Die ‘Nexus User Experience’
Google verlor bereits vor Jahren die Kontrolle über Android. Die ‘Update Alliance‘ ist grandios gescheitert. Heise Online zählte nach und beziffert die Update-Geschwindigkeit (falls von den Hardware-Partnern überhaupt angestrebt) zwischen 5.9 (HTC) und 11.7 Monaten (LG). Samsung, die (geschätzt) 95-Prozent der gesamten Android-Smartphone-Umsätze einfahren, benötigen durchschnittlich 7.8 Monate.
Nächster Google-Spielzug: Die Entkopplung der eigenen Services und Apps vom Betriebssystem.
If this week’s announcements are any indication, there are three kinds of things that Google is going to be able to update without actually updating the core of Android: their back-end services (things like Knowledge Graph improvements), first-party apps like Gmail and Google Maps, and the API layer (the single sign-in improvements, Google game services).
Dem Problem der Fragmentierung hilft das zwar nicht, kurbelt aber die Verbreitung der Google eigenen Dienste an. Das führt jetzt sogar zu eine ‘Google-Edition‘ des Samsung Galaxy S4. Für 650 US-Dollar patcht man sich die ‘Nexus User Experience‘ – zumindest solange bis die Motorola-Abteilung von Mountain View endlich ran darf.

Spoilerwarnung: ‘Google Play Games’
Android bekommt Game Center – vielleicht schon am Mittwoch auf der Google I/O.

Remember how we told you Google Games was coming, and how it’s going to pack multiplayer functionality, leaderboards, achievements, and stuff like that? That’s happening. There are going to be cloud game saves too.
iOS fehlt (immer noch) die offizielle Joypad-Schnittstelle für Game-Studios und Zubehörhersteller mit systemweiter Unterstützung. Es braucht keine Gamecontroller-Referenz von Apple um einen lebhaften Konkurrenzkampf um die beste Hardware auszulösen oder individuelle Konstruktionen von externen Eingabegeräten für iPhone- und iPad-Software anzustoßen.
Ohnehin bleibt es (mir) ein Rätsel warum grandiose iOS-Features wie AirPlay nicht stärker im (Werbe-)Mittelpunkt stehen und auch im Zusammenhang mit dem Apple TV beworben werden.
Motorola plant das Google-Phone

Außer Spesen nichts gewesen: Google’s Patent-Kauf (in Form der kostspieligen Motorola-Übernahme) bleibt auch nach 20 Monaten ohne zählbaren Erfolg. Jetzt fallen konkretere Statements für eigene Hardware, die ihre Inspiration direkt aus Mountain View erhält.
The first Google-influenced Motorola phones will start to appear in the second half of 2013, Wicks said, and if you like smaller form-factor devices or stock Android, you’re going to be excited.
Motorola’s Design-Chef Jim Wicks erteilt dabei dem ‘Größer ist besser‘-Trend, den UI-Modifikationen des Android-Betriebssystems von Samsung und Co. sowie den (Software-)Verunstaltungen durch die Mobilfunkanbieter eine klare Absage.
“We are going to try to drive a more singular expression of our brand across multiple carriers,” he said. “It’s a fundamental change in the model.”
Die Schiller-Interviews: Wo Schweigen Gold gewesen wäre
Entgegen der üblichen Gewohnheit, Konkurrenz-Events mit kleinen Software-Updates oder Speedbump-Ankündigungen stillschweigend den Wind aus den Segeln zu nehmen, rief Phil Schiller in der letzten Woche von sich aus zu zwei Interviews. Die Talks mit Reuters und dem Wall Street Journal, zeitlich abgestimmt auf den Vorabend des Galaxy-S4-Musicals, einer Veranstaltung die sich selbst in den Fuß schoss, gingen jedoch komplett nach Hinten los.
Die zwei Gespräche, überschrieben mit “In Rare Move, Apple Goes on the Defensive Against Samsung” und “Apple’s Schiller blasts Android, Samsung on Galaxy’s eve“, fielen nicht nur unnötig unsympathisch aus sondern enthielten auch falsche Vermutungen: “Samsung’s new phone itself may debut with a year-old operating system that will need updating.”
Die gestern Nacht geschaltete ‘Warum das iPhone toll ist‘-Webseite auf Apple.com wirkt genau deshalb nicht wie ein absolut legitimer Schachzug gegen Samsungs Marketing-Milliarden, die seit Jahren gegen Cupertino hetzen (“I can never get a Samsung, I’m creative.“), sondern eine Korrektur von Schillers Fehltritt.
HTC verdient in Q4/2012 nur 26 Millionen Euro

