Die Unterschiede zwischen iPod touch und iPhone fallen für mich persönlich marginal aus. Da ich so gut wie nie auf die Telefonfunktion zurückgreife, sticht lediglich der “UMTS-Unterschied” ins Auge. Und zwar genau dann, wenn ich gerade auf dem Weg zur Trambahn bin oder mich in befreundeten Wohnungen aufhalte, die (aus abstrusen Gründen) ohne ein eigenes WiFi-Netz ‘leben’ (können).
Wer sich mit einem iPod touch zwischen seinen WiFi-Lebensräumen Wohnung und Arbeitsplatz bewegt, könnte den als Musikabspielgerät proklamierten Apparat mit einem iPhone schlicht und ergreifend verwechseln. Auch wenn sich die mobilen Begleiter automatisch in bekannte Netze einwählen, wiegt die “Allzeit Online”-Komponente natürlich schwer. Verschärft hat sich diese Situation mit dem iPad. Für manche außerhäusigen Besuche könnte ein iPad die Mitnahme meines Laptops unterbinden. Ohne Internetverbindung ist das (für mich) jedoch genauso sinnfrei, wie jeder andere Computer ohne Netz.
Derzeit sind jedoch ausschließlich die “iPad Wi-Fi”-Ausführungen in den USA verfügbar. Erst Ende Mai wird man (auch in Deutschland) eine MicroSIM in ein “Wi-Fi 3G”-Modell einlegen können, um damit überall seine Netzwerkspuren zu hinterlassen.
Lange Rede, kurzer Sinn: Wer unterwegs kein Wlan-Hotspot findet, muss sich sein eigenes Netz aufspannen. Das neuste Palm Pré-Update zeigt, wie es geht. Über den digitalen Store lässt sich die kostenfreie “Palm mobile Hotspot“-Anwendung beziehen, welche sich der UMTS-Verbindung über die eingelegte Simkarte annimmt, und darüber ein portables WiFi-Netz aufzieht. So entsteht ein mobiler Hotspot, in den sich Wlan-fähige Geräte einwählen können.
Genau das, möchte man auch offiziell für das Apple iPhone unterstützt wissen! Klasse umgesetzt, zieht man somit auch für Freunde oder Sitznachbarn (beispielsweise mit iPod touch) im Lieblingscafé einen Netzzugang.
Nach den offiziellen Wunschvorstellungen für das iPhone folgt die inoffizielle Aussicht in die dunkle Jailbreak-Ecke. Die $10 US-Dollar-Software “MyWi” verspricht eine ähnliche Funktionalität. Leider fällt das Ergebnis nach (meinen) fünf Testtagen mehr als ernüchternd aus. Oft lässt sich gar keine Verbindung herstellen oder das 3GS-Gerät läuft wahnsinnig heiß, bevor die – bereits sehr langsame Verbindung – gänzlich abbricht. In meinem Fall hat das Apple-Telefon auch gerne einmal einen Softreset aufs Tanzparkett gelegt, welcher einherging mit dem Verlust der allgemeinen Netzwerkeinstellungen.
Meine derzeitige Lösung beinhaltet daher einen drahtlosen Router, dessen offizieller Vater MiFi heißt. Diverse Nachbauten bedienen sich jedoch bereits dieser umgangssprachlichen Bezeichnung, haben den deutschen Markt (offiziell) jedoch noch leider nicht erreicht. Über Ebay.co.uk lässt sich ein solches Gerät – freigeschaltet für alle Simkarten – jedoch problemlos beziehen. Ich habe mich für den Huawei E5830 entschieden, der bereits geöffnet für alle Netze mit rund 80 € zu Buche schlägt.
Es handelt sich dabei um einen abgerundeten, drei Finger breiten, Plastikknochen, der eine Simkartenvorrichtung, einen Akku und ein paar Statusleuchten beherbergt. “Unlocked” lässt sich das Gerät drahtlos über ein Webinterface konfigurieren. Der kleine Router steht der heimischen Netzwerkkiste in wenig nach. Für eine erste Konfiguration bedarf es lediglich einer neuen Administrator-Kennung, der Vergabe eines WiFi-Netzwerknamens und der dazugehörigen Verschlüsselung. Für die meisten Anbieter zieht sich das Gerät automatisiert die erforderlichen APN-Zugangspunkte.
Danach kann es auch schon losgehen. Bis zu fünf Geräte lassen sich mit dem mobilen WiFi-Hotspot verbinden. Das ist besonders praktisch, da sich so auch mehrere Leute, beziehungsweise zwei Laptops, zwei iPhones und ein iPad, dem gleichen Netz bedienen können. Nach der ersten vollständigen Testwoche konnte ich keine Abstürze oder sonstigen Unanständigkeiten feststellen. Speziell für den Urlaub, bei dem ein paar Leute für eine ausländische Prepaid-Simkarte zusammenlegen, bietet sich ein solches Gerät geradezu ideal an.
