[update] NYTimes-Bericht: Apple besteht auf In-App-Käufe

von alex olma | 1. Februar 2011 | 08:45 Uhr

Laut einem aktuellen Bericht der New York Times soll Sonys eBook-Anwendung ‘Reader‘ vom App Store-Genehmigungsprozess abgelehnt worden sein, weil sie (Bezahl-)Inhalte außerhalb von Apples ‘In-App-Kaufsystem’ anbot. Steve Haber, Präsident von Sonys ‘Digital Reading Devision’, bestätigte der Publikation, dass alle “In-App-Einkäufe durch Apple” verlaufen müssten.

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Die Zitate und dessen Wortwahl könnten jedoch entscheidend ausfallen, bevor man unreflektiert in die eine oder andere Richtung stolpert. Steve Haber selbst ist mit zwei direkten Äußerungen im Artikel wiedergegeben:

“It’s the opposite of what we wanted to bring to the market,” Mr. Haber said. “We always wanted to bring the content to as many devices as possible, not one device to one store.”

Für diesen Zusammenhang sind die Sätze unwichtig. Von Wichtigkeit ist jedoch dieser Absatz der NYTimes ohne direktes Zitat:

Apple told Sony that from now on, all in-app purchases would have to go through Apple, said Steve Haber, president of Sony’s digital reading division.

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Alle offiziellen In-App-Käufe müssen jedoch schon jetzt von Apple abgesegnet werden. Geregelt ist das in Abschnitt 11 der Review Guidelines.

Apps utilizing a system other than the In App Purchase API (IAP) to purchase content, functionality, or services in an app will be rejected

Apps using IAP to purchase physical goods or goods and services used outside of the application will be rejected

Jeder In-App-Verkauf, der Apples System benutzt, muss vom App-Store-Inhaber durchgewunken werden. Derzeit fuscht pfuscht dieser jedoch nicht in anderweitige Abo-Modelle beziehungsweise lässt die eigenen Review Guidelines schleifen.

Würde sich dieser letztere Aspekt ändern, wäre das ohne Frage für einige Anwendungsfälle fragwürdig bis gefährlich. Die Abrechnung für einen Hulu- oder Netflix-Account möchte Apple (hoffentlich) nicht selbst übernehmen. Bei Zeitungsangeboten, wo der Leser bereits ein digitales Web-Abo sein eigen nennt, wäre ein Ausschluss beziehungsweise dessen Extra-(iOS-)Steuer nicht tragbar. Für Neukunden dagegen, die sich für die Benutzung einer App-Store-App ein neues Benutzerkonto anlegen müssen (möglicherweise mit ausgelagertem Bank-Transfer), fällt die Entscheidung nicht so eindeutig aus.

Was auffällt: In letzter Zeit häufen sich Berichte, die einen ‘In-App-Kaufzwang’ erwähnen. Das Weblog Monday Note spricht bereits von einer längeren Zeitperiode, in der Magazine beim Genehmigungsprozess den Hinweis erhielten, kein ‘alternatives Bezahlsystem’ in ihrer App zu hinterlegen. Existierende Abo-Modelle in App Store-Programmen sollen bis Ende Juni entsprechende Updates nachreichen und Apples 30-Prozent-beteiligte Bezahlsystem verwenden.

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Auch niederländische Verlegerkreise äußerten sich bereits Mitte Januar in zwei Artikel, die davon sprachen “keine kostenfreien iPad-Editionen für zahlende Print-Abonnenten” mehr anbieten zu dürfen.

Die Hoffnung auf eine Aufklärung verweilt auf dem morgigen Tag. In Zusammenarbeit mit News Corporation wird Apple in New York die digitale Tageszeitung ‘The Daily’ vorstellen und verliert hoffentlich auch ein Wort zu einem angepassten App-Store-Abomodell.

Dabei bleibt zu bedenken: Zum Start des App Stores konnte sich niemand vorstellen, dass ein geschlossenes System zur Software-Distribution Anklang finden könnte. Lediglich 2.5 Jahre später setzen alle große Hardware-Hersteller im mobilen Bereich auf eine solches Vertriebskonzept. Daher bleibt es spannend zu beobachten, wie sehr man es sich am morgigen Mittwoch zu ‘verscherzen’ weiß.

