von Alex Olma
13. Mai 2013 – 17:17 Uhr

Nach 2173 Tagen mit iOS…

The problems we see with apps, and social, and files on iOS are things that evolved over the past 6 years: Apple now needs to think about laying a conceptual framework for how they’ll work in the next 5 years.

Benedict Evans

iOS entstammt einer Zeit, die keine Apps kannte. Trotz kleiner Kursanpassungen (‘Open in…’, ‘Multitasking’, etc.) stehen die zugrundeliegenden Betriebssystem-Mauern heute wie damals. Das war (und ist) richtig und wichtig wenn man die Entwicklung seit 2007 bedenkt, mit der iPhone und iPad mindestens zwei Industrien grundlegend umkrempelten und dabei auch technisch weniger interessierte Menschen an die Hand nahmen.

Mittlerweile geht jedoch mehr. App-Store-Software ist an einem Punkt angelangt, an dem iOS das Zusammenspiel zwischen Programmen ausbremst und schlimmstenfalls sogar stoppt. Ins Auge stechen Workflows, bei denen man kontextabhängig Programme wechselt und nicht nur (willkürlich) durch Software-Silos springt.

Gemeint sind Arbeitsabläufe, die iOS nicht einfach nur ‘anders’ anpackt (Stichwort: Vollbild-Apps); hier geht’s um Verknüpfungen, bei denen iOS mehr könnte. Die immer wieder genannten Beispiele betreffen den eleganten App-Wechsel oder die (komplette) (iPad-)Tastatur-Steuerung. Nicht selten fehlt (mir) das schlagfertige ⌘-SPACE-Tastaturkürzel auf einem externen Keyboard, das am Desktop den treuen Begleiter Alfred aufruft um eine Wörterbuchsuche zu starten, Google bemüht oder Zugriff auf die letzten Einträge der Zwischenablage gewährt.

Auch Spotlight, die systemweite iOS-Suche, die erst mit iPhone OS 3.0 die Bühne betrat, erfuhr bis heute nur minimale Erweiterungen. Da wäre mehr drin. Warum (taschen-)rechnet Spotlight bis heute nicht? Wo ist der QuickLook auf einzelne Dokumente?

IPhoneBlog de Poster

Meinen eigenen Arbeitsablauf für Webveröffentlichungen habe ich mit Writing Kit, Pythonista und Poster bereits teilweise automatisiert[1]. Die genannten Änderungen beschreiben essentielle Verbesserungen ohne das vertraute System gravierend umzubauen. Und nur eine robuste Inter-App-Kommunikation lässt überhaupt Fragen nach einem erweiterten Dateizugriff zu.

Die (derzeit) omnipräsente Design-Frage, für mich auch zweitrangig, ist ähnlich gelagert. Kleine Änderungen der Standard-UI-Elemente mit einheitlichen (und klaren) Strukturen reichen für iOS 7 wahrscheinlich schon aus, um ein Gefühl von frisch und neu zu vermitteln.


    • An Writing Kit (4.49 €; universal; App-Store-Link) schätze ich (mittlerweile) die komfortablen Markdown-Formatierungen (inklusive Preview-Feature), die leserliche Schrift ‘Avenir’ sowie den Dropbox-(Backup-)Sync.

      Pythonista (5.99 €; universal; App-Store-Link) stampft über diese Skripts iOS-Screenshots oder Fotos (aus einem ‘Camera-Connection-Kit‘-Import) auf die korrekte Weblog-Breite.

      Poster (2.69 €; universal; App-Store-Link) besticht durch sein reduziertes Design, importiert Blogbeiträge für WordPress direkt aus der Zwischenablage oder dem Dropbox-Ordner und wandelt obendrein Markdown-formatierte Texte vor der Veröffentlichung in HTML um.

  • http://www.blognoob.de/ BlogNOOB

    Für WordPress gibt es diverse Plugins, die beim Hochladen die Bilder gleich passend skalieren (z.B. “Resize images before upload” http://wordpress.org/extend/plugins/resize-images-before-upload/ ).
    Welchen Vorteil bietet hier Pythonista als zusätzlichen Schritt im Arbeitsablauf?

    • http://www.iphoneblog.de/ iphoneblog

      Es lässt sich auch jede andere Bildbearbeitung für den Rezise verwenden – das Skript ist lediglich schneller.

      An Plugins binde ich mich ungerne. Die Gründe sind dafür vielfältig (Zuverlässigkeit, Abhängigkeit, Sicherheit).

