[review] Elgato Turbo.264 HD

von alex olma | 8 April 2009 | 13:18 Uhr

elgato1.png

Der Zubehörmarkt für iPhone-Equipment ist mit Kopfhörern und Schutz-Taschen bereits gut überflutet.

Extravagante Accessoires genieße somit von Haus aus ein Raritäten-Dasein. Aber da das iPhone bekanntermaßen auch der ‘beste iPod aller Zeiten’ ist, widmen wir uns etwas ausführlicher dem Videokonvertierungs-Stick von Elgato, um in möglichst kurze Zeit sein Filmmaterial iPhone-tauglich zu konvertieren.

Derzeit setze ich zwischen meinen heimischen vier Wänden den MacMini 1.83 GHz Intel Core 2 Duo mit 2GB Ram ein, und lasse softwareseitig Handbrake oder VisualHub meine Filmschnipsel zerhacken. Da normalerweise genügend Ressourcen auf dem kleinen Computer zur Verfügung stehen (der Rechner hat ja nächtelang nichts zu tun), verzichtete ich bislang auf Hardware-Unterstütung bei der Encodierung. Mit 150 € gehört der USB-Stick, in der Größe einer Apple Fernbedienung, nämlich auch nicht zu den preiswerten Anschaffungen.

Benutzung

Seine Zielgruppe bestimmt der Turbo.264 HD-Dongle mit einer kinderleichten Installation und null Konfiguration. USB-Stick einstecken, Software installieren und Start drücken. Jeder Computerbenutzer, der schon einmal ein Betriebssystem gestartet hat, sollte diese Software verwenden können.

Schiebt man dem Klicki-Bunti Programm Videodateien unter, steht der Anwender lediglich vor der Frage auf welches Gerät der entsprechende Film am Ende gelangen soll. Zur Auswahl stehen passgenaue Voreinstellungen für allen Apple-Gerätschaften. Aber auch YouTube oder die Sony PSP werden bedient. Individuelle Bedürfnisse werden in den Detail-Einstellungen manuell vorgenommen.

elgato2.png

Für den ‘fortgeschrittenen’ Benutzer wäre es zweifelsfrei toll, wenn die Turbo-Software mit mehr Einstellungsmöglichkeit aufwarten wurde. Ich persönlich würde mir wünschen die konvertierten Dateien nach ihrer Umwandlung direkt in die angeschlossene iTunes-Bibliothek befördern zu lassen. Als Speicherort kann in den Einstellungen die iTunes-Mediathek gewählt werden. Die Filme landen dann zwangsläufig im Benutzer-Ordner /Filme, werden jedoch zu iTunes hinzugefügt.

Natürlich lässt sich ein rudimentärer Videoschnitt vornehmen oder Filmdateien zusammenfügen. Darauf möchte ich im Detail aber gar nicht eingehen, da die Stärke der simplen Benutzeroberfläche in seiner Hardware-Unterstützung bei der Konvertierung zu finden ist.

Zeit

Warum eigentlich der ganze Aufwand und die finanziellen Anschaffungen? Weil man Zeit sparen möchte. Wer viel Videomaterial von seiner AVCHD-Kamera, einer DVD oder aus den privaten Download-Verzeichnissen umwandeln möchte, erhofft sich von der Hardware-Unterstützung einen Zeitvorteil. Außerdem lässt sich der Stick ‘on the road’ mitnehmen und entlastet das Notebook und den dazugehörigen Akku.

-> Siehe Update.


Eingabeformate
AVCHD Video, QuickTime, AVI, DV, WMV, MPEG-1, MPEG-2 Program/Transport Stream, MPEG-4, MP4, M4V, H.263, H.264 AVC, Xvid, VIDEO_TS und viele mehr.

Ausgabeformate
AppleTV, iPod (Best), iPod (Smallest), iPhone, Sony PSP, YouTube, YouTube HD, HD 720p, HD 1080p + eigene Profile

via Elgato

Mit dem aktuell Software-Update 1.0.1, wühlt sich der Elgato-Stick jetzt auch durch MKV Datei-Container.

Konvertierungs-Unterstützung

Neben den manuell einzuschiebenden Dateien unterstützt der Stick auch eine Konvertierung aus den Mac-Programmen QuickTime, iMovie oder EyeTV. Einmal konfiguriert, werden die Frames direkt aus dem jeweiligen Programm in den Schleudergang geschickt. Sehr fein.

Ohne die Ansprüche eines professionellen Anwenders erfüllen zu wollen, habe ich den Stick in einen praxistauglichen Vergleichstest mit meinem derzeitigen Setup geschickt.

