von Alex Olma
14. März 2012 – 06:51 Uhr

Zwei iPad-Notizbücher: Noteshelf und Penultimate

Apples Standard-App ‘Notizen‘ befindet sich seit 2007 auf jedem iOS-Gerät. Selbst mit der iPad-Veröffentlichung überarbeitete Cupertino das Programm für kurze Vermerke nicht sondern pumpte lediglich die Bildschirmgröße auf. Und was passiert wenn man dort einen neuen Gedanken festhalten möchte? Auf dem großen gelben Blatt öffnet sich eine kleine Tastatur mit vielen Buchstaben. Nein, ernsthaft: Warum kann ich meine kurze Idee nicht per Handschrift oder über eine Skizze auf dem digitalen Post-it einfangen?

Drückt man das iPad einem Kind zum Malen in die Hand, zeigt sich der Missstand innerhalb weniger Sekunden deutlich. Unzählige App-Store-Programme demonstrieren obendrein, was für eine unterhaltsame Etch-A-Sketch-Schreibtafel das Tablet darstellt. Warum diese Eigenschaft nicht in der mitgelieferten Standard-Software abgebildet ist, bleibt eine dieser ewig unbeantworteten Apple-Fragen.

IPhoneBlog de Noteshelf Penultimate

Der Bedarf an erwachsenen Notiz-Programmen ist auch aus diesem Grund entsprechend groß. Meine bisherige Empfehlung lautete Penultimate (0.79 €; App Store-Link) – übersichtlich, preiswert und durch ein klares Layout intuitiv zu bedienen.

Noteshelf (4.99 €; App Store-Link) behält diese Übersichtlichkeit weitgehend bei, pfropft allerdings wesentlich mehr Funktionen ins digitale Moleskine. Individuelle Cover erzeugen einen Wiedererkennungswert im Notizbuch-Regal. Ein eigener Store bietet neue Buchdeckel-Designs und zusätzliche Papiermuster zum Kauf – vom Wochenplaner über Sudoku bis zur Skizze von einem Handballfeld, auf dem die Spielzüge für die nächste Partie geplant werden.

Die Multitouch-Gesten mögen beiden Apps nicht sonderlich und fordern dazu auf, diese in den Einstellungen zu deaktivieren. Clever ist die digitale Handballenauflage, bei der man sein Gelenk bequem im unteren Bildschirmbereich ablegt ohne das diese Eingaben vom iPad verarbeitet werden. Noteshelf lässt euch die ‘Touch-Free-Zone’ ganz nach Geschmack einstellen. Eine Lupen-Funktion vergrößert die gezeichneten Pixel zur Bearbeitung. Ein Export zu Dropbox oder Evernote, als PDF- oder Bild-Datei, befördert die Mitschriften und Kritzeleien beider Programme zurück auf den klassischen Dateibaum.

  • R Hedrich

    In meiner Uni benutzen wir mittlerweile mit 35 Leuten “U Pad”, wesentlich billiger, Foto, Pdf und Notizen beschriftung, Bilder  einfügeoption, Lupenfunktion und auch no tip zone

  • m.t.k.

     Darf man fragen, welcher “Zeichenstift” auf dem Foto zu sehen ist?

  • http://twitter.com/soulja_de Robert Dabi

    Das wollte ich auch grad sagen. UPad ist meiner Meinung nach die beste app dafür (auch wenn ichs trotzdem fast nie benutze). Hatte zuvor neben Penultimate und Noteshelf auch diverse andere getestet, wie z.b. Goodnotes, Ghostwriter, Notability, Bamboo Paper, ..

  • http://twitter.com/codenaga Arne

    Ich denke, dass Apple eine No-Pen-Politik fährt, hat neben den von dir genannten Nachteilen aber auch Vorteile. Wenn ich einem Kleinkind einen Stift gebe, um auf dem iPad zu malen, nimmt es vielleicht demnächst von selbst einen und bemalt das iPad, nur dass es dann leider ein Permanentmarker war… Von daher kann ich die Nichtunterstützung seitens Apple durchaus nachvollziehen.

