von Alex Olma
7. Mai 2012 – 10:56 Uhr

Samsung ist eine Gefahr für Android-Tablets

Das erfolgreichste Android-Tablet ist bekanntlich gar kein Android-Tablet. Okay, Amazons Kindle Fire baut auf Android 2.3, will ansonsten jedoch nichts vom Google OS wissen. Entgegen seiner Konkurrenz aus dem Hause Toshiba, Lenovo oder Sony funktioniert der Ansatz als Entertainment-Schleuder mit eigenem Browser, eigenem Film- und Musik-Angebot sowie einem eigenen Software-Store gut. In den ersten beiden Lebensquartalen verkaufte Amazon 3.8 respektive 1.8 Millionen Tablets. Ein gelungener Start.

IPhoneBlog de pxldot com

Der US-Versandhändler verfolgt das iOS-Erfolgsrezept, das die gebündelte Kontrolle über Software und Hardware in eigener Hand behält. HP scheiterte damit, aber aus anderen Gründen.

Wackelkandidat bleibt Samsung, die als dominante Android-Fraktion vor der Frage stehen, ob man auch in Zukunft lediglich Googles Hardware-Handlanger bleiben möchte. Der südkoreanische Konzern hat bereits seinen eigenen App-Store mit 40.000 Anwendungen, kümmert sich nicht um beschlossene Vereinbarungen der OS-Fragmentierung entgegenzuwirken und schließt gesonderte Software-Deals. Das Galaxy S III bekommt beispielsweise den iOS-Hit Flipboardvorerst exklusiv.

Ich halte es für unwahrscheinlich das Samsung es Amazon gleichtut, Android abspaltet und unter eigenen Segeln weiterentwickelt. Andererseits ist zu beachten, das mit dem Betriebssystem bada immer noch OS-Arbeitskräfte gebunden sind, keinerlei Anzeichen bestehen die spezielle TouchWiz-UI aufzugeben, Windows Phone als alternativer Software-Partner bereitstünde und Samsung in dieser beherrschender Position kein Spielball vom bekannten Suchmaschinenhersteller bleiben möchte.

“The zeitgeist right now is definitely towards high-end Android devices of which Samsung is clearly the leader so I don’t think there’s any instant danger,” said Cripps [Ovum.com]. “It’s more a case of what Samsung wants to be in five years’ time and planning towards that.”

Android-Smartphones profitierten von den Vertragsbindungen bei Mobilfunkanbietern und dessen Kauf- beziehungsweise Upgrade-Empfehlungen. Die Tablets nicht. Wenn Google Android oder ihren ‘Play‘-Brand im zukünftigen Computermarkt etablieren möchten, sind sie gut beraten ein eigenes Tablet zu bauen und eigenständig zu verkaufen.

*Update: Chris Sauve bezieht seine Grafik auf den comScore-Datensatz, der wahrscheinlich viel zu hoch greift.

(Danke, Fabian!)

  • dermartin

    Der kindle Fire Moment ist scheinbar aber auch vorbei. Die Verkaufszahlen stürzen ab. Daher auch kein Vorbild für Samsung.

    • http://www.iphoneblog.de iphoneblog

      Nee, würde ich (noch) nicht behaupten.

      http://www.npdgroupblog.com/2012/05/shipments-are-not-sales/

      • Sebbi

        Naja … aber das Kindle kann doch nicht wirklich deren Ernst gewesen sein. Für ein paar hundert Euro mehr gibt es iPads und Android Tablets. So toll kann die Amazon-ich-kaufe-mir-alles-dort-und-benutze-es-dann-auf-crappy-hardware-Erfahrung doch gar nicht sein, oder doch?

  • Gerald Grote

    Geräteabhängige Exklusiv-Deals… als ob die technische Fragmentierung nicht schon problematisch genug wäre. Für die Entwickler natürlich praktisch: Man wird das Problem der vielen zu unterstützenden Geräte los und bekommt dafür noch was vom Hersteller der Exklusivplattform.

  • Dont

    Wie so oft in diesem Blog erkenne ich keinen Zusmmenhang zwischen Überschrift und Artikelinhalt.

    • http://www.iphoneblog.de iphoneblog

      Ich mache es kurz: Samsung ist der dominate Player für Android-Tablets, dessen Handlungen für das Google OS in Zukunft entscheidend sein können.

    • Janina

      Wie so oft finde ich Beschwerden über Unverständlichkeiten von Artikeln dieses Blogs sehr erstaunlich.

      • http://www.iphoneblog.de iphoneblog

        Hast du Beispiele dafür? Diese würden mir sehr helfen.

