Kein Datum, kein Preis und keine Perspektive? Danke, kein Interesse!

von Alex Olma | 11. Januar 2012 | 23:07 Uhr

IPhoneBlog de Back To The Future

Foto: Universal Pictures

We broke down the trajectories of 17 tablets from CES 2011. In the final tally, I think you could say one is a qualified success (the Asus Eee Pad Transformer), one did OK (the Motorola XOOM), and several flopped (Dell Streak, RIM Playbook) or made no impact (Coby Kyrus, Cydle M7 Multipad, Naxa NID-7001). Nine never were heard from again.

This is why it’s OK to ignore CES. Most of the product announcements (the majority in this case) lead nowhere, and if some product is really important, you’ll hear about it via some other avenue.

Die Messe mit kompletter Nichtbeachtung zu strafen, wäre naiv. Und trotzdem bewegen sich auch dieses Jahre viele CES-Ankündigungen auf dem Niveau “ist mir egal” oder “ist mir egal weil dein ‘Ding’ noch Monate in ferner Zukunft dümpelt“. Apple weiß ganz genau, warum sie ihre Produktpräsentationen bis zum letztmöglichen Moment hinauszögern: Eine unvorhersehbare Terminverschiebung gehört in solchen Fällen zum kleinsten aller vorstellbaren Ausrutscher. Populärste (und gleichzeitig einmalige) Ausnahme der strengen ‘Vorstellen-dann-Veröffentlichen‘-Regel war die erste iPhone-Generation, dessen Demonstration man aufgrund der notwendigen Funk-Genehmigung um sechs Monate vorzog.

Meine Kritik richtet sich nicht an die Veröffentlichung von Konzeptvideos – nach ‘Bleeding-Edge‘-Ideen schreit auch mein Technik-Herz. Nein, es sind die Ankündigungen von Produkten ohne Termin, Preis und Plan. Wer erinnert sich noch ans Asus ‘PadFone‘? Yep, der Quatsch aus vergangenem Frühjahr wurde auch auf dieser CES neu aufgewärmt – immer noch im Status eines unfertigen Prototypen, der nicht angefasst werden darf.

Mit reinen ‘Tech Specs’ lässt sich kein Blumentopf mehr gewinnen. Wenn sich dein ‘Next-Big-Thing‘ noch hinter Glasvitrinen verstecken muss, läuft was falsch. Die Kunst liegt in der Finalisierung, Auslieferung und am anschließenden Software-Support – egal ob bei Waschmaschinen, iPhone-Accessoires oder einem neuen iPad-Rivalen. Wer seinen Hintern nicht von der Produktionsstrasse bekommt, ist schlicht nicht relevant.

Ein aktuelles Beispiel: Apple bestätigt am heutigen Mittwoch den Kauf des israelischen Flash-Speicher-Herstellers Anobit Technologies. Geschätzt investierte Cupertino hier $390 US-Millionen. Ein Königreich für dessen Technikausblick auf die nächsten Jahre; eine generische Produktankündigungen, die in einer noch unbekannten Zukunft versauert, kann mir jedoch getrost gestohlen bleiben.

  • http://twitter.com/choise choise

    sehr schöner post :)

  • Jonathan

    Du redest mir von der Seele.

  • http://twitter.com/schneider_th Thomas Schneider

    Schön geschrieben. Vor Allem bei Tablets und eBooks ist mir das in den letzten Jahren sauer aufgestossen. Da gab es eine schier unfassbare Zahl an Konzepten, Ideen, technischen Möglichkeiten und sonstigem Firlefanz, der dann ständig verschoben wurde, unangekündigt blieb oder einfach verschwand, so dass es teilweise echt mehr als anstrenged war da überhaupt noch durchzublicken.

    Gerade bei technischen Geräten, selbst großer Hersteller, ist es mir unverständlich wieso dass so gehandhabt wird. 

  • http://twitter.com/sverige32 Reemt Rühmkorf

    Sehr wahr, allerdings ist das nicht ganz uneingeschränkt richtig: Das erste Apple TV wurde auch früher vorgestellt, als es gebaut wurde.

    Aber die Schlüsse, die du ziehst sehe ich als sehr wahr an: Keinen Menschen interessiert, was Hersteller xy in 3 Jahren dann doch nicht macht. (Zum Beispiel beim JooJoo)

    • http://www.iphoneblog.de iphoneblog

      Stimmt. Der Apple TV war mir entfallen.

      • Michael Moligano

        Damals hatte Apple ja auch noch ihre Macworld und vieles dort vorgestellt, deshalb haben sie das ja uaufgegeben.

  • http://www.peitsch.de Sebastian

    Ich geh damit davon aus dass Du auf keine Spielvorstellung mehr gehst wenn es nicht die finale Version ist?

    Sorry, konnt ich mir nicht verkneifen ;-)

    • http://www.iphoneblog.de iphoneblog

      Darüber habe ich in der Tat nachgedacht. Und ja, es nervt tierisch wenn man mir substanzlose Render-Filme zeigt und ohne eine Sekunde Gameplay die Entwickler-Philosophie aufdrückt.

