von Alex Olma
6. März 2013 – 09:36 Uhr

“Printabonnenten können für einen Aufpreis von nur 9,99 Euro pro Monat auch die Handelsblatt Live App nutzen.”*

IPhoneBlog de Handelsblatt Live

Thomas Knüwer zerlegt (detailliert) Handelsblatt Live (kostenlos; App-Store-Link), die neu gestartete iPad-Newsstand-Publikation, und findet dabei wenig Anhaltspunkte, die den Slogan “Journalismus für eine neue Generation” rechtfertigt.

Hier will eine Zeitung Zeitung machen, so wie sie es seit Jahrzehnten tut. Zwar tun die HB-Spitzen so, als wollten sie sich ändern, als hätten sie begriffen, dass sich etwas ändern muss. Tatsächlich aber ändert sich nix, Live ist für Handelsblatt wie Twix.

Die Jahresgebühr für Live von 480 Euro entspricht exakt der Grundgebühr, die mich mein kompletter Internetanschluss kostet – allerdings für zwei Jahre.

* Handelsblatt Live FAQ

  • maltepost

    “Die Jahresgebühr für Live von 480 Euro entspricht exakt der Grundgebühr, die mich mein kompletter Internetanschluss kostet – allerdings für zwei Jahre.”

    Dass man die App scheiße findet mag ja sein, dass sie nicht gekauft wird und keinen Efolg hat auch, aber was dieser letzte Satz bedeuten soll, könntest Du bitte nochmal erläutern.

    Heutzutage scheint es en vogue zu sein, dass jeder meint einen “fairen” Preis für zumeist schöpferische Werke oder Dienstleistungen “ermitteln” zu können. Ekelt mich ehrlich gesagt etwas an. Jeder will sein hart verdientes Geld für sein selbst geschnitztes Stückchen Holz bekommen, aber bei allen anderen dürfen die Regeln der Marktwirtschaft gerne mal außer Kraft gesetzt werden. Alles im Sinne einer “fairen Preisfindung”. Der Internetanschluss kostet in zwei Jahren genausoviel wie ein Zweijahresabo von irgendwas? Das kann ja gar nicht fair/angemessen/(lieblingsadjektiv bitte einsetzen) sein! Abzocke! Warum bezahlen wir überhaupt noch für Medien und Dienstleistungen? Sollen sie doch Crowdfunding oder irgendsoeinen Scheiß machen, oder jeder gibt, was er für fair hält. Und zwar allen. Dem Kioskverkäufer, dem Autohändler, dem Zahnarzt und dem Bäcker. Ach der Bäcker hat doch etwas “anfassbares” hergestellt? Ah…hm. Also nur bei abstrakten Gütern und Dienstleistungen kann jeder aus dem Bauch heraus den “Wert” bestimmen? Nagut, das klingt fair. So…genug aufgeregt…das siehste mal, was so ein kleiner unüberlegter Satz auslösen kann… Netzaffine Urheber sollten anfangen, ein bisschen visionärer zu sein, insbesondere was die (jetzt oder in naher Zukunft) eigene Vergütungsproblematik angeht.

    • Janina

      Wow… so viel Aufregung um einen Satz, bei dem du dir noch nicht mal sicher bist, ob du ihn richtig interpretierst? ;)

      Zur App: Kostet zwar 10€ pro Monat weniger als die gedruckte Version, aber die bisherigen Ausgaben sind nicht gerade überzeugend (mein Chef meinte, er bräuchte das Abo) – den Inhalt der Druckversion in eine (bisher) nicht sehr überzeugende App zu kippen, darin sehe ich keinen Sinn. Vielleicht wird’s ja noch…

      • http://twitter.com/marcoschmidt Marco Schmidt

        Ich finde der Satz macht einfach gar keinen Sinn, weil die beiden Sachen nix miteinander zu tun haben. Der TÜV für mein Auto alle 2 Jahre ist sogar noch billiger als Alex’ Internetanschluss. Was das mit dem Handelsblatt zu tun hat? Keine Ahnung.

        Deswegen verstehe ich aber auch die Aufregung nicht, die ist in dem Zusammenhang dann genauso unsinnig wie der Satz ;)

      • http://www.iphoneblog.de/ iphoneblog

        Ich beziehe mich in meinem Vergleich auf den verlinken Artikel, indem Hans-Jürgen Jakobs, Chefredakteur des Handelsblatts, diese zwei Dinge in einen Topf wirft.

        >>Nun ist die Digitalisierung ja wirklich nicht das Problem der Verlage – sondern ihre Arroganz. Die Arroganz, die auch aus Jakobs’ Zeilen trieft wenn er potenzielle Leser für dumm erklärt: “So haben heute selbst vermögende, zahlungsbereite Jungakademiker das Gefühl, sie würden mit redaktionellem Stoff im Internet bestens versorgt. Und das, ohne einen Cent zu zahlen.”>>

      • maltepost

        Das las man aus dem Satz selbst nicht so heraus. Ist aber gar kein Problem, mittlerweile habe ich auch einen Kaffe bekommen und der Tag verläuft sehr ruhig und entspannt. ;)

      • http://twitter.com/marcoschmidt Marco Schmidt

        achso, das war natürlich tl;dr ;)

      • Janina

        Ich finde, dieser Satz war ein bissle aus dem Zusammenhang gerissen und wirkt dadurch arroganter als gemeint. Jakobs bezog sich auf die Unfähigkeit der Verlage (Zitat “online stelle man am besten alles gratis”), das Internet zu verstehen – so gesehen hatte er recht. Wenn alles umsonst zur Verfügung gestellt wird, ist es auch nichts wert, warum dann noch zahlen?

        … soll jetzt aber nicht die Pressemeldung verteidigen, bleibt eine Mischung aus Schönreden und Panik. ;)
        (Die ist übrigens nirgendwo verlinkt, hier im Google Cache) http://webcache.googleusercontent.com/search?q=cache:Hd1n1_0FYt0J:www.marketing-site.de/content/printpage.aspx%3F%26_t%3Dftprint_HB%26hid%3DHBFEDB5EA2-18C1-4336-8DEB-FBEDDBCC45F2

    • Janina

      Wow… so viel Aufregung um einen Satz, bei dem du dir noch nicht mal sicher bist, ob du ihn richtig interpretierst? ;)

      Zur App: Kostet zwar 10€ pro Monat weniger als die gedruckte Version, aber die bisherigen Ausgaben sind nicht gerade überzeugend (mein Chef meinte, er bräuchte das Abo) – den Inhalt der Druckversion in eine (bisher) nicht sehr überzeugende App zu kippen, darin sehe ich keinen Sinn. Vielleicht wird’s ja noch…

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