Update

Gegenüber Digital Daily lässt sich Apple-Sprecherin Trudy Muller folgendermaßen zum Thema zitieren:

We have not changed our developer terms or guidelines [...] We are now requiring that if an app offers customers the ability to purchase books outside of the app, that the same option is also available to customers from within the app with in-app purchase.

  • http://www.potatocows.com/ ChiefPotato

    Falls Apple wirklich darauf besteht kann sich das mit der Zeit extrem negativ für die iOS Geräte auswirken. Große Medienkonzerne lassen sich nicht gerne soweit bevormunden und dieses Jahr legt die Android Konkurrenz doch ordentlich zu, sowohl in Quantität als auch in Qualität, da ist es keine gute Idee von Apple es sich gerade jetzt mit so vielen auf einmal zu verscherzen. Ne ne Apple, sowas muss echt nicht sein.

    • DAMerrick

      Ach, lassen sie sich nicht?
      Was ist mit der Musikindustrie? Apple diktiert die Preise.

      Und die Verlage setzen auf Apple weil sie sich nicht in der Lage sehen anders noch ihren billigen Pesuo-Journalismus im Internet an den Mann zu bringen.

      Mir gefällt diese Art auch nicht, ich würde auch gerne ein STERN-Abo komplett haben und nicht das Magazin für das iPad über Apple abwickeln lassen – aber wo ist deine vielbeschriebene Konkurrenz?! Wo sind die günstigen, doch zugleich gleichwertigen Tablets? Meinst du XOOM und Galaxy Tab die 800€ statt 600€ kosten? Meinst du Android Phones die nach einem halben Jahr nichts mehr wert sind weil die Implentierung eines Updates zu mühselig ist? Meinst du den Google App Store der keinerlei Kontrollen hat so das ein App Update in 90% der Fälle eine Verschlechterung bedeutet?

      Das die EU eingreift und aufgrund von Beschwerden bei Apple weiter eingreifne muss ist klar, und zwar deshalb weil die iOS devices mit dem App Store keine Konkurrenz haben. Und wer meint doch, der soll zur KOnkurrenz gehen. Er wird nach spätestens 6months zurückkommen.

      • http://www.potatocows.com/ ChiefPotato

        Ich persönlich glaube, dass Apple diese Regeln nicht durchsetzen können wird, wenns nicht aus Konkurrenzdruck ist, dann weil eine Behörde einschreitet, also ja, nur mal fachsimpeln zum Spaß =)

        Im speziellen Fall ging es um eine Reader App eines Dritt Anbieters also gibt es wohl doch Konkurrenz und yup, mit dem Kindle Store und sonstigem gibt es da doch einige Konkurrenz.

        Die Situation mit Büchern und Zeitschriften ist nicht direkt mit der im Musikmarkt vergleichbar. Im Musik Markt war iTunes/Apple sehr früh mit einem starken Shop System dabei und konnte so über lange Zeit eine dominante Position aufbauen, dass sich die iPods weltweit als Ersatzbegriff für MP3 Player (wieder durch extreme Marktmacht) durchgesetzt haben hat dabei auch erheblich geholfen.

        Klar ist jetzt auch das iPhone extrem populär aber weitaus nicht so dominant unter den Mobiltelefonen wie der iPod unter MP3 Playern. Android, Nokia und Blackberry haben alle (bei Android wachsend, bei den anderen fallend) sehr starke Zahlen.

        Und bei Büchern und Zeitschriften ist seit noch nicht so langer Zeit der Kampf um die besten Plätze re App Distribution ausgebrochen, da ist noch viel Bewegung drin, da kann man kaum jetzt schon von einem Gewinner sprechen und ja, wenn sich Apple hier zuviele Gegner macht könnten die durchaus zur Konkurrenz gehen, jeder von denen für sich genommen bietet sicherlich noch nicht die selben Absatz Möglichkeiten wie Apple, alle zusammen aber vielleicht halt dann schon demnächst.
        Vor allem wenn falls man für die iOS Geräte publishen will mit dem aktuellen Regelwerk doch die Einnahmen trotz hoher Gerätezahlen im Markt doch stark beeinträchtigt werden können.

