iBooks für das iPad (ohne Kaufliteratur) im deutschen App Store gelandet

von alex olma | 25. Mai 2010 | 10:55 Uhr

iBooks.jpg

Drei Tage vor dem Deutschlandstart des iPads erreicht die Apple-Anwendung iBooks (kostenlos; App Store-Link) den App Store. Die als Heilsbringer der Verlagsbranche gefeierte Anwendung beinhaltet auch den iBookstore zum Kauf von Literatur. Dieser führt hierzulande jedoch ‘lediglich’ lizenzfreie Werke des Project Gutenberg.

iBookstore.jpg

Englischsprachige “Chart-Literatur” bleibt damit der US-Kundschaft vorbehalten, beziehungsweise lässt sich nur über einen amerikanischen iTunes-Account erwerben.

Bei der Anwendungsinstallation wird eine englischsprachige “Gratiskopie” vom Kinderbuch “Winnie-the-Pooh” (deutsch: ‘Pu der Bär‘) mitgeliefert. Löscht man diese aus seiner Bibliothek, muss die komplette App entfernt und neu geladen werden, um das Buch wiederherzustellen. Bereits gekaufte Bücher bleiben jedoch erhalten. Apple strickte dafür anscheinend eine Speziallösung. Entfernt man ansonsten eine Anwendung vom iPhone OS-Gerät, werden auch die lokalen Anwendungsdaten gelöscht. Bereits gekaufte Bücher lassen sich, genau wie App Store-Anwendungen, kostenfrei noch einmal laden. Bei digitalen Musiktiteln geht dies bis heute nicht.

Da es im deutschen Store jedoch derzeit keine Kaufliteratur gibt, bleibt den zukünftigen iPad-Kunden somit ab Freitag lediglich die Synchronisation eigener ePub-Werke. Falls sich an dieser Verfügbarkeit bis zum Ende der Woche nichts mehr ändern sollte, ist dies (entweder) für Apple oder (und) die hiesigen Buchverleger ein Armutszeugnis.

Das es selbst die bereits verfügbare US-Literatur nicht in den deutschsprachigen iBookstore geschafft hat, erinnert nur zu stark an den Start des Musikverkaufs über iTunes. Bis der kundenfeindliche Kopierschutz DRM die digitale Ware verließ, vergingen Jahre.

Ich möchte jedoch nicht ausschließen, dass Apple seinen Daumen auf der Vertriebszulassung hat. Immerhin ist die Lexikon-Funktion – soweit ich das überblicken kann – für die derzeit verfügbaren Werke nur in englischer Sprache integriert. Ob sich dies in Zukunft ändert, bleibt ungeklärt.

Ich habe am heutigen Morgen einige Anfragen gestartet, ob sich Verlagshäuser mit ihren Inhalten bereits bei Apple beworben haben, aber aus bislang keiner Quelle eine Antwort erhalten. Updates werden natürlich nachgereicht.

Apples iBooks ist aus diesen Gründen im Moment lediglich eine gute Demo-Software für das Gerät.

Konkurrent Amazon öffnete im Januar 2010 sein Kindle-Angebot auch für deutsche E-Books. Einen sprunghaften Anstieg der digitalen Werke in deutscher Sprache, habe ich nicht festgestellt, lasse mich aber gerne korrigieren. Bis dato verbleibe ich ganz naiv mit einem simplen (Überlebens-)Tipp an die Verleger: Wer nichts anbietet, kann auch nichts verkaufen.

(Danke, Marc1307!)

  • http://apfelfunk.de SaschaW

    Es wäre wirklich ein Armutszeugnis, wenn das Angebot zum deutschen iPad Start aufs Gutenberg Projekt beschränkt bleibt. Die großen Verlage bieten doch mittlerweile eBooks über viele Plattformen an. Da sollte der Sprung in den Book-Store doch sehr simpel sein.

    Dann muss ich halt meinen US-Account nutzen. Der wird mittlerweile eh häufiger als der deutsche Account benutzt. Schließlich gibt es in letzter Zeit immer wieder Inhalte, die gar nicht mehr in den deutschen Store kommen. Traurig.

  • http://twitter.com/choise choise

    lächerlich, wirklich lächerlich. Ich glaube einen Großteil der “Schuld”, wenn man es so nenn mag, trägt da auch die deutsche Verfassung, das Urheberrecht usw. Für manche ein Segen, für andere, nämlich Konsumenten, oftmals ein Graus.

