Intels Paul Otellini über den iPhone-Chip
Für Instapaper: Alexis C. Madrigal’s Feature über Paul Otellini an seinem letzten Tag als Intel-Chef.
“We ended up not winning it or passing on it, depending on how you want to view it. And the world would have been a lot different if we’d done it,” Otellini told me in a two-hour conversation during his last month at Intel. “The thing you have to remember is that this was before the iPhone was introduced and no one knew what the iPhone would do… At the end of the day, there was a chip that they were interested in that they wanted to pay a certain price for and not a nickel more and that price was below our forecasted cost. I couldn’t see it. It wasn’t one of these things you can make up on volume. And in hindsight, the forecasted cost was wrong and the volume was 100x what anyone thought.”
It was the only moment I heard regret slip into Otellini’s voice during the several hours of conversations I had with him. “The lesson I took away from that was, while we like to speak with data around here, so many times in my career I’ve ended up making decisions with my gut, and I should have followed my gut,” he said. “My gut told me to say yes.”
Egal ob’s ein ARM- oder x86-Chip geworden wäre (Ben Thompson wettet rückblickend hohe Summen auf ARM): Die Halbleiterbranche sähe heute fundamental anders aus.
Hätte, wäre, wenn und aber: Gleiches lässt sich auch über den US-Mobilfunkmarkt sagen wenn Verizon Apples Angebot nicht erst mit der vierten iPhone-Generation angenommen hätte.
Apropos (Mikro-)Prozessoren: In den beschriebenen Jahren 2006 und 2007 vollzog sich auch der Wechsel für Macs von der PowerPC-Architektur zu Intel (“inside”). Die dazugehörige WWDC-Ankündigung, ein Jahr zuvor, gehört zweifellos zu den zurückhaltendsten Publikums-Minuten einer Steve-Jobs-Keynote – immerhin wurde er dort nicht ausgebuht.
iOS-Office: Besser spät als nie?
Würdest du 40 Euro für eine offizielle iOS-Office-Suite zahlen? 60 Euro? Jetzt, im April 2013? 90 Euro? Wenn’s ginge? Ich? Nein. Aber bestimmt gibt es unter 300 Millionen iOS-6-Nutzer ganz viele Antworten mit einem eindeutigen JA.

Natürlich bleibt die Frage hypothetisch. Word und Excel existieren im iOS-Land nicht. Nach drei Jahren iPad (und im sechsten iPhone-Jahr) kann man davon ausgehen, dass Microsoft die Umsetzung nicht verschlafen hat sondern bewusst zurückhält. Mary Jo Foley liegt (irgend-)eine Release-Roadmap vor, die Herbst 2014 (!) für iOS-Office ins Auge fasst. Das ist in 18 Monaten.
Ohne Übertreibung behaupte ich: Das fühlt sich spät an. Paul Thurrott äußert dazu folgende Theorie:
Office for iPad, launched at the same time as Windows 8/RT, would most likely have killed the market for Windows 8 and RT devices.
Ein interner Konflikt zwischen den beiden großen Microsoft-Abteilungen, Windows und Office, ist sicherlich keine Theorie – immerhin versprach man schon einmal Aufklärung (die aber nie stattfand).
Die Realität ist: Der PC-Markt legt in Q1/2013 seinen Tiefpunkt seit ‘Beginn der Aufzeichnungen’ hin. Die im letzten Jahresviertel verkauften 75 Millionen Kisten sind kein Ausrutscher sondern beschreiben den anhaltenden Abwärtstrend. Das kann Office nicht egal sein.
Wie viele iPads muss Apple noch verkaufen, damit Microsoft erkennt, das Surface und Co. die Marktverschiebung nicht auffangen? Wie viele Firmen müssen iPads ohne die MS-Suite noch in ihre Arbeitsabläufe integrieren? Und wie viel Vorsprung will man iOS-Entwicklern noch lassen, um auch das wirklich letzte Office-Feature zu ersetzen?
