[update II] Apple überträgt heutiges Musikevent per Live-Video-Stream
von alex olma | 1 September 2010 | 01:12 Uhr
Apple überträgt sein diesjähriges Musikevent – am heutigen 01. September um 19 Uhr unserer Zeit – mit einem Live-Video-Stream ins Internet.
Per ‘HTTP Live Streaming’ sind die Ankündigungen aus dem Yerba Buena Center in San Francisco damit über jeden modernen Webbrowser sowie einen Mac mit 10.6 und Safari sowie iPhone, iPod touch oder iPad zu empfangen.
Update
Die letzte Direktübertragung einer Cupertino-Veranstaltung dürfte dem Jahr 2004 entstammt. In welchem Ausmaß das neue Apple-Rechenzentrum in Maiden, North Carolina dabei bereits zum Einsatz kommt, ist nur zu vermuten. Die Ankündigung per Pressemitteilung, weniger als 24-Stunden vor der Veranstaltung, lädt jedoch zu reichlich Spekulationen ein.
Neben neuen iPod nanos mit Touchscreen geisterte am heutigen Tag auch das Gerücht einer Netflix-Unterstützung für die zweite Generation vom AppleTV durch den Webseiten-Wald. Prädestiniert für die Integration eines solchen Content-Anbieters wäre zweifelsfrei das iOS-Betriebssytem. In Form von (App-Store-)Apps ließen sich neben den eigenen iTunes-Angeboten kinderleicht Vertriebskanäle für Hulu und Co. nachrüsten. Auch die Kategorie Videospiele, bei denen iPod touch oder iPhone als Joystick am iTV im Wohnzimmer fungieren, sind nicht abwegig.
Das das kommende Live-Video-Angebot in überhaupt keinem Zusammenhang mit einem neuen Apple-Produkt steht, erscheint mir zum jetzigen Zeitpunkt unwahrscheinlich.
via ApplePR
Update II
Für die HTTP-Live-Streaming-Übertragung ist Mac OS X mit 10.6 inklusive Safari erforderlich. MacRumors verlinkt einen holprigen Umweg und eine Test-Webseite.
‘iSub Music Streamer’ – iOS-Fernzugriff für ‘Subsonic’
von alex olma | 31 August 2010 | 16:26 Uhr
Bevor Apple am morgigen Mittwoch Sendezeit eingeräumt bekommt, iTunes im Jahr 2010 mit möglichen Streaming-Lösung auf ein zeitgerechtes Niveau zu heben, hier ein bereits funktionsfähiger Konkurrent. Subsonic bezeichnet sich als ‘Free Music Streamer’, der in mundgerechten Java-Installationspaketen für Windows, Mac OS X, Ubuntu oder Fedora vorliegt.
Wer ein Server- oder Rechner-System mit den entsprechenden Betriebssystemen und einer Verbindung zur iTunes-Bibliothek oder den entsprechenden Musik-Ordnern im Zugriff weiß, verteilt damit seine Lieblingsklänge an alle Geräte, die irgendwie am Netz hängen.

An dieser Stelle von Interesse ist bekanntlich weniger der Konsum über den gängigen Webbrowser oder die Android- respektive Adobe-AIR-App, sondern ein annehmbarer iPhone-Ableger. Zwei Programme empfiehlt Subsonic selbst: Z-Subsonic (3.99 €; App Store-Link) gefiel mir (graphisch) beim ersten Ausprobieren nicht so gut wie der ‘iSub Music Streamer‘ (3.99 €; App Store-Link). Und weil die Server-Software schon keine Augenweide ist, entstammen, die hier verwendeten Bildschirmfotos, der Anwendung von Ben Baron. Es funktionieren jedoch beide App-Store-Angebote problemlos.


Funktionieren bedeutet: Aus der Bibliothek, die nach einer kleinen Spende auch per individueller URL (“name.subsonic.org”) über das Internet verfügbar ist, lassen sich Titel, Alben und Interpreten auswählen und (mit iOS 4 auch im Hintergrund) abspielen. Wer in Regionen mit schlechtem Empfang sitzt, kurbelt die Bitrate ein wenig nach unten. Die Cache-Status-Anzeige informiert über das temporär zwischengespeicherte Song-Repertoire.
Wiedergabelisten, Bookmark-Funktionalität sowie Lyrics- und Cover-Unterstützung runden den sehr musikalischen Gesamteindruck, von einer (möglicherweise) weit entfernten Musik-Sammlung, ab.
via 343max
[iOS-App] Plex (+Video)
von alex olma | 31 August 2010 | 12:49 Uhr
Alles auf eine Karte. Die Open-Source-Köpfe von Plex, dem populären Mac-Mediacenter, veröffentlichen exakt einen Tag vor dem Apple-Musikevent am morgigen Abend die neunte Ausführung ihrer Desktop-Software sowie ein dazugehöriges iOS-Pendant. Risikoreich ist das deshalb, weil mit einer möglichen AppleTV-Überarbeitung die Aufmerksamkeitsspanne für den Fork des XBMC schneller zu Ende sein könnte, als er anfing.


