Apples iAd-Werbenetzwerk vor dem Start
von alex olma | 1 Juli 2010 | 10:21 Uhr
Wer seit dem 21. Juni 2010 neue App-Store-Updates einspielen oder neue Programme installieren wollte, musste überarbeitete iTunes-Geschäftsbedingungen abnicken. Diese regeln unter anderem die Einverständniserklärung der iAd-Werbeschaltungen von Apple. Diese nehmen am heutigen 01. Juli 2010 offiziell ihren Betrieb auf.

Endlich Werbung. Noch kündigen sich die iAd-Schaltungen lediglich in den (Update-)Beschreibungen wie beispielsweise für Tiptitude (kostenlos; App Store-Link), TextGroups (kostenlos; App Store-Link) oder iLevator (kostenlos; App Store-Link) an.
Sobald in den USA die Sonne aufgeht, sollten die vorbereiteten Werbeplätze mit bunten Bannern auf iOS-4-Geräten versorgt werden. Die Entwickler binden lediglich einen Platzhalter an die entsprechende Stelle im Programmcode ein, die Apple mit Kampagnen zu füllen versucht. Die Aufteilung der Gewinnmargen beträgt 40 zu 60 – zugunsten des Entwicklers.
Nach (älteren) Angaben des ‘Wall Street Journal’ beginnt Apple mit Einsteigerpreisen für Werbekunden bei $1 Millionen US-Dollar und liegt damit nach GigaOM-Rechnungen bei einem fünf- bis zehnfach höheren Investitionsvolumen gegenüber seinen Konkurrenten.
Die Analysten von eMarketer sehen die Ausgaben für “Mobile Advertising” in den kommenden Jahren vor einem starken Wachstum.
Die iOS-Werbekonkurrenz schränkte Apple in puncto Datenauswertung durch Drittunternehmen zwar kürzlich stark ein, verhindert jedoch nicht dessen Schaltungen.
So stach (für mich) in den letzten Tagen eine Uhren-Werbung (YouTube-Link) in der NYTimes-Anwendung (kostenlos; App Store-Link) positiv hervor. Apples HTML5-basierte iAd-Banner von Quattro Wireless müssen auf dem 10-Zoll-Gerät mit iOS 3.2 jedoch noch einige Tage warten. Advertising Age möchte aus Marketing-Verhandlungen eine November-Veröffentlichung für das Betriebssystem-Update herauslesen.
Wer sich der ‘zielgerichteten’ Produktbewerbung entziehen möchte, surft mit seinem mobilen Gerät auf http://oo.apple.com.

Wenn Sie sich abmelden, werden Sie die gleiche Anzahl von mobilen Werbungen erhalten; diese können jedoch weniger relevant sein, da sie nicht auf Ihren Interessen basieren. Sie werden immer noch Werbungen in Bezug auf Inhalte einer Website oder einer Anwendung sehen oder Werbungen, die auf anderen nicht-personenbezogenen Daten basieren. Dieses Abmelden betrifft nur Apple Werbedienste und nicht interessenbasierte Werbung aus anderen Werbenetzwerken.
Erste iAds-Platzhalter in App-Store-Programmen
von alex olma | 21 Juni 2010 | 17:21 Uhr

