Das Geschäftswesen mit Inhalten: Verlagshäuser bereiten sich auf iPad-Veröffentlichung vor
von alex olma | 2 März 2010 | 13:40 Uhr

Der Condé Nast-Verlag arbeitet an iPad-Versionen seiner Magazine Wired, GQ, Vanity Fair, The New Yorker und Glamour. Nach Angaben der ‘New York Times’ soll sich die digitale App Store-Ausgabe der GQ im Januar bereits 15.000 Mal an iPhone-Besitzer (2.39 €; App Store-Link) verkauft haben. Die offiziellen Mediendaten für die englischsprachige Druckfassung sprechen von einer Auflage von 934.033 verkauften Exemplaren. Davon sollen über 700.000 Leser ein Abonnementmodell für dessen Zeitschriftenkonsum benutzen.
Das Durchschnittsalter der (vornehmlich männlichen) Magazinkäufer soll bei 35.2 Jahren liegen. Für demographische Prognosen des erwarteten iPad-Schubs ist es sicherlich noch zu früh, trotzdem kann ein Blick nicht schaden.
Eine aktuelle Januar-Statistik des von Google akquirierten Werbeanbieters AdMob zeigt das folgende Bild einer Alters- und Geschlechtsverteilung für Smartphone-Kunden:
Sowohl iPhone als auch iPod touch erfreuen sich dabei einer (fast) ausgeglichenen Beliebtheit für Männlein und Weiblein. Die iPhone-Kundschaft findet im Altersbereich zwischen 25-44 Jahren ihre größte Verteilung. iPod touch-Benutzer sind nach AdMob-Angaben zu 65-Prozent jünger als 17-Jahre.
via cnn.com
Die GQ möchte bereits ihre April-Ausgabe – soweit das iPad im Zeitplan bleibt – als Tablet-Version veröffentlichen. Für die Vanity Fair und Wired sollen die Juni-Ausgaben in digitaler Form für einen iTunes-Verkauf bereitstehen. Über einen nicht genannten Testzeitraum möchte der Herausgeber unterschiedliche Preismodell und Werbefinanzierungenmodelle ausprobieren.
Klingt gut, das Schwert bleibt jedoch zweischneidig: Condé Nast beteiligt sich als einer von fünf Publishern (Time Inc., Hearst, Wenner Media und Meredith) an der $90 Millionen US-Dollar ‘Power of Print’-Kampagne. Auf über 1.400 (Papier-)Seiten soll mit Sprüchen wie “The Internet is fleeting. Magazines are immersive” oder “We surf the Internet. We swim in magazines.” geworben werden.
via paidcontent.org
Condé Nast’s Werbeseiten gingen im Jahr 2009 um zirka 30-Prozent zurück. Jann Wenner, Mitbegründer des Rolling Stone-Magazins und Inhaber von Men’s Journal sowie US Weekly hat zwar Probleme seine URL-Adressen rechtzeitig zu bezahlen, lässt sich zur aktuellen Lage jedoch wie folgt zitieren:
A lot of us sat back for way too long and listened to all this abuse and said nothing about it. [...] Meanwhile, we sit on top of one of the greatest mediums.
Condé Nast-CEO Charles Townsend gibt gegenüber Mashable zu Protokoll: “We feel confident enough that consumers will want our content in this new format that we are committing the resources necessary to be there. How large a revenue stream digitized content represents is an answer we hope to learn through this process.”
Der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger kritisierte im Zusammenhang mit den aussortierten App Store-Erotikanwendungen die Apple-Praxis als “unfair, willkürlich, Geschäftsschädigend und für die Pressefreiheit gefährlich” (PDF-Link).
Die Nachrichtenagentur Associated Press gibt sich weniger jammernd und kündigt ein kostenpflichtiges Abomodell für das iPad an. Welche Unterscheidung zum (derzeit) kostenfreien App Store-Programm AP Mobile (kostenlos; App Store-Link) aufgefahren wird, muss sich noch zeigen.



Von einer Nachrichtenagentur zum Nachrichtenmagazin: Die kürzlich veröffentlicht eReader-Anwendung des Spiegels (kostenlos; App Store-Link), in welcher sich per ‘In-App-Verkauf’ eine digitale Augstein-Ausgabe erwerben lässt (iPhone: 2.99 €; Kiosk: 3.80 €; Monatsabo 3.65 €), sammelte in den letzten 14 Tagen nur wenige gute Bewertungen.

