Der M7 Coprozessor

von Alex Olma | 11. September 2013 | 10:52 Uhr

But the really interesting – and in the long-term important – sensor in the iPhone 5S is the M7, a “motion co-processor” which allows it to measure data from the accelerometer, gyroscope and compass without draining the battery as heavily as would be required if the A7 processor were used. Effectively, using the CoreMotion API, apps can access data about movement all day, without destroying the battery life.

Ian Betteridge | Macgasm

Ein dedizierter Chip zur stromsparenden Erfassung aller Bewegungsdaten, vom Beschleunigungssensor über das Gyroskop bis zum Kompass, gewinnt für mich in der gestrigen 5s-Präsentation den Oscar als bester Nebendarsteller.

Ohne den Power-A7 anzuwerfen zeichnet der M7 mit ob man (spazieren) geht, joggt oder im Auto fährt. Fitness-Tracker wie das Fitbit One, Jawbone Up oder Nike Fuelband müssen sich zusätzliche Spezialisierung antrainieren wenn sie zukünftig einen Mehrwert (und damit ein Verkaufsargument) schaffen wollen. Runtastic, Moves und Co. lesen schon heute die Dokumentation zur CoreMotion API.

IPhoneBlog de Nike Plus Move

Doch hier enden die 'Sidekick'-Features des M7 nicht. Alle Berechnungen erfolgen kontextsensitiv und kosten plötzlich kaum noch Strom. Die gemeinsame Schnittstelle ermöglicht auch genrefremden Apps in diesen Datenpool einzutauchen. Keine Push-Benachrichtigungen bei laufender Autonavigation, automatischer Musikwechsel beim Auslaufen, Erkennung von persönlichen Schrittmustern, usw..

  • smirk

    Interessant was da noch kommt, grade in Bezug auf ein Hauseigenes wearable

  • Alex

    Der M7 zeigt wieder mal den großen Unterschied zwischen Apple und Samsung! Während Samsung versucht so schnell wie möglich mit einem halb durchdachten Gadget am Markt zu sein (Galaxy Gear) testet Apple über lange lange Zeit die Möglichkeiten die sie haben. Dieser Chip ist doch sicher ein Fedversuch für die iWatch.

    • http://www.sebbi.de/ Sebastian H.

      So ein Blödsinn …

      Der Unterschied zwischen Apple und Samsung ist, dass ein Samsung Gerät mit irgendeinem Armbändchen immer noch hunderte Euro preiswerter ist als jedes iPhone.

      • http://www.iphoneblog.de/ iphoneblog

        Aber nicht die aktuelle Kombination aus Gear + Galaxy.

      • http://www.sebbi.de/ Sebastian H.

        Galaxy S4 16 GB gibt es ab 439 € … iPhone kostet 700 € … was kostet die “Gear” oder andere Fitnessbänder?

      • Thorsten

        Doch, einen Unterschied gibt es noch… Das “Gear” ist so ein Klotz am Arm, dass man gar nicht mehr laufen mag….

      • http://www.sebbi.de/ Sebastian H.

        Also ich möchte jetzt nicht behaupten, dieses “Gear” Ding wäre hübsch oder auch nur praktisch, aber ein iPhone am Arm wäre doch wohl noch mehr ein Klotz ohne den man nicht laufen mag, oder? ;-)))

      • Thorsten

        Richtig… Deswegen bleibt das iPhone ja auch in der Tasche… und die iWatch in der Entwicklung ;)

  • MrAlbrecht

    Damit werden die komischen Armbändchen dann quasi fast unnötig, nette Geschichte durchaus

  • Timo

    Um das mal klar zu stellen: Das erkennen von verschiedenen Bewegungen ist ein API feature und nicht unbedingt ein Chip-Feature. Der Chip vorher konnte das auch. Was sich mit hoher Wahrscheinlichkeit geändert hat sind die Interrupts im Chip selber. Es gibt für verschiedene Chip verschiedene Interrupts die verschiedene Zustände signalisieren. Hier ein Beispiel: http://www.st.com/st-web-ui/static/active/en/resource/technical/document/datasheet/CD00274221.pdf “Free-fall detection; Motion detection”. Tritt ein Interrupt auf “feuert” die ISR (Interrupt Service Routine), welche anschließend dann die beworbene API “aufweckt” und ausführt.

    Spricht das ist alter Kaffee. Es sind ein paar mehr Interrupts hinzugekommen – das wars,

    • http://www.sebbi.de/ Sebastian H.

      Würde mich auch nicht schockieren wenn beim iFixit Teardown dann einfach eine MPU9050 von Invensense der “M7″ ist ;-) … die hat ja auch einen eigenen Microcontroller drauf und gibt Quaternionen aus und diverse Interrupts für diverse “Gesten” … zusammen mit einer kleinen Fifo muss die Haupt-CPU dann nicht mehr so oft aufwachen um die Daten abzuholen … mehr wird das nicht sein.

      • Timo

        Exakt so etwas stelle ich mir da vor. Aber genaueres weiß man natürlich nicht.

    • http://www.iphoneblog.de/ iphoneblog

      Und ein erheblicher Batteriegewinn…

      • Timo

        Dazu kann ich nichts genaues sagen. Eigentlich reden wir da von wenigen µA. http://www.acmesystems.it/www/DAISY-7/LIS331DLH.pdf Das ist der Beschleunigungssensor vom iPhone 5. Das Datenblatt sagt 250µA. http://passthrough.fw-notify.net/download/400464/http://www.pololu.com/file/download/L3G4200D.pdf?file_id=0J491 das ist das Gyroskop aus dem iPhone 5 – 6.1mA. Die Chips selber sind also nicht das Problem. Es muss ein weiterer Prozessor im M7 sein der NUR für die Berechnungen zuständig ist und die Interrupts an dem A7 sendet. Und ja das spart Batterie – soviel wie der vorherige Prozessor eben für die bestimmte Zeit verbraucht hat.