Schwer vorstellbar, das in 18 Monaten (prozentual) mehr eindeutige JAs für iOS-Office fallen als heute.
Auf wackeligen Beinen: Ms. Splosion Man
Ms. Splosion Man (2.69 €; universal; App-Store-Link) ist verdammt umfangreich. Oder um’s deutlicher zu sagen: Die iOS-Umsetzung der XBLA-Fassung von Twisted Pixel Games (portiert von den Iron Galaxy Studios) enthält die bekannten 50 Level des Action-Plattformers. Bereits für die ersten sieben Welten darf man ein Stündchen an Spielzeit einplanen – nur die (sehr spaßige) Mehrspieler-Option der Konsolen-Vorlage fehlt.
Aus Performance-Perspektive sei vorweggeschickt: Ms. Splosion Man blendet mit seinem Hi-Res-Farbgewitter auf Retina-Bildschirmen. Ein iPhone 5 und das iPad der vierten Generation überspringt keinen einzigen Frame (selbst ausprobiert); das iPhone 4S und das iPad mini tun sich nach allem was mir zugetragen wurde nicht so leicht (obwohl’s spielbar bleibt). Vielleicht groovt sich ein kommendes Update noch besser auf die älteren iOS-Geräte ein.
Trotz Touch-Steuerung verliert Hüpfen und Springen Explodieren nicht an Präzision. Die Story präsentiert sich abgedreht; die Popkultur-Referenzen (“Don’t go chasing waterfalls!“) sind immer noch unterhaltsam. Dies ist keine ‘für Mobile’ angepasste Version.
Aber der interessanteste Nebenschauplatz, insbesondere mit der jetzigen iOS-Veröffentlichung, bleibt die Entstehung dieses Titels. Twisted Pixel pitchte die Idee zum ursprünglichen Spiel, ‘Splosion Man, für Publisher Capcom und erhielt eine Absage. 1.5 Jahre nach dem Erfolg auf der Xbox 360 (und einem Monat nach der Ankündigung zu Ms. Splosion Man) erschient MaXplosion, ein iPhone-Titel aus dem Hause Capcom, der sich vom Konzept bis zur Umsetzung ‘inspiriert’ fühlte. Die Kopie erreichte jedoch nie nennenswerte Aufmerksamkeit.
Twistet Pixel Games allerdings schon: Seit Oktober 2011 arbeitet das 24-köpfige Team unter der Flagge der Microsoft Studios.
‘UX Write’ schreibt und liest Datei.docx
Fast auf den Tag genau vor einem Jahr amüsierte sich der offizielle Microsoft-Twitter-Account über den ‘Leak‘ von ‘Office für iOS’ und versprach Aufklärung in den kommenden Wochen. Im vergangenen November blinzelten wir auf neue Screenshots einer nativen ‘Office Mobile‘-Anwendung. Ende Februar 2013 soll es damit soweit sein.
Microsoft predigt bislang jedoch fortwährend die Browser-Abo-Perspektive für ihre Suite:
When asked about progress on Office apps for iOS, Ballmer responded, “We do have a way for people always to get to Office through the browser, which is very important.”
Nach drei iPad-Jahren mit 120 Millionen Tablet-Kunden ist das mutig. Insbesondere weil nach und nach Features purzeln, die MS Office zuvor auszeichneten. Selbst Apples Pages (8.99 €; universal; App-Store-Link), nicht unbedingt bekannt für zahlreiche Neuerungen, lernte beispielsweise dazu, Textänderungen ‘Word kompatibel’ nachzuverfolgen.
Oder schauen wir auf UX Write (21.99 €; universal; App-Store-Link), das mit Version 1.1.0 im Docx-Format spricht.

To the best of my knowledge, UX Write now provides the highest level of compatibility with .docx files out of any word processor available for the iPad. Virtually all of the basic text and formatting properties are supported, along with essential features like figures, tables, styles, numbered headings and captions, cross-references, and automatically-generated tables of contents.
iOS vermisst Microsoft Office nicht – andersherum traue ich mir eine solche Behauptung nicht zu. Allem voran ist es die Zeit, die Microsoft gegenüber seinen Mitbewerbern verliert, die ehemalige Alleinstellungsmerkmale nachbauen oder mindestens kompensieren.