  • http://twitter.com/SebSemmi Sebastian Semmler

    An sich hätte ich auch gerne mehr Möglichkeiten für Workflows in iOS. Aber will und braucht das die Masse wirklich? Wenn ich mich in meinem Umfeld umschaue, habe ich da meine Zweifel… leider.

  • http://twitter.com/karlimann karlimann

    Ich glaube auch, daß die Masse das gar nicht benötigt. Und Apple wird in der Richtung mit iOS 7 nix machen, oder kaum etwas. Das ist zumindest meine Vorhersage

    • http://www.eraser.org B. Braun

      Wenn Apple in der Richtung nix macht, dann ist das iPhone 4s wohl mein letztes Smartphone von denen. Der Leidensdruck ist schon jetzt groß, ein iPhone 5s oder 6 mit einer leicht geänderten Oberfläche und etwas besserer Hardware reicht mir nicht, da muss schon mehr kommen.

  • Marco Köck

    schonmal dran gedacht ein Android Tablet zu verwenden ;)?

    • http://www.iphoneblog.de/ iphoneblog

      Nee, die Software ist mit zu schlecht :)

      • Marco Köck

        dafür gibts vernünftiges multitasking
        bei samsung tablets sogar split screen

        und viele der bekannten Ios apps sind inzwischen auch auf android annehmbar

      • http://twitter.com/SebSemmi Sebastian Semmler

        “annehmbar” ist das neue “hat sich bemüht”? ;)

      • http://twitter.com/LordSticky LordSticky

        Made my day! :D

  • http://thtouch.leberwurstsaft.de leberwurstsaft

    Also das Rechnen in Spotlight mag auf dem Mac ja noch in Ordnung gehen, aber in iOS taugt die Idee nix und hat dort nix zu suchen. Man will doch nicht ernsthaft mit der Onscreen-Tastatur wegen kurzer Rechnungen erst umständlich herumfummeln. Zumal der Geschwindigkeitsvorteil auch wegfällt, wenn man erst zu Spotlight wechseln und dann die Tastatur umstellen muss. Einfach die (am iPad eine) Rechner-App und gut. Alternativ Siri so erweitern dass sie rechnet. Spotlight ist jedenfalls nicht der richtige Ort.
    Wenn man aus Spotlight in iOS noch was machen will, dann lieber Erweiterbarkeit, so dass auch Drittapps ihre Datenbestände durchsuchbar machen dürfen.

    • http://twitter.com/brainseller Frank Fuchs

      Bin gerade ganz schockiert, dass Siri nicht rechnen kann.

      • http://egghat.blogspot.com/ egghat

        Kann es das in den USA durch die Integration von Wolfram Alpha vielleicht? (Würde es erklären)

      • http://www.iphoneblog.de/ iphoneblog

        Genau. Siri rechnet über Wolfram|Alpha – bei englischsprachiger Eingabe.

  • Pingback: Linktipps 13.5.13 (11:44) – 13.5.13 (22:44) › Netzentzug.de

  • http://egghat.blogspot.com/ egghat

    Ich kann nur zustimmen. (OK, Rechnen in Spotlight wäre jetzt nicht unbedingt meine Lösung)

    Es ist ziemlich unfassbar, dass wir mit “Audiobus” live und realtime Audio durch mehrere Apps schleifen können. Aber das für simple Apps mit Text oder Bildern nicht geht :-(

    Wir bekommen mit Drafts (oder dem von dir beschriebenen Workflow; muss ich mir mal anschauen) zwar kleine Schritte in die richtige Richtung, aber das ist weder smooth noch App-übergreifend oder gar Apple-like.

    Ein weiterer Punkt, an dem Apple unbedingt was machen muss, ist die Tastatur. Die ganze Cursor Positioniererei und Copy-Paste Logik ist ein PITA. Das zeigen die ganzen Editoren, die allesamt die Tastatur erweiteren. Alle auf ihre Art und dann natürlich immer nur innerhalb des einen Editors, an anderen Stellen sind die Gesten und Tastenbelegungen wieder anders. Arghhh. Hier ist Android durch die systemweite Ersetzbarkeit der Tastatur vorne (auch wenn ich persönlich mit dem viel gehypten Swype nichts anfangen kann. Mit würden Zusatztasten oder- gesten für Cursor links/rechts Wort vor/zurück schon reichen). Ich fand schon damals die Idee von Apple, die Tastatur vom iPhone (nahezu) 1:1 auf das iPad zu ziehen, geradezu grotesk. Das iPad ist fast dreimal so groß wie das iPhone. Bei solchen Größenänderungen habe ich doch ganz andere Möglichkeiten und muss das eigentlich noch mal von vorne durchdenken …

  • http://www.eraser.org B. Braun

    Es würde ja schon ausreichen wenn Apps die Daten in der iCloud ablegen und man diese dann von anderen Apps erreichen könnte. Oder aber ein Verzeichnis mit Unterordnern welches dann wahlweise auf die iCloud synchronisiert werden kann.
    Mit Siri rechnen, eher nicht, aber wenns das könnte schön.
    Die Oberfläche gehört mal poliert und angeglichen, solche Unfälle wie das Gamecenter-Design regen mich zum Kopfschütteln an.