Die ersten iAds-Platzhalter für Apples neue Werbewelt tauchen in einer Handvoll App-Store-Anwendungen auf. Der iOS-Entwickler Avantar zeigt beispielsweise in seinen Programmen OneTap Movies (kostenlos; App Store-Link) und Showtimes (kostenlos; App Store-Link) die noch inhaltslosen Werbeflächen.
Wie das Weblog iLounge berichtet, führten die ursprünglichen Notizen zur Programm-Aktualisierung die Anmerkung “iAd integration”, welche kurze Zeit später durch “minor bug fixes” sprachlich ‘überarbeitet’ wurde.
via iLounge
Apples iAds-Werbeplattform startet offiziell am 01. Juli 2010. Cupertino kümmert sich dabei um das Anwerben von Reklamekunden und teilt sich die erzielten Umsätze im Verhältnis 60/40 – zugunsten des Entwicklers. Das ‘iAds Dev Kit’ steht seit dem 08. Juni zum Download bereit. Am 10. Juni versendete Apple eine E-Mail-Einladung, die dazu einlädt, iAds in seine Software einzubinden.
Im Kampf um den mobilen Werbemarkt waren die Apple-Entwicklervereinbarungen zuletzt im Gespräch. Diese untersagen in ihrer neusten Version die Auswertung von Werbeschaltungen durch “advertising service provider owned by or affiliated with a developer or distributor of mobile devices, mobile operating systems or development environments”. Werbebuchungen über Googles AdMob-Dienstleister wäre damit weiterhin möglich, ohne Nutzerdaten und entsprechende Analyse jedoch erheblich eingeschränkt.
Angeblich untersucht die US-Handelsorganisation FTC, ob Apple dadurch ein ‘wettbewerbswidriger Vorteil’ entsteht.
via Bloomberg
Änderung der App-Store-Entwicklervereinbarung: Auswertung für ‘unabhängige’ Werbeanbieter gestattet
von alex olma | 10 Juni 2010 | 13:10 Uhr
Apple überarbeitet seine iOS-Entwicklervereinbarung im Abschnitt 3.3.9, die erst nach “schriftlicher Genehmigung” eine Verwendung von Statistik-Werkzeugen zum Einfangen von “werberelevanten” Informationen erlaubt. Sollte der Nutzer einer Verarbeitung seines Aufenthaltsortes, der UDID-Gerätenummer und “anderen Daten für explizite Reklameschaltungen” zustimmen, dürfen diese – ausschließlich von “unabhängigen Werbeanbietern” – verarbeitet werden.
Die Textpassage über den “independent advertising service provider” lautet wie folgt:
[...] an advertising service provider owned by or affiliated with a developer or distributor of mobile devices, mobile operating systems or development environments other than Apple would not qualify as independent [...]
via AllThingsDigital
Es gehört nicht viel Interpretationskraft dazu, aus dem Textabschnitt herauszulesen, dass die von Google im letzten Dezember akquirierte Werbebude ‘AdMob’ sich nicht als “unabhängig” qualifiziert. “Adsense-Reklame” dürfte den derzeitigen Großteil der werbefinanzierten Anwendungen im App Store ausmachen. Unter Berücksichtigung über die am 01. Juli startende iAds-Plattform, mit der Apple selbst in die Werbevermarktung einsteigt, steckt ordentlich Zunder hinter der aktuellen Textänderung.
via Businessweek
Zum Hintergrund: Im Dezember 2009 krallten sich sowohl Apple als auch Google zwei Anbieter für mobile Werbung. Google legte für AdMob mehr Geld auf den Tisch als Apple, wodurch sich Cupertino zum Kauf von Quattro Wireless entschied.
Die beiden US-Firmen stehen sich mittlerweile in vielen Geschäftsbereichen gegenüber. So vermietet Googles YouTube seit Jahresbeginn digitale Filme und schießt damit auf das iTunes-Verleihgeschäft. Mit Google Voice ist Mountain View bereits seit längerer Zeit (in den USA) auch Telefonanbieter, bekommt eine native Anwendung jedoch nicht durch den App-Store-Genehmigungsprozess. Seit Anfang Juni spürt die mobile Suchmaske von Google – ohne iTunes-Hilfe – auch App Store-Anwendungen auf.
Auf der anderen Seite schafft Apple in iOS 4 einen Platz für Microsofts ‘Bing’ als dritte Suchmaschine.
Der jetzt geänderten Entwicklervereinbarung ging der ‘Unmut’ über ‘Flurry Analytics‘ voraus, die durch integrierte App-Frameworks neue iPhone-Geräte auf dem Cupertino-Campus aufspürten und diese Daten veröffentlichten. Apple untersagte daraufhin die Datenauswertung durch Drittanbieter komplett, die unter den oben aufgeführten Bedingungen jetzt wieder gelockert wurden.
-> D8: Steve Jobs on iAds Restrictions
Verständlicherweise zeigt sich AdMob-Gründer Omar Hamoui nicht erfreut über den anvisierten Fahrplan der Apple-Politik.
Let’s be clear. This change is not in the best interests of users or developers. In the history of technology and innovation, it’s clear that competition delivers the best outcome. Artificial barriers to competition hurt users and developers and, in the long run, stall technological progress.
via AdMob
Er kündigt an, das Gespräch mit Apple zu suchen: “We’ll be speaking to Apple to express our concerns about the impact of these terms.”.
Die Bezeichnung ‘Kriegserklärung’ fällt im Zusammenhang mit Apple und Google seit mehreren Jahren. Auch für diesen ‘Kriegsschauplatz’ fand sie wieder reichlich Verwendung. John Battelle “It’s Official – Apple Kicking Google Out of iWorld” sieht Apple den Fehdehandschuh werfen, während John Gruber es einen “dick move on Apple’s part” nennt, aber trocken feststellt: “Google started this.”.
Bemerkenswert bleibt, das Steve Jobs mit seiner Aussage “Search Hasn’t Happened On Mobile Devices” Recht zu behalten scheint. Anders lässt sich das verstärkte Interesse von Google an Reklame-Schaltungen innerhalb von Anwendungen nicht auslegen. Anfang Juni stellte AdMob neue Werbeformate und eine überarbeitete iPad-Integration vor, die (zumindest vorerst) für die Apple-Plattform hinfällig sein dürfte.
[KlimBim] Project Gutenberg, Ausblick: Untethered Jailbreak, “HD-Titel” zum iPad-Start und AdMob-Datenaufkommen
von alex olma | 26 März 2010 | 11:31 Uhr