        Man geht also her und lässt die Berechnungen auf einem separaten Chip durchführen der viel weniger power hat und deswegen auch weniger Strom verbraucht.

        Klever. Aber noch besser vermarktet von Apple. Wie gesagt das ist keine Raketentechnik. Quadcopter machen das teilweise auch.

        Insofern stimmt deine Aussage Alex, wollte die auch nicht dementieren. Es hatte nur den Eindruck gemacht als hätte Apple da jetzt was neues erfunden.

      • Alex

        Ich hatte das so verstanden, dass der neue Chip die erforderlichen Berechnungen praktisch ununterbrochen durchführen kann, ohne viel Strom zu verbrauchen. Vorher wurden die erforderlichen Berechnungen wegen des Stromverbrauchs eben nur bei Bedarf durchgeführt. Und der Chip kann dann auch alle Sensoren miteinander verknüpfen, was vorher nicht immer gemacht wurde, weil eben zuvor nur die Sensoren verwendet wurde, die explizit von Apps angefordert wurden.

      • http://www.sebbi.de/ Sebastian H.

        Bei einer Batteriekapazität von 2000 mAh kann ein Gerät 24 Stunden lang betrieben werden, wenn es nicht mehr als 83 mA Strom braucht. Die Sensoren sind kein Problem, da sie im µA bis niedrigen mA Bereich liegen. Es gibt Sensoren, die alle Berechnungen schon on Board ausführen und nur noch die Orientierung zurückgeben. Wenn man nun einen genügend großen Puffer hat und die entsprechenden Interrupts (siehe http://www.invensense.com/mems/gyro/mpu9150.html, der vermutlich von Apple als M7 bezeichnet wird, als Beispiel für so einen Chip, den es schon seit Jahren gibt) ist das mit dem Strom sparen wirklich kein Problem mehr.

        Keine Raketentechnik, aber super vermarktet ;-)

    • PandaSuplex

      In kurz: der M7 “Coprozessor” ist ein kleiner ARM Cortex M3 o.ä. Kern, der sich effizienter um das ständige Auslesen und Verarbeiten der Sensordaten kümmern kann, als die dicke Berta A7. Die kann dann länger im Sleepmode bleiben.

  • Linuxuser1

    So etwas hätte ich mir eigentlich eher in der ominösen iWatch vorgestellt. :D

    Aber so macht es wenigstens mal Sinn die Fitness-Apps immer laufen zu lassen.

    • Zwenti

      Ich hoffe doch stark dass dieser Chip in einer Apple-Uhr Einzug finden wird.

  • kf

    Sehr spannend. Nun könnten Apps wie Zombies, Run! theoretisch mehr Zombies erscheinen lassen, wenn man zu langsam als das vorher eingegeben Ziel läuft und so weiter. Mein Nike Fuelband würde ich trotzdem nicht wegwerfen.

  • torstend

    so nett der M7 ist, der A7 verdient etwas mehr Aufmerksamkeit.
    Der erste 64bit kern in einem mobilen Apfel. Wozu braucht apple eigentlich noch intel?

  • ChiefPotato

    Klingt extrem nach dem Ding das auch im Moto X ist. Ne feine Sache wenns gut funktioniert (wovon in dem Fall auszugehen ist =) )
    Ich sehe das aber eher als Testlauf und gleichzeitig Vorbereitung für andere Sachen die Apple vielleicht schon im nächsten Monat, wenn nicht dann wohl doch innerhalb der nächsten paar Monate zeigt.

  • Stubber2

    Für die Feature des letzten Abschnitt wäre es aber notwendig, dass der Nutzer oder der Entwickler zugriff darauf hat, welche Ereignisse der M7 ausgibt! Und das ist bei iOS 7 nicht der Fall. Programme wie Tasker die bei Android weitverbreitet sind, wird es bei Apple nicht geben und damit auch keinen Mehrwert für den Kunden.

    • http://www.iphoneblog.de/ iphoneblog

      Doch, siehe: CoreMotion API.

  • http://www.appleoutsider.de/ AppleOutsider.de – Sebastian P

    Ich würd vorschlagen wir warten erst mal ab und finden raus, wie das mit der Batterielaufzeit ist. Ich kann mir schwer vorstellen dass der M7 das Stromsaugen des GPS-Systems signifikant verringert aber wie wir ja gestern festgestellt haben ist meine Fantasie, beflügelt durch “Experten”, nicht wirklich der beste Anhaltspunkt.

    Will sagen – das Posting hier kommt ca. 10 Tage zu früh.

    • PandaSuplex

      Von GPS hat keiner geredet, nur von den anderen Sensoren und der Verarbeitung der von denen gelieferten Daten.

      • http://www.appleoutsider.de/ AppleOutsider.de – Sebastian P

        Stimmt da hast Du Recht. Mich hat das “im Auto unterwegs sein” auf den falschen Gedanken gebracht. Mir ist dann eingefallen dass es ja wichtig ist zu unterscheiden, ob jemand gerade mit dem Tracker in der Tasche in einem Fahrzeug sitzt – dabei muss ja nur die Auswertung erfolgen “Ok er hat sich bewegt, aber das war kein Schritt, er sitzt, also zähle ich das jetzt nicht”.

        Guter Punkt, Danke für den Hinweis! :-)

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