‘Path’ sucht nach seiner Form

von Alex Olma | 8. März 2013 | 17:24 Uhr

IPhoneBlog de Path Chat

Mat Honan zerpflückt das aktuelle Path-Update (kostenlos; universal; App-Store-Link) und hält jedes gute Wort, dass die Design-Umsetzung verdient hätte, zurück. Insbesondere die neue Chat-Funktion, bei der ein Freund meiner Freunde auch mir Nachrichten schreiben kann, empfindet er als Verletzung der Privatsphäre.

This update needed to be the one where Path really caught fire and got a network effect rolling. Its best bet to do that is by making a case for privacy, for intimacy, for sharing safely. Path needed a killer update, not another privacy killer.

Zugegeben, die Chat-Entscheidung ist fragwürdig und gleichzeitig Sinnbild der Herausforderungen vor denen das (Familien-)Netzwerk steht. Eine Handvoll Sticker und die üblichen Kamera-Effekte bezahlen die Rechnungen der derzeit sechs Millionen Nutzer nicht. Deshalb bleibt die Abo-Gebühr im Gespräch.

Doch wer ist bereit diese zu zahlen? Facebook beweist (täglich neu) was man seinen Nutzern zumuten kann wenn der Service a) kostenlos und b) einfach bleibt. Auf der anderen Seite existiert mit App.net ein kleines Pflänzchen, das seine Teilnehmer selbst finanzieren. Mittlerweile ist verständlicher (kommuniziert), dass es sich hier nicht um einen Twitter-Klon handelt sondern einen Infrastruktur-Beitrag – angefangen bei kleinen Chat-Plugins.

Wie lange dauert es also noch bis eine iOS-App mit der Qualität von Path erscheint, die auf ADN aufsetzt? Der finanzielle Druck ist durch die Beteiligung am Entwicklerprogramm, dem bereits bezahlten Speicherplatz sowie der anhaltenden Kundenbereitschaft für App-Store-Anwendungen echtes Geld zu bezahlen, weitaus geringer. Obendrein verspricht Dalton Caldwell, der ADN-Gründungsvater, noch in diesem Jahr eine Payment-Schnittstelle, die zum Beispiel wiederkehrende (Abo-)Zahlungen verarbeitet.

In der Haut von Path, das ich selbst im familiären Kreis liebe und schätze, würde ich aus diesen Gründen eher in den Rückspiegel schauen als weiter nach der Facebook-Fahrspur zu suchen.

  • http://twitter.com/Effibeast Ferdinand Leinbach

    APN-Gründungsvater sollte wohl ADN-Gründungsvater heißen ;-).

    Achja, vielleicht interessiert es ja, ich habe neulich einen Artickel geschrieben, was Apple mit seinem Bargeld anfangen könnte, falls du Interesse hast das zu lesen: http://leblos.net/post/44236549006/it-just-works

    • http://www.iphoneblog.de/ iphoneblog

      Danke :)

      • Linuxuser1

        Ich dachte ich höre nicht recht als gerade im Technikobstpodcast dein Name fiel. Wie klein die deutsche Podcastszene doch zu sein scheint :)

    • Markus (motu90)

      Ich war so frei und hab mir auch 5 Minuten meiner Zeit genommen und deinen Artikel gelesen, jetzt kommen nochmal 5 für meinen Kommentar hinzu.

      Dein Denkansatz ist interessant, es ist gut, sich auch mal Gedanken um das ganze (liegende) Geld von Apple zu machen. Zu deiner Vision fällt mir aber nur ein: Bitte nicht. 1. Ist ein derartiger Plan aus meiner Sicht absolut nicht umsetzbar, wenn es schon andere große Gremien von Firmen nicht geschafft haben, einen weltweit einheitlichen Funkstandart zu etablieren. 2. Gehen die Kosten für eine derartige Umsetzung weit über das hinaus, was Apple zur Verfügung hätte. Es gibt so unglaublich viele Faktoren die perfekt abgestimmt werden müssen, dass es auch eine unbekannte Anzahl von Shareholdern geben würde, Apple “besitzt” das Internet ja nicht und müsste folglich auch den Zugang dazu sicherstellen. 3. sehe ich keinen Grund, warum Apple sich in ein solche Haifischbecken stürzen sollte, und praktisch ganz von Ihrem Kerngeschäft abrücken. Es haben schon viele Firmen versucht, sich breiter Aufzustellen indem sie nur ein Marktsegment dazugenommen haben, und im Endeffekt hat es sie in die Insolvenz gestürzt.

      Das von dir beschriebene Ad-Hoc verhalten gibt es (natürlich) auch schon in einer ähnlichen Form, es muss nur implementiert werden (http://de.wikipedia.org/wiki/B.A.T.M.A.N.) Außerdem: Wenn UMTS/GSM als Backup genutzt werden soll, dann brauch man also doch eine SIM-Karte, einen Vertrag oder sonstwas und ist von einem Provider abhängig… also alles beim Alten.

      Wie gesagt, interessanter Artikel, aber deine “Vision” ist aus meiner Sicht weder machbar noch wünschenswert/erstrebenswert. Apple müsste automatsich eine Garantie für die Verfügbarkeit des Dienstes übernehmen, dies hätte ebenfalls die Folge, dass Inhalte gefiltert werden. Leute kämen sonst auf die Idee, Apple zu verklagen, weil ja anstößiges Material aus dem “iNet” an die Kinder gelangt ist. Analog dazu gedacht: Es wird auch niemals Pornos in iTunes geben. Bitte keine Zensur, schon garnicht vom Internet.

      • http://twitter.com/eardi Ferdinand Leinbach

        Danke für dein Kommentar!.. Ich sollte mal ne Kommentarfunktion in meinem Blog aktivieren.

        Klar, die “vision” ist in gewisser Hinsicht eine Dystopie. Ich glaube trotzdem, das das für Apple mit den aktuellen Verkaufszahlen und ihrem Bargeld möglich sein sollte. Bezüglich nach wie vor ein Vertrag mit den Mobilfunkanbietern: Das, wofür wir mittlerweile so viel Geld zahlen, sind doch nichtmehr die Telefon Minuten, sondern die Datentarif Kappe. Und wenn man die ganz weglässt oder eben sehr klein lässt, haben so Mobilfunk-Verträge mittlerweile relativ preiswerte Angebote.

        Apple würde sich ja damit nichtmal direkt “Breiter-Aufstellen”. Ich würde das eher als ein exklusiv in allen Apple-Geräten Netz sehen, womit sie nicht irgendwelche Konkurrenz um sonstige Kunden von anderen Carriern wären. Zumindest teilweise :D..

        Ich würde bezweifeln (aber nicht ausschließen), das Apple sich wagen würde das “Internet” selber anzufassen, im Sinne von Zensur. (App Store und Internet sind unterschiedliche Sachen. Und Mobile Safari blockt ja auch nicht Porn-Content. Aber nach der geschichte mit den iCloud-Spam-Filtern, die die emails einfach direkt löschen ohne sie jemals zu zeigen, bin ich mir darüber auch nicht so sicher).

        Wie gesagt, danke für deine Zeitz und deinen Kommentar :)

  • http://twitter.com/krahe Jens Krahe

    Es wäre schön wenn Path ADN schluckt oder umgekehrt.

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