Mögliche Tablet-Sichtung in App Store-Statistik und aktuelle AdMob Werbeanalyse
von alex olma | 25 Januar 2010 | 12:37 Uhr

Statistik-Dienstleister Flurry spekuliert im aktuellen Blogeintrag über eine bevorstehende ‘Apple Tablet’-Veröffentlichung. Als Grundlage des App Store-Analysten gelten 50 Geräte, die sich im Zeitraum von Oktober 2009 bis Januar 2010 aus einem Topf von zirka 200 Anwendungen bedient haben und damit in den Erhebungen aufgelaufen sind. Als Geo-Position dieser Anfragen gilt nach Flurry-Informationen der Cupertino-Campus. Eine Unterscheidung zu den bereits ebenfalls erfassten iPhone OS 4.0-Sichtungen sei ‘eindeutig’. Die unbekannten Geräte, die sich ausschließlich vom Infinite Loop ‘eingewählt’ haben, sollen die Revisionsnummer OS 3.2 tragen.
Mehr Informationen, als die Aufteilung der angefragten Software in App Store-Kategorien, möchte man zu diesem Zeitpunkt nicht teilen.
Flurry is not interested in building a business on rumor, but rather authority, credibility and accuracy.
via blog.flurry.com
Auch in den ‘Tracking’-Berichten vom App Store-Spiel ‘Ramp Champ’ (1.59 €; App Store-Link) soll sich das iPhone OS 3.2 sowie zwölf weitere Male auf einem unbekannte Geräte gezeigt haben.
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Der monatliche AdMob ‘Mobile Metrics’-Bericht vom Dezember zeigt die Verteilung der Werbeanfragen, aufgeschlüsselt nach Betriebssystem, für das vierte Quartal 2009. Der kürzlich von Google akquirierte Werbedienstleister wirft seinen Blick wie gehabt auf Reklameschaltungen von mobilen Webseiten sowie nativen Anwendungen und spiegelt keine numerischen Geräteverkäufe wieder.

Durch ein starkes Android-Wachstum in der zweiten Jahreshälfte, teilen sich das Google-Betriebssystem und das iPhone mittlerweile 81-Prozent des nordamerikanischen Smartphone-Werbemarktes. In Europa verliert Symbian innerhalb eines Jahres die Marktführerschaft für abgesendeten Werbeanfragen an Apple.

via scribd.com
Am heutigen Abend gibt Apple in einer Telefonkonferenz seine Geschäftszahlen für Q1 2010 bekannt.
Microsoft’s Bing als neue iPhone-Standardsuchmaschine?
von alex olma | 20 Januar 2010 | 09:47 Uhr

Die Businessweek berichtet am heutigen Morgen über Verhandlungen zwischen Apple und Microsoft betreffend eines Suchmaschinen-Abkommens für das iPhone. Dabei soll der ehemalige Bill Gates (twitter@billgates)-Konzern Interesse daran geäußert haben, die derzeitige Standardsuche von Google durch seine im Sommer gestartete Bing-Spürnase abzulösen.
Alle bislang verkauften iPod touches und iPhones durchsuchen mit Google über den mobilen Safari-Browser das Netz. Seit der ersten iPhone-Veröffentlichung im Jahr 2007 lässt sich diese Einstellung auch auf den Suchanbieter Yahoo! umstellen. Zahlen darüber, wieviele Nutzer tatsächlich ’switchen’, liegen mir nicht vor. Es lässt sich jedoch vermuten, dass die Standardeinstellung für einen Großteil der Anwender ausreichend erscheint.
Die Businessweek bezieht ihre Informationen über den Stand der Verhandlungen aus zwei Quellen. Diese geben an, dass Microsoft einen größeren finanziellen Anteil an Werbeerlösen bereit ist in Richtung Cupertino abzudrücken. Für mobile Geräte konsumiert das iPhone derzeit den größten Batzen Reklame. Das sagt zumindest AdMob, der neue Werbelieferant von Google. Microsoft’s Suchmaschine Bing sicherte sich bis August 2009 angeblich einen (US-)Marktanteil von zirka 10-Prozent.
Mit dem Einstieg von Google in den Telefon-Hardwareverkauf Anfang Januar 2010, könnte Apple ein durchaus nachvollziehbares Interesse verfolgen, das Android-Engagement über ihre Werbeerlöse nicht weiter mit zu finanzieren. Der Artikel spekuliert ferner über eine Bing-Integration in den Desktop Safari-Browser sowie einer Apple eigenen Suchmaschinen-Schöpfung.
Randnotiz: Microsoft veröffentlichte Mitte Dezember 2009 eine native Bing-Anwendung im App Store. Weniger als sieben Tage später verabschiedete sich das Programm (ohne offizielle Nennung von Gründen) wieder aus dem deutschen Store und ist derzeit nur im US-Katalog (Link) gelistet.
[update] AllThingsDigital vermeldet: Apple kauft Werbeanbieter Quattro Wireless
von alex olma | 5 Januar 2010 | 10:54 Uhr
Die Gerüchte halten sich weiterhin wacker, das Apple ebenfalls an einer Übernahme des Werbeanbieters AdMob interessiert war. Google machte das Rennen, kämpft derzeit jedoch noch mit einer Vertrags-Finalisierung. Cupertino schaut sich weiter um.

