Wie Phönix aus der Asche: Apples ‘Podcasts’ lebt.

Apples Podcast-App startete als Katastrophe. Ich dachte anfangs ernsthaft, die Anwendung ist Cupertino aus Versehen ins Download-Verzeichnis gerutscht.
Schwamm drüber! Version 1.2, neun Monate nach der ursprünglichen Veröffentlichung, ist erstmals erwähnenswert. Die alberne Grafik des Bandlaufwerks ist entfernt, die Steuerungselemente im neuen Layout sind weitgehend gut platziert. Mit 20 abonnierten Shows bleibt die App spürbar flott und die iPad-Version ist sogar hübsch. Selbst iCloud gleicht den exakten Zählerstand pro Episode ab – zumindest nach meiner ersten Teststunde. Damit ist das Fundament gegossen.
Es fehlen: Kapitelmarken. Und der ‘Top Charts’-Button ist in der täglichen Benutzung zu zentral platziert. Aber damit kann ich leben und behaupte (zu später Stunde) sogar, Podcasts (kostenlos; universal; App-Store-Link) in den nächsten Tagen einfach mal dauerhaft auszuprobieren*.
* Kniff No.1: Im Suchfeld lassen sich alle Podcast-Adressen manuell eingeben, die nicht in iTunes geführt werden (wie beispielsweise der persönliche Huffduffer-Feed).
Apple präsentiert: ‘Das Beste aus 2012′

Hinter uns liegt ein fantastisches App-Store-Jahr. Apples ‘Best-of-Liste’ (App-Store-Link) zeigt nur ein paar wenige Software-Highlights aus den vergangenen Monaten.
Auf die Auszeichnung von ‘Bits und so‘ (iTunes-Link) in der deutschsprachigen Podcast-Kategorie Technologie, dem ich wöchentlich beiwohne, bleiben wir nicht nur ein kleines bisschen stolz.
Instacast 3.0


Instacast benutze ich jeden Tag; seit letztem Jahr synct bei mir kein Podcast mehr über iTunes. Jedes Update, das diese App auf meiner ersten Homescreen-Seite besser macht, ist entscheidend. Die Liste der Neuerungen in Version 3.0 (4.49 €; universal; App-Store-Link) ist nicht lang. Ein großes Stück vom Update-Kuchen findet außerdem ‘Backstage‘ statt. Die drei Update-Gründe lassen sich in einem Satz zusammenfassen.
For $4.99, Instacast 3 is selling you an app that has their own Cloud Syncing solution, a better iPad interface, and a new storage limit feature for better managing downloads.
Doch so betrachte ich die neuste Aktualisierung nicht, weil die Podcast-App hier tagtäglich dudelt und genau diese Detailänderungen ausschlaggebend sind.
Entwickler Vemedio würfelt erstmals die zuvor separat verkauften iPad- und iPhone-Versionen zusammen, überarbeitet das Tablet-Layout und verabschiedet sich komplett von (bezahlten) In-App-Upgrades. Das ist wesentlich verständlicher und war ein notwendiger Befreiungsschlag. Beim Cloud-Sync kehrt man Apples Lösung den Rücken und regelt die Abo-Verwaltung zukünftig über ein eigenes (kostenloses) Benutzerkonto. Der Umzug von meinem Podcast-Verzeichnis mit 41 Feeds, noch zu Zeiten der Beta-Version, funktionierte problemlos.
Und trotzdem: Neben kleinen Bugs (UI ruckelt beim Verzeichnis-Update, der Button für die Wiedergabegeschwindigkeit verweigert sich manchmal der ersten Berührung, etc.) verbleibt Instacast mit enorm viel Potenzial – speziell aus Design-Perspektive. Version 3 legt dafür jedoch die richtigen Grundlagen und bleibt als eigenständige Podcast-App meine erste Wahl.
Podcast-Client ‘Downcast’ spannt Geo-Zäune

