iPhone-Zubehör: Withings’ Blutdruckmessgerät (+Video)
Hardware-Zubehör für den iOS-Dock-Anschluss ist, ausgenommen scheppernden Musikanlagen, eher selten. Diese grün-weiße Armbinde mit rundem Metall-Totschläger ist ein Blutdruckmessgerät, das seine Daten digital an ein iPhone oder iPad ausgibt. Eine App, die ebenso auch für die WiFi-Waage (Affiliate-Link) aus gleichem Haus funktioniert, nennt sich WiScale (kostenlos; Universal; App Store-Link). Hier lassen sich alle Werte des arteriellen Drucks inklusive dessen Erhebungszeitpunkt abspeichern.
Ich mag die (deutsche) Hilfe der App, die fragt: “Was sind die häufigsten Ursachen für Bluthochdruck?” um dann (unter anderem) zu antwortet: “Derivate der Lakritze, Kokain und Anabolika“. Gut zu wissen!
Nein, ernsthaft. Alle Messwerte, die bei Bedarf auch unter http://my.withings.com gesammelt werden (und per Mail an den Doktor oder Google Health geschickt werden können), versuchen sich so transparent und exakt wie möglich den Messungen zu widmen. Das Gerät ist mit CE-Zertifizierung EC-Zertifizierung versehen und gibt eine Genauigkeit von ±3 mmHg bei der Blutdruckmessung sowie ±3% für die Pulsmessung an. Um möglichst akkurat zu arbeiten, kann das iPhone-Accessoire einen dreifachen Durchlauf veranlassen und daraus den Mittelwert einer Einzelmessung bestimmen. Ob dies aus medizinischer Sicht ausreichend genau funktioniert, mag ich nicht zu beurteilen.
Von einem Mediziner habe ich mir erklären lassen (Danke, Henning!), das Messmanschetten für den Oberarm genauer als Blutdruckmessgeräte fürs Handgelenk arbeiten. Dieses Gerät ist für den Oberarm konzipiert, wirft jedoch die Frage auf ob auch besonders schlanke Personen, Kinder und adipöse Patienten berücksichtig werden. Die Manschette ist in ihrem hinteren Teil aus einem steiferen Material, das in der Ausgangsstellung einen Durchmesser von 6.5 Zentimetern aufweist. Durch den Klettverschluss lässt sich hier in beide Richtungen nachjustieren.
Die Stromversorgung für den Mini-Motor treiben vier AAA-Batterien an. Das Gerät ist an seiner Außenseite ‘wischdesinfizierbar’ und hauptsächlich für den persönlichen Gebrauch vorgesehen.
Die App für iPhone, iPod touch und iPad ist kostenlos; das Blutdruckmessgerät schlägt mit knackigen 139 Euro zu Buche (Affiliate-Link) – erheblich teurer als jede andere auf Amazon zu findende (Analog-)Ausführung. Wer jedoch einen konkreten Anwendungsfall mitbringt und auf die manuelle Zahlen-Eingabe sowie die Messwert-Verwaltung gerne verzichtet, ist – trotz Premium-Preis – sicherlich nicht uninteressiert.
* Alle selbstproduzierten Videos gibt es neben der oben eingebundenen HD-Version auch ‘iPhone-kompatibel’ in unserem Podcast-Feed, den ihr beispielsweise über iTunes oder einem anderen Multimedia-Verwaltungsprogramm eurer Wahl abonnieren könnt.
‘Phone Drive’ – das Telefon als USB-Stick

Phone Drive (1.59 €; Universal; App Store-Link) ersetzt den ausgelutschten USB-Stick. Zumindest dann, wenn Daten über das gleiche WiFi-Netz oder direkt zu einem anderen iPhone oder iPad weitergegeben werden.
Die App nimmt Internet-Downloads entgegen und spielt als Multimedia-Player Video- und Audio-Dateien ab. In erster Linie ist sie jedoch eine kleine Datenschleuder. Wenn sich das iPhone in ein befreundetes WLan-Netz einklinkt und seinen Dateifreigabe aktiviert, tauscht es in beide Richtungen Dokumente. Eine Desktop-Software ist nicht nötig: Über den Webbrowser und die lokale IP-Adresse ist sogar Drag & Drop möglich.

Treffen sich zwei iPhones ‘auf der Straße’, finden sich die Geräte über Bluetooth und ‘dealen’ darüber problemlos mit Daten. Ein Adhoc-Netzwerk oder eine BT-Verbindung zum Computer funktionieren zum Handel von Bits und Bytes nicht.
Kleine Kritik: Der 50%-Discount-Sticker in der Produktbeschreibung ist eine Lüge. Die App war seit ihrer Veröffentlichung im April 2011 nie teurer als 1.59 Euro.
Upload-Marktführer: Flickr, das Maß aller Dinge?