Das Project Gutenberg umfasst derzeit zirka 30.000 lizenz- und rechtefreie Bücher (zumindest in den USA), die nach Informationen von App Advice direkt im Apple iBookstore angeboten werden könnten. Der ePub-Buchkatalog würde sich ohnehin über iTunes auf das Apple iPad übertragen lassen, die direkte (Download-)Integration wäre jedoch deutlich komfortabler und würde der Anzahl von den verfügbaren iBooks-Publikationen eine erhebliche Hausnummer mit auf dem Weg zur Startlinie geben.
Welche Verlagshäuser in Verhandlungen mit Apple stehen und ihre Werke ab dem 03.April (und danach) in den digitalen iBookstore einstellen, steht bislang immer noch aus – vereinzelte Ankündigungen und Werbeschaltungen ausgenommen. Auf der Apple iPad-Vorstellung wurden Penguin, Harper Collins, Simon & Schuster, Macmillan und Hachette genannt.
Ein großes Fragezeichen steht ebenfalls noch über der Preisgestaltung für die Schmökerliteratur. Nach Aussagen der Financial Times (Artikel nach Registrierung) soll der Verleger Random House, der seit 1998 zur Bertelsmann AG gehört, Angst vor einem Preiskrieg haben und erst einmal die Entwicklung abwarten.
Clever. Technologie-Skepsis hat sich schon immer bezahlt gemacht…
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George Hotz kündigt mit einem kurzen ‘Teaser-Video‘ den “untethered Jailbreak” an, der alle derzeitigen Gerätegenerationen (iPod touch 2G + 3G + iPhone) bedienen soll. Zuvor verloren ausgewählte Geräte der neusten iPhone- und iPod touch-Generation nach einem Neustart die Öffnung des Dateisystems.
Wenn es sich um einen komplett neuen Exploit handeln sollte, könnte sich dieser auch auf zukünftige iPhone OS-Versionen (beispielsweise 3.2 im iPad) anwenden lassen.
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Für einige kurze Sekunden verwies die iTunes-Voransicht im Webbrowser auf vermeintliche iPad-Titel, die uns zur Veröffentlichung der Hardware im App Store begrüßen könnten. Der Namenszusatz “HD” für die betroffenen Anwendungen könnte darauf hindeuten. Zu sehen waren laut PadGadget: Ammoin HD, Azkend HD, Flight Control HD, Grind HD, HD Recovery, Labyrinth 2 HD, NBA Hotshot HD, Numba HD, Plants vs. Zombie HD, Sparkle HD und Worms HD.
Sollten die Veröffentlichungen der neuen iPad-Versionen als eigenständige Anwendung ihren Weg in den App Store finden, müssten Käufer der iPhone-Version (bei Bedarf) erneut ihr iTunes-Konto anknabbern. Das Vertriebsmodell mit einer erneuten Investition verfolgen auch die Entwickler von Comic Zeal (2.99 €; App Store-Link), die einen iPad-Ausblick im hauseigenen Weblog gestatten.

Instapaper hatte in dieser Woche angekündigt, eine “universal” Anwendung seiner Lese-App zu veröffentlichen, die sowohl auf iPad als auch iPhone funktioniert.
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Googles Werbeanbieter AdMob zeigt einmal mehr, das die Betriebssysteme Android und iPhone OS (in der Grafik als “Smartphones” bezeichnet) den Datenverkehr (zumindest innerhalb des AdMob-Netzwerkes) dominieren. “In absolute terms, smartphone traffic increased 193% over the last year”.
93-Prozent der “Mobile Internet Devices” sind iPod touch-Geräte, die neben Sony PSP und Nintendo DSi gezählt werden. Unter “Feature Phone” fallen Geräte wie das Samsung SCH R350, Nokia 3110c, Sony Ericsson W200i, Motorola RAZR V3 und LG CU920.