Taiwanese smartphone company HTC Corp’s net profit in the fourth quarter of 2012 missed forecasts and plunged 91 percent year-on-year as its models continued to be outsold by Apple Inc’s iPhone and Samsung Electronics Co Ltd’s Galaxy range.
Seit Mitte 2011 verabschiedet sich HTC Schritt für Schritt aus der Smartphone-Elite. Das vierte Quartal 2012, indem der fünftgrößte Hersteller von modernen Telefonen lediglich ein Zehntel vom eigenen Vorjahresviertel einfährt, stellt den vorläufigen Tiefpunkt dieses Abwärtstrends dar.
Klickt man sich durch vergangene Testberichte der Desires (HD, Z, S), Sensations (XE, XL) oder Ones (V, S, X) ist schnell ersichtlich das die Hardware nie wirklich schlecht war, aber immer viel zu austauschbar. Selten findet sich ein Alleinstellungsmerkmal; zu jedem Modell existiert eine Billigversion. Die gesamte Produktpalette kann niemand auseinanderhalten.
Samsung überspielt seine Gerätevielfalt mit einem gigantischen Marketing-Budget, lässt allerdings noch zukunftsträchtige Schritte in die (Cloud-)Dienstleistung vermissen. Die Konzentration auf Tizen oder eine eigene Android-Auskopplung, ähnlich wie’s Amazon macht, könnte dies noch im Jahr 2013 ändern. HTC besitzt keine von diesen Perspektiven.
Apple und HTC lösen ihre Patentstreitigkeiten auf

Die Serie von Patentstreits zwischen Apple und HTC, die vor 2.5 Jahren startete, ist beigelegt. Beide Firmen vereinbarten sich zehn Jahre lang für ‘gegenwärtige und zukünftige Patente‘ nicht mehr auf die Füße zu treten. HTC zahlt dafür eine nicht bekannte Lizenzgebühr an Apple. Es ist nicht bekannt, ob die Übereinkunft den vollständigen Patentbestand umfasst.
In any future situation in which Apple seeks injunctive relief against an Android device maker, the Apple-HTC license agreement will have to be shown to the court and the parties’ lawyers, and other adversaries will hold it against Apple, claiming that Apple’s willingness to sell a license to HTC covering a given patent means that it can be compensated with money for the continued infringement of such a patent.
Der taiwanesische Hersteller von Smartphones versuchte sein Patentportfolio durch eine 300 Millionen schwere Übernahme von Chiphersteller S3 Graphics zu stärken. 75 Millionen US-Dollar waren für ADC Telecommunications fällig. Und auch Google leistete Schützenhilfe und verlieh für den Rechtsstreit neun Patente an HTC.
If HTC’s decline continues, the question that may linger is this: did the once high-flying Taiwanese company shoot itself in the foot with poor business decisions? Or was it the first victim of the smartphone patent wars?
Festzuhalten ist: HTC ist nicht zuletzt durch seine finanzielle Misere mittlerweile ein Nebenkriegsschauplatz, aus dem jetzt die Truppen abgezogen werden. Im Fokus bleiben die Auseinandersetzungen zwischen Apple und Samsung sowie Apple gegen Googles Motorola.
(Eigene) Update-Ansprüche.

Googles Motorola resigniert. 13 Smartphones aus dem vergangenen Jahr* erhalten kein Update auf Android 4.1 sondern (auf Antrag) einen 100 US-Dollar-Gutschein für den nächsten Motorola-Telefonkauf. Die Ironie: Keins der insgesamt 6 Geräte**, die vergünstigt zum Kauf stehen, werden mit Android 4.1 ausgeliefert.
Aber hey, es existiert ein Update-Versprechen…
* Triumph (Juli 2011), Titanium (Juli 2011), XPRT (Juni 2011), Proton 4G (Juli 2011), Milestone X2 (Dezember 2011), Milestone 3 (Juni 2011), Electrify (September 2011), CLIQ2 (Januar 2011), Atrix 4G (Februar 2011), Atrix 2 (November 2011), Admiral (Oktober 2011), Droid 2X (Mai 2011) und Droid 3 (Juli 2011).
** Photon Q, Electrify 2, Droid Razr HD, Droid Razr M, Atrix HD und das Droid Razr Maxx HD.



