Eine virtuelle Währung für Amazons Appstore
Amazon today announced another new way for app and game developers to make money on Kindle Fire—introducing Amazon Coins—the new virtual currency for purchasing apps, games and in-app items on Kindle Fire.
Amazon verkauft ‘Coins‘ als neues Feature (ab Mai für US-Entwickler/Kunden). Ich halte Abrechnungen in digitalen Münzen für nutzerfeindlich weil es den erlernten Symbolwert einer Währung mit Absicht intransparent gestaltet.
Für jede Umrechnung muss man nachschlagen um eine Vorstellung davon zu entwickeln was 400 Microsoft Points oder 56 Facebook Credits bedeuten (oder akzeptieren nur mit einer groben Preisvorstellung zu leben). Mit einem ‘Guthabenkonto‘ geht man generell in Vorleistung. Man bezahlt nicht bei der tatsächlichen Nutzung seine 89 Cent sondern hortet (vorab) einen größeren Betrag auf einem Account. Das Phantasie-Zahlungsmittel bindet an einen einzelnen Anbieter.
Hinzu kommt: Coins investiert man gedanklich leichter; der Button mit €-Symbol schreckt ab – auch wenn der numerische Betrag bei den goldenen Dukaten höher ausfällt. Im Fall des Amazon-Tablets, das in Nordamerika bei geschätzten 7.7-Prozent Webtraffic verweilt, scheint der albernen Umrechnungskurs (laut FAQ) auf ‘1 Coin = 1 Cent‘ anvisiert.
Mein rhetorische Frage lautet daher: “Welcher Kunde will so etwas?”
Amazon.com trimmt MP3-Store auf iPhone-Bildschirmgröße

“Since the launch of the Amazon Cloud Player app for iPhone and iPod touch, a top request from customers has been the ability to buy music from Amazon right from their devices. For the first time ever, iOS users have a way do that […].
Amazon verkauft seit September 2007 MP3s und schafft es jetzt, über fünf Jahre später, seine Musik-Webseite für den Download-Einkaufsbummel auf iPhone und iPod touch, nicht zu verwechseln mit dem iPad, anzupassen.
Die insgesamt sieben Länder, in denen Amazon bislang Musik verkauft, die anschließend über den Cloud Player (kostenlos; App-Store-Link) abgespielt wird, freuen sich.
Update: Unter Amazon.com/mp3 bedient der Onlinehändler derzeit nur US-Accounts (beziehungsweise Benutzerkonten mit einem Zahlungsmittel aus den USA oder Kanada).
(Danke, @moepgetier!)
HTC verdient in Q4/2012 nur 26 Millionen Euro

Taiwanese smartphone company HTC Corp’s net profit in the fourth quarter of 2012 missed forecasts and plunged 91 percent year-on-year as its models continued to be outsold by Apple Inc’s iPhone and Samsung Electronics Co Ltd’s Galaxy range.
Seit Mitte 2011 verabschiedet sich HTC Schritt für Schritt aus der Smartphone-Elite. Das vierte Quartal 2012, indem der fünftgrößte Hersteller von modernen Telefonen lediglich ein Zehntel vom eigenen Vorjahresviertel einfährt, stellt den vorläufigen Tiefpunkt dieses Abwärtstrends dar.
Klickt man sich durch vergangene Testberichte der Desires (HD, Z, S), Sensations (XE, XL) oder Ones (V, S, X) ist schnell ersichtlich das die Hardware nie wirklich schlecht war, aber immer viel zu austauschbar. Selten findet sich ein Alleinstellungsmerkmal; zu jedem Modell existiert eine Billigversion. Die gesamte Produktpalette kann niemand auseinanderhalten.
Samsung überspielt seine Gerätevielfalt mit einem gigantischen Marketing-Budget, lässt allerdings noch zukunftsträchtige Schritte in die (Cloud-)Dienstleistung vermissen. Die Konzentration auf Tizen oder eine eigene Android-Auskopplung, ähnlich wie’s Amazon macht, könnte dies noch im Jahr 2013 ändern. HTC besitzt keine von diesen Perspektiven.
Amazon wirbt nicht irreführend mit dem Begriff ‘Appstore’