  • http://www.taptoplay.de Lakeshore | taptoplay.de

    Hier sollte zwischen iBooks und dem iBookstore unterschieden werden. Mit Angeboten im iBookstore rechne ich nicht – gegenüber der Buchbranche ist ja die dt. Filmbranche regelrecht innovationsbegeistert. Aber iBooks ist ein ePub-Reader. Genau wie Stanza und zig andere, die es bereits für iPhone und iPad gibt. Und da Stanza offenbar nicht für das iPad angepasst wird, werde ich meine zigtausend konvertierten PDF-Bücher halt in iBooks weiter lesen.

    Als “Demo-Software” kann ich deshalb iBooks nicht ansehen.

  • http://twitter.com/einerblog Rasmus

    Wenn man schon nicht über den iBookStore an Lesematerial kommt, habt ihr dann Empfehlungen, wo man gut und günstig an eBooks kommt, um diese dann anschließend in iBooks zu transferieren?

    Gibt es anständige eBook Suchmaschinen, die einen Überblick über verschiedene Shops geben?

    Danke für die Tipps!

  • http://www.iphoneblog.de iphoneblog

    Ich würde die Konkurrenz-Anwendung von Amazon empfehlen.

  • http://www.iphoneblog.de iphoneblog

    Ja und Nein. Ich gebe dir Recht, das 'iBooks' natürlich auch eine ePub-Lesemaschine ist. Der überwiegende Teil der zukünftigen iPad-Käufer sehen meiner Meinung nach darin jedoch einen digitalen Einkaufsshop für Literatur.

    Und zumindest nach dem jetzigen Stand der Information wird diese Vorstellung enttäuscht.

    P.S.: Nicht einmal Winnie-the-Pooh wurde übersetzt…

  • Kunibert Wurstkaese

    Das ganz sicher nicht. Das Urheberrecht schon gar nicht. Aber erst einmal fein brüllen. Achja, Stammtisch am Mittag ist doch auch was feines.

  • Peter Geisel

    Das deutsche Grundgesetz trägt die Schuld? Hast du dir — vor der infamen Äußerung — mal die Mühe gemacht und das Grundgesetz mal durchgelesen? Dann hätte sich deine wirklich peinliche Äußerung nämlich erübrigt. Dass das Grundgesetz hier eine Schuld tragen soll ist wirklich der beste Lacher des Tages.

  • xzibit8

    Manman, was ein Dummschwätzer.

  • http://twitter.com/choise choise

    “deutsche Verfassung” sollte aus meinem kommentar wieder rausfliegen und nur “das Urheberrecht” bestehen bleiben. Und ja es ist so, in diversen Blogs/Newsmeldungen konnte man lesen, dass die Verhandlungen zäh laufen, da man sich unklar war wie das ganze mit DRM und dem iBookStore ablaufen soll, genauso wie es bei iTunes schon vor Jahren mit der Musik war. Und DRM gehört nun mal zum Urheberrecht

    edit: hm jetz hats beim login meine “antwort” einstellung gelöscht. bitte verschieben, falls das geht.

  • http://www.birnenblog.de birnenblog

    Inzwischen kommt beim Klicken auf den iTunes Link bzw. beim Durchsuchen in iTunes kein Ergebnis mehr. Über den Link erhält man lediglich die Fehlermeldung, dass die App derzeit nicht mehr im deutschen Store ist…

  • Kunibert Wurstkaese

    Das Urheberrecht hat überhaupt nichts mit dem Fakt zu tun, ob und wie die Bücher in den iBookstore kommen. Das Urheberrecht teilt in zwei Bereiche: Urheberschaft und Nutzungsrechte. Letztere sind die interessanten. Und da sagt es nur, was der Nutzungsrechtsinhaber darf und kann. _Was_ er nun wirklich macht, also die Bücher preisgeben oder nicht, das obliegt ihm. Daran ist aber nicht das Urheberrecht schuld.

Werbung

Wer eine beliebige iPhone-App im iTunes App Store über diesen Link kauft, seinen Mac mit Programmen aus dem Mac App Store bestückt oder ein Produkt seiner Wahl bei Amazon bestellt, unterstützt das iPhoneBlog mit einem kleinen Prozentsatz des (unveränderten) Kaufpreises.

Mok adn lang hell tr

Werbeplatz gefällig? -> KLICK.

Flattr verteilt kleine Mikrozahlungen, mit denen Ihr persönlich diesem Blog kleine Aufmerksamkeiten zukommen lasst. Über diesen Button; jeden Monat neu. Vielen Dank dafür!