Kara Swisher berichtet am gestrigen Montag für AllThingsDigital, das man sich Quattro Wireless für 275 Millionen US-Dollar einverleiben möchte. TechCrunch’s Quellen beziffern das Preisschild auf 400 Millionen US-Dollar. Eine offizielle Bestätigung soll am heutigen Tag erfolgen. Genau wie die Smartphone-Vorstellung von Google’s Nexus One.
Als derzeitige Aussage bleibt: Der Werbemarkt für mobile Reklame ist weiterhin stark umkämpft. Übernimmt Apple zum jetzigen Zeitpunkt Quattro Wireless, können wir dies auch als Indiz für das Interesse einer AdMob-Akquisition vermerken. Im Kundenportfolio von Quattro Wireless finden sich derzeit Firmen wie NetFlix, Visa oder Disney. Der achtgrößte Werbeanbieter finanzierte sich unter anderem mit Risikokapital über die letzten drei Jahre.
Der Apple-Aktienkurs schwang sich am Montag auf ein neues Allzeithoch. Noch nie zuvor kletterte der Preis auf die Marke von 214 US-Dollar. Die Gerüchte um eine Produktankündigung Ende Januar, die gestern vom Wall Street Journal bekräftigt wurden, dürften dabei ebenfalls eine Rolle spielen.
Update
Quattro Wireless bestätigt die Apple-Übernahme.
AdMob liefert 50-Prozent seiner Werbeanfragen an iPhones
von alex olma | 25 November 2009 | 10:42 Uhr
AdMob und kein Ende. Der kürzlich von Google akquirierte Werbeanbieter im mobilen Reklamesegment publiziert munter weiter seine selbsterhobenen Statistiken. Wie gehabt spiegeln diese Zahlen nur einen (möglicherweise verzerrten) Ausschnitt der Realität wieder. Die eingeschränkte Aussagekraft der Daten druckt AdMob eigenständig unter jeden PDF-Bericht. Die 10 Milliarden Werbeklicks pro Monat leider dabei unter der fehlenden Standardisierung einer Smartphone-Definition sowie einer Geräte-Identifizierung, die durch Mobilfunkbetreiber und Hardware nicht vollständig zu erfassen ist.
AdMob’s-Erhebungen können jedoch als kleiner Puzzelstein zum Gesamtbild im Sinne einer Marktverteilung von mobiler Werbung beitragen – immerhin zählt das Unternehmen zu den größten Werbeanbieter im Markt.

Grafik via ars technica
Der Mobile Metrics-Report für Oktober zeigt aktuell ein Wachstum für die iPhone- und Android-Sparte mit erheblichen Unterschieden in seiner Skalierung. Die anderen (von AdMob erfassten) Plattformen RIM, Windows Mobile, webOS sowie Symbian stagnieren.
Der iPhone 3GS-Release ließ den Werbegraphen in diesem Sommer auf eine neue Höchstmarke klettern, kühlte wieder ab und steigt dieser Tage persistent. Das iPhone zeigt sich damit verantwortlich für rund 50-Prozent der weltweit ausgelieferten Werbeanfragen im AdMob-Netzwerk.
Bleiben Google’s Kaufgründe wirklich fraglich?
750 Millionen US-Dollar für ein Unternehmen, dessen jährliche Gewinne Businessinsider (streng beurteilt) auf 20-25 Millionen schätzt und mit großen Zukunftsperspektiven würdigt. Außerdem müssen die 22 Google-Milliarden (in Bargeld!) endlich einmal ausgegeben werden…








