von Alex Olma
19. Juli 2013 – 14:30 Uhr

(Auch) deshalb boomt Freemium, In-App-Kauf und Werbefinanzierung

Gentlemen! ist derzeit Tablet-only und auf beiden Plattformen ohne Lite-Version (4.49 €; Android / iPad). Entwickler Lucky Frame vermerkt für seine iOS-Titel durchschnittlich eine Piratenquote von zirka 20-Prozent.

  • Lukas Bergmann

    Erschreckend. Zeigt mal wieder eindrucksvoll, wie wichtig doch das
    geschlossene System iOS ist, auch wenn das viele nicht wahr haben wollen. Wo
    wäre das Qualitativ hohe Angebot an Apps, wenn es für die Entwickler keinen
    Anreiz gäbe. Bloß nichts bezahlen für eine App, auch wenn man das Geld hat.
    Wobei man bei Android unterstreichen muss, das man bis vor kurzem ausschließlich
    mit Kreditkarte bezahlen konnte, weshalb ich ebenfalls Leute in meinem
    Bekanntenkreis habe, die auf Kopien zurückgreifen.

  • http://www.monkeyonrails.de/ Thomas

    Gibt es eigentlich Apps von Google die kostenpflichtig sind?

    Zu den Zahlen brauch man wohl nichts zu sagen. Ist einfach nur ne Schande was da passiert…

  • lazee

    Wird die Piracy-Quote von iOS und Android auf die exakt gleiche Weise ermittelt? War die Promo für die App in iOS und Android exakt gleich? Mag es gar sein, dass iOS / Android-User nicht exakt dieselben Zielgruppen sind? Wird hier auch impliziert, dass es 2462 x 4.49€ entgangene Umsätze sind – wie schon die MP3-Lobby argumentierte? Fragen über Fragen.

    • Alex

      Da das Spiel für beide Plattformen von selben Entwickler stammt, kann man wohl davon ausgehen, dass die Messmethode identisch ist. Und man kann ebenfalls davon ausgehen, dass die Werbung/Promo identisch ist, da man wohl jedes mal, wenn man Werbung schaltet, oder in jeder Promo-Aktion auf beide Plattformen hinweisen wird. Alles andere wäre blödsinnig.

      Niemand hat impliziert, dass jede Raubkopie ein entgangener Gewinn ist. Aber einige der Raubkopien sind das mit Sicherheit. Es gibt natürlich Leute, die grundsätzlich alles und jedes raubkopieren und niemals etwas zahlen wollen, aber nicht alle Leute sind so (zumindest behaupten viele das).

      • lazee

        Du gehst aber von ganz schön viel aus. Allein die Piracy-Rate nach 3 (!) Tagen mit dem Durchschnitt des Entwicklerstudios allgemein zu vergleichen, ist Statistikfälschung at it’s best. Lass es auf einer Piracy-Site gefeatured werden, dann haste auch viel Piracy in kurzer Zeit. Davon auszugehen, dass das Promo Budget genau gleich ist, halte ich für naiv. Android-Versionen werden nahezu überall weniger beworben.

      • Alex

        Von was gehe ich denn “viel” aus? Du scheinst in meinen Kommentar einiges hineinzuinterpretieren, was dort gar nicht drin steht.

        Und was das Budget angeht, habe ich mir die entsprechende Web-Seite mit Videos und Presskit usw. angesehen, und in allen war gleichberechtigt die Verfügbarkeit für iOS und Android angegeben. Wie gesagt, da es das gleiche Spiel ist, macht alles andere auch kein Sinn. D.h. außerhalb der jeweiligen AppStores für iOS und Android ist die Promo/Werbung so wie’s aussieht identisch.

      • lazee

        Natürlich hab ich deinen Comment gelesen, da steht wortwörtlich das du davon “ausgehst”, dass die Messmethode für Piracy identisch ist, dass du davon “ausgehst”, dass Promo identisch ist.

        Natürlich gehst du auch nicht auf die unbequemeren Argumente wie “Zielgruppe” und “erst seit 3 Tagen im Store” ein :)

        Es ist regelrecht lächerlich das nach 3 Tagen mit (mehreren) Apps zu vergleichen (nicht nur dieser einen App) die wahrscheinlich seit > 1 Jahr im Store sind, Zitat: “Entwickler Lucky Frame vermerkt für seine iOS-Titel durchschnittlich eine Piratenquote von zirka 20-Prozent.”

        Ich bezweifle nicht, dass die Piracy-Quote auf Android höher ist. Aber nach drei Tagen ein Resultat zu ziehen ist schlicht doof. Nimm irgendeine gut besuchte Piracy-Site, sagen wir 20000 Besucher am Tag (und das ist ja eher untertrieben bei “gut besucht”), von denen ziehen sich das 3000 allein aus Neugierde. Der Pirat ist nicht sehr wählerisch. Der Käufer schon. >4€ ist auch kein typischer App-Preis, dass die Android-Fraktion hier sensibler reagiert, ist kein Geheimnis. So gesehen hatte die App innerhalb von drei Tagen wahrscheinlich einfach bessere Promo bei den Piraten. Presskit etc. sagt dir auch nicht viel über die Reichweite von Promoaktionen. Ich nehme an man kann sowohl Apple als auch Google Werbegelder zahlen, damit man auf der Front Page des Stores gefeatured wird. Ist das geschehen, im selben Umfang? Was ist mit anderen Kampagnenformen, wirklich exakt gleich? Sowas beeinflusst die Absatzzahlen vorallem in kurzen Zeiträumen extrem. Da man vom Android-Markt von Vornherein weniger erwartet, gibts hier meist auch kleinere Budgets oder schlampigere Planung der PR beim Release. Ein Teufelskreis.

