt mir optisch auch recht gut. Hat zudem ein deutsches Tastaturlayout. Aber die Art, dass ich die Tastatur erst wie ein SmartCover an meinem iPad befestige, dann abnehme, um es schließlich in die Schreibposition zu stellen, sagt mir gar nicht zu. Wenn ich mein iPad schon wie ein MacBook aussehen lassen möchte, dann bitte auch richtig! Mit Brydge wird es ein “iPadBook Air” sozusagen. :-)

    Also nochmal: Brydge ist teuer, aber seinen Preis jeden Cent wert!

    Ich bin nur gespannt, wie langlebig das Gerät ist. Die Steckbefestigung erfolgt ja nur mithilfe festgeklebter “Gumminoppen”. Mal sehen, wie oft ich mein iPad vom Keyboard befreien darf, bis das Gummi etwas Halt verliert.

  • Michi P

    Lieber Alex, danke für dein review. Bin auch einer der Backer (250$ für die Limited Ediition bezahlt..) und werde nun schon seit Wochen auf eine baldige Lieferung vertröstet. Eigentlich sollte ich ja zu den ersten 250 gehören, die ein Brydge+ mit Speakern in den Händen haben sollten. ABER: Die Kommunikation der 3 Herren ist katastrophal, bitte lies dir mal die Beiträge bei den Updates durch…
    Ich warte, wie viele andere auch auf (die längst überfällige) Lieferung..

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