von Alex Olma
6. Februar 2013 – 01:08 Uhr

Bitcasa – unbegrenzt Cloudspeicher

Die Idee klingt cool: Unbegrenzt (Backup-)Speicherplatz mit einem ewigen Dateiversionsverlauf auf einer verschlüsselten Online-Festplatte, die von überall abrufbar ist. Im Gegensatz zu Dropbox verzichtet man auf eine ressourcenraubende Offline-Synchronisation; Uploads streamen im Stil von Netflix jedes Dokument, jeden Film und jedes Foto erst nach Aufforderung.

Die Herausforderung ist, eure persönliche Datenwolke pfeilschnell anzubinden und durch cleveres Caching die häufig frequentierten Ordner vorzuhalten. Mit diesem Ziel springt Bitcasa heute aus seiner Beta-Phase und lädt zur Einschreibung. 10 Gigabyte beinhaltet das Gratis-Paket; 69 US-Dollar kostet aktuell die erste Jahresmitgliedschaft*, bei der alle (Speicherplatz-)Barrieren fallen. Wer sich über diesen Link anmeldet, erhält einen Gratis-Monat ‘Infinite‘ (und ich im Gegenzug nichts).

Welcome to the Bitcasa Infinite Drive from Bitcasa on Vimeo.

Zusammen mit dem Webdienst findet sich auch eine iOS-Anwendung in Version 1.0 im App Store ein (kostenlos; universal; Link). Die Software ist derzeit nicht mehr als ein rudimentärer Dateibrowser mit Suchfunktion und (automatischer) Foto-Upload-Option. Der iOS-Client geht zum Start von einem Projekt in dieser Größe in Ordnung, von der Mac-Software hatte ich mir mehr erwartet. Für einen ausführlichen Testlauf lade ich aktuell meine Fotobibliothek vom iPhone aus in den Cloudspeicher – noch 2.300 Bilder stehen aus und die virtuelle Festplatte am Mac ist unbenutzbar langsam. In der Beta-Phase verhielt sich die Desktop-Software zuverlässiger.

Wichtig zu wissen: Die Verschlüsselung ist proprietär und durchaus diskussionswürdig.

Das Bitcasa-Team bedient sich eines “Convergent Encryption” genannten Prozesses, um trotz der anwenderseitigen Verschlüsselung [eine] Deduplizierung durchführen zu können. Das Startup ist also in der Lage, anhand der Struktur der verschlüsselten Dateien Duplikate zu identifizieren, ohne genauen Einblick in die jeweilige Datei zu erhalten.

Es ist jedoch ausdrücklich niedergeschrieben, eigene Verschlüsselungsschichten aufzutragen. Wer generell etwas über Onlinefestplatten lernen möchte, lauscht bei Die Wahrheit – von Marcus Richter und Linus Neumann.

Wie verlässlich der Service nach dem heutigen Start verbleibt, muss sich erst noch beweisen, klar. Ein Testlauf von Bitcasa ist jedoch keine Zeitverschwendung – insbesondere wenn man sich den Preis- und Funktionsvergleich mit klassischen Festplatten vor Augen führt.

* Teilnehmer der Beta-Phase verwenden bei der Anmeldung den Coupon-Code BETATHANKS um für $49 US-Dollar ins erste Jahr einzusteigen.

  • http://www.appleoutsider.de/ AppleOutsider.de – Sebastian P

    Hm. Ja. Versteh ich jetzt nicht. Es ist also langsam und außerdem ist die Verschlüsselung dubios. Also ist das eher eine Warnung jetzt?

    • http://www.iphoneblog.de/ iphoneblog

      Das ist eher als Hinweis zu verstehen. Gleiches gilt für die Verschlüsselung. Hier sind die Links für eine eigene Einordnung (hoffentlich) hilfreich – andere Onlinefestplatten-Dienste nehmen gar keine Verschlüsselung vor.

  • Mr_Kane

    Ich habe mich auch mal angemeldet, erstmal in der Free-Version, mal testen wie stabil das läuft. gar nicht so schlecht, wenn die Anbindung schnell genug ist (denn die Standleitung der Uni oder des ESRF sollte nicht der Flaschenhals sein) werde ich mal wieder berichten…

  • Marco Cantieni

    Teste Bitcasa auch gerade in der free Version. Bisher läuft es ziemlich stabil. Es gibt noch ein paar Problemchen hier und da. Perfekt ist es noch nicht, doch der Ansatz ist vielversprechend. Werde bald für 1 Jahr abschliessen, bin aber skeptisch ob Bitcasa den Preis halten kann, bzw. überlebt.

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