von Alex Olma
12. Januar 2010 – 13:22 Uhr

Wirbelsturm um Apple’s Tablet

Die berühmte Ruhe vor dem großen Sturm.

Während sich das eine oder andere Medium durch die überdimensionalen LCD-Bildschirme der CES ablenken konnte, visiert die IT-Berichterstattung geschlossen in Richtung eines einzigen (Presse-)Termins: Apple soll sich am 26. und 27. Januar im Yerba Buena Center in San Francisco eingebucht haben. Offizielle Einladungen stehen dafür bislang aus. Sicher ist im Moment nur, das am 25. Januar die – höchstwahrscheinlich fantastischen – Quartalszahlen für das Weihnachtsgeschäft in einer Telefonkonferenz bekannt gegeben werden.

Die Erwartungen von Aktien- und Technik-Freunden könnten sich für beide Veranstaltungen nicht frenetischer übertreffen. Seit Jahren grölt man einem Touch-Tablet von Apple entgegen. Das es nichts bringt, voreilig kapazitive Schiefertafeln auf den Markt zu werfen, hat das Scheitern der TabletPCs vor einigen Jahren gezeigt. Wir hatten sie ja schon, die Transformer-Notebooks, die sich umklappen und verdrehen ließen. Sie versagten allesamt an zu hohen Preisen und einem fehlenden Bedienkonzept.

Falls sich Apple an diesem Markt, der durch das iPhone imprägniert im Jahr 2010 endlich für ein Massenpublikum bereit zu sein scheint versucht, darf man ihnen das lange Aussitzen nur zugute halten. Kurzfristig hätte ein Apple-Tablet sicherlich auch vor einigen Jahren schon Erfolge verzeichnen können. Auf Erfahrungen mit der Touch-Technologie, dessen sinnvoller Einsatz und die geschlossene Unterstützung einer breiten Programmierer-Gemeinde hätte man damals jedoch verzichten müssen. Praxiserfahrungen, die im Rückblick auf das iPhone und die App Store-Geschichte sicherlich nicht zu gering einzustufen sind. Mittlerweile sollen App Store-Genehmigungen für Software innerhalb von wenigen Tagen erfolgen und keine wochenlangen Wartezeiten mehr in Anspruch nehmen. So berichten es zumindest eine Vielzahl von (erfreuten) Entwicklern.

Herausforderung: Betriebssystem

Die ‘”it’s a big iPhone, but it’s not just a big iPhone‘-Hardware dürfte dabei nur die kleinste der bevorstehenden Herausforderungen sein. Jonathan Ive schnitz dafür bestimmt schon etwas aus seinem Aluminium-Klotz. Als 10 Zoll-Glasdisplay handelt MacObserver dieses abgebildete Prachtstück, das dem iPhone-Design erstaunlich angelehnt erscheint.

macobserver.jpg

via MacObserver

Der wesentliche Fokus dürfte auf der Integration einer angepassten Steuerungskonzeption liegen. Digitale Tastatur oder/und intuitive Gesten?

If you’re thinking The Tablet is just a big iPhone, or just Apple’s take on the e-reader, or just a media player, or just anything, I say you’re thinking too small — the equivalent of thinking that the iPhone was going to be just a click wheel iPod that made phone calls. I think The Tablet is nothing short of Apple’s reconception of personal computing.

via daringfireball

Wir erinnern uns noch alle an die August 2009-Videos aus dem MacRumors-Forum? Dabei soll nicht die eigentliche Hardware sondern eine Workstation für das OS zu sehen sein, welches App Store-Anwendungen im Dashboard-Stil auf einen großen Bildschirm zaubert.

DirektGone

Alles andere, als nicht den Erfolg der Micropayment-Verkäufe zu übernehmen, wäre absolut unlogisch. Daher machen die Gerüchte um die Einladung ausgewählter App Store-Produzenten Sinn, die ihre Programme ein wenig höheraufgelöst vorbereiten sollen.

“They’ve told select developers that as long as they build their apps to support full screen resolution — rather than a fixed 320×480 — their apps should run just fine,” our source says.

via businessinsider

Auch die jüngste Akquisition des Werbevermarkters Quattro Wireless erscheint in einem ganz anderen Licht, wenn man es mit dem Apple-Patentantrag ‘Advertise in Operating System‘ für ein reklamefinanziertes Betriebssystem in einen Topf wirft.

Wie das Tablet-Konzept in die aktuelle Produktlinie zwischen iPhone und Notebook gepresst werden soll, bleibt zum jetzigen Zeitpunkt vollkommen offen – als Gedankenexperiment aber nicht nicht unmöglich. Das es Spaß macht, iPhone-Spiele möglicherweise gemeinsam auf einen etwas größeren Multitouch-Bildschirm zu werfen, steht außer Frage.

DirektIllusion

via geek.com

via fffff.at

Was zirka zwei Wochen vor dem mutmaßlichen Termin bleibt, sind unterschiedlichste Quellen, die über ‘große Produktankündigungen’ (Digital Daily) mit Null-Aussagen wie ‘a good bit of new sexy to it’ (Business Insider) ins Blaue spekulieren. So wie die Chefetage der französischen Telecom, die hypothetische Aussagen durch eine schnelle Gegendarstellung, noch tiefer in den Gerüchtesturm vergräbt.

Was was macht man gewöhnlich bei einem solchen Wirbelorkan? Untertauchen und warten bis sich der Himmel aufklärt.

  • Pingback: uberVU - social comments

  • bnz

    Nun, für mich würde das konzeptionell Sinn machen. Man hat quasi ein alternatives Dashboard auf dem iPhone Apps laufen. iPhone Apps laufen entweder auf der normalen Mini-Auflösung oder – wenn sie es unterstützen – auch größer oder Fullscreen – mit Multitasking. So hat man einen komplettes touch-bedienbares System, wenn man will. Geht man aus dem Dashboard heraus hat man ein normal nutzbares Mini-Notebook, das man mit Bluetooth Maus+Tastatur nutzen kann. Das beste aus beiden Welten – ich glaube das ist auch das, was man eigentlich haben möchte für den Preis, der recht nah am Macbook dran ist – die Wahl ein touch-basiertes System zu verwenden oder ein vollwertiges MacOS. Und wie Du schon sagst: auf die Micropayments zu verzichten macht wirtschaftlich keinen Sinn für Apple – die laufen einfach zu gut und sollen sicher eher ausgebaut werden.

    Im Prinzip sehe ich dann das Tablet dann als eine Macbook Alternative. Man kauft sich halt nicht “nur” einen Laptop, sondern eben auch ein touch-bedienbares Mediengerät mit größerem Display – letztendlich will man ja auch nur soetwas haben, wenn man z.B. Zug fährt. Möchte man wirklich damit arbeiten, stellt man es halt ins Dock und holt Bluetooth Tastatur heraus. 10″ dürften für Surfen, Email und Office reichen. Für alles andere muss man dann halt nen externen Monitor dranstecken.

  • Sebastian

    Ich würd ja anvisieren sagen aber visieren klingt lustiger :-)

  • http://www.iphoneblog.de iphoneblog

    Finde ich auch. Deshalb lasse ich's mal so :)

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