Das eigene Twitter-Archiv in Tweet Library
Twitter verteilt am heutigen Vormittag einen Schwung neuer Twitter-Archiv-Downloads – auch meine Accounts (@iPhoneBlog und @iPhoneBlog_Link) sind diesmal mit dabei. Die gesammelte Datenbank aus allen euren Kurzmitteilungen lässt sich als Zip-Datei in den Einstellungen auf der Webseite anfordern.

Die bequemste Art und Weise seine komplette Tweet-Sammlung griffbereit zu halten (im meinem Fall sind es 10.697 Mitteilungen seit dem 18.01.2008), ist Tweet Library (4.49 €; universal; App-Store-Link), das einen Archiv-Import über Dropbox zulässt.
Die App ist clever genug um keine doppelten Posts – insofern man die Anwendung bereits als Kurator seiner Tweet-Historie zuvor verwendet hat – einzupflegen.
Die Suchfunktion, nach Schlagworten, Hashtags oder anderen Nutzern, ist Gold wert. Winziger Wermutstropfen: Die Kalender-Ansicht, die Tweets nach individuellen Tagen aufschlüsselt, reicht bei mir ‘nur’ die letzten zwei Jahren zurück.
Twitterrific 5 entschleunigt
Twitter is a steady stream of mostly joy and makes my life better. Facebook is filled with people I barely know, chain-emails and disaster news about the sky falling that reminds me of my own past as well as my “friends” at every turn.
‘Why I love Twitter and barely tolerate Facebook‘ sitzt wie ein Tweet, der exakt auf 140 Zeichen endet. Nicht umsonst steht jede neue Twitter-App, die Tür und Tor zu diesem Netzwerk eintritt, im Mittelpunkt. Doch der Wind dreht. Twitterrific, ab heute unter neuen App-Store-Segeln (2.69 €; universal; App-Store-Link), könnte einer der letzten großen Drittanbieter-Clients sein. Zumindest bis Twitter wieder zu Sinnen kommt.

Das ist lustig, weil es die Iconfactory war, die sowohl das markante Logo, in Form des blauen Vogels, wie auch den Namen ‘Tweet‘ erschuf. Ohne Twitterrific wären beim Telegramm-Netzwerk in den ersten Stunden einige Dinge anders gelaufen. Doch ‘The Iconfactory‘ schwelgt nicht in der Vergangenheit sondern wirft sich in ein neues Gewand und wagt den grundlegenden Neuanfang.
Version 5 ist kein Feature-Monster. Push-Benachrichtigungen, Mute-Filter oder einen Notizordner für Entwürfe besitzt Twitterrific nicht und grenzt sich damit von seiner Konkurrenz Tweetbot ab. In Twitterrific arbeitet man seine Timeline nicht ab, weil die App von Haus aus nur ein beschränktes Kontingent der letzten Nachrichten einspeist. Nur auf ausdrücklichen Wunsch füllt sich der Zeitstahl mit abgelaufenen Tweets, die man verpasst hat. Dadurch taucht man kurz in die reißende Status- und Update-Strömung ein, aber nicht komplett ab.
Genau dieser Teil ist sehr liebevoll gestaltet und technisch sauber implementiert. Die Auswahl an Tönen, Farben und unterschiedlichen Schriftarten beweist Geschmack. Niedliche Animationen, wie beispielsweise von Ollie, dem kleinen Twitterrific-Piepmatz, fallen sofort auf. Andere Kleinigkeiten entdeckt man erst später. So tickt die Uhrzeit in der statischen DM-Diskussion im Minutentakt weiter.
Seit einer Woche benutze ich nun Version 5. In freien Minuten, an denen sich das Netzwerk nicht selbst überschlägt und an einem Schwall von Neuigkeiten verschluckt. Dann kann man sich auf der bunten Spielwiese aus Kurznachrichten verlieren, Zeit verschwenden und Follower treffen. Twitterrific ist der Twitter-Client für eine Auszeit von Twitter.
* Alle meine Videos gibt es auch im Podcast-Feed über iTunes. Wer abonniert, gewinnt. Bestimmt.
Mit Push und auf Suche: Netbot 1.1