Wie sich bereits im untersagten Eilverfahren abzeichnete, scheitert auch in der Hauptverhandlung Apples Klage gegen Amazon über den Begriff ‘Appstore‘, der laut einem US-Gericht nicht als irreführende Werbung gewertet wird. Ein großer Sieg ist das jedoch nicht. Es stehen weiterhin eine Handvoll Anschuldigungen aus Cupertino gegen den Online-Händler aus, darunter der Vorwurf der Markenrechtsverletzung.
Apple asserts that its APP STORE offers many more apps than Amazon’s does, and that the apps are “seamlessly integrated” with all Apple devices. However, there is no evidence that a consumer who accesses the Amazon Appstore would expect that it would be identical to the Apple APP STORE, particularly given that the Apple APP STORE sells apps solely for Apple devices, while the Amazon Appstore sells apps solely for Android and Kindle devices.
Auch wenn dieser Entscheidung die Signifikanz fehlt, erscheint mir die Dokumentation wichtig. Der Kampf um den (nach meiner Auffassung) generischen Begriff ‘App Store‘ ist aktuell ähnlich bedeutend wie Microsofts hart erkämpfte Bezeichnung ‘Windows‘ – sagt Apple.
In a none-too-subtle dig at its longtime rival, Apple points in part to Microsoft’s own defense of one of its most valuable trademarks.
“Having itself faced a decades-long genericness challenge to its claimed WINDOWS mark, Microsoft should be well aware that the focus in evaluating genericness is on the mark as a whole and requires a fact-intensive assessment of the primary significance of the term to a substantial majority of the relevant public,” says Apple in the filing. “Yet, Microsoft, missing the forest for the trees, does not base its motion on a comprehensive evaluation of how the relevant public understands the term APP STORE as a whole.”
Verfeinert: IMDb 3.0

Amazons Filmdatenbank IMDb lädt mit Version 3.0 (kostenlos; universal; App-Store-Link) dazu ein, sich einen Account zu klicken um die Release-Termine der anstehenden Blockbuster vorzumerken und eine ‘Watchlist‘ der Movies anzulegen, die man unbedingt noch sehen möchte.
Speziell auf dem iPad versprüht der Rundgang durch Trailer und Casts seinen Charme.
Warum 329 Euro?
Amazon und Google geben ihre ‘Minis’ zum Selbstkostenpreis weiter. Für beide IT-Giganten sind ihre Tablets ein Mittel zum Zweck, ein Instrument fürs eigentliche Business, den Reklame- und Content-Verkauf.
Apples Geschäft ist das iPad mini.

In den vergangenen zwei Jahren rangierte die Gewinnspanne fürs iPhone leicht oberhalb von 50-Prozent; das iPad lag zuletzt zwischen 23- und 32-Prozent. Tim Cook betonte zu den aktuellen Quartalszahlen den ‘signifikant geringeren Profit’ des iPad mini gegenüber ‘allen anderen Produktlinien’. Eine Erklärung zur Preisaufstellung ist Apple dafür niemandem schuldig, Phil Schiller gab sie trotzdem.
Das iPad mini liegt mit seinem Startpreis zwischen 30 und 130 Euro über dem vermuteten Preisschirm, der sich vorab aus der Konkurrenz errechnete.
There are three questions, then, which real people will ask about the iPad mini. Do I want it, can I afford it, and which model should I get. The answers to those questions will determine how many iPad minis Apple manages to sell. But the question which most of the press concentrates on — how does the iPad mini compare to its non-Apple competitors — is one which gets asked much less often than the Apple-as-company people tend to think [The group includes all stock analysts, of course, but it also includes most technology journalists].
Warum leistet sich Apple also die krummen 329 Euro ?
Mir leuchten drei (simple) Gründe ein:
- Es ist absehbar, dass jedes produzierte iPad mini vor Weihnachten verkauft wird. Warum sollte man deshalb 80 € oder auch nur 30 € an Gewinn nicht einstreichen!?
- 7.9-Zoll verkaufen sich besser als 7-Zoll – zumindest in der Werbung. Nicht umsonst legte Apple besonderen Fokus auf den Größenunterschied in seiner Keynote. Die Apple Stores begünstigen gegenüber der Online-Bestellung, dass Interessenten die Produktqualität selbst erleben.
- Günstiger geht immer; teurer darf man nicht werden*. Apple lässt ein Preisfenster nach unten offen. Das Nexus und Kindle Fire atmen jedoch nur mit einer Ellbogenfreiheit von 100 Euro. Diese Preisdifferenz kann das iPad mini jederzeit problemlos dezimieren, wenn es dazu gezwungen wäre.
Apple betreibt ein klares Geschäftsmodell, das (nachweisbar) funktioniert. ‘Du kaufst ein iPad, wir verdienen Summe XY‘. Natürlich existiert für Summe XY ein Spielraum. Psychologische Preismarken, die man reißen möchte oder ein Mitbewerber, den man unterbieten will. Negativbeispiel bleiben die überzogenen Upgrade-Preise für die Speicherverdopplung oder den UMTS-/LTE-Chip.
Trotzdem läuft alles auf die banale Tatsache hinaus, mit den erwirtschafteten Einnahmen auch zukünftig noch neue Produkte zu erträumen, herzustellen und zu verkaufen.
Das Interesse ist daher nicht einseitig: Das bestehende (Service-)Angebot ‘frisch‘ zu halten – beispielsweise durch kostenlosen Software-Updates oder subventionierte Dienste wie iCloud – kommt ein profitables Apple auch Kunden zugute.
During the height of the netbook craze, many in the tech press kept demanding that Apple make a cheap laptop. Instead, Apple made a (relatively) expensive MacBook Air and then the iPad. And they won on both fronts. They refused to fight down.
* Apple mag keinen klassischen Ausverkauf sondern ersetzt eine Preismarke oft mit einem überarbeiteten (besseren) Gerät.
Amazons ‘Much More for Much Less’-Tablet