        Apple hat zudem ja auch noch keine ordentliche eigene Abo Lösung, dann den Anbietern eigene Abo Lösungen zu verbieten heißt sie praktisch zu zwingen einzelne iAps zu verhökern, was enormen Zusatzaufwand bei gleichzeitig wesentlich niedrigeren Einnahmen bedeutet.

        Re den erscheinenden Geräten: Ich finde das Xoom, das Playbook und das webOS Tablett könnten neben dem nächsten iPad interessant werden, klar kann man noch nicht sagen welcher Wettbewerber auf welcher Seite was alles verpfuscht, aber ja, auch hier gilt wohl: einer alleine wird Apple nicht so leicht enttrohnen re Geräte Absatz Zahlen, aber in der Gesamtheit könnten die höherwertigeren unter den Konkurrenz tablets dieses Jahr schon mehr verkaufen.

        Mal kucken… =)

  • Sebastian

    Pfusch mit Pf.

    Ich habe bisher nicht eine App auf meinem Android-Telefon gekauft, weil ich nicht dazu bereit war, meine Zahlungsdaten bei Google zu hinterlegen. Google Checkout mach ich einfach nicht und damit basta.

    Genau so kann ich mir auch vorstellen, dass es genügend Leute in Deutschland gibt, die Apple ihre Zahlungsdaten nicht anvertrauen wollen – vielleicht aus den gleichen Gründen, vielleicht aus anderen.

    Wie auch immer: ich halte die Richtlinie für genau so wenig haltbar wie das versuchte Aussperren von Google aus dem Werbebereich. Damals gab es sofort vom Kongress aus den Hinweis an Apple, dass das so nicht geht und vier Wochen später war AdMob wieder dabei – und das Gleiche gilt für Adobe mit den konvertierten Flash-Spielen.

    Teil 11 wird alsbald geändert werden müssen, da führt kein Weg dran vorbei. Wenn nicht werde ich jedweden weiteren Kauf boykottieren, ganz einfach aus Prinzip. Alle regen sich über Bezahlschranken auf und hier soll es eine Ausnahme geben?

    Mal ganz abgesehen von der Tatsache, dass ich Informationen weiterhin frei tauschen können will – das ist nämlich das nächste Problem. Anstatt dass das offene Web und das von Apple so propagierte HTML5 genutzt wird, bekommen wir über diese Magazine mit In-App-Käufen Informationen in einem Format, dass nicht verlinkbar ist, dass ich nicht weiter geben kann, dass ich nicht zitieren kann – es ist ein absoluter Rückschritt und meiner Ansicht nach lächerlich und zum Scheitern verurteilt.

    • Anonymous

      Zum Scheitern ist es aber nur dann verurteilt, wenn sich die Nutzerschaft als mündig erweist. Und da sehe ich große Defizite auf iOS.

  • http://www.taptoplay.de Lakeshore

    Es fällt mir schwer, hier ein wirkliches Problem zu erkennen. Prinzipiell gilt ja, dass jeder alles mittels einer Website realisieren kann. Auch die Bezahlung. Dass die Verlage dass in den letzten Jahren (man möchte schon fast sagen: Jahrzehnten) nicht geschafft haben, ist deren Problem.

    Jetzt kommt Apple mit einem funktionierendem Micropayment-System daher, erhält Millionen von Kunden und die Verlage heben ihr träges, müdes Haupt und sagen: “Na dann”. Nur legt Apple die Regeln fest und die hier relevante ist nun wirklich simpel: Wer im AppStore anbieten möchte, muss über den AppStore bezahlen lassen. Simpel. Verständlich. Sowohl aus Nutzersicht als auch aus der Sicht von Apple.

    Ich würde z.B. Kinotickets über die Cinemaxx-App kaufen, aber nicht über deren absurdes Bezahlsystem, was sie da integriert haben. Den Spiegel kaufe ich dagegen, und bezahle bequem in der App mit meinem iTunes-Account. Die 30% sind fast egal: Der Spiegel für das iPad kostet mehr als der gedruckte Spiegel und wenn ich auf der Cinestar-Website online bestelle, kostet mich jede Karte 1,28€ Strafgebühr. Das nimmt sich nichts.

