von Alex Olma
6. Dezember 2011 – 11:43 Uhr

Definiere ‘Computer’ im Jahr 2011!

IPhoneBlog de Alltag

Based on my first three months as a mostly-iPad person, I’m convinced that I’ve arrived in the future of computing–or a rough approximation thereof–a little ahead of schedule. I’m glad I’m here, and I bet I have lots and lots of company soon enough.

Harry McCracken schreibt über seinen Alltag als Journalist mit einem iPad 2 als Notebook-Ersatz. Neue oder grundlegende Erkenntnisse verstecken sich darin nicht. Es beeindruckt jedoch die Zeitspanne, mit der sich die iPads in unser tägliches Leben schummeln. Im April 2012 feiern wir erst den zweiten Geburtstag einer Gerätekategorie, die in dieser Form noch nie zuvor existierte.

Seine Einstiegsfrage, “Can the iPad replace a PC?“, die er nicht alleine und schon gar nicht als Erster aufwarf, halte ich in seiner Verallgemeinerung mittlerweile für unpassend. Nach den ersten zwei Jahren App Store für das iPhone redeten wir über ‘magere’ 65.000 Anwendungen. Das iPad riss erst in diesem Sommer die Marke von 100.000 Apps. Quantität ist in diesem Zusammenhang nur ein Maßstab für den Entwicklungsstand und die damit noch zu erwartenden Qualitätssprünge. Die ersten iPad-Apps waren (rückblickend) ziemlich schlicht. Was hier noch passiert, muss man sich nicht erträumen sondern kann dessen Evolution täglich mitverfolgen. Einzelne Updates und neue Programme stellen eingefahrene (Arbeits-)Abläufe regelrecht auf den Kopf.

Spätestens wenn Apple im nächsten Sommer mit den iPads weltgrößter PC-Hersteller wird, müssen wir die Frage nach einer vollständigen Ersetzbarkeit für ‘Computeraufgaben’ abschütteln. Der Übergang wird noch Jahre dauern und für einige Bereiche vielleicht nie vollzogen.

Pro Quartal kaufen Kunden allerdings schon heute in zweistelliger Millionenhöhe Tablets iPads. Als Zweitcomputer, Entertainment-Maschine, Facebook-Zugang oder digitales Klemmbrett? Keine Ahnung, aber iPad-Käufer scheinen ihren Anwendungsfall zu kennen. Das allein sollte Grund genug sein, die gängige Definition von ‘Computer’ und alle damit zusammenhängenden (Arbeits-)Aufgaben ausreichend in Frage zu stellen.

  • http://www.eraser.org B. Braun

    Der Punkt ist doch, während ein PC noch hochfährt, habe ich mit nem #iPad schon die erste Onlineüberweisung durchgeführt, oder etwas in der Wikipedia nachgeschlagen.

  • http://twitter.com/eardi Ferdinand Leinbach

    Es beeindruckt jedoch die Zeitspanne, mit “der” sich die iPads in unser tägliches Leben schummeln.
    Das “der” fehlt oben ;)…

    Zum Thema… Ich habe vor einem Monat meine Mutter exklusiv auf ein iPad umgestellt. Für nur mittel PC-versierte Menschen scheint das Gerät ideal zu sein, statt Hilferufen, dass ihr Computer ständig komische Sachen macht und was sie anklicken kann, kommen jetzt Detailfragen zu Dingen, die sie sich davor nichtmal für möglich erdacht hatte… 
    Es wird definitiv noch eine Weile dauern, bis diese Besinnung die Mehrheit erreicht, aber für viele Menschen kann ein iPad einen vollwertigen PC Darstellen, der die Alltagslasters des Normalen PCs abgeworfen hat..

    • http://www.iphoneblog.de iphoneblog

      Ist ausgebessert, danke.

  • http://www.peitsch.de Sebastian

    Ich weiß nicht, ob ich das hier schonmal erzählt habe, aber ich habe mir letzten Februar beim Squash dermapen den Rücken zerstört dass ich danach kaum gerade sitzen konnte. Als Folge habe ich so verkrümmt vor dem PC gesessen, dass ich mir den Magen so sehr in die Speiseröhre gedrückt habe, dass sich dort eine Verätzung gebildet hat.

    Seit ich das iPad habe, benutz ich es zum Lesen im Bett und auf der Couch, in besserer Haltung. Ich denke vielfach wird vergessen, wie viel Aufwand für manchen das Einschalten des PCs bedeutet, wie groß die Hürde ist, Windows zu verstehen, und wie einfach demgegenüber das iPad ist.