Software vs Hardware; mit diesem Ausgangsmaterial:

  • HD_Wolverine Trailer 189.6 MB (1920 x 800) – Bitrate 10,651 – Laufzeit: 02:29
  • SD_Wolverin Trailer 23 MB (640 x 272) – Bitrate 1,338 – Laufzeit: 02:29
  • Lost in Translation 4.15 GB – DVD auf Festplatte – Laufzeit: 01:37:31

Im Rennen der hochaufgelösten Trailer duelliert sich der Turbo-Stick mit HandBrake. Elgato schafft hier durchschnittlich 40 FPS. Bei der Umwandlung vom SD-Material trennt sich jedoch die Spreu vom Weizen und der Turbo-Stick jagt mit Abstand am schnellsten durchs Feld. Mit phantastischen 140 Frames pro Sekunde über die gesamte Konvertierungsdauer ins iPhone-Format.

sd-hd-konvert.png

Um Messfehler am DVD-Laufwerk auszuschließen, greife ich beim Silberschreiben-Test auf eine bereits gerippte Version von Festplatte zurück. iTunes verabschiedet sich daher an dieser Stelle.

dvd-konvert.png

Gerade bei längeren Filmen spielt der Stick mit seinen Muskelmassen. Während er eine DVD mit der Laufzeit von 1 Stunde und 37 Minuten in phänomenalen 26 Minuten durchrechnet, brauchen die Software-Lösungen bei voller Rechenpower fast die komplette Spielzeit der DVD. HandBrake erreicht jedoch eine großartige Kompressionsrate bei vergleichbarer Qualität.

elgato3.png

Fazit

Auf dem derzeit aktuellen Betriebssystem 10.5.6 und einem etwas schwachbrüstigen MacMini der letzten Generation, vollbringt der Stick wahre Wunder. Wer jedoch schon mit mehr Prozessor-Kernen unterwegs ist oder nur gelegentlich Videomaterial überspielt, darf sich sicherlich die 150 € sparen. Elgato bietet für meinen persönlichen Anwendungsfall mit dem Turbo.264 HD-Dongle eine erhebliche Zeitersparnisse, die ich selbst bei der sporadischen Konvertierung von Videomaterial bemerke.

Für die kommentierten Zweiminuten-Schnipsel, die ich für dieses Weblog ab und an als Review bzw. Preview erstelle, spare ich mir gute 2/3 der iMovie-Wartezeit.

Und das rechnet sich.

-> Amazon Affiliate-Link

Update

Nach der Veröffentlichung dieses Artikels hat sich Elgato bei mir gemeldet und folgende Zusatzinformation bereitgestellt:

Zweifellos, wer einen Mac mini hat, der leidet beim Videokonvertieren und freut sich über die Turbo.264-HD-bedingte Beschleunigung. Wir haben aber mit dem Original-Turbo.264 die Erfahrung gemacht, dass besonders die Besitzer schneller Rechner nach mehr Speed gieren. Deshalb bezieht der neue Turbo.264 auch den Mac mit sämtlichen seiner Cores in den Konvertierungsprozess mit ein (er lässt das Quellmaterial von der CPU für den Encoder aufbereiten, das werden Sie während des Umrechnens an der Auslastung des Mini bemerkt haben). Vorher war das Motto: CPU entlasten. Nun heißt es maximaler Durchsatz ohne Rücksicht auf andere Apps. Kurz: Je schneller der Rechner, desto höher der Zeitgewinn.

  • bob
    Und in dieser Version des Sticks ist die Unterstützung für PPC weggefallen. Nur noch Native Intel.
  • Tja sag ich doch (siehe Update) - das ist alles eine reine Softwaresache. Der Chipf auf'm Stick wird benutzt - und alles, was nicht bei Drei auf'm Baum ist :-)

    Ist ja auch logisch, wie würd das denn aussehen - wenn nur der Stick "rechnet". Wie soll das Teil denn mit nem Dualcore mithalten - egal wie spezialisiert er auf Encoding ist. Da müsste man schon 100+ Watt in den Stick jagen können inkl. Wakü damit er schneller ist :-) (das war übertrieben aber irgendwo dazwischen liegt die Wahrheit).
  • Stimmt irgendwo. USB erlaubt 2,5 Watt pro Anschluss ... damit lässt sich nicht sonderlich viel anstellen. Um so erstaunlicher, dass er schnell wie mit einer hochgezüchteten Nvidia Karte geht ...
  • Alex, Du hast für deinen Blog (großartig) wohl Picturesque (auch großartig) entdeckt? :)
    Das ganze sähe ohne die Grauen Ränder noch viel schöner aus...
  • Ja, ich spiele damit ein wenig rum. Die Ränder fallen standardmäßig aus unserem Theme. Mal sehen wie man das in Zukunft unter einen Hut bringen kann.