Für private Nutzer scheint die Ära der großen Office Suite, die hunderte von Funktionen in einem einzelnen Programm vereint und das komplette Paket unter einen teuren Preismantel stellt, bereits lange vorbei.
Microsoft und Apple verhandeln über SkyDrive-App

Alex Wilhelm berichtet für ‘The Next Web‘: Microsoft liegt in Streitgesprächen mit Apple über bezahlte In-App-(Speicherplatz-)Upgrade-Abos für SkyDrive (kostenlos; universal; App-Store-Link). Die Diskussion scheint nach ersten Informationen identisch zur Aufregung um Dropbox, die in diesem Frühjahr ein nicht richtlinienkonformes SDK anboten und iOS-Drittprogramme daraufhin das App-Store-Ticket verweigert wurde.
Die Verschwörungstheorie im Mai lautete: Apple mag Dropbox als iCloud-Konkurrent nicht. Tatsächlich ging es um den (technischen) Prozess für die Anmeldung (keine Konto-Authentifizierung übers Web und kein Link zum Online-Angebot) sowie die 30-Prozent-Umsatzbeteiligung.
Wie mehrmals angemerkt, leidet die Benutzerfreundlichkeit unter diesen diskussionswürdigen App-Store-Regeln – speziell in Bezug auf den untersagten Webseiten-Verweis (siehe Amazons Kindle-App).
Apple muss sich bis jetzt jedoch nicht vorwerfen lassen, Entwickler unterschiedlich zu behandeln. Mit allen Vor- und Nachteilen des App Stores verbleiben die angesagten Konditionen und das aufgestellte Regelwerk hier für alle gleich.
Nokia atmet auch in Q3 nicht durch
Nokia stolpert auch bei seinen sechsten Quartalszahlen (PDF) unter Stephen Elop, der Anfang 2011 den Kurswechsel der finnischen Telefonschmiede einleitete.
Shipments of existing Lumia handsets slipped to 2.9 million in Q3 2012 – down from a promising 4 million in the previous quarter. As a result, net sales slipped to €7.2 billion (around $9.4 billion), down almost 20 percent year on year.
Von einem dritten Ökosystem, das in einem Atemzug mit Android und iOS zu nennen ist, sind wir weit entfernt. Die Stoßrichtung bleibt trotzdem richtig. Feature-Phones sind, genau wie BlackBerrys, Auslaufmodelle; nur Smartphones versprechen gewinnträchtige Margen – auch wenn die Lumias in einer ganz anderen Liga spielen.
Lumia average selling price is $209. iPhone has been above $620 for five years. iPhone may be anomalous but so is Lumia.
— Horace Dediu (@asymco) Oktober 18, 2012
2011, das Jahr des Umschwungs von Symbian zu Windows Phone, ist abgehakt. Problematisch ist der letzte Jahreswechsel und die erste Hälfte von 2012. Mit Windows Phone 8 erfährt die Nokia-/Microsoft-Partnerschaft einen kompletten Reboot. ‘Alte’ Geräte, teilweise nur wenige Monate im Verkauf, erhalten keine (oder lediglich kleine) Updates. Der Neustart beginnt mit dem Lumia 920 und 820 im Herbst. Die Ergebnisse davon lesen wir frühsten (in den Quartalszahlen) Anfang 2013.
[update] Microsofts ‘Stomp’-Surface-Ad
Zusammen mit Windows 8 erscheint in zehn Tagen Microsofts (vielversprechendes) Surface – (s)ein Verkaufspreis bleibt geheim.
Update: Nun also doch der Preis. Microsoft verlangt 500 US-Dollar für sein Surface mit Windows RT aber ohne ‘Touch Cover’. Das WSJ berichtet von drei bis fünf Millionen bestellten Geräten fürs Weihnachtsgeschäft.