Meine Push-Benachrichtigungen im App.net-Netzwerk verschickte bislang Ch.eer.io. In Version 1.1 übernimmt Netbot die schnelle Botschaft für kurze Nachrichten.
Ebenfalls neu ist eine ‘experimentelle Stichwortsuche’, die Ergebnisse aus dem weltweiten Stream fischt. Durch die noch überschaubare Größe von App.net stößt man damit im Moment auf wenig Spam, eine zu verkraftende Frequenz an Reposts und in aufgefädelte Diskussionsstränge, die einen guten Recherche-Ansatz versprechen.
‘Brewster’, das bebilderte Adressbuch

Brewster (kostenlos; App-Store-Link) führt Kontaktdaten aus unterschiedlichen Netzwerken zusammen. Daraus entsteht ein Bilder(-Adress)-Buch, das an alte webOS-Zeiten erinnert. Nach dem initialen US-Release im Juli springt die Software nun auch nach Europa.
Die wichtigste Info vorab: Alle Kontaktinformationen, die sich Brewster aus LinkedIn, Facebook, Twitter, Foursquare, Google und dem iPhone-Adressverzeichnis zieht und zusammenführt, bleiben im Original unberührt. Der Einbahnstraßen-Sync erlaubt es, den eigenen Freunden und Bekannten private Kurzwahlnummern aufzudrücken, nicht relevante Zweitwohnsitze zu löschen oder eine vertrauliche Mail-Adresse zu vermerken. Diese Änderungen wandern jedoch nicht auf die verknüpften Netzwerke oder überschreiben das lokale iPhone-Telefonbuch.
Die Intelligenz der App hilft außerdem bei der Erstellung von Personengruppen und sortiert beispielsweise Studienfreunde (anhand ihres Facebook-Kontos) in eine gemeinsame Liste. Die Suchfunktion filtert die (große) Datenbank nach Aufenthaltsort, Job-Beschreibung oder Interesse (ehemalige Arbeitgeber auf LinkedIn, Foursqure-Check-ins, etc.). Brewster versucht, die richtigen Personen dem richtigen Kontext zuzuordnen.
Hinter Brewster steht Steve Greenwood mit einem fünfzehnköpfigen Team und zwei Arbeitsjahren, nachdem sein vorheriger Arbeitgeber Drop.io im Jahr 2010 an Facebook verkaufte.
Twitter schießt Twitter-Clients ab. Klingt komisch, ist aber so.

Basically, Twitter just told all developers exactly how much money they can ever make selling a for-pay client. The future of Twitter is its official apps.
Twitter ist mehr als ein soziales Netzwerk. Twitter ist inzwischen ein (Kommunikations-)Protokoll. Nicht umsonst häkelte Apple den Dienst in sein OS und ließ die Neuanmeldungen explodieren.
Das iPhone trug den Aufschwung des Start-ups – von Beginn an. Schon ohne SDK bauten ‘Fans’ Twitter-Clients, die anschließend #Hashtags und Retweets ergrübelten. Selbst Twitters heutige hochoffizielle Anwendung startete als Drittanbieter-Programm im App Store. Damals revolutionär, heute ein Schatten seiner selbst.
Twitter scheint mittlerweile ‘too big to fail‘, zu groß, um zu scheitern. Am Gesamtvolumen beteiligen sich 3rd-Party-Apps jedoch schon lange nicht mehr (entscheidend). Vielleicht ist es ein Viertel aller Nutzer, die potenziell eine API-Kastration spüren. Höchstwahrscheinlich sind es viel weniger. Zum (zugegeben schiefen) Vergleich: Gegenwärtiger Medienliebling App.net fand trotz großer Presseschau ‘nur’ 11.000+ Unterstützer.
Twitter’s new API rules are totally fair. How have they ever benefitted from 3rd party developers?(Sent from Tweetie)
— Mike Monteiro (@Mike_FTW) August 17, 2012
Twitter ist seiner Vergangenheit keine Rechenschaft schuldig. Doch wer aufgrund von (Design-)Konformität und Werbeformaten seine engagiertesten Nutzer verschreckt und keine Alternativen kommuniziert, kann nicht als zukunftsorientiert gelten.