Ein klarer Nachteil bleibt die Batterielaufzeit. Über das freigeschaltete Webinterface (Netvigator / es gibt mehrere Versionen) lässt sich die verbleibende Restlaufzeit sehr grob einblenden. Im Schnitt kann man drei Stunden intensiver Benutzung einkalkulieren. Das variiert jedoch nach Datenverkehr, eingebuchten Geräten und den zu konfigurierenden Einstellungen wie beispielsweise einem Standby-Mode. Das Gerät lädt sich über USB wieder auf, was für die Arbeit am Notebook kein Problem darstellt. Mein MacBook Pro hält ohne Steckdosenstrom ebenfalls nur 3-4 Stunden durch. Das iPad Wi-Fi oder ein iPhone liefern natürlich keine entsprechende Schnittstelle zum mobilen aufladen. Ich behelfe mich für wirklich lange “Außeneinsätze” – passend zum Sommer – mit dem “FreeLoader” (Affiliate-Link), einem mobilen Solar-Ladegerät.
Und ja, ich weiß das mittlerweile der zu tragende Rucksack für das ganze Equipment ordentlich schwer ist!
Als kleiner Positiveffekt lässt sich der Zugewinn an iPhone-Akkulaufzeit attestieren. Wenn sich das Apple Telefon der WiFi-Verbindung des MiFi bedient, kann man die 3G-Anbindung abschalten und spart hier ordentlich Strom. Zu beachten bleibt generell natürlich eine entsprechend zugkräftige Datenkarte, die im Zweifelsfall für mehrere Leute die entsprechende Anzahl von Megabyte durch die Leitung schieben kann.
Alles viel Gefummel, aber nur so macht Technik doch erst richtig Spaß.
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Ich hatte @emonk_net bereits mal darauf hingewiesen, dass man ja mal testen könnte den mifi per USB und Kamera Adapter ans iPad anzuschließen. Natürlich nur um diesen zu laden. So könnte man hier nochmal etwas Laufzeit heraus holen.
Flanellhemd
Danke für den Bericht, find die Teile verdammt interessant. Eine Frage hätte ich aber noch zur WLAN Reichweite: Muss man das Kästchen immer am Mann tragen oder kann man sich auch noch ein paar Meter entfernt ins WLAN einwählen, kann mir ja nicht vorstellen das so ein kleines Teil mit Akkubetrieb eine Reichweite wie eine WLAN Router zu Hause hinbekommt…
Manuel
Man könnte sich aber auch einfach PDA Net auf seinem iPhone installieren und das iPad mit dem iPhone verbinden. Man braucht keine weitere Hardware, keine weitere SIM und ist mit ein paar Euro dabei. JB und iPhone vorausgesetzt
http://twitter.com/marco79 marco79
Ich greife momentan noch auf MyWi zurück. Dafür gibt es glücklicherweise eine 9-tägige Trial, die dicke ausreicht für ausgiebige Tests. Auf meinem iPhone läuft das einwandfrei und bisher fehlerlos. iPad, Macbook und iPhone können problemlos Verbindung aufbauen, die Geschwindigkeit ist sehr schnell.
Auf dem iPhone eines Freundes hingegen läuft MyWi so gut wie gar nicht. Keine Ahnung, woran das liegt. Vielleicht hatte ich einfach nur Glück.
http://www.iphoneblog.de iphoneblog
Ein paar Meter funktionieren aus Perspektive der Reichweite locker.
http://www.iphoneblog.de iphoneblog
Interessanter Gedankengang. Werde ich mal ausprobieren, wenn die Kamera-Adapter verfügbar sind.
http://twitter.com/whitehorus Alex
Vielen Dank Alex für die Idee/die Anregung mit dem mobilen Wi-Fi HotSpot. War gerade im Begriff mir so nen kleines Programm namens JoikuSpot für mein Nokia E71 zu kaufen, welches ebenfalls einen W-LAN Hotspot simuliert. Man kann dann zwar problemlos mit dem iPod Touch darauf zugreifen. Aber der Nachteil: das Ding lutscht den Nokia-Akku leer wie nichts Gutes.
Werde mir jetzt wohl auch so ein Huawei wie Du eines hast besorgen. Schont dann auch den Akku meines MacBook der ansonsten unterwegs immer den O2 Surfstick mit versorgen muss.
Sebbi
Hat das iPad denn kein Bluetooth? Wieso kann man das nicht einfach darüber mit dem Internet verbinden? Böte sich doch an, oder nicht?
Wäre auf jeden Fall stromsparender als Wifi und funktioniert ja auch ganz hervorragend mit anderer Apple Hardware (z.B. Macbook).