    Apple schafft es im Prinzip, die 95% der Windows-Benutzer genau wie mit dem iPod zu erobern, indem das Gerät für viele Aufgaben einfach so benutzbar ist, ohne eine absolute Alternative zu sein – es gibt kein “Entweder/Oder” zwischen PC und iPad. Das, was man bei einer Kaufentscheidung Mac/PC hätte, fällt weg. Dadurch ist der Markt riesig. Das, was Gruber geschrieben hat bezüglich der zu erwartenden Investitionen, ist wahr. Apple hat erkannt, dass die Menschen einfach einen PC-Kauf um das eine Jahr verschieben, die eine Investition in ein iPad am Preis des PC ausmacht. Und durch immer mehr Apps wird das Gerät zur immer größeren Alternative zum Einschalten des PC.

    Microsoft hat dies auch begriffen, hängt es aber nicht an die große Glocke, denn dann würde der Preis der Aktie in den Keller gehen. Die Strategie ist klar: Windows 8 auf ARM. Gut für M$, und damit wird auch klar, dass Ballmer nicht ganz die Vollhupe ist, für die er immer gehalten wird – vielleicht spiegelt der Aktienwert genau das wieder, was Microsoft heute noch wert ist.

    Für Apple hingegen ist es wie bei den Telefonen – es besteht ein riesiger Markt, der vom iPad erobert werden kann. Ein iPad in jedem Haus. Mindestens eins.

    Von daher würde ich die Einschätzung so auch nicht unterschreiben. Das iPad ist sein EIGENER Markt, der riesiges Verkaufspotential hat, während der PC-Markt gesättigt ist und reif für eine Konsolidierung. Und ALLE sind gefährdet, vom Monitor-Hersteller bis zum Maus-Produzenten – kein Wunder also, dass Logitech auf einmal Settop-Boxen herstellt. Es war eine nachvollziehbare Entscheidung, Android hatte ja bei Telefonen funktioniert – aber man fuhr vor die Wand.

    Wir sind an dem Punkt angekommen wo es nicht mehr viel bringt, jedes
    Jahr aufzurüsten (es sei denn man ist Harcore-Zocker). Das Paradigma des
    “Always on” oder “Instant on” ist so wichtig, dass Apple es “Back to
    the Mac” portieren will. Und das ist richtig und wichtig. Ich benutze seit 5 Jahren nur noch Laptops als Heimcomputer, angeschlossen an einen Monitor. Ich schalte ihn nicht aus, weil mir die Zeit zum Hochfahren zu lange dauert – der Tradeoff “Always on” wurde über das Notebook-Netzteil limitiert – ein stationärer PC würde alleien 100 Watt im Leerlauf verbraten.

    Wenn die Hardware-Hersteller es nicht langsam raffen, dass Peripherie den S3-Schlafmodus mitmachen muss, ohen dass der Computer einfriert, wenn Microsoft mit Windows 8 das Paradigma des “Immer an” – “Sofort an” nicht hinbekommt, dann sehe ich schwarz für die Zukunft der Firma. Computerbenutzung hat durch das Internet “Ubiquitious” zu sein. Dies muss begriffen werden. Keine Neustarts. Kein Booten. Background Downloads, Download Queues und OnDemand. Alles was über 1 Sekunde Wartezeit dauert ist zu lang.

    Der neue Markt heißt “Ubiquitious Computing”. Der Computer da wo ICH gerade bin.

  • Arnd

    Das iPad war technisch keine Revolution, da irgendwie alles schon vom iPhone oder anderen Tablet-PCs (ja, die gab es schon vor dem iPad) bekannt war.

    Aber trotzdem änderte sich vieles: Ich habe zuvor noch nie ein Buch oder Zeitschrift auf dem PC gelesen. Längere Online-Artikel fand ich ätzend zu lesen. Mit dem iPad wurde vieles besser. Es ist “always on” und dadurch sofort einsatzbereit, wenn ich es brauche.

    Zugegeben, das ist der Mac auch, da er immer noch eingeschaltet ist und nur schlummert, wodurch die Aufwachphase auch sehr kurz ist.

    Aber so richtig wertvoll wird das iPad durch die Kalender und Kontakt-Syncronisation, einheitliches E-Mails auf alles Macs, PCs und viele, wirklich gute Apps.

    Viele Standardaufgaben wie Homebanking (mit iOutbank) erledige ich nur noch über das iPad. Der Funktionsumfang vieler Apps ist dabei nicht vergleichbar mit dem der Mac-Programme, aber viele Funktionen benötige ich einfach nicht und daher ist es eine intelligente Vereinfachung vieler Aufgaben.

    Es funktioniert halt einfach. Und das ist es, worauf es ankommt. Und das ist auch der Erfolg des iPads.