Amazons starkes Statement versteckt sich nicht in einer Unterkategorie des Shopping-Portals sondern schmückt prominent die Startseite.
Rene Ritchie ergänzt die Tabelle. Insbesondere der Blick auf das internationale ‘Entertainment Ökosystem’, erst kürzlich detailliert von Graham Spencer betrachtet, unterstreicht Amazons US-Fokus. Mit Musik, Film und App spielt Jeff Bezos weltweit keine Rolle – nur eBooks dominieren. Auch deshalb, weil sich die iOS-App (kostenlos; App-Store-Link) konstant verbessert.
Ein Druckmittel gegenüber dem iPad mini ist die Software jedoch nicht, weil Amazon sein Tablet zum Selbstkostenpreis weitergibt und nur an den Mini-Lizenz-Margen verdient.
Amazon-Chef Jeff Bezos: “Patentkämpfe sind ungesund”

Mit ‘The Patent, Used as a Sword‘ warfen Charles Duhigg und Steve Lohr in der vergangenen Woche einen umfassenden Blick auf aktuelle (Software-)Patentkämpfe. Der lesenswerte NYTimes-Artikel glänzt jedoch erst mit der notwendigen Korrektur von Ian Betteridge, der die angedeuteten (Finanz-)Dimensionen zurechtrückt.
Read the NYT piece, and you would think that the technology market has shifted from being about research and development of new products to being about acquisition of patents. Given that this is based on a single year, when some very big patent portfolios came on the market in one-off deals that aren’t likely to be repeated in the future, that’s a long way from the truth.
Heute ruft Amazon-Chef Jeff Bezos nach mehr staatlicher Regulierung, wohlwissend, dass auch ihn die juristischen Grabenkämpfe im Smartphone- und Tablet-Markt eher früher als später treffen.
Patents are supposed to encourage innovation and we’re starting to be in a world where they might start to stifle innovation. Governments may need to look at the patent system and see if those laws need to be modified because I don’t think some of these battles are healthy for society. I love technology, I love invention, I like rapid change, and really it’s the golden age of wireless devices and mobile devices.
Natürlich hat er Recht, wie schon 2011, im Gespräch mit Steven Levy.
Bezos: For many years, I have thought that software patents should either be eliminated or dramatically shortened. It’s impossible to measure the toll they’ve had on the software industry, but on balance, it has been negative.
Levy: But without software patents, you wouldn’t have exclusive rights to 1-Click shopping.
Bezos: If that were the price of having a dramatic reduction in software patents, it would be great.