Das iPhone 4 führt mittlerweile die Rangliste der ‘populärsten Kameras‘ auf Flickr.com an. Durchaus bemerkenswert, aber nicht überraschend. Bereist im April zeichnete sich Spitzenwechsel ab.
Außerdem hinlänglich übersehen: Flickr als Online-Foto-Community verlor schon lange seine ehemalige Vorreiterrolle. Instagram, Path und Co. schöpfen den Markt ab. Teils mit immer noch iPhone-exklusiven Apps. Im März 2011 verzeichnete Instagram 2.2 Millionen Nutzer, die wöchentlich 3.6 Millionen neue Fotos beisteuerten – 6 Fotos pro Sekunde. Vom iPhone 4 bekommt Flickr nach aktueller Statistik alle sieben Tage rund 420.000 Bilder. Instagram zählt mittlerweile nicht mehr 2.2 Millionen registrierte Benutzer sondern fünf Millionen.
Die Flickr-Statistik ist daher für den Vergleich mit Point-and-Shoot oder DSLR-Kameras brauchbar, aus Smartphone-Perspektive blickt man hier jedoch schon lange nicht mehr auf den Markt-Primus.
Angebot statt Anklage: ‘The Economist’ fühlt sich digital pudelwohl

Ohne Webbrowser-Bremse und mit Verzicht auf Klage beschließt ‘The Economist‘ ein erfolgreiches Geschäftsjahr.
There has been digital success too. Since launching in November, its iPad and iPhone apps have been downloaded around 2m times. Online traffic has risen, with visits up 39% on the year before.
iPhone- und iPad-Anwendung stehen seit November im App Store (kostenlos; Link). Ein digitales Abo schlägt mit jährlich 110 Euro zu Buche (vierteljährlich 30 Euro), liefert einen Archiv-Zugriff bis zurück ins Jahr 1997 sowie eine Audio-Edition zum Download.
[update] Springer, SZ, FAZ und WAZ klagen gegen Tagesschau-App

Wie gut es um die vierte Macht in unserem Staat steht, zeigen heute acht Zeitungsverleger. In einem traurigen und hilflosen Akt der Verzweiflung bezeichnen sie das “gebührenfinanzierte presseähnliche Angebot” der Tagesschau-App für “wettbewerbswidrig” und reichen vor dem Landgericht Köln Klage ein.
„Die Ministerpräsidenten schauen untätig zu, wie mit Gebührengeldern umfänglich Pressetexte geschrieben und digital verbreitet werden. Es bedarf in Deutschland aber keiner staatsfinanzierten Presse”, sagte Dietmar Wolff, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) in Berlin. Der Dachverband unterstützt die Aktion der klagenden Verlage.
Bei so viel Dreistigkeit und verlorenem Realitätssinn des Verbandes und der klagenden Verlage, bleibt man als denkender Mensch am Ende einfach sprachlos.
Erfreulichere Zusatzinfo: Gegenüber dem iPhoneBlog.de gibt der Norddeutsche Rundfunk an, für sein politisches Magazin „Panorama“ derzeit an einer Umwandlung seiner kompletten Video-Bestände in H.264 sowie einem HTML5-Player zu arbeiten.
Update
Die Nachricht der Tagesschau über den gegen sie gerichteten “Vorwurf der Wettbewerbsverzerrung” bleibt (leider) nüchtern, dafür aber zuversichtlich.
Doch die deutschen Verleger sehen rot, wo 1,7 Millionen Nutzer der Tagesschau-App blau sehen.
E-Books auf dem Weg ins Web 2.0?
Die Grenzen zwischen Büchern, Apps und dem Web verschwimmen. Zusehends. Das richtige Format für seine Texte mit Unterstützung für Musik, Film, Animationen und Schnittstellen zu Online-Services aufzuspüren, wird schwieriger. Auswahl erzwingt Entscheidungen.
Seit einigen Tagen macht ‘Walrus Books‘ mit diesem Demo-Video für ‘Kadath, the guide of the unknown city‘ auf sich aufmerksam.
Walrus Epub Demo#3 – Kadath from Walrus Books on Vimeo.
Ohne Frage: ePUB3 macht ordentlich was her. Was davon in konkreten Produkten allerdings irgendwann übrig bleibt, wird sich zeigen (müssen). Strahinja Marković schreibt für ‘Making epub happen‘ eine grandiose (sowie pessimistische) (NSFW-)Zukunftsaussicht, bei der es mir schwer fällt, nicht ein Duzend Passagen zu zitieren.
Interactivity in books? My God, how ever did books survive the last five thousand years without JavaScript, ‘video’, ‘audio’ and ‘canvas’? It boggles the mind.
This is what will happen: Publishers start adding crappy JS to their books hoping it will make them “stand out”, “embrace the future”, “fuck goats” or whatever.
Eines der ersten E-Books mit Javascript im iBookstore ist “Barcelona Beyond Gaudí” (1.49 €; iTunes-Store-Link) von Liz Castro. Ein ‘Coffee Table Book‘, dem ich überhaupt nichts absprechen möchte, aber die Google-Maps-Integration als brachial nicht sehr elegant empfinde (siehe Video).
Am Ende des Tages bleibt es eine (recht banale) Frage der Abwägung, wo und in welcher Form man publiziert. Nur weil man kann, muss man nicht. Und wenn man nicht kann, sollte man auch nicht.
Seesmic stellt Blackberry-App ein

It’s Falling Apart: Und wenn du denkst, es wird nicht noch dunkler…
Effective June 30th, Seesmic will discontinue support for Blackberry in order to focus development efforts on our most popular mobile platforms: Android, iOS and Windows Phone 7.