Am gestrigen Montag durfte CrunchGear auf Version 9 sowie die ‘universale’ App-Store-Anwendung für iPhone und iPad einen ersten, exklusiven Blick werfen. Beim eigenen Testlauf sticht zuallererst die mittlerweile stolperfreie und aufpolierte Oberfläche der Desktop-App ins Auge. Die verschiedenen ‘Skins’, die eingeflochtene Plugin-Struktur sowie die präzise Tastatur-Steuerung schüttelt man locker, intuitiv und bequem aus dem Handgelenk. Bei der Anbindung von einem iPhone oder iPad sind dagegen mehrere Klicks und Umwege über IP-Adressen und freizugebene Router-Ports (TCP 32400) zu nehmen. Ebenfalls ungünstig: Teilweise zeichnet das Programm Bedienknöpfe auf den Bildschirm, die (noch) nicht zu drücken sind.
Egal. Wenn die Verbindung erst einmal steht, lässt sich die Medien-Bibliothek, die fast alle Dateiformate mit der Ausnahme von DRM-geschütztem Material umfasst, bedienen, beäugen und betrachten. Plex kann dabei sowohl als Fernbedienung wie auch Abspielgerät dienen. TV-Serien und Filme erfahren eine direkte Umwandlung vom Mac-Computer auf das jeweilige iPhone- oder iPad-Format. Die hochgelobte Anwendung ‘Air Video‘ zeigte bislang vorbildlich, wie man mit FFmpeg umgeht und ist aus meinem Alltag nicht mehr wegzudenken.
Auch Plex streamt im lokalen Netzwerk oder über eine UMTS-Verbindung wenn Zuhause die Dual-Core-Prozessoren arbeiten und Frames durchpflügen können.

Nette Beigabe: Ein mit Plex am Desktop begonnener Film synchronisiert seinen Zählerstand für die letzte Abspielposition an das iOS-Gerät. Umgekehrt funktioniert dies leider (noch) nicht. In keiner großen Stückzahl sind bislang zusätzliche Plugins verfügbar, die am iPad oder iPhone funktionieren. Während der Desktop mit ‘Apple Trailern’, ‘Boing Boing Videos’, ‘The Daily Show’ oder Fotos von ‘FFFFOUND!’ umgeht, stehen am iOS ‘lediglich’ eine Handvoll Erweiterungen (TED Talks, Revision 3 oder Vimeo) zur Auswahl. Eine Installation war im ersten Anlauf heute Morgen nicht möglich.
Trotz aufpolierter Oberfläche bleibt Plex in seiner jetzigen Version für Freunde mit einem kleinem Spieltrieb. Für jemanden, der sich einen MacMini als Medienserver unter den Fernseher stellt, sollte dies jedoch kein wirkliches Problem darstellen. Es gefällt, das ein iPhone die spartanische Apple-Fernbedienung ablöst – ein wirklich reibungsloses Umschalten zwischen anderen App-Store-Programmen und der Software-Remote funktioniert nur mit zeitlichen Einbußen.
Nichtsdestotrotz stimmt der Auftakt. Jetzt gilt es für Apple nachzuziehen und die hohe Position der Messlatte mit einem annähernd vergleichbaren Mediencenter zu erreichen.
* Alle selbstproduzierten Videos gibt es neben der oben eingebundenen HD-Version auch ‘iPhone-kompatibel’ in unserem Podcast-Feed, den ihr beispielsweise über iTunes oder einem anderen Multimedia-Verwaltungsprogramm eurer Wahl abonnieren könnt.
M! Games-Kolumne / September 2010
von alex olma | 27 August 2010 | 12:14 Uhr