Das Geschäftswesen mit Inhalten: Verlagshäuser bereiten sich auf iPad-Veröffentlichung vor
von alex olma | 2 März 2010 | 13:40 Uhr

Der Condé Nast-Verlag arbeitet an iPad-Versionen seiner Magazine Wired, GQ, Vanity Fair, The New Yorker und Glamour. Nach Angaben der ‘New York Times’ soll sich die digitale App Store-Ausgabe der GQ im Januar bereits 15.000 Mal an iPhone-Besitzer (2.39 €; App Store-Link) verkauft haben. Die offiziellen Mediendaten für die englischsprachige Druckfassung sprechen von einer Auflage von 934.033 verkauften Exemplaren. Davon sollen über 700.000 Leser ein Abonnementmodell für dessen Zeitschriftenkonsum benutzen.
Das Durchschnittsalter der (vornehmlich männlichen) Magazinkäufer soll bei 35.2 Jahren liegen. Für demographische Prognosen des erwarteten iPad-Schubs ist es sicherlich noch zu früh, trotzdem kann ein Blick nicht schaden.
Eine aktuelle Januar-Statistik des von Google akquirierten Werbeanbieters AdMob zeigt das folgende Bild einer Alters- und Geschlechtsverteilung für Smartphone-Kunden:
Sowohl iPhone als auch iPod touch erfreuen sich dabei einer (fast) ausgeglichenen Beliebtheit für Männlein und Weiblein. Die iPhone-Kundschaft findet im Altersbereich zwischen 25-44 Jahren ihre größte Verteilung. iPod touch-Benutzer sind nach AdMob-Angaben zu 65-Prozent jünger als 17-Jahre.
via cnn.com
Die GQ möchte bereits ihre April-Ausgabe – soweit das iPad im Zeitplan bleibt – als Tablet-Version veröffentlichen. Für die Vanity Fair und Wired sollen die Juni-Ausgaben in digitaler Form für einen iTunes-Verkauf bereitstehen. Über einen nicht genannten Testzeitraum möchte der Herausgeber unterschiedliche Preismodell und Werbefinanzierungenmodelle ausprobieren.
Klingt gut, das Schwert bleibt jedoch zweischneidig: Condé Nast beteiligt sich als einer von fünf Publishern (Time Inc., Hearst, Wenner Media und Meredith) an der $90 Millionen US-Dollar ‘Power of Print’-Kampagne. Auf über 1.400 (Papier-)Seiten soll mit Sprüchen wie “The Internet is fleeting. Magazines are immersive” oder “We surf the Internet. We swim in magazines.” geworben werden.
via paidcontent.org
Condé Nast’s Werbeseiten gingen im Jahr 2009 um zirka 30-Prozent zurück. Jann Wenner, Mitbegründer des Rolling Stone-Magazins und Inhaber von Men’s Journal sowie US Weekly hat zwar Probleme seine URL-Adressen rechtzeitig zu bezahlen, lässt sich zur aktuellen Lage jedoch wie folgt zitieren:
A lot of us sat back for way too long and listened to all this abuse and said nothing about it. [...] Meanwhile, we sit on top of one of the greatest mediums.
Condé Nast-CEO Charles Townsend gibt gegenüber Mashable zu Protokoll: “We feel confident enough that consumers will want our content in this new format that we are committing the resources necessary to be there. How large a revenue stream digitized content represents is an answer we hope to learn through this process.”
Der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger kritisierte im Zusammenhang mit den aussortierten App Store-Erotikanwendungen die Apple-Praxis als “unfair, willkürlich, Geschäftsschädigend und für die Pressefreiheit gefährlich” (PDF-Link).
Die Nachrichtenagentur Associated Press gibt sich weniger jammernd und kündigt ein kostenpflichtiges Abomodell für das iPad an. Welche Unterscheidung zum (derzeit) kostenfreien App Store-Programm AP Mobile (kostenlos; App Store-Link) aufgefahren wird, muss sich noch zeigen.



Von einer Nachrichtenagentur zum Nachrichtenmagazin: Die kürzlich veröffentlicht eReader-Anwendung des Spiegels (kostenlos; App Store-Link), in welcher sich per ‘In-App-Verkauf’ eine digitale Augstein-Ausgabe erwerben lässt (iPhone: 2.99 €; Kiosk: 3.80 €; Monatsabo 3.65 €), sammelte in den letzten 14 Tagen nur wenige gute Bewertungen.