  • Marcel

    Apple war doch immer gegen Stifte. “If you see a stylus or a task manager, ‘they blew it'”. Vielleicht äußert sich das durch die Notizen.

  • http://twitter.com/matthiasludw Matthias

    Kann mich mein meinem Vorredner auch nur anschließen, UPAD ist noch eine hübsche Alternative!

  • cbrueggenolte

    Ich selber benutze Notability. Seit dem letzten Update gibt es auch einen Handballenauflagezone und neue Funktionen.

    Aber wie du schon erwähnt hast, die Multitouchgesten sollten vorher abgeschaltet werden. Zu oft wird die 4-Finger Geste erkannt und dann rutscht alles über den Bildschirm.

    mfgcb

  • JesterLewis

    Was mich mal interessieren würde, gibt es Apps, mit denen man das iPad als Grafiktablett in zB Lightroom benutzen kann – von Druckstärke und Neigungswinkel mal abgesehen?

    Gerade mit einer Bildschirmübertragung auf das iPad und mit der neuen Auflösung halte ich den Einsatz für recht sinnvoll.

  • http://twitter.com/ManfredAlbrecht Manfred Albrecht

    Servus Alex,

    hast du zu dem Thema auch entsprechende Tipps für gute und günstige Stylus?

    Nur mit den Fingern ist mir das ganze etwas zu ungenau

    • http://twitter.com/soulja_de Robert Dabi

      Ja, der Wacom Bamboo ist der beste.

      • http://twitter.com/ManfredAlbrecht Manfred Albrecht

        Danke, dann kommt der auf meine Bestellliste. Werde wohl den einen oder anderen bei Amazon ordern und dann einen Testdurchlauf machen welcher sich dann hier dauerhaft heimisch fühlen darf.

  • http://twitter.com/SebSemmi Sebastian Semmler

    für Notizen, Mitschriften und ähnliches, bevorzuge ich eigentlich immer mehr und mehr OmniOutliner, sowohl auf dem Mac als auch auf dem iPad. Ich tippe einfach bedeutend schneller als ich schreibe, Apps wie Textexpander greifen mir dabei unter die Arme. Und am Ende kann man diese Dokumente auch sinnvoll weiterverarbeiten. Das sehe ich bei diesen ganzen Notiz-apps mit Handschrift Erkennung nicht…

    handwriting is dead baby, handwriting is dead

  • http://www.appleoutsider.de/ AppleOutsider.de – Sebastian P

    Sorry aber wenn ich das Bild so sehe… wolltest Du nicht sagen “Zwei Programme für Wachsmalstifte”?

    Ich sitz ja wirklich seit Wochen hier und guck mir immer wieder die Kommentare unter dem Galaxy Note Video an und grins mir einen. Hier geht’s auch nicht anders. Das ist doch effektiv ein Stift für Dreijährige… der aussieht wie ein Phallus.

    Der Kontext müsste ein Malprogramm sein mit großen Flächen zum Ausmalen. Das iPad hat eine Kamera. Was man mitnehmen sollte ist ein dünner Block, ein Edding mit 0,5mm Spitze, und dann macht man ein Foto von dem was man gemalt hat und speichert es als PDF. Das ist fünf bis zehn Mal genauer als das was man mit so einem Stylus hinbekommt weil die Technik es einfach begrenzt.

    Ich meine mal ehrlich… wenn man sich schon so eine dicke Kladde um das iPad baut dann kann man auch gleich eine Hülle nehmen die auf der Deckel-Innenseite 10 Blatt Papier vorhält. Das ist nicht weniger oder mehr “backwards” als dieses Ding da.