      Die Branche hat jedoch gelernt. Nicht umsonst nimmt die Wichtigkeit von Messen stark ab und ‘Game-Days’ nehmen bei jedem Publisher zu.

      • http://www.peitsch.de Sebastian

        Aktuell nervt mich Diablo 3 was das angeht.

        Wobei dieser Themenkomplex sich sehr gut z.B. in die “Spoiler/No Spoiler” Diskussion einklinkt. Oder in die Frage, warum man Bild-Zeitung liest – oder “Das Goldene Blatt”.

        Es hat was mit Tiefenpsychologie zu tun. Ich denke Du hast im Moment einfach die Nase voll, aber urinstinktlich sind wir alle darauf angewiesen, so viel Information zu bekommen wie möglich. Sprich vorbereitet zu sein.

        Darüber hinaus sind solche Messen wie die CES ja auch irgendwie für’s Fachpublikum und nicht für die Enduser gewesen (wie auch die CeBit, auf die ich heute nicht mal mehr für Geld gehen würde – zwei Mal hat mir gereicht, es ist total überflüssig dort hin zu gehen als Endkunde).

        Mit dem Internet sind die Zeiten noch mehr vorbei wo man sich 30 Minuten über die Spielwarenmesse in Nürnberg anschauen konnte und meinte, nicht genug Infos gehabt zu haben.

        Heute sind die Messen auch zum Testbecken für Kundennachfrage geworden und die Ergebnisse werden dann dem Fachpublikum unter die Nase gerieben – guck wie voll mein Stand ist, das sind alles potentielle Kunden, hier bitte jetzt sofort 50.000 Stück vorbestellen für Deine Warenhauskette. Und dann ist natürlich die Gefahr groß mit Dingen zu werben um Leute an den Stand zu locken die man später gar nicht so realisieren kann. Da kommt dann der Aspekt Marketingmensch dazu sowie Management und die Leute, die das dann alles überhaupt bauen müssen – Dilbert lässt grüßen.

        Es ist alles sehr vielschichtig – und wäre ich 15 ich würde es verschlingen. Schlußendlich ist es auch ein Zeichen von zunehmendem Alter, Herr Olma ;-)

        Hach ja, First World Problems :-)

  • http://pulse.yahoo.com/_OCKUMMIPEIENNKSMLAFBRDBKX4 student

    sehe ich eigtl. genau so! leere versprechen und oft nichts dahinter!

  • Micha

    klassisches Jain
    Messen sind dazu da um
    1. zu testen was will die eventuell die Masse und was kommt an
    2. zu zeigen was man alles kann um es dann doch nicht zu verkaufen weil siehe 1
    3. sich nur wenige Firmen es sich Fehler leisten wollen und können. 

    Dazu ganz im Gegensatz zu Apple. Konzentration auf einige wenige Dinge und dazu den Mut, dass es auch mal flopt.

    • http://twitter.com/MysteriousDiary Leif

      Stimme dir in großen Teilen zu – sicher wird doch auch vieles gezeigt um es einfach Ideen vorzuzeigen. Ich denke vieles des gezeigten wird man auch in Kürze so sehen, aber Toshiba z.B. hat sich mit seinem Tablet mit gebürsteten Aluminium ziemlich lächerlich gemacht. Es sieht zwar verdammt schick aus, wurde aber auch schon vor einem 6 oder 12 Monaten vorgestellt.

      Mein Highlight war bisher ja das neue 7″ Asus Tablet für 249US$. Wenn sie dass wirklich noch im Frühjahr für den Preis herausbringen wäre es eine ziemliche Kampfansage gegen den Kindle Fire und das Nook Tablet – auch wenn diese auf Grund ihres Eco Systems wieder in eine etwas andere Richtung gehen.

      Dem das Apple Dinge wagt und einen Flopp riskiert würde ich jedoch widersprechen. Meist sind es doch eher die anderen die deutlich mehr und vor allem früher experimentieren (auch am Kunden) während Apple eher derjenige ist der den Markt beobachtet und dann Ideen von anderen aufgreift und später etwas verfeinert ausliefert. Da empfinde ich den restlichen Markt als deutlich experimentierfreudiger – auch wenn dies dann häufiger mal scheitert.

      • Micha

        nun Apple zeigt Dinge die es sofort zu kaufen gib. Und ja es gibt Flops
        - mobile.me
        - den ersten iPod shuffle (Kaugummi)
        - Apple TV (es ist ein Hobby – zum lernen und damit kein wirklciher Flop oder?
        - Cube
        -
        -
        -
         verdrengen hilft dabei auch nicht – es gab ne Menge Flops in der letzten Dekade auch unter Jobs

  • http://www.androidlog.de/ Lukas

    Apple macht das schon richtig, wobei ich hier mal an das weiße iPhone erinnern muss ;)… Ansonsten ist nicht alles so schlimm, z.B. hat Sony mit dem Xperia S ein Smartphone konkret angekündigt, das auch schon vorbestellt werden kann! Und Apple ist nach wenigen Stunden so ausverkauft, dass die Lieferzeit auch stark ansteigt…

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