(Lange) Video-Podcasts konsumiere ich grundlegend anders als reine Audio-Aufzeichnungen. Um die Bibliotheken klein(-er) und übersichtlich(-er) zu halten, verwende ich Instacast am iPhone für Talk Radio und Downcast (1.59 €; universal; App Store-Link) am iPad für bewegtes Bild.
Downcast ruft Podcast-Feeds seit heute im Hintergrund ab. Halt! Vorfreude ist unangebracht: Dies geschieht, ähnlich dem Vorbild von Instapaper, über die Bestimmung des Aufenthaltsortes. Anders lässt es iOS, Newsstand ausgenommen, nicht zu. Das bedeutet: Sobald ich nach einem langen Bürotag abends durch meine Haustür schreitet, holt sich Downcast automatisch alle Feed-Updates.
Nett, aber weit entfernt von optimal. Die Standortbestimmung kostet Strom. Nicht viel, aber das Verhältnis zur Zeitersparnis ist für viele Nutzer unverhältnismäßig. Außerdem: Ist die Leitung langsam, der Download groß oder steht der Server vom Lieblingspodcast unter Last, schaufelt Downcast innerhalb seines Zeitfensters von maximal 10 Minuten wohlmöglich nicht alle Daten aufs Gerät.
Nein, ich will absolut keine dauerhaften Hintergrundprozesse für App-Store-Apps, aber ‘Geofencing’ ist für Instapaper oder Downcast nicht effizient. Interessanter als die geographische Position wäre dagegen die Identifizierung von eingetragenen WiFi-Netzen, in dessen ‘Umgebung’ iOS-Programme, Aktivitäten wie ‘Background-Download’, erledigen könnten – ähnlich dem iCloud-Backup.
Apple stellt eigene Podcast-Anwendung in den App Store


Ein halbfertiges ‘Podcasts‘ (kostenlos; universal; App Store-Link) von Apple schafft es in den App Store. Ein Fehler? Mit Sicherheit. Wahrscheinlich.
(Danke, SnowLoewe!)
Update: Vielleicht habe ich mich auch getäuscht und dies ist die erste finale Version einer geplanten Veröffentlichung.
Update II:
Discover. Subscribe. Play. All in the new Podcasts app. tw.appstore.com/2RX
— App Store(@AppStore) Juni 26, 2012
AllThingsD: Podcast-App für iOS 6

People familiar with Apple’s plans tell me that when its new iOS 6 software becomes widely available this fall, podcasts will have their own app, where users will be able to discover, download and play them on mobile devices. Users who access iTunes via laptop and desktop machines will still find them in that version of iTunes, though.
Seit einigen Jahren vernachlässigt Apple Podcasts. ‘Entwicklungsstillstand’ wäre eine sehr wohlwollende Umschreibung für die zugeteilte Aufmerksamkeit, die Cupertino den Video- und Audio-Beiträgen schenkt. Aus der iPod-App in der ersten iOS-6-Beta flog das Feature nun komplett raus. Bereits diesen Umstand werte ich als Indiz für das Engagement in Richtung einer eigenständigen Anwendung, ähnlich iTunes U (kostenlos; universal; App Store-Link), dass sich vergleichbar auskoppelte.
Podcast-Konsum verlangt eine grundlegend andere Aufbereitung und Bedienung, für die Apples (iOS-)Musikanwendung schon immer zu kurz griff. Instacast und Co. entwickeln aktuell nicht nur ihre Apps rasant weiter sondern stellen konzeptionelle Fragen an das Medium, die an Apple mit Sicherheit nicht ungesehen vorbeiziehen.
Die erste offizielle Vorstellung der Podcast-Integration in iTunes erfolgte übrigens von Steve Jobs auf der D3 im Jahr 2005 (ab Minute 17).
WWDC-Keynote ab sofort auch im Podcast-Verzeichnis

Die gestrige Keynote wiegt 1.2 Gigabyte und steht ab sofort auch als Video-Download in Apples kostenlosem Podcast-Verzeichnis (iTunes-Link).
Wer nach einer hochauflösenden Version lechzt, abonniert Apple Keynotes (1080p) und lädt die aktuelle Folge mit 7,56 GB.