    Aber natürlich jammern die Verlage. Und wir kriegen zu wenige Nutzerinformationen. Und wir müssen 30% abdrücken. Wisst ihr was, liebe Verlage? Das interessiert mich als Nutzer nicht. Überhaupt nicht. Ich lese kein Print. Ich lese digital. Entweder findet ihr auf meinen Geräten statt oder nicht. So einfach ist das. Entweder erhaltet ihr also 70% von meinem Einkauf oder 0%.

    Übrigens: Gibt es diese ominösen AppStore-Subscriptions nicht schon seit ewigen Zeiten? Sie werden in diesem Support-Dokument erwähnt: http://support.apple.com/kb/ht4009 und hier bei marco.org 2009: http://www.marco.org/127294959

    • Sebastian

      Da komm ich jetzt nicht ganz mit.

      Was ist mit den Zeitungen, die ein gut funktionierendes Bezahlmodell haben? Lastschrift zum Beispiel? Und mit Leuten, die die digitale Version ihrer Tageszeitung “umsonst” oben drauf bekommen und ggf. in Zukunft nur noch die digitale Version haben wollen, und diese weiterhin per Lastschrift bezahlen wollen, so wie sie dies schon seit Jahren gemacht haben? Deren 30% sollen jetzt über den Appstore laufen? Mit welcher Begründung?

      Darüber hinaus haben die Musikfirmen Apple erst neulich höhere Preise aus dem Arm geschüttelt, damit sie die von ihnen gewünschten Margen bekommen. Da hat Apple klein bei gegeben. Hier auf einmal sind es wieder die dummen Zeitungsverlage?

      Sorry aber 30% ist eine ziemlich fette Marge. Die hätte ich gerne am Zeitungspreis gespart und nicht in Apples Tasche gesehen für praktisch NULL Gegenleistung. Ich rege mich schon darüber auf, dass ich bei einigen Shops für Kreditkartenzahlung 3 Euro mehr bezahlen muss beim Versand (bei einem dreistelligen Kaufpreis und Versandkosten im Bereich von 10 bis 15 Euro). Hier geht es um Zeitungen, die pro Tag 1,20 Euro kosten sollen und im Abo 250 Euro im Jahr. Das wären 75 Euro für Apple, ohne dass da ein zusätzlicher Prüfprozess stattfindet sondern nur für die Zahlungsabwicklung. 2% wie bei jeder Kreditkarte können sie sich gerne genehmigen, aber 30% ist ein Witz bei Zeitungen bzw. reinen Inhalten.

      Wie ist denn das bei Pandora und anderen Musik-Streaming-Diensten? Die sollen dann auch nur noch über In-App gehen? Was ist mit RSS-Feeds, die kostenpflichtig sind? Was mit Radiosendungen, die extra kosten? Was mit Shareware, die ich per Paypal bezahlen könnte?

      Wenn Apple quasi die Kreditkarte ersetzen will, dann bitte. Für 2%. Nicht 30%. Die Marge ist der Witz hoch 5.

      • Anonymous

        So ist es, und wer zahlt die 30%? Der Endanwender. Ohne mich, wenn Apple das durchdrückt, wechsle ich die Plattform. Ohne Inhalte oder mit 30% Sonderaufpreis, macht iOS keinen Spaß.

    • http://www.potatocows.com/ ChiefPotato

      Da würde ich dir bei allem Recht geben wenn es ein besseres iApp System gebe und ein gutes Abo System.
      Red mal mit ein paar Entwicklern über das Thema.. =)

    • Anonymous

      Und was machen Spiegel-E-Paper-Abonnenten? Die dürfen 2x zahlen, oder wie stellst Du Dir das nicht vorhandene Problem vor?

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  • Diana Salan

    Matchmaking bringt IT-Partnerschaften auf der CeBIT zusammen. Ich habe mich hier angemeldet: http://www.cebit-matchmaking.de und bin begeistert.

  • Anonymous

    Wie immer hält sich Apple bedeckt was die App-Store-Politik angeht. Es nervt nur noch!

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