    Will auch nicht jedes Bild mit Picturesque veredeln...
  • Michael
    Der "alte" Stick war von der resultierenden Qualität schlechter als VisualHub oder Handbrake bei gleicher Bitrate.

    Gerade wenn man ein Video besonders klein haben wollte, was bei 8 GB iPhone wichtig ist geht der Stick nicht.

    Alex, kannst du zur Bildqualität bei niedrigen Bitraten was sagen?
  • Nein, ich kann leider keine fundierten Aussagen zur Bildqualität treffen. All das bislang - und für diesen Test - konvertierte Videomaterial sieht gut aus. Nach meiner laienhaften Einschätzung. Sowohl am Rechner als auch auf den entsprechenden Geräten (AppleTV + iPhone).

    Man kann sicherlich mit den richtigen Einstellungen und den anderen Software-Programmen noch ordentlich Qualität aus den Videos quetschen. Mein Test ist eher auf 'Alltagstauglichkeit' ausgelegt.

    Für die oben abgebildete Vergleichstabelle hat mich Numbers schon fast in den Wahnsinn getrieben...
  • KMD
    Heiß also, dass ich ein iMovie Projekt in kürzerer Zeit exportieren kann mit dem Teil? Oder geht der export nur "ohne" Bearbeitung in iMovie?
  • Aus iMovie muss als Exportmethode (für jegliches Videomaterial) -> QuickTime gewählt werden. Und ja, das ist deutlich schneller.
  • Vladi
    Mal ne andere Frage: Wieso nehmt ihr hier als Beispiel so einen alten Film wie "Lost in Translation"? Warum nicht einen moderneren, der auch auf einer DL-DVD ist, so wie fast alle heutigen Filme?
  • Weil Scarlett Johannsons Po am Anfang eine Herausforderung für jeden Encoder ist ;-)
  • Wahre Worte und der tatsächliche Grund!
  • Was ich bisher nicht rausfinden konnte: kann der neue Stick auch Filme mit 2 Tonspuren ausgeben? Bisher konnte er das nicht (der alte) -- daher war ich immer wieder gezwungen Handbrake zu nehmen.
  • Ui nicht schlecht, Danke Sebbi.

    Tja Du das ist alles ein reines Treiber/Software-"Problem". Den USB-Stick könnte man sicher auch unter Windows zum Laufen bringen, wenn man einen Treiber programmiert und dann ein Programm darauf zugreifen lässt.

    Elgato ist aber auf Mac spezialisiert und Firmen wie Hauppauge bieten das alles erstmal nur als Steckkarte an - hab ne DV Raptor hier irgendwo rumfliegen aber das hilft dann ja meinem Laptop nix :-)

    Das ist nur ein USB-Stick weil der Mac nicht auf Steckkarten ausgelegt ist mit der großen Anzahl an Laptops und den wenigen "PC"-Macs.
  • @Sebastian: Badaboom (http://www.badaboomit.com) auf dem PC bringt mit einer Nvidia 8800GTS als Rechenknecht 160 Frames pro Sekunde beim Konvertieren ins iPhone Format.

    Gibt's so was nicht für den Mac? Der hat doch auch eine Nvidia GPU, oder?
  • ls
    Wie deutlich mekst du es denn an deinem MBP, mit Stick und ohne Stick?
  • koma
    Der Vergleich mit einem aktuellen MBP würde mich auch interessieren.
  • Ich habe den Vergleich mit einem MacBook noch nicht durchgeführt. Elgato verspricht jedoch noch höhere FPS-Raten. -> Siehe Update
  • Was soll der Mist warum geht das wieder nur mit Apple-Computern? Immer wenn's um Video-Codierung geht, ist die Systemvoraussetzung ein Mac. Grrrr...

    Naja und wenn man ein wenig rumsucht findet man das Teil auch für 125 Euro das nur am Rande...
  • Denis
    ifun hatte ein video zum stick. wen es interessiert.
    http://www.viddler.com/explore/iFUN/videos/81/
blog comments powered by Disqus

Partner

tdblog.gif

Wer eine beliebige iPhone-App im iTunes App Store kauft, ein Produkt seiner Wahl bei Amazon erwirbt, einen Mac/iPod bei Apple-Online erwirbt oder sich ein iPhone zulegt, unterstützt das iPhoneBlog mit einem kleinen Prozentsatz des (unveränderten) Kaufpreises.

Flattr verteilt kleine Mikrozahlungen, mit denen Ihr persönlich diesem Blog kleine Aufmerksamkeiten zukommen lasst. Vielen Dank dafür!

Wer sich über den unten aufgeführten Apple-Banner im Online-Store ein neues Spielzeug zulegt, unterstützt das iPhoneBlog mit einem kleinen Beitrag. Vielen Dank dafür!