Die iOS-Update-Quote: 30% in vier Tagen
David Smith beobachtet auch für iOS 5.1.1 die Update-Rate seiner App-Store-Software ‘Audiobooks‘.
Mit einem täglichen Zuwachs von 7.5-Prozent liegt auch die neue Firmware – nach ihren ersten vier Download-Tagen – im Trend der vorherigen Aktualisierung.
Apple veröffentlicht iOS 5.1.1

Zwei Monate nach der Veröffentlichung von iOS 5.1 folgt das Update auf 5.1.1 (9B206), das sich lediglich kleinen Verbesserungen widmet. Die Aktualisierung steht über das Over-the-Air-Update, iTunes und die direkten Download-Links bereit.
Update: 5.1.1 schließt ernste Sicherheitslücken.
Samsung ist eine Gefahr für Android-Tablets
Das erfolgreichste Android-Tablet ist bekanntlich gar kein Android-Tablet. Okay, Amazons Kindle Fire baut auf Android 2.3, will ansonsten jedoch nichts vom Google OS wissen. Entgegen seiner Konkurrenz aus dem Hause Toshiba, Lenovo oder Sony funktioniert der Ansatz als Entertainment-Schleuder mit eigenem Browser, eigenem Film- und Musik-Angebot sowie einem eigenen Software-Store gut. In den ersten beiden Lebensquartalen verkaufte Amazon 3.8 respektive 1.8 Millionen Tablets. Ein gelungener Start.

Der US-Versandhändler verfolgt das iOS-Erfolgsrezept, das die gebündelte Kontrolle über Software und Hardware in eigener Hand behält. HP scheiterte damit, aber aus anderen Gründen.
Wackelkandidat bleibt Samsung, die als dominante Android-Fraktion vor der Frage stehen, ob man auch in Zukunft lediglich Googles Hardware-Handlanger bleiben möchte. Der südkoreanische Konzern hat bereits seinen eigenen App-Store mit 40.000 Anwendungen, kümmert sich nicht um beschlossene Vereinbarungen der OS-Fragmentierung entgegenzuwirken und schließt gesonderte Software-Deals. Das Galaxy S III bekommt beispielsweise den iOS-Hit Flipboard – vorerst exklusiv.
Ich halte es für unwahrscheinlich das Samsung es Amazon gleichtut, Android abspaltet und unter eigenen Segeln weiterentwickelt. Andererseits ist zu beachten, das mit dem Betriebssystem bada immer noch OS-Arbeitskräfte gebunden sind, keinerlei Anzeichen bestehen die spezielle TouchWiz-UI aufzugeben, Windows Phone als alternativer Software-Partner bereitstünde und Samsung in dieser beherrschender Position kein Spielball vom bekannten Suchmaschinenhersteller bleiben möchte.
“The zeitgeist right now is definitely towards high-end Android devices of which Samsung is clearly the leader so I don’t think there’s any instant danger,” said Cripps [Ovum.com]. “It’s more a case of what Samsung wants to be in five years’ time and planning towards that.”
Android-Smartphones profitierten von den Vertragsbindungen bei Mobilfunkanbietern und dessen Kauf- beziehungsweise Upgrade-Empfehlungen. Die Tablets nicht. Wenn Google Android oder ihren ‘Play‘-Brand im zukünftigen Computermarkt etablieren möchten, sind sie gut beraten ein eigenes Tablet zu bauen und eigenständig zu verkaufen.
*Update: Chris Sauve bezieht seine Grafik auf den comScore-Datensatz, der wahrscheinlich viel zu hoch greift.
(Danke, Fabian!)
Skype 4.0
[iOS-Game] Marvel vs. Capcom 2 (+ Video)
Meiner Enttäuschung über eine achtlose Portierung musste ich mit einem kurzen Video Luft machen: Marvel vs. Capcom 2 (2.39 €; universal; App Store-Link) bekommt dabei vielleicht ein wenig zu viel Schelte, aber Potenzial für ein richtig gutes Beat’em up wurde hier eindeutig verschenkt. Insbesondere ist die Ernüchterung groß, weil Capcom mit Street Fighter IV und Volt bereits bewiesen hat, wie es besser geht.