Jedes Gerät mit eigenem Modem kann ich ja fast noch irgendwie tolerieren (im Prinzip hat doch jeder heute sein Modem=Handy immer dabei), aber warum Mobilfunkprovider bzw. Apple denken, dass es vollkommen normal sein könnte für jedes mobile Gerät eigene Verträge abzuschließen … Auto, iPad, iPhone, Festnetz, Gerät mit iPhone “getethered” … 5 Datentarife obwohl nur ein Nutzer? Verrückt irgendwie …
Boss
wie man auf der apple website nachlesen kann hat das ipad bluetooth in diesem video nutzt er mit dem ipad das 3g netzwerk des iphones http://www.youtube.com/watch?v=Mk9zjhmK5r4 ob er es per bluetooth oder wifi macht weiss ich leider auch nicht !
Anonymous
Es sagt’s im Video und es steht auch im Titel. Wifi Tethering.
Mittlerweile habe ich ein Archos 70 und das kann jedes Handy einfach so als Modem nutzen. Keine Mehrfachmobilfunkverträge notwendig
richy
nettes gadget, der mifi. ich nutze mywi mit dem iphone 3g und hab damit keine probleme. die verbindung ist schnell und bricht auch nicht ab. auch ein heißlaufen oder ein reset konnte ich noch nicht feststellen.
dennoch ist für mich das ipad zu armselig ausgestattet. zumindest tehering (via iphone standardfunktionalität) sollte möglich sein..
Schöner Bericht. Wer will, kann sich auch noch mal beim MacPodcast eine Folge zu diesem Gerät angucken.
tr0nic
MyWi aus Rock oder Cydia tuts aber auch!
http://www.phomac.de Philipp
@Alex: Was ist das für ein Ständer für das iPad? Oder hast du das da nur angelehnt?
Chris
so ein quatsch…das hat nichts mit technikliebe zu tun sondern mit reiner ungeduld. Das ganze hickhack könnte man umgehen indem man auf die 3G version wartet. Für mich war von anfang an klar, dass ich mir ein ipad nur zulege wenn es ein 3G modul hat. alles andere macht dieses gerät quasi sinnlos.
Ich hab nen Batteriepack für den USB-Port (aber das weißt Du ja schon länger)
Tja was soll ich sagen – ich spar auf das nächste iPhone und warte auf die nächste iPad-Generation. Das Phone hab ich einfach viel öfter dabei…
http://twitter.com/SPeitsch Sebastian Peitsch
*kicher*
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(Disclaimer: Kuli macht Kratzer auf Deinem Display)
P.S.: Führ mal eine Suche nach “MyWi” im Artikel durch falls Du es nicht kapierst…
Malte
Du erzählst Quatsch… Für die 3G Version zahlt man unnötig mehr und es ist eine 2. Sim mit Datennutzungsvetrag notwendig. Wenn man monatlich über 100,- Euro für einen Vertrag mit der Telekom ausgibt ist eine neue Karte für 20,- Euro im Monat etwas schwer zu akzeptieren. Die einzige vernünftige Lösung ist also das iPad über WLAN mit dem sowieso allgegenwärtigen iPhone zu verbinden und über die bereits bezahlte Datenflat zu surfen. Hier läuft MyWi übrigens schnell und ohne Probleme….
bnz
Genau, dieselbe Frage habe ich mir auch gestellt. V.a. weil das iPad ja horizontal steht und nicht verikal wie bei den Apple Docks. Ist das schon irgendein Zubehörprodukt?
http://twitter.com/jfrigger Julian Frigger
Haste das ding mal aufgeschraubt? Kann man eine externe antenne irgendwo auf der Platine anschließen?
http://www.sonoya.com/ipad-wifi-3g-ueberhitzung-problem-fehler-temperatur-sonne-muss-abkuehlen-bevor-es-benutzt-werden-kann-shutdown-overheat-aktive-kuehlung-loesung.html Enrico Zero
Also mir gefällt die MiWi-Software Lösung noch am Besten. Wenn man schon ein iPhone hat, sollte man auch tethern können damit. Wie es mit dem iPad geht, steht hier http://www.sonoya.com/ipad-wifi-3g-ueberhitzung…
Ich nutze einen Trekstore mobilen Hotspot mit Vodafone Simkarte. Das WLAN wird erzeugt, wird sowohl von meinem Laptop als auch meinen iPAD 2 Wifi erkannt und akzeptiert.
Über den Laptop kann ich normal surfen, mit dem iPAD jedoch nicht.
Hat einer eine Idee, waron ds liegen kann?
Mit anderen WLANs läuft mein iPAD problemlos.
Kann es am Tarif der Vodafonee Sim-Karte liegen?
http://www.iphoneblog.de iphoneblog
Mhhh…eigentlich sollte das ohne Probleme gehen. Am Tarif kann es (ganz sicher) nicht liegen.
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