von Alex Olma
9. April 2010 – 00:05 Uhr

iPhone OS SDK-Vereinbarung erweitert strittigen Paragraph 3.3.1 – 4.0-Videos plus offizieller “Special Event”-Stream verfügbar

Apple überarbeitet die Textpassage 3.3.1 aus der iPhone Entwickler-Vereinbarung (“iPhone Developer Agreement”), die mit dem Download vom 4.0 SDK abgenickt werden muss. Zuvor beschrieb dieser einzeilige Auszug lediglich die Verwendung von “dokumentierten APIs” und untersagte eine Benutzung von “privaten Schnittstellen”.

3.3.1.jpg

Jetzt lautet der Text folgendermaßen:

3.3.1 — Applications may only use Documented APIs in the manner prescribed by Apple and must not use or call any private APIs. Applications must be originally written in Objective-C, C, C++, or JavaScript as executed by the iPhone OS WebKit engine, and only code written in C, C++, and Objective-C may compile and directly link against the Documented APIs (e.g., Applications that link to Documented APIs through an intermediary translation or compatibility layer or tool are prohibited).

John Gruber von Daring Fireball interpretiert die Erweiterung dieses Kapitels als eindeutige Absage (“They’re pretty much royally fucked.”) an Cross-Compiler wie Adobe ihn mit “Flash Professional CS5″ in Kürze (offizielle Vorstellung am 12. April 2010) anbieten möchte (“CS5 macht Flash-Anwendungen zu iPhone-Apps“). Auch MonoTouch, basierend auf dem Mono Framework, dass Programme aus C# and .NET auf das iPhone portiert, wären bei einer konsequenten Durchsetzung dieses Paragraphen betroffen.

Inwieweit dies geschehen wird und ob diese erste Interpretation der juristischen Textstelle korrekt ist, bleibt abzuwarten. Apple verfolgt mit der Aufrechterhaltung des Genehmigungsprozesses und der damit zusammenhängenden Torwächter-Mentalität weiter ein erhebliches Interesse an der Verwendung ihrer eigenen Werkzeuge und Qualitätsvorstellungen. In der illustren “Frage und Antwort”-Runde im Anschluss der heutigen Veranstaltung wurde der Programm-Installation aus unbekannten Quellen, die nicht isoliert signiert durch den App Store geschleust werden, eine klare Absage erteilt.

Steve: You know, there’s a porn store for Android. Anyone can download them. You can, your kids can. That’s just not a place we want to go.

Unterdessen tauchen zahlreiche iPhone OS 4-Dokumentationen im Netz auf.

Und auch der offizielle Stream für die 60-minütige Veranstaltung ist bereits verfügbar:

Stream.jpg

-> Apples Special Event als Stream

  • Sebbi

    Das habe ich auch gesehen. Fragt sich wie sich das auf Phonegap, Titanium und Rhodes auswirkt. Die benutzen zwar das erlaubte Javascript um über einen Wrapper auf die APIs zuzugreifen, aber nicht unbedingt Webkit (Titanium ganz sicher nicht mehr, seit 1.0).

  • Mikey

    Na ja, wenn man dem ganzen etwas positives abgewinnen möchte:
    Im Gegensatz zu anderen “Richtlinien” scheint diese wenigstens ziemlich klar zu sein (fragt sich natürlich wie streng das durchgesetzt wird bzw. werden kann). Kommt nur etwas spät… wenn Apple das von Anfang an vorgegeben hätte wärs weniger problematisch, dann hätte wenigstens niemand Zeit und Geld darin investiert.

  • cronjob

    Ich hatte gehofft, dass ich einige Information auf den Lock-Screen legen könnte. Gelesen oder gehört hab ich bisher nichts davon. Und ihr?

  • Michael

    “Steve: You know, there’s a porn store for Android. Anyone can download them. You can, your kids can. That’s just not a place we want to go.”

    Das ist das dümmste was ich je gehört habe, Safari öffnen macht das gleiche :/

  • Mikey

    Hm, ich sehe das wie folgt:
    IMHO ist nicht ganz das gleiche. Der Unterschied liegt im Image. Dass man per Browser anstößige Dinge finden kann und dass sich dies praktisch jeglicher Kontrolle und in diesem Falle speziell Apple's entzieht ist etabliertes Wissen. Auch weil man die selben Inhalte auf praktisch jedem Computer per Browser finden kann.
    Soll heißen wenn du Eltern ihre Kinder dabei erwischen läßt wie sie sich Porn auf dem iPhone anschauen (ich gehe hier mal davon aus dass die Eltern streng dagegen sind) dann steht Apple besser da falls dies im Browser geschieht. Die Eltern fluchen dann eher aufs Internet als auf Apple. Wenn dagegen Porn als App installiert wurde dann ist die Wahrscheinlichkeit höher dass Apple die Schuld oder eine Mitschuld gegeben wird. Dabei ist es unerheblich dass sich dies in Wirklichkeit Apple's Kontrolle entziehen würde. Apps werden eben eher mit Apple assoziiert als das Internet. Und Apple sind 10.000 wütende Geeks lieber als 100 wütende Eltern. Verständlich, da letztere für eine deutlich größere negative Presse und Imageschaden sorgen können.

  • Christian

    Dann dürften zukünftig auch alle 3rd Party Frameworks auf ObjC Basis untersagt sein. Soweit mir bekannt ist würde das wohl auch einige Frameworks zur Einbindung von Werbung in eigenen Apps betreffen ?

  • http://www.enough.de/ Marco

    Das Verbot von cross-compiling wird von vielen Entwicklern als höchst problematisch wahrgenommen und treibt die Schliessung des Apple-Ecosystems weiter voran. Robert Virkus, CEO der Bremer Softwareschmiede Enough Software ruft deshalb zur Bildung einer Porting Allianz als Interessensvereinigung auf: http://blog.j2mepolish.org/

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