      • Janina

        Ich meinte damit: Ich hatte noch nie Probleme damit, deine Artikel zu verstehen – manchmal muß man vielleicht etwas mehr mitdenken, aber das ist ja nicht verkehrt… ;)

      • http://www.iphoneblog.de/ iphoneblog

        Ich bemühe mich um Verständlichkeit, versprochen!

  • http://www.appleoutsider.de/ AppleOutsider.de – Sebastian P

    ‘tschuldigung aber pxldot geht von 16 Millionen verkauften (“in use”) Kindle Fire zwischen Dezember und Februar aus. 

    Die Zahl passt doch hinten und vorne nicht. Amazon hat doch von 4 Komma-irgendwas gesprochen für das erste Quartal.

    • http://www.iphoneblog.de iphoneblog

      Stimmt, da ist was nicht in Ordnung. Ich schaue mir das mal an.

    • Fabian

      Nein, dass passt wirklich nicht zusammen: 
      Obwohl der Autor von “pxldot” ganz klar nicht von sales oder shipments spricht, 16 Millionen bis zum Febr 2012 halte ich auch für unrealistisch (“Let’s take a look at the estimated number of Android units in use”)

      Dagegen sind die Zahlen von IDC und der NPD Group etwas glaubwürdiger (and liegen auch näher zusammen): 

      “[…] IDC reported that the Fire shipped 750k units in Q1 2012 following the introduction of the Fire in Q4 2011 when 4.8 million units shipped. NPD DisplaySearch reported 5 million shipped in Q4.” (Man beachte, dass sich beide von Quartalszahlen und nicht monatlichen Stückzahlen sprechen)
      Je nach Hochrechnung bis zu 6 Millionen “shipped units” in den ersten beiden Quartalen zusammen. Die tatsächlich verkaufte Anzahl an Geräten dürfte leicht darunter liegen.

      Mit dieser Erkenntnis muss man allerdings die im Artikel verlinkte Grafik in Frage stellen, da diese die Tatsächliche Marktverteilung der Android-Tablets im Vergleich zur iPad-Verbreitung zeigen soll. (“The […] chart shows the units in use of the iPad compared to the sum of all Android tablets”) Mehr als 60% Fehlerquote ist mir dann doch ein wenig hoch. (6 zu 16 Mio Geräte)

      pxldot bezieht sich in seinem Artikel auf die Daten von ComScore. Diese lassen aber meiner Meinung nach keine Aussage über die Anzahl der verkauften Geräte zu, da “nur” die prozentuale US-Verteilung der benutzten Geräte im Web gemessen wird. Von einer Webstatistik auf verkaufte Geräte zu schließen, finde ich doch mehr als mutig. 
      (“U.S. Market Share of Android Tablets by Unique Devices”, “comScore Device Essentials measures unique devices accessing the web during the time period noted, including home, enterprise and secondary devices across all age groups.”)

      [Die Verlinkung der Zitate erspare ich mir, da verweise ich einfach mal auf den Artikel von Alex oben.]

      • http://www.iphoneblog.de iphoneblog

        Danke für deine Mühe. Hättest du einen Vorschlag wie ich mit der Korrektur von der Grafik umgehen soll?

      • http://www.appleoutsider.de/ AppleOutsider.de – Sebastian P

        Ich sag mal so – ich hab mir überlegt, ob ich die Zahlen für den Kindle verarbeite – und es dann gelassen. Weil genau sowas dabei rausgekommen wäre. Es gibt keine verlässlichen Informationen also sollte man so eine Grafik nicht machen. Und deshalb eigentlich auch nicht verlinken.

        Gruber hat einen Artikel verlinkt in dem davon gesprochen wird, dass der Kindle Fire die E-Ink Kindles kannibalisiert hat um Weihnachten rum (der einzige Hersteller von E-Ink-Displays hat im 4. Quartal auf einmal 80% weniger Umsatz gemacht). Dazu hat er in der Talkshow 72 davon gesprochen, dass die meisten Kindles zu dem Zeitpunkt noch gar nicht ausgepackt waren (das war am 23.12.2011) und dass er selbst das Gerät von Marco Arment in der Hand hatte und wie schrecklich es doch wäre. Dazu haben sie in den Shownotes den vernichtenden Test von Arment über das Gerät veröffentlicht.

        Ich persönlich gehe davon aus, dass die Geräte Amazon das E-Ink-Geschäft kaputt gemacht haben UND dass Amazon die Dinger in Massen zurück bekommen hat, sprich um die Ohren gehauen.