  • rz70

    Upad oder Noteshelf der Rest ist nie fertig durchdacht worden. Eine Kreuzung aus beiden wäre DAS Notizblock. Und als Stift den Jot Pro. Dann hat man auch kein Wachsmalstift dabei und funktioniert auch besser als ein Alupen (den ich bisher hatte)

  • http://twitter.com/soulja_de Robert Dabi

    @twitter-110218005:disqus Naja. Dann dürfte man Kindern auch keine Malfarben geben, weil sie
    denken könnten dass man damit auch Wände oder Sofas bemalen kann. Ich
    sehe da keine Vorteile.

    Ich denke auch dass man sich nicht zu sehr an dem Satz “If you see a
    stylus or a task manager, they blew it” vom heiligen Steve aufhängen sollte, genauso wie man immer wieder auf ein “One more thing” wartet, dass es Jahre nicht mehr gab. Manche Sachen sind heute so,
    und morgen anders.

    Falls Apple die Richtung einschlagen will, dass ihr “Post-PC” mehr oder
    weniger alle Funktionen eines PCs übernehmen soll, müssen sie sich
    irgendeine Alternative zum Finger einfallen lassen. Ansonsten möchte ich
    mal sehen, wie die sich pixelgenaue Bildbearbeitung, Illustration oder
    Pfade erstellen vorstellen (also alles grafische), in der gleichen Zeit
    wie mit einer Maus oder einem Stift.

    Auch wenn Apple ihr iPad-in-schools Ding fördern will, fände ich Stifteingabe wichtig.

  • Pete P

    Ich denke ich habe so ziemlich alle Apps dieser Kategorie ausprobiert. Mein Favorit ist und bleibt Goodnotes. Der Funktionsumfang ist nicht überladen sondern konzentriert sich darauf das Wesentliche richtig gut zu machen!

    Genial ist für mich:

    – Dass die Zeichenstriche selbst auf dem iPad 1 rasend schnell und ohne Nachlauf! dargestellt werden.
    – Dass ein Notizbuch aus einem Mix von PDF Dokumenten und Vorlagen (eigene und vorhandene) bestehen kann.
    – Dass ich PDF Dokumente mit einem Textmarker bearbeiten und annotieren kann
    – Dass es ein Zoomfeld gibt mit dem  ich eine Menge handgeschriebenen Text in “normaler” Größe auf´s Blatt bringen kann.
    – Dass die Copy-Paste Funktion für handgeschriebenes kinderleicht ist und zum Besten gehört, dass ich diesem Bereich gesehen habe.

    Und wem das noch nicht reicht, der kann seit heute in seine Notizbücher auch Bilder und getippten Text einfügen. Was braucht man mehr?

    Als Stift habe ich nach mehreren Versuchen nun den Griffin im Einsatz. Er ist einer der günstigsten Stifte funktioniert allerdings tadellos und hat nen Clip mit dem ich ihn am iPad Cover befestigen kann.

  • cbrueggenolte

    Kennt ihr denn eine App. Die Handschrifterkennung macht? Sowas wurde ich heute grfragt, bin aber nicht fündig geworden. Vielleicht hat jemand eine Empfehlung. Vielleicht eingebaut in einer dieser Notiz-Apps.

    btw. Der Cosmonaut ist Super!

    • Pete P

      WritePad German for iPad: http://itunes.apple.com/de/app/writepad-german-for-ipad/id371890667?mt=8

      • cbrueggenolte

        Vielen Dank Pete.

        Am 15.03.2012 um 08:32 schrieb “Disqus” :

  • Pingback: Evernote kauft Notizbuch-App ‘Penultimate’ – iPhoneBlog.de

  • Pingback: ‘Notebooks’ hilft beim Mitschreiben in Meetings – iPhoneBlog.de

  • Joe

    Eine Alternative: Beesy (http://www.beesapps.com/beesy-ipad-to-do/), ist auch ein Notiz-Tool, aber mit zahlreichen Zusatzfunktionen. Man kann aus seinen Notizen automatisch To-do-Listen und Protokolle generieren (sehr praktisch bei Besprechungen) und diese dann seinen Kontakten oder Projekten zuordnen…

  • Pingback: Für handschriftliche Notizen: Noteshelf – iPhoneBlog.de

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