Für den vergünstigten Einführungspreis und dem anstehenden Kinostart von ‘The Avengers‘ muss man sich um den Verkauf des Spiels keine Sorgen machen. Gerade bei einem solchen Klassiker hätte ich jedoch erwartet, dass mehr Augenmerk auf Details fällt. Im lokalen Mehrspielermodus führt beispielsweise ein versehentlicher Aufruf der Mitteilungszentrale zum sofortigen Verbindungsabbruch. Das Button-Layout in den Standardeinstellungen überlappt kräftig und muss manuell nachjustiert werden. Außerdem ist es generell nicht zu viel verlangt, sich die ‘alten’ Menüs bei Umsetzungen auf ‘neue’ Konsolen noch einmal ganz bewusst anzusehen und mit kleinem Aufwand die Bedienung abzurunden.
Was ich sagen möchte: Mehr Aufmerksamkeit wäre schön gewesen.
* Alle selbstproduzierten Videos gibt’s auch als iTunes-Podcast – natürlich nur für euch!
Tag-Team-Wrestling: ‘Doxie Go’ und ‘Eye-Fi’ kämpfen Papierberge nieder (+ Video)
Das papierlose Büro bleibt auch im Jahr 2012 noch eine Illusion. Bürokomplexe rüsten mit monströsen Tintentanks ihre Farbe spuckenden Plastikkisten, umgangssprachlich Drucker genannt, auf. Der absurde Kreislauf beginnt beim oft überflüssigen Ausdruck und endet damit, dass die bepinselten Blätter wieder unter einem Scanner landen. Das ‘Original’ dient oft nur noch der Buchhaltung, den Steuern oder dem ‘Könnte-man-ja-mal-abheften‘-Gedanken.
Egal wie modern die Scanner-Technik mittlerweile ist: die Geräte stecken, genau wie Drucker, in einer alten Computer-Dynastie, fernab der Post-PC-Idee, fest. ‘Doxie Go‘ (Affiliate-Link), ein kabelloser 600dpi-Papierfresser, der im ‘Toblerone’-Formfaktor acht A4-Seiten pro Minute durchzieht, will dies ändern. Sein Partner in spe: die Wlan-SD-Karte der Firma Eye-Fi.
Eins vorweg: Dies ist kein Hardware-Review. Für das iPhoneBlog interessiert mich: Ist der weiße 400-Gramm-Riegel eine echte Option für iPhone- und iPad-Besitzer, die unterwegs hohe Scan-Qualität benötigen? Außerdem: Rechtfertigt das Extra-Accessoire im Vergleich zu ‘Scanner Pro‘, einer iOS-Software, die Dokumente ‘nur’ abfotografiert, die Anschaffung und den zusätzlichen Platz im Gepäck?
Ohne weitere Umschweife gleich ein paar schnelle Antworten: Doxie ist trotz ungewöhnlichem Design kein Spielzeug sondern erzeugt unter seinen (geringen) Größen- und Gewichtsverhältnissen hochwertige Digitalbilder von Papierstapeln. Ein Vergleich mit meinem stationären Canon LIDE 110 (Affiliate-Link) muss er nicht scheuen. Zumindest wenn wir Fotos ausklammern und vornehmlich über Rechnungen, Verträge und Briefe sprechen, die aus ihrem nutzlosen Papier-Zustand befreit werden möchten.
Der Scanner speichert intern oder auf dem Speicherstein im separaten SD-Slot JPEG-Bilder, die sich am Rechner in PDFs verwandeln – natürlich nur auf Wunsch. Benutzt man Apples ‘Camera Connection Kit‘ (Affiliate-Link) landen die digitalisierten Dokumente in der iOS-Fotobibliothek. Die Weiterverarbeitung von dort fällt bekanntlich limitiert aus. Nur nacheinander können verschiedene App-Store-Programme das Dokument zuschneiden, anonymisieren oder mit Wasserzeichen versehen.
Um eine Texterkennung aus den Fotos herauszukitzeln, damit diese später am Mac wieder in der Spotlight-Suche auftauchen, bediene ich mich der Magie von Evernote. Die Online-Notizen bekommen über den Service automatisch Schlüsselbegriffe aus dem jeweiligen Dokument zugewiesen ohne das ich dafür etwas tun muss.