Zahlenspiele
Für uns Freunde der gepflegten Joypad-Unterhaltung sind die Sommermonate schon lange keine Saure-Gurken-Zeit mehr. Willkürlich über alle zwölf Monate im Jahr verteilt schlagen die Blockbuster der großen Publisher wie Meteoriten in unseren Konsolen-Laufwerken auf. Einen hunderttägigen Sommersturm entfachte die iOS-Plattform mit drei Millionen verkauften iPads sowie der vierten iPhone-Generation. Das starke Statement dieses Jahr: Fünf Startländer forderten 1,7 Millionen Telefone in gerade einmal drei Tagen! Mittlerweile steuern die mobilen Begleiter knapp 60 Prozent des gesamten Apple-Umsatzes bei. Rastlosen Pixeljägern können die unzähligen Hardware-Verkäufe nur recht sein. Mit ihnen fließt neues Software-Blut in die angetrockneten Zocker-Adern. Die neuen iPhone-Franchises sind teilweise so erfolgreich, dass eine umgekehrte Portierung zurück auf DS und PSP über die Bühne geht. “Flight Control” und “Fieldrunners” sind zwar noch prominente Einzelbeispiele, zeigen jedoch das Erfolgskonzept auf. Maskottchen für Nintendos und Sonys Handhelds wollen über mehrere Monate als ‘Marke’ aufgebaut werden, exakt auf den (Marketing-)Stichtag erscheinen, um dann innerhalb der ersten drei Wochen über 90 Prozent ihres Umsatzes einzufahren – Mario oder “Halo” bilden die Ausnahme dieser Regel. Eine App-Store-Veröffentlichung ist dagegen selten groß angekündigt und spült manchmal nur über glückliche Umstände das Spiel ins Rampenlicht. Mitunter sind umfangreiche Updates, neue Features oder Werbeaktionen im Stil von ‘Kostenfrei-für-einen-Tag’ notwendig. Die Konsequenz ist ein komplett neuer, variabler aber auch längerer Lebenszyklus.
Klasse statt Masse: Wie erfolgreich der Markt mit seinen Chart-Listen und der Mundpropaganda insgesamt ist, bleibt schwer zu ermitteln. Reine Downloadzahlen sind nicht automatisch gleichzusetzen mit der 70-prozentigen Marge, die von Apple ausgezahlt wird. Trotzdem ein paar Hausnummern: Das hierzulande entwickelte Action-Abenteuer ‘Across Age’ beglückte innerhalb von sechs Monaten 300.000 Spieler. Das exzellente ‘Tilt to Live’ aus dem ‘One-Man-Left’-Studio verriet, dass man im etwa gleichen Zeitraum 66.300 Bezahlversionen absetzen konnte – die Promo-Aktion ‘Free-App-A-Day’ hob den Kundenstamm sprunghaft auf 525.000 Spieler an. Der Online-Egoshooter “Archetype” zählt aktuell 20.000 ‘Kills’ pro Stunde und PopCaps “Plants vs. Zombies” erwirtschaftete innerhalb von neun Tagen den Umsatz von einer Million US-Dollar.
Zwischen Premium und Wühltisch
Mehr interessantes Zahlenmaterial, dessen Informanten gerne ungenannt bleiben: Mit einer Platzierung in den deutschen Top-5-Charts des App Stores lassen sich zirka 5.000 digitale Downloads an nur einem Tag verschachern. Im amerikanischen US-Store rechnet man etwa mit verdoppelt so hohen Verkäufen. Sich in dieser gewinnträchtigen Position jedoch länger als eine Woche zu halten, ist die absolute Ausnahme. Insgesamt bleiben bei 225.000 iPhone-Apps auch viele Entwicklungen ganz ohne großen Ruhm oder dickes Bankkonto.
Trotzdem: Der App-Store hat in seinem zweijährigen Frühling bewiesen, dass gute Ideen und ehrgeizige Umsetzungen angenommen werden. Jetzt gilt es erwachsen zu werden. Ernsthafte Angriffsmanöver gegen die Spielemodulfront stecken in höheren Preis- und Entwicklungs-Budgets. Eine Art ‘Premium-Kategorie‘ könnte dabei helfen. Gleichermaßen kommen die schwerfälligen Offline-Konsolenkreuzer nicht umhin, sich auch um die niedrigpreisigen Segelflotten der Indie-Entwickler zu kümmern. Das schöne am brutalen Preis- und Entwicklungskampf? Der Spieler gewinnt auf jeden Fall!
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Für die M! Games, das dienstälteste deutschsprachige Videospiel-Magazin, verfasse ich eine monatliche Kolumne zum Thema iPhone. Die Ausgabe 204 befindet sich ab heute am Kiosk. Über Feedback zum aktuellen Artikel würde ich mich sehr freuen.
[app] SoundPrism
von alex olma | 25 August 2010 | 17:33 Uhr
Seit dem vergangenen Freitag schlummert mit SoundPrism eine kreative Musikanwendung im App Store, die einer Erwähnung nicht ausweichen kann. Was auf den ersten Blick nach einem simplen Design-Spielzeug für Yuppies aussieht, entpuppt sich nach einigen Noten als großspuriger Tonraum-Synthesizer. Dieser bricht, wie ein ‘Prisma’ das Licht, harmonische Klänge in kleinste Partikel auf.
Der Ansatz folgt Ideen wie Bloom, der Ambient-Maschine von Brian Eno, die ganz ohne Melodie-Erklärungen auskommen. Durch das Prinzip der ständigen Belohnung, bei der ein überwiegender Teil der selbstgestalteten Musik ohne Aufwand schon ganz verzückend klingt, entstand am (MP3-)Frauenhofer-Institut in einer fünfjährigen Dissertation. Für ein paar Euro kauft man sich über diese App damit in einen Fundus von langjähriger Musikwissenschaft ein.
Die begeisterten Köpfen hinter SoundPrism versprachen in einem Skype-Interview noch viele Aktualisierungen. So ist geplant, die gespielten Kompositionen zurück auf (klassische) Notenblätter zu übersetzen, eine Funktion, die die Software umgekrempelt bereits schon jetzt durchführt. Eine Export-Möglichkeit der eigenen Schöpfungen ist fraglos überfällig und könnte mit einer professionellen Integration in bestehende Musik-Arrangements SoundPrism zu einem Instrumenten-Multitalent avancieren lassen. Nicht nur für Berufs-DJs.












