Entwickler-Erfahrung: Schattenseiten in Amazons Appstore

Während Android mit einem neuen Trojaner kämpft*, der diesmal Telefongespräch bequem auf SD-Karte aufzeichnet, wagt ein iOS-Entwickler die Software-Veröffentlichung in Amazons Appstore. Das australische Studio Shifty Jelly lieferte uns das hier bereits vorgestellte ‘Pocket Casts‘ und verlor auch schon harte Worte gegenüber Apple. Der Testlauf durch Amazons App-Store-Terrain spielt aber nochmals in einer ganz anderen Liga.

That’s right, over 100,000 apps given away, $0 made. Did the exposure count for much in the days afterwards? That’s also a big no, the day after saw a blip in sales, followed by things going back to exactly where we started, selling a few apps a day. In fact Amazon decided to rub salt in the wounds a little further by discounting our app to 99 cents for a few days after the free promotion.
Weitere ‘Diskussionspunkte’: a) Amazon hält die Schirmherrschaft über jeden Software-Preis, b) Amazon ändert eigenständig Beschreibungstexte und c) muss um Erlaubnis gefragt werden, wenn das Entwickler-Studio seine Anwendung vom Verkauf im Store zurückziehen möchte.
Zugegeben: Der Prozess, mit dem Apple Anwendungen im App Store hervorhebt, ist komplett intransparent. Trotzdem kann man sich nicht nachsagen lassen, hier auf Kosten der Entwickler das eigene Download-Portal zu bewerben.
* Update: Ars Technica schreibt:
Venkatesan told Ars that the trojan has not been spotted in the wild, but rather on a “malware collection channel,” and he wasn’t sure how it would manifest itself in the real world. […] While Google’s remote kill switch can clean malware-ridden apps obtained from the store off infected handsets, as in the case of DroidDream Light, the damage from a trojan working with a remote server like this might so not easily be undone.
(Danke, Boxi!)
‘Appstore’-Namensstreit stoppt Software-Entwickler

Apple und Amazon streiten weiter um den Begriff ‘Appstore’. Neuste Entwicklung: Amazon informiert seine Entwickler aus Deutschland, dass aufgrund des aktuellen Verfahrens keine neuen Android-Anwendungen aus hiesigen Landen angenommen werden.
We wanted to notify you of a recent change to your Developer Portal account; for the time being, we are not accepting new app submissions from developers located in Germany. We have been forced to impose this restriction due to a legal action filed by Apple in Germany seeking to prevent us from using the term “appstore.”
Amazons Appstore, der aktuell durch eine aufwendige Installation belustigt, ist offiziell noch nicht außerhalb der USA veröffentlicht.
Für mich ist nachvollziehbar, welchen Wert ein exklusives Namensrecht auf den Begriff hätte – sowohl als Gütesiegel aber auch auf breiter Front im allgemeinen Sprachgebrauch. Trotzdem sind die juristischen Scharmützel albern. Gefährlich wird’s, wenn dadurch Software-Entwicklungen aufgehalten werden.
Chronologie des Grauens…

25.07.2011: Google Books (US-Link) verschwindet aus den App Store.
Es folgt: Journalismus.
Did Apple eject Google Books from the App Store for violating terms?
Apple Kicks Google Books Off App Store, Is Amazon’s Kindle App Next?
Apple Kicks Google Books App Out Of App Store For Not Playing By The Rules
Here’s Why Apple Just Pulled Google Books from the App Store
Apple’s 30 per cent cut on ebooks sees Google Books vanish from App Store
Did Harry Potter Cause Google Books to Disappear From the App Store?
…
26.07.2011: Google Books kehrt ohne Webseiten-Verweis (aber unverletzt) in den App Store zurück.
Die ersten drei Jahre: Der App Store feiert Geburtstag!
Gestern wurde der App Store drei Jahre alt.
Mit seinen 425.000 Apps, 100.000 davon mit individueller iPad-Anpassung, erzeugte er bislang 15 Milliarden Downloads. Mit derzeitigem Wachstum kommt jeden neuen Monat eine neue Milliarde dazu. Das macht etwas über 32 Millionen Software-Downloads pro Tag. Gegenüber 2010 werden 61-Prozent mehr Apps gekauft*. Durchschnittlich finden sich 83 Apps auf jedem Gerät. Letztes Jahr waren es 51 Anwendungen. Nutzer geben 14-Prozent mehr pro App aus als noch im letzten Jahr*. Der Durchschnittspreis liegt aktuell bei $1.44 US-Dollar*. In den Top 30 kostet eine iPad-App im Mittel $6.32 US-Dollar.
* Schätzung nach Piper Jaffray’s Gene Munster
Selbst wenn man einige der Zahlen in Zweifel zieht (insbesondere die 82-Prozent aller Downloads, die kostenfrei erfolgen sollen), der Trend aus Gesamtvolumen und iOS-Flotte rücken den App-Store-Erfolg in ein unbestreitbares Licht.
Lev Grossman formulierte einmal für Time.com so schön:
It turns out that there is something that can compete with free: easy.
[iOS-Game] Sonic & Sega All-Stars Racing (+ Video)
Seit 20 Jahre herrscht und regiert Segas Maskottchen Sonic. Zeit, einmal Danke zu sagen.
Einen illustrierten Abriss seiner Geschichte verfasste IGN. Die Grafikspielereien im Video sind mit Orientator und BoinxTV arrangiert (kürzlich hier vorgestellt), über das auch in der gestrigen Podcast-Aufzeichnung ein paar Worte verloren wurden.
-> 1.59 €; Universal; App Store-Link
* Alle selbstproduzierten Videos gibt es neben der oben eingebundenen HD-Version auch ‘iPhone-kompatibel’ in unserem Podcast-Feed, den ihr beispielsweise über iTunes oder einem anderen Multimedia-Verwaltungsprogramm eurer Wahl abonnieren könnt.
Wildert EA weiter in den App-Store-Wäldern?

Vergangenen Oktober kaufte Electronic Arts den Spiele-Publisher Chillingo; vor zwei Monaten verleibte man sich Rennspiel-Entwickler Firemint ein und in diesen Tagen soll die Akquisition von PopCap Games über die Bühne gehen. Für das Studio, das uns iOS-Spielern Plants vs. Zombies oder Peggle brachte, sind eine Milliarde US-Dollar im Gespräch.
Alle derzeitigen Quellen führen auf TechCrunch zurück, die ihren Artikel zuerst ohne potenzielle Käufer-Infos veröffentlichten. Zwei Informanten legten daraufhin vor vier Stunden nach und brachten Electronic Arts ins Gespräch. EA selbst wird mit einem Börsenwert von 7.5 Milliarden US-Dollar beziffert, was der Dimensionen dieses potenziellen Kaufs einen Rahmen gibt.
Joystiq stolperte über ein paar Twitter-Aussagen, fragte (mehrfach) bei PopCap nach und bekam das übliche “we do not comment on rumors and speculation of this nature.“.
Update hinter der Bühne: iOS-App-Store liefert Übersicht der gekauften Software


Während ich mich noch ein wenig vom Live-Blog erhole, darf schon einmal der Blick in den iOS-App-Store geworfen werden. Dort schaltete sich in den vergangenen Minuten die Übersicht der gekauften Programme frei, um diese komfortabel noch einmal herunterzuladen.
(Danke, Filid!)
Update

Die neuen Einstellungen für den Store sollen nicht vergessen werden…
(Danke, @twitsho!)