Die drahtlose Verknüpfung zwischen Scanner und iOS ist schwieriger. In der Theorie findet das iPad oder iPhone den WiFi-Funk der Eye-Fi-Karte und nimmt über die eigene App-Store-Software (kostenlos; App Store-Link) neue Bilder entgegen. In der Praxis stolpert man aber kräftig. Mal benötigt es zwei Versuche bis iOS das Adhoc-Netz aufbaut; ein anderes Mal taucht die Eye-Fi mit ihrem WiFi-Signal komplett ab und war nicht mehr gesehen. Wenn dem iPad andere Wlan-Netze bekannt sind, verirrt man sich regelmäßig in unterschiedlichen IP-Adressbereichen.
Apples iOS-Beschränkungen tragen eine Mitschuld; die Eye-Fi-App schreitet allerdings auch nicht vorbildhaft voran. Unter dem Strich steht: Als zuverlässiger (und nervenschonender) erwies sich im regelmäßigen Einsatz die Übertragung durch das Camera Connection Kit, das am iPhone weiterhin nicht funktioniert.
Der Unterschied zwischen dem ‘Doxie Go‘ und dem ‘Doxie Go + Wi-Fi‘ findet sich lediglich in der beigelegten Eye-Fi-Speicherkarte. Bei Bedarf kann man diese später noch nachkaufen (Affiliate-Link). Da man aber ohnehin eine SD-Karte zur sinnvollen Verwendung des portablen (!) Scanners benötigt, ist das orange Modell, trotz Mängel in der drahtlosen Zusammenarbeit, keine schlechte Wahl. Warum? Weil die kabellose Übertragung neuer Fotos im heimischen WiFi-Netz an einen Mac- oder Windows-Rechner wirklich gut funktioniert. Einmal konfiguriert, schiebt die Karte alle neuen Aufnahmen in einen ihr zugewiesene Festplattenordner. So lassen sich unterwegs Dokumente einscannen, die Zuhause automatisch im Backup landen.

Der ‘Doxie Go’ vergisst als mobiler Scanner nicht seinen Qualitätsanspruch. Die Dokumente auf der SD-Speicherkarte verarbeitet Apples iPad über das Camera Connection Kit im Rahmen seiner Möglichkeiten anständig. Die WiFi-Verknüpfung, die unter Zuhilfenahme der Eye-Fi-Karte realisiert wurde, ist durch iOS-Einschränkungen allerdings zu umständlich.
Wer unterwegs einen ‘richtigen’ Scanner braucht, darf den Doxie auf der Liste von potenziellen Kandidaten nicht vergessen. In erster Linie liegt dies am insgesamt erfrischenden Gesamtpaket, das sich modern präsentiert und den Brückenschlag zwischen verschiedenen Computergenerationen wagt.
* Alle selbstproduzierten Videos gibt’s auch als iTunes-Podcast – der sich übrigens noch über eine kurze Bewertung freut…
Die Mehrspaßdennje Company

Seite 17 im iPad-Review von AnandTech lässt aufhorchen:
While controller support in Android in its infancy at best, it’s more than iOS currently offers. I know of an internal Apple project to bring a physical controller to market, but whether or not it will ever see the light of day remains to be seen. As smartphones and tablets come close to equalling the performance of current game consoles, I feel like the controller problem must be addressed.
Es ist nicht zu übersehen: Apple fühlt sich im Games-Business (noch) nicht zuhause. Man verhandelt mit den größten Filmstudios, Musik-Produzenten und der Verlagsbranche, lässt ein ähnliches Interesse bei Spielepublishern aber vermissen. Die Auswahl der Demo-Titel, die auf Keynotes präsentiert wird, ist mau – bestenfalls fantasielos.
Apple insisted that if we wanted to be part of the keynote, I couldn’t show my work at Quakecon, so I declined.
— John Carmack (@ID_AA_Carmack) September 1, 2010
Eigene Referenz-Games fehlen. Texas Hold’em, das bisher einzige iOS-Spiel aus Cupertino, zog man im vergangenen Herbst kommentarlos zurück. Game Center bekommt nur Minimalaufmerksamkeit – sowohl aus Nutzer- wie auch Entwickler-Perspektive.