        Wer weiß, vielleicht braucht der Entwickler auch eine Rechtfertigung, um sich die Mehrarbeit für Android in Zukunft zu sparen. Vielleicht mag er Android nicht oder wurde mehr oder weniger gezwungen, es auch da anzubieten. Da mach ich in der Außenwirkung natürlich nitpicking damit meine Kunden in Zukunft verstehen, dass ich kein Android mehr anbieten will. Wer weiß.

        Klar, der Android-Markt lohnt sich noch nicht so sehr wie der Appstore. Aber die Zahlen da halte ich wirklich nicht für repräsentativ.

      • http://www.iphoneblog.de/ iphoneblog

        “Ich nehme an man kann sowohl Apple als auch Google Werbegelder zahlen, damit man auf der Front Page des Stores gefeatured wird.”

        Nein, kann man nicht.

      • Alex

        So wie’s aussieht, ist das Spiel für Android und iOS gleichzeitig erschienen, die Promo-Videos und Web-Seiten behandeln Android und iOS gleichberechtigt, und die CodeBase dürfte auch die selbe sein. Daher ist kaum davon auszugehen, dass meine Annahmen irgendwie unrealistisch sind. Sieht Dir das ganze doch einfach mal selbst an…

        Die “übliche” Aufmerksamkeitsspanne für ein App (außer eines, was Apple/Google direkt auf der Startseite des Stores promotet), liegt bei wenigen Tagen und geht dann steil nach unten. D.h. natürlich sind die Zahlen noch nicht endgültig, aber als ersten Trend kann man die Zahlen nach 3 Tagen schon mal heranziehen.

        Und nein, man kann Apple KEINE Werbegelder zahlen, um auf die Start-Seite zu kommen.

        Auch die Unterstellung, dass der Entwickler nur eine Rechtfertigung sucht, um Android fallenzulassen ist irgendwie lächerlich. Das wird einfach ganz praktisch entschieden. Entweder es lohnt sich, dann gibt es weitere Apps, oder es lohnt sich nicht, dann gibt’s eben keine weiteren Apps.

        Ich weiss gar nicht, was Dich daran so aufregt, dass Du unbedingt die Raubkopien so sehr verharmlosen willst (ausser natürlich wenn man annimmt, dass Du selber Raubkopierer bist, wozu passen würde, dass Du Dich ja offensichtlich auf den Piraten-Seiten gut auskennst. Aber das will ich Dir nicht unterstellen… ;-)

      • http://www.appleoutsider.de/ AppleOutsider.de – Sebastian P

        Du musst das verstehen,

        Lucky Frames Mama hat gesagt es herrscht so lange Stubenarrest bis sie für Android entwickeln und jetzt suchen sie nur nach Ausreden warum sie trotzdem raus dürfen ;-)

        lazee ist einer von der Sorte die meinen sie wüssten bescheid während im Endeffekt nur die eigene verschobene Realität spricht.

        Das ist seit 1990 so. Damals ist der Amiga dran eingegangen dass es immer Argumente gab warum es gar nicht so schlimm ist wenn alle kopieren. Guck Dir das Kickstarter-Video zu Leisure Suit Larry an – die haben damals mehr Lösungshefte als Spiele verkauft.

        Das ist dann auch mein Argument bezüglich Freemium.

        Freemium existiert weil Mama und Oma ein iPad haben, nicht weil die Leute die Steam und Origin installiert haben keine Vollpreistitel kaufen.

  • Christian1313

    In weit stellt der Tweet eine Aussage zum Freemium Boom auf iOS dar?

    • http://www.iphoneblog.de/ iphoneblog

      Weil Freemium erst später zur Kasse bittet. Verlorene Einnahmen durch Kopien sind mitnichten ein dominierender Free2Play-Grund, tragen aber durch die Möglichkeit des Probespiels zur besseren Finanzierung bei.

      • Christian1313

        Alles Möglich. Leider erschließt sich das nicht aus dem Artikel. Das ist alles Glasskugellesen.
        Vielleicht verkauft er auf IOS ohne ‘Lite’ – Version sehr viel.
        Vielleicht aber auch nicht.

        Es gibt sicher viele Beispiele welche die im Titel implizierte Aussage bestätigen. Gerade auf iOS bezogen gibt der Tweet und die weiteren Informationen im Artikel eine Aufschluss über den möglichen Segen von Freemium.

iPhoneBlog–Social

Sponsorship

Support

App Store

Wer eine beliebige iPhone-App im App Store über diesen Link kauft, seinen Mac mit Software aus dem Mac App Store beglückt oder ein Produkt seiner Wahl bei Amazon bestellt, unterstützt das iPhoneBlog mit einem kleinen Prozentsatz des (unveränderten) Kaufpreises.

Flattr verteilt Mikrozahlungen, mit denen Ihr persönlich diesem Blog kleine Aufmerksamkeiten zukommen lasst. Über diesen Button; jeden Monat neu. Vielen Dank dafür!

Archiv

Gastfreundschaften