von Alex Olma
8. August 2011 – 11:14 Uhr

Soulver – der Notizblock-Taschenrechner

Soulver löst für mich ein grundlegendes (Mathematik-)Problem: Es verbindet abstrakte Zahlenkolonnen mit realen Bezeichnungen.

DirektSoulver

Damit lassen sich Kalkulationen so aufschreiben, wie man sie auch aussprechen würde. Anstelle von 225 + 3 x 8 – 25% lässt sich nachvollziehbar zusammenrechnen: Der Preis für Konzertkarten, die anteiligen Kosten für dessen Anreise sowie irgendein beliebiger Rabatt, Umrechnungskurs oder Formel-Firlefanz. So ist auch nach einem durchzechten Festival-Wochenende noch zurückzuverfolgen, welche Kosten aufgelaufen sind und wie diese verteilt werden. Außerdem muss man nicht ständig zwischen Notiz-App und Taschenrechner wechseln – Soulver vereinheitlicht dies.

Die ‘Belege’ synchronisieren sich vom iPad (4.99 €; App Store-Link) oder iPhone (2.99 €; App Store-Link) als einzelne .soulver-Dokumente auf die Dropbox, dessen Bearbeitung am Desktop mit der Mac-Software (19.99 €; MAS-Link), auch als kostenlose Test-Version, möglich ist.

(Danke, @hessi!)

  • Alex

    Ich verstehe immer nicht, weshalb man für das gleiche Programm auf der einen Plattform mehr bezahlen soll als auf der anderen.

    Warum kostet das Tool 20$ auf dem Mac, aber nur 3$ auf dem iPhone?
    Mehr Pixel, oder wieso?

    Insgesamt finde ich das Tool schon nett, aber 20$ auf dem Mac ist mir das Programm nicht Wert. Bei 3$ auf dem iPhone werde ich wohl schwach…

    • http://twitter.com/SebSemmi Sebastian Semmler

      ich verstehe nicht, warum die Leute nicht bereit sind für gute Software Geld zu bezahlen…

      • Alex

        Ich bin durchaus bereit für gute Software gutes Geld auszugeben. Nur muss das Preis-Leistungsverhältnis stimmen. Das ist ein recht kleines Programm mit begrenztem Umfang/Nutzen. Und wenn dieses Programm genauso viel kostet wie z.B. iPhoto, dann empfinde ich das nicht als angemessen und werde es entsprechend nicht kaufen.

        Aber diese Kosten-Nutzen-Bewertung entscheidet jeder User für sich und damit letztlich der Markt. Es mag jeder gerne anders sehen…

    • http://twitter.com/hessi hessi

      Die richtige Frage ist, warum man für ein Programm auf einer Plattform erwartet, weniger bezahlen zu müssen als auf einer anderen.
      Meistens können das die Entwickler genausowenig beantworten wie die User, aber weil’s eben alle machen, macht man es auch – auch wenn das bedeutet, dass manche Programme selbst nach Verkäufen im guten 5-stelligen Bereich immer noch keinen Gewinn eingefahren haben.

      • http://twitter.com/SebSemmi Sebastian Semmler

        habt ihr Erfahrungswerte, wo man sich mit Verkäufen von guten 5-stelligen Bereich ungefähr befindet?

  • http://twitter.com/wuffel BastiH

    Ich würde dieses Programm liebend gerne haben aber 20EUR? Ich bin gerne bereit Geld für Software auszugeben (gerne auch mehr, habe z.B. Lightroom gekauft) aber der Preis muss sich an den Features und an der Art des Programms orientieren. Das hier zählt für mich in den Bereich: wäre toll zu haben, würde ich aber realistisch alle vier Wochen einmal einsetzen. Und dafür sind 20EUR einfach viel zu viel Geld…

    • http://www.peitsch.de Sebastian

      Ich hab oben mal ein “einfaches” Beispiel gegeben, was alles in dem Programm enthalten sein muss, damit es “so einfache” Probleme logisch richtig aufdröselt.

      Es ist beileibe kein einfaches Programm und für Leute die Mathe einfach nicht können wirklich Gold wert. Ich gehe davon aus, dass da eine ziemliche Menge Arbeit drinsteckt.

      • Alex

        Das bezweifelt ja keiner, dass die Algorithmen in diesem Programm toll sind. Aber was der User bezahlt, ist dessen Nutzen. Und auch wenn es toll funktioniert, so ist das nicht mehr als ein nettes Spielzeug. Es ist kein Ersatz für einen vernünftigen Taschenrechner und auch kein Werkzeug, was man 100 mal pro Tag in der Hand hat.

        Daher ist der Preis in meinen Augen einfach zu hoch – trotz toller Algorithmen und viel investierter Zeit.

  • http://www.peitsch.de Sebastian

    (Vorsicht: Abhandlung)

    Für mich ist sowas sehr schwer nachzuvollziehen, dass man mit “nackten Zahlen” ein Problem haben könnte, weil ich Mathe-affin bin, sprich: für mich ist das alles logisch. Es gab auch mal eine Zeit in der Schule wo ich ohne Probleme das Einmaleins mit zweistelligen Zahlen konnte und das recht flott. Lag aber alles daran dass man in der Schule noch am laufenden Meter sowas im Kopf ausrechnen sollte, bevor es dann in der 7. Klasse glaube ich den ersten Taschenrechner gab.

    Wie es sich anfühlt, wenn man etwas NICHT mehr intuitiv kann, hab ich dann bei der vollständigen Induktion in der Oberstufe gemerkt. Die erschließt sich mir bis heute nicht.

