‘Art Space Tokyo’ mit iPad-Edition / Axel Springer AG-Preisvorstellungen

von alex olma | 31. März 2010 | 12:14 Uhr

Craig Mod schrieb Anfang März in seinem Artikel: “Books in the age of the iPad” ein paar sehr intelligente Worte. Jetzt plant er mit einer Neuauflage seiner bereits veröffentlichten Literatur Art Space Tokyo ein praktische Umsetzung.

Art Space Tokyo.jpg

Seinen Blick auf die zeitgenössische Kunst in Tokyo (bei Amazon derzeit ausverkauft) soll als “Reprint” sowohl mit Hardcover als auch in brandneuer iPad-Edition erscheinen. Die 272 Seiten mit über 50 Illustrationen stellen dabei für das Apple-Gerät eine komplette Neuentwicklung dar. Für den iBookstore ist angedacht mit Videomaterial und (Foto-)Interviews die digitale Fassung aufzuwerten.

Faszinierendes Finanzierungsprojekt: Bis zum 01. Mai müssen mindestens $15.000 US-Dollar als ‘Investitions-Pfand’ von Interessenten hinterlegt werden (Abbuchung erst nach Zustandekommen des Projektes), die abhängig von ihrer ‘Spendenhöhe’ Belohnungen erhalten. Für $25 Dollar bekommt man eine finale PDF-Version und Projekt-Status-Updates; $65 Dollar addiert eine Hardcover-Edition zu den Leistungen des preisgünstigeren Pakets. Wer (als Firma) für dieses Jahr noch Spendenkapital von $2.500 Dollar erübrigen kann, bekommt eine persönliche Tokyo-Tour mit Craig Mod.

horizont.jpg

Ebenfalls Print, aber aus einem komplett anderen Hintergrund, kündigt die Axel Springer AG am heutigen Tag gegenüber Horizont seine Preisgestaltung für “Die Welt”, “Welt Kompakt” und “WamS” an. Ohne spezielle Aufbereitung sollen “im wesentlichen PDF-Funktionen wie das E-Paper” die Inhalte vermitteln, die nach einer (kostenlosen) 30-tägigen Testphase als Abo-Preis 29.99 Euro (“Die Welt), 12.99 Euro (“Welt Kompakt”) und 7.99 Euro (“WamS”) kosten sollen.

Ein niedrigerer Preis wäre nicht infrage gekommen, denn Springer will die Chance des iPad nutzen “angemessene” Gebühren für seine journalistischen Inhalte in der digitalen Welt zu verlangen.

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  • http://www.facebook.com/TheTorbenk Torben Kroll

    Ich warte sowieso nur darauf, dass die Bild für umgerechnet 1€ das Stück angeboten wird….

  • Name

    An sich ja ganz OK, wenn das liebe Wort “WENN” nicht wäre. Welchen Vorteil hat es denn für mich als Use ein PDF zu laden gegen über der Printversion zu gleichen Preis?
    Für mich persönlich keinen.
    Ich kann es nicht teilen, Drucken? Aufbewahren?…
    Ach ja selber laden und entsprechende Technik vorhalten muss ich auch noch.
    Den steht gegenüber bei Springer:
    keine Druck und Materialkosten (extrem teuer), relativ “keine Verteilerkosten” und ein höhere Preis als das noramle epaper https://aboservice3.welt.de/asvabo/selectSubscr…

    Zusammenfassend: So wird das nix lieber Medienhäuser

  • http://www.taptoplay.de/ Lakeshore | taptoplay.de

    Springer verlangt “angemessene Gebühren für journalistische Inhalte in der digitalen Welt” – ich verlange eine angemessene Unterstützung der von mir gewählten Plattform, mindestens auf Niveau der NYT-App. Die Bereitstellung als PDF-Dokument “ohne wesentliche Aufbereitung” zeigt mir, dass zumindest der Springer-Verlag nicht gewillt ist, mir eine angemessene Lösung anzubieten.

    Das Lesen einer PDF-Ausgabe dürfte schon bei der Welt Kompakt zu ständigem, unbequemen Scrollen führen. Der Gedanke, ein Die Welt-PDF auf 1024×768 zu lesen, wird bei mir heute Nacht zu Albträumen führen.