  • http://www.taptoplay.de Lakeshore

    Nach 1,5 Jahren ist mir immer noch unklar, wofür ich ein iPad benutze und wofür nicht. Das verschiebt sich ständig. Ich kann aber noch viel deutlicher beobachten, für was ich die “großen” Rechner verwenden:

    – Der Mac Mini hängt am Wohnzimmer und macht iTunes, EyeTV, iPhoto.
    – Der iMac steht im Büro und macht EyeTV-Streaming, Web, Rss (Reeder), Twitter, Budgetverwaltung per Numbers, Fotobearbeitung per Lightroom, Remote-Desktop, VPN
    – Das MacBook steht auf Arbeit und wird genau dafür 8-10h pro Tag verwendet.

    Den Büro-iMac könnte ich somit weitestgehend durch einen iPad ersetzen. Display-Ausgabe per HDMI an einen großen Monitor würde ja auch gehen. Fehlt noch ein brauchbares Numbers für iOS, welches nicht die am Mac erstellten Numbers-Dokumente zerstört und endlich mal funktional nachzieht. Lightroom geht auch am MacBook.

    Ds iPad ist dagegen mal Notizprogramm, mal Vokabeltrainer, mal Spielkonsole, mal Zeitung, mal Zeitschrift, mal Twitter-Client, mal RSS-Reeder, mal Einkaufsliste, mal Ausgabenplanung, mal Online-Banking.

    Genau wie das iPhone. Der LKW-Vergleich von Steve Jobs zieht somit immer mehr. Die Verschiebung der kleinen Aufgaben auf Telefone und Tablets überlässt nur noch die großen Brocken den “richtigen” Rechnern.

    • Arnd

      “Display-Ausgabe per HDMI an einen großen Monitor würde ja auch gehen”
      Ja, aber mit herben Qualitätseinbußen. Ich habe sowohl ein Apple TV mit AirPlay Mirroring als auch den HDMI Adapter. Bei beiden Varianten ist die Bildqualität (z.B. Blockartefakte) bescheiden. Um Fotos und Videos im Freundes und Bekanntenkreis anzusehen ist es ok, aber um ernsthaft irgendwas grafisches zu machen, kannst es es getrost vergessen.

  • Eric

    mhm, was ist denn das für ein Bluetooth-Keyboard/Case, welches da abgebildet ist? :-)

  • http://kranzkrone.de Stefan

    Und das “Teil/Case/ was auch immer” ich da auf dem Bild sehe heißt wie und bekomme ich wo genau? Das zumindest interessiert mich viel mehr als die Frage ob und wie das iPad ein Notebook oder einen Pc ersetzten könnte. Weil für mich hat es schon das klassische Notebook ersetzt. ;)

    • http://www.iphoneblog.de iphoneblog

      Abwarten, da kommt vielleicht noch was bis Weihnachten :)

  • Julesw

    Hi, can you give me an email to contact you thanks – jules@iphonevideohero.com

  • Basti

    Ein iPad wird
    meinen Mac/Computer erst ersetzten, wenn ich auf dem iPad zwei Fenster/Aps
    nebeneinander aufmachen kann um z.B. in einem zu lesen und im anderen zu
    schreiben (z.B. Safari und Pages oder Safari und Numbers).

    Lg
    Basti.

    • http://www.taptoplay.de Lakeshore

      Manche Workflows sind auf dem iPad extrem haklig. Auch das Bloggen zähle ich z.B. dazu: Screenshots erstellen, drehen, uploaden oder auf einen externen Image-Hoster legen und die URL kopieren, Texte formatieren, evt. andere Quellen recherchieren, Links raussuchen und in den Text übernehmen etc. pp. funktionieren zwar irgendwie, aber noch lange nicht so, dass es Spaß macht. Blogsy als App ist hier immerhin eine große Hilfe, aber an den Umgang mit den unterschiedlichen Programmen und Funktionen am Rechner kommt es nicht heran. Ich habe irgendwann diese Experimente abgebrochen. Wenn ein großer Rechner es besser macht, dann sollte ich auch diesen verwenden.

      Das Mehr-Apps-auf-dem-Bildschirm macht übrigens Microsoft mit Metro in Windows 8. Da könnte ich also den EyeTV-Fernseher rechts hinlegen und links daneben Twitter mit den Tweets zur Sendung mitlaufen lassen. Da würde dann das 16:9 der anderen Tablets erstmals Sinn haben :).

  • Anonymous

    iPads als die “future of computing” zu bezeichnen spiegelt so ziemlich alles wieder, was an unserer Gesellschaft schief läuft. Konsum, Konsum, Konsum. Mag sein, dass man mit einem iPad auch irgendetwas “produzieren” kann, aber das wir niemals so möglich sein wie mit entsprechenden Maschinen größeren Kalibers.