        Deshalb ist die Grafik nicht nur von den Zahlen her unglaubwürdig, sondern auch von der Logik her.

        Amazon hat die riesige Masse Fires verkauft weil sie sich mit den E-Ink Kindles einen guten Namen gemacht haben. Viele Leute haben das Gerät als Weihnachtsgeschenk gekauft. Jetzt sickert durch, wie viele Kindles Amazon wohl ungefähr in Q4 und Q1 verkauft hat, das lässt aber darüber hinaus gehend überhaupt nicht darauf schließen, wie viele davon überhaupt eingesetzt werden, sprich was die Rücklaufquote war – denn ich bezweifle EXTREMST dass die Zahlen um die Umtauschquote bereinigt waren die da vernommen wurden.

        Sprich die ComScore Zahlen sind meiner bescheidenen Meinung nach doppelt für die Tonne. Eigentlich müsstest Du ein rotes X über die Grafik legen oder den ganzen Text durchstreichen aber das ist so übertrieben… der Disclaimer am Ende reicht finde ich irgendwo. Nichts ist so alt wie die News von gestern.

        Schlußendlich ist es doch eigentlich egal. In ein paar Monaten wenn rauskommt was der Fire für ein Flop war ergibt sich das Wissen Hindsight 22 beim Leser von selbst.

        Was Du DANN machen könntest ist ein Follow-Up wo Du reinschreibst wie sehr Comscore falsch gelegen hat (und dabei auf den Eintrag hier verlinken) aber da sind wir wieder bei den nicht belegbaren Zahlen. Wir müssen erst einmal handfeste Dinge in der Hand haben, um meine Annahmen (Behauptungen!) belegen zu können und da wir das nicht können kann und muss man das erstmal so stehen lassen.

        Wie gesagt der einzige Weg wäre gewesen, den Abzug nicht zu betätigen. Ich hab hier auch gesessen und Zahlen zusammengetragen und ein Kartenhaus gebaut. Es ist sehr sehr schwer, nicht zu spekulieren und wenn jemand anderes es tut und dann auch noch mit schönen Grafiken reißt einem dann auch mal der Geduldsfaden :-)

    • http://www.androidradar.de/ Leif

      Seit wann hat sich Amazon denn mal über Verkaufszahlen geäußert? Wäre mir komplett neu.  4mio halte ich für zu wenig, 16 aber auch für etwas zu hoch dafür das es nur in den USA verfügbar war. 

      Auch wenn es sich nur um wenige Spiele handelt, so finde ich die Umsätze welche der Kindle Fire bei manchen Titeln erreicht schon erstaunlich. http://www.tinyco.com/blog.php

      Bin mal gespannt was sich diesen Sommer so zeigen wird. Die Verkäufe des Fire sollen ja etwas rückläufig sein was aber auch kaum verwundert da er das perfekte Weihnachtsgeschenk war und die nächsten Ankündigungen erwartet werden. Unterschätzen sollte man auch nicht den Nook welcher seltsamerweise von fast keinem der Statistikunternehmen als Android Tablet angesehen wird, dabei hat dieser soweit ich weiß den offiziellen Store. Die nächste Kindle Generation wird sicher wieder viele Käufer finden und wenn die Gerüchte um das Google Tablet stimmen, wo ich stark auf ASUS als Hersteller hoffe, dürfte auch dieses gut einschlagen. Immerhin haben sie mit dem Direktvertrieb des Galaxy Nexus und einem eigenen Service hierfür (endlich!) entsprechende Vorbereitungen für weitere Devices im Play Store getroffen. Bleibt nur wieder fraglich ob sie es endlich weltweit gebacken bekommen und das ganze nicht wieder in einem US only Angebot endet. 
      Samsung – ich weiß nicht. Das SGS 3 ist mit seinem ganzen Software package drumherum für den “normalen” Nutzer ein klasse Paket, aber bei Tablets bin ich kein großer Fan von denen. Die bisherigen Tablets waren für das gebotene, und insbesondere den normalen Konsumenten, zu teuer – da bot ASUS das bessere Paket. Einzig das neue Galaxy Tab 7 2.0 für 249$ (?) könnte in den USA nun die perfekte Alternative zum Kindle Fire sein. Wahrscheinlich aber auch nur bis Amazon und Google mit ihren neuen Geräten in Erscheinung treten.Was man Samsung zu gute heißen kann ist dass sie neben Apple die einzigen sind welche halbwegs gescheite Werbung betreiben. Ich persönlich liebe die Google Spots absolut, aber viele normale Konsumenten werden bei diesen wohl überhaupt nicht kapieren worum es in dem Spot überhaupt geht.

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