    Lieber Axel Springer-Verlag: Ich lese gerne. Ich lese viel. Aber ich lese keine Zeitungen, weil ich das A0-Format nicht ertragen kann, weil ich das billige Altpapier ekelhaft finde und weil ich nicht möchte, dass meine Finger voll Druckerschwärze sind. Solange ihr mir ein A0-PDF anbietet, auf dem ich mit einer kleinen Lupe rumfahren darf und wo ich mit mich nervenden Ressorts wie Sport belästigt werde, ist euer Angebot nicht überzeugend.

    Ich erwarte kein Abfallprodukt eines sterbenden Formats, sondern den Sprung in die Zukunft und die Neuerfindung für neue, digitale, Distributionskanäle. Die NYT macht es vor.

  • http://www.iphoneblog.de iphoneblog

    Gut gebrüllt! Das unterschreibe ich so.

  • Mo

    Ich unterschreibe mit!
    Außerdem hab ich jetzt auch schon auf zwei anderen Seiten gelesen, dass der Preis immerhin günstiger als die gedruckte Ausgabe ist, ABER wie hier schon in den Kommentaren angedeutet, ist das normale ePaper der Welt mit 23,60 € deutlich (!) günstiger! Mehr zahlen, für ein Produkt ohne Mehrwert. Ich finde es Wahnsinn, wie die Verlage ständig die Schuld für ihre Probleme dem Internet in die Schuhe schieben, während es eigentlich ihre eigene, mangelnde Innovationskraft (und Qualität ihrer Erzeugnisse) ist, die sie solche Entwicklungen verpassen lässt.
    So, jenuch Dampf abgelassen! ;)

  • http://www.taptoplay.de/ Lakeshore | taptoplay.de

    Ich sehne mich nach der NYT-App mit dem Content von Zeitungen wie der ZEIT (FAZ, Süddeutschen, Welt). Vielleicht verkaufen sie ja ihr Framework ;) .

    Ich bin gespannt, wie sich der Markt entwickeln wird, aber ich habe kaum Hoffungen, weder bei eBooks, noch bei Magazinen oder Zeitschriften. In Deutschland fehlt schlicht der Mut zur Innovation. Stattdessen wird, mit Angstschweiß auf der Stirn, auf meist sinkende Auflagen geblickt und rationalisiert, wo es nur geht, mit dem Ergebnis der fehlenden Recherche oder gar komplett gedoppelter Zeitschriften, die sich nur in der Schriftart unterscheiden (kein Witz!).

    Die Vorstellung der NYT-App war für mich die Offenbarung. Wochen und Tage zuvor habe ich in Hoffnung auf eine Apple Tablet-Vorstellung genau diese (bei mir vorhandene) Lücke beklagt, die dann durch diese App gefüllt wurde: Eine moderne Zeitung, die sich an meine Lesegewohnheiten anpasst, das Zeitungslayout beibeihält, auf das Ausgabegerät angepasst ist und sich schlicht aktuell, modern und ein Stück nach Zukunft anfühlt. Die Vision älterer Apple-Werbespots (Stichwort Knowledge Navigator) wurde ein Stück mehr Wirklichkeit.

    Und jetzt kommen die deutschen Verlage angekrochen wie der Spiegel mit dem schlechteren RSS-Reader als “ePaper” oder der Axel Springer Verlag mit dem PDF-Kuckloch. Das ist alles nur ein schlechter Witz.

    Aber geben wir die Hoffnung nicht ganz auf. Die ZEIT hat schon 2007 ihre Seite für das iPhone optimiert. Vielleicht kommt da was. Die taz und brand eins bieten ihren Content als DRM-freies ePub an – vielleicht kommt da auch was. Und die FTP oder Süddeutsche haben recht passable iPhone-Apps – vielleicht kommt da ja auch noch was hinterher. Im Sinne von Garak: Erwarte das Schlimmste und hoffe auf das Beste.

  • http://www.taptoplay.de/ Lakeshore | taptoplay.de

    Muss man halt alles selbst machen ;)

    http://appshopper.com/news/paper-pile

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