    Nunja, aber wir leben nun mal in so einer Welt. Ein paar Prozent der Bevölkerung produziert Güter, der ganze Rest vertreibt sich die Zeit damit sie zu vermarkten, Dienstleistungen dafür anzubieten oder oder … parasitäre Industrien, die aber scheinbar notwendig geworden sind (nicht nur als Beschäftigungstherapie). Ich schweife ab :D … iPads sind genau so Computer wie der Waschvollautomat mit seinem Linuxbetriebssystem. Die Zukunft des Computerns wie es in dem Zitat heißt sind sie meiner Meinung nach nicht. Das iPad ist aber ein nettes Anzeigegerät für Informationen, die Zukunft gehört Quantencomputern und Maschienen mit mindestens 2-3 Bildschirmen. Zumindest in der Welt der Arbeit bzw. in der Welt, in der man tatsächlich computert, also etwas berechnet :D

    • http://www.taptoplay.de Lakeshore

      Das widerspricht sich nicht. Die Frage ist, welcher Personenkreis welche Form von Computer “braucht”. Das iPad würde ich da nicht unbedingt direkt zu “Konsum Konsum Konsum” degradieren. Wer möchte, kann darauf Latex schreiben (Tex Touch oder Tex Equation), mit dem Programmieren anfangen (Codify), HTML auf entfernten Rechnern bearbeiten (Textastic) oder per Remote Desktop Rechner fernsteuern. Mit einer externen Tastatur kommt man da erst recht ziemlich weit. Ein iPad, welches nur mit Codify laufen würde, wäre letztlich kaum etwas anderes als ein C64.

      Irgendwann ist aber natürlich der Punkt, wo man wirklich einen großen Rechner benötigt, erreicht.

      Die “Future of computing” ist das iPad für mich aber ebenfalls nicht. Eher im Gegenteil: Ein geschlossener Distributionskanal in Verbindung mit einer GUI ist zwar ein Vereinfachung, aber kein wirklicher Fortschritt, denn auf dem iPad machen wir immer noch alles genau so, wie bereits am ersten Mac. Systeme wie Siri sind hier der nächste Schritt, immer natürlich in Verbindung mit der Möglichkeit, alles auch “von Hand” machen zu können. Zugegeben, mein Rechner-Zukunftsbild ist stark von Star Trek geprägt…

      Ich stelle aber auch fest, dass mein heutiger Umgang mit Computern sich deutlich von meiner Anfangszeit Ende der 80er unterscheidet. Damals habe ich den Rechner zum Spielen und für Hausarbeiten (MS Works) verwendet und ansonsten war er aus. Heute wurde dieses “aus” ersetzt durch “sinnlosen always-on-Kommunikationskram” und genau da sind iOS-Geräte sehr gut drin. Ich bin mir mittlerweile sehr sicher, dass ich das als Problem wahrnehme :).

  • Michael

    Ich liebe mein iPad. Aber ich liebe auch mein MacBook. Keines kann das jeweilige andere ersetzen.

    ich reise viel und mache sehr viele Fotos. Ich hasse es, mein MacBook mitschleppen zu müssen. Prinzipiell kann das iPad alles, was ich auf der Reise brauche. Texte verfassen, emails schreiben. Aber eine sache kann das iPad nicht, was mich massiv wurmt. Ich kann zwar unterwegs die Fotos von der Kamera auf das ipad laden, aber ich bekomme die Fotos ohne Computer mit iTunes oder ohne sehr gute Internetverbindung nicht mehr aus dem iPad raus. Das ist ärgerlich.

    Im Urlaub schiebe ich die Fotos von der Kamera auf das MacBook und mache mir gleichzeitig eine (odere mehrere, je nachdem) Kopie auf einen USB-Stick. Die Fotos auf der Speicherkarte der Kamera lösche ich, denn wenn ich mehr als 2GB auf der karte habe macht meine Kamera zicken. So, wie kriege ich nun die Fotos vom iPad auf einen USB-Stick? gar nicht. Wenn mir das iPad abhanden kommt, dann sind auch die Fotos weg. Keine Sicherungskopie.

    Daher kann ich leider das iPad nicht als Computerersatz hernehmen.

  • Pingback: Das beste iPhone Blog aus deutschsprachigen Ländern ist …

iPhoneBlog–Social

Sponsorship

Support

App Store

Wer eine beliebige iPhone-App im App Store über diesen Link kauft, seinen Mac mit Software aus dem Mac App Store beglückt oder ein Produkt seiner Wahl bei Amazon bestellt, unterstützt das iPhoneBlog mit einem kleinen Prozentsatz des (unveränderten) Kaufpreises.

Flattr verteilt Mikrozahlungen, mit denen Ihr persönlich diesem Blog kleine Aufmerksamkeiten zukommen lasst. Über diesen Button; jeden Monat neu. Vielen Dank dafür!

Archiv

Gastfreundschaften