    Aber: als ich in die 11. Klasse gekommen bin und als Einziger aus dem Gymnasium mit den Leuten aus der Real- und Hauptschule in eine Klasse gesteckt wurde und dann keiner von denen den Dreisatz konnte, war das für mich schon extrem irritierend.

    Ich weiß nicht, ob mir das mal jemand gezeigt hat, oder ob ich selbst darauf gekommen bin, aber ich hab es dann versucht anhand der Graphik auf dem ersten Bild allen anderen zu erklären. Ich weiß nicht, ob ich auf diese Dreisatz-Pyramide selbst gekommen bin, aber alle Formeln in einem Dreisatzproblem sind dabei enthalten.

    a = b * c
    b = a : c
    c = a : b

    Selbst wenn man die Formelumstellung nicht selbst könnte (geteilt durch c ergibt Zeile 2 aus Zeile 1, geteilt durch b Zeile 3 aus Zeile 1) stehen alle Formeln in der kleinen Pyramide wenn man weiß, dass der Horizontalstrich der Bruchstrich ist (geteilt durch) und der senkrechte Strich die Multiplikation (“mal”).

    Ich dachte, das wäre alles logisch. Das Problem ist aber für viele nicht die Formelumstellung, sondern die Formel auf die Fragestellung zu übertragen.

    Beispiel:: 18 Gäste kommen zur Geburtstagsparty, jeder soll 1 Stück Kuchen bekommen. Jeder Kuchen enthält 6 Stücke. Jeder Kuchen braucht 3 Eier. Wie viele Eier brauche ich?

    Antwort: 9. 18 durch 6 sind 3. 3 Mal 3 sind 9.

    Nur versuch das bitte mal in die Formeln zu pressen. Wie das aussieht da platzt einem alsbald der Kopf. Ich schreibe hier nur den ersten Teil auf (wie viele Kuchen brauche ich bei 18 Gästen) Denn:

    gesucht: c (Anzahl Kuchen)
    Variablen:
    a = 18 Stücke
    b = 6 Stücke pro Kuchen

    Das steht in Deiner Aufgabe, aber warum nimmt man jetzt als zu verwendende Formel:

    c = a : b

    ICH finde “das ist doch logisch” – aber nicht jeder Mensch denkt so! Für viele ist das nicht nachvollziehbar, warum man jetzt 18 durch 6 Teilen sollte. Viele denken umgekehrt, nämlich: 1 Mal 6 Stücke + noch einmal 6 Stücke – macht 12 Stücke, und nochmal – sind 18. Sie gucken einfach, wie viel Kuchen sie nacheinander backen müssten, um irgendwann genug für alle Gäste zu haben. Also drei Kuchen. Einfach. Aber es ist Matheunterricht, der Lehrer will, dass wir die Formeln benutzen. Alleine hier scheitern viele. Plus kommt in keiner der Dreisatzformel vor! “Das geht so nicht” ist die Antwort wenn man 10 Jahre aus der Schule raus ist und nie wieder mit Mathe zu tun hatte. “wie viel Mal 6 Stücke” in “mal” umzusetzen, sprich “Multiplizieren” ist irgendwann nicht mehr Teil des immer verfügbaren Grundwissens.

    Wissen, das man vorher erlernt hat, ging nämlich ebenfalls verloren. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wird man vorher Probleme wie “Ich habe 18 Äpfel. 6 Kinder sind auf meiner Party. Wie viele Äpfel bekommt jedes Kind?” gelöst haben. Das können viele sofort. 18 Leute auf 6 Kuchen aufzuteilen ist dann schon viel zu abstrakt. Vielleicht wären 18 Gäste auf 6er-Tische aufzuteilen einfacher? Gut möglich. Wer weiß.

    Was mathematisch alles vorkommt, wenn man denn jetzt die Formel nur für die benötigten Kuchen genau hinschreibt, sieht man in Bild 2.

    1) “6 Stücke pro Kuchen” schreibt sich “6 (Stücke:Kuchen)”
    2) Es kann aber auch umgeformt werden (siehe rechter oberer Teil)
    3) Ein Bruch kann umgeformt werden zu “geteilt durch”
    4) durch einen Bruch teilen ist das Gleiche wie mit dem Kehrwert multiplizieren
    5) “kürzen”: “Stücke” kreuzt sich aus. 18 ist ein vielfaches von 6.

    Das sind alles Dinge, die man so in der Schule gelernt hat bzw. gelernt haben soll. Wer erinnert sich wohl noch, dass man das alles so hinschreiben kann, darf und sollte, um eine Aufgabe zu lösen?

    Das sind aber genau die Dinge, die in dem vorgestellen Programm ablaufen.

    Tja und dann gibt es für die Uni so lustige Sachen wie Mathematica die das alles auch mit vollständiger Induktion können, an die ICH mich aber nie rantrauen würde, weil mir da der Kopf schwirrt :-)

    • http://www.peitsch.de Sebastian

      Hier Bild 2 :-)

  • Andreas

    Danke für den Tipp. Habe meine alte Soulver 1 Lizenz ausgekramt und mal für 9,85€ ein Upgrade gemacht. Ist es mir Wert.

  • Anonymous

    Statt Mathe lernt man dann Soulver-Ausdrücke (alles versteht die Software ja auch nicht). Da erscheint es mir sinnvoller die universellere Sprache zu beherrschen (Mathematik), zumal man das Programm ja auch nicht immer dabei hat.

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