Trotz allem ist sicher: Apple spielt intern schon lange mit Controller-Konzepten. Die vorhersagbare App-Zukunft des Apple TV ist dafür Grund genug. Wie viele Schachfiguren für den Konsolen-Kampf bereits in Stellung gebracht wurden, bleibt schwer abzuschätzen. Graeme Devine, Game-Designer-Größe bei id Software, den Ensemble Studios und zuletzt Apple, sagte im Dezember 2010: “they really do ‘get’ gaming“. Zu sehen ist davon allerdings noch nichts.
Das etwas passieren muss, so wie Vivek Gowri & Anand Lal Shimpi es in ihrem AnandTech-Review formulieren, glaube ich nicht. Mehr Aufmerksamkeit für die beliebteste Software-Kategorie im App Store kann allerdings auch nicht schaden.
Computer-Zukunft
It has now been over a week since I’ve been using the new iPad. [...] The first observation is that I see the two devices more as one connected system than ever before. I think this has to do with the screen parity.

Der Screen ist das Kaufgrund-K.O.-Kriterium fürs neue iPad – keine Frage, keine Überraschung. Trotzdem ist (abermals) herauszustellen, dass auch nach den ersten 14 Tagen die Pixelschärfe noch ‘blendet’. Dass dies mit den unzähligen Computern um uns herum zusammenhängt, die allesamt ‘schlechtere’ Bildschirme vorhalten, ist gut möglich. Egal wie dekadent es klingt: Ein Wechsel ‘zurück’ aufs iPad 2 scheint mir nicht vorstellbar.
Gleichwertig gravierend: Der UMTS-Aufpreis, den ich mir bei der vergangenen Hardware-Generation einsparte. Dabei habe ich komplett unterschätzt, welchen Wert eine direkte Online-Anbindung hat. Sie lockt das iPad weg von der Couch, rein in den Alltag. Die zusätzliche Daten-SIM hebt das iPad auf iPhone-Augenhöhe. Warum? Weil mir die Telefon-Funktion mehr oder weniger egal ist – zumindest wenn ich deren Nutzung in einen (zeitlichen) Vergleich mit E-Mail, Twitter und Co. setze. Und welche Unterschiede bestehen dann eigentlich noch zwischen Tablet und Telefon?
Der Datendraht ist für meine Kommunikationsgewohnheit schon seit 2007 wesentlich bedeutender als die Quasselstrippe. Seit iOS 5 verabschiedete sich durch Messages zusätzlich noch das Alleinstellungsmerkmal ‘SMS’. Die inzwischen erhältliche App-Store-Software gleicht sich dank Tweet Maker, IMAP-Accounts, Fotostream und iCloud (über weite Strecken) automatisch ab und erfüllen identische Aufgaben. Das fängt bei Banalitäten wie einem Spielstand-Sync für Games an und hört bei OmniFocus auf. Ein Wechsel zwischen den Geräten verläuft mittlerweile fließend. Es ist fast egal, zu welcher iOS-Touchscreen-Größe man unterwegs greift oder von wo man den nächsten Gesprächsfaden aufnimmt. Nicht zu vergessen: Wir befinden uns noch ganz am Anfang dieses (Software-)Wandels.
Der letzte wesentliche Unterschied zwischen iPad und iPhone: Auf dem einen Gerät arbeite ich in Ruhe, auf dem anderen werde ich angerufen. Nein, ernsthaft: Kein ‘Datentransfer’, kein manueller Sync und ein komplementärer Software-Bestand sind mächtige Grundpfeiler einer nächsten Computer-Generation, dessen Tür das Apple-Telefon aufstieß. Bei iOS sitzen diese Eigenschaften – nicht aufgesetzt, nicht angeflanscht – fest verankert im tiefsten Knochenmark. Eine Vererbung der Kennzeichen von frühen Kindheitstagen an passiert von selbst, aus dem Entwicklungsprozess heraus. Kein anderes System ist ähnlich nah dran; ähnlich konsistent. Genau deshalb fühlt sich iOS wie Computer-Zukunft an.