    • http://twitter.com/SebSemmi Sebastian Semmler

      Für den Ordnerkram gibt es Dropbox

      • http://www.eraser.org B. Braun

        Ja eben. Man muss auf Lösungen von Anbietern zugreifen, mit iCloud könnte man das genauso machen.

      • http://twitter.com/SebSemmi Sebastian Semmler

        ich finde das jetzt nicht so das Problem, dass man auf einen Drittanbieter zugreifen muss. Schlussendlich sind unsere Anwendungswünsche eine Nische

      • http://www.eraser.org B. Braun

        Es geht doch darum welche Klimmzüge man machen muss um das gewünschte Ergebnis zu bekommen. Das hatte Alex neulich in seinem Beitrag über seinen Verzicht auf ein Macbook bei der re:publika deutlich gemacht. In Pages konnte er ein PDF erzeugen, das musste er über Umwege umbennnen um es schlussendlich per Mail zu verschicken. Das ganze über drei Apps und viel getippe, ziemliches gewürge aus meiner Sicht.

      • http://twitter.com/SebSemmi Sebastian Semmler

        ja, aber ich glaube für solche Aufgaben ist iOS einfach nicht geeignet und ich sehe auch nicht, dass Apple in diese Richtung denkt. Dafür ist immer noch ein Mac besser!

      • http://www.eraser.org B. Braun

        Richtig, aber mit ein paar wenigen Änderungen wäre iOS dazu in der Lage. Der Jailbreak zeigt doch was gingen wenn Aplle nur ein klein wenig anpassen würde.

      • http://twitter.com/SebSemmi Sebastian Semmler

        ich weiß leider nicht so, was da auf der Jailbreakseite abläuft. Gibt es da vielleicht ein Video dazu, was du meinst.

      • http://www.eraser.org B. Braun

        So richtig gute Videos dazu habe ich nicht gefunden, die meisten sind von Kiddies die iFile dazu nutzen Spiele zu manipulieren. In diesem Video ab Minute 4:44 ist ein kleiner Einblick ins Programm, Apple könnte das sicher eleganter lösen http://youtu.be/AJ-8oY0PNdc

      • http://twitter.com/SebSemmi Sebastian Semmler

        ach, du willst einen richtigen File Browser… nee, ich dachte über diesen Diskussionstand wären wir seit 2 Jahren hinweg

  • http://twitter.com/SebSemmi Sebastian Semmler

    Grube hat in der aktuellen Talk Show Folge gemeint, iOS ist so erfolgreich, weil es einem gerade bestimmte Dinge nicht machen lässt. Und ich halte das nicht für abwegig. Es kommt halt unserem (Geeks/Nerds) Wunsch nach einem komplexerem System á la Mac OS X nicht entgegen.

  • http://thosch.blogsite.org Thomas Schewe

    Wie hast Du die Fußnote erstellt? Hast Du mal die entsprechende MultiMarkdown-Funktion (wird von Writing Kit unterstützt) ausprobiert?

    Macht definitiv schönere Fußnoten. Musst dann aber das MultiMarkdown von Writing Kit in HTML umsetzen lassen und in Posts einfügen.

    • http://www.iphoneblog.de/ iphoneblog

      Ja, wird unterstützt. Ich benutze: [^1] und dann in der Fußnote [^1]:

      • http://thosch.blogsite.org Thomas Schewe

        Du lässt das Markdown dann aber von Posts konvertieren, oder?

        Das Erhebnis von Writing Kit gefällt mir erheblich besser. Die Referenzen sind hochgestellt und ohne die IMHO störenden eckigen Klammern drum.

      • http://www.iphoneblog.de/ iphoneblog

        Ah, stimmt. In diesem Post habe ich es am Desktop gemacht. Ja, die hochgestellten Referenzen gefallen mir auch besser.

  • Ugo Arangino

    Kann es sein das Poster nicht mehr im Sorte ist :O

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