von Alex Olma
25. September 2012 – 15:29 Uhr

Apples Dilemma mit seiner Vermessung der Welt

Apple erlebt mit ‘Maps‘ einen neuen “You’re holding it wrong“-Moment. Als “the most beautiful, powerful mapping service ever” vorgestellt, heißt es jetzt (nur noch): “The more people use Maps, the better it will get“.

Jean-Louis Gassée bringt die hochgeschraubten Erwartungen auf den Punkt:

The demo was flawless, 2D and 3D maps, turn-by-turn navigation, spectacular flyovers…but not a word from the stage about the app’s limitations, no self-deprecating wink, no admission that iOS Maps is an infant that needs to learn to crawl before walking, running, and ultimately lapping the frontrunner, Google Maps.

Typisch Apple.

Niemand fühlte sich zum Start von Siri ‘im Stich gelassen‘. Eine vergleichbare Software existierte nicht. Mit Google Maps ist das anders. Apples Karten ersetzen die weltweit größte Sammlung an Navigationsinfos. Apple stellt sich mit iOS 6 nicht als Mitbewerber auf sondern nimmt die Position des Platzhirschen direkt ein.

Oft vergessen: Apple selbst hat mit der iOS-Software im Jahr 2007 das Google-Angebot erst so ansprechend verpackt, dass es sich nach fünf Jahren zum De-facto-Standard entwickelte. Die iPhone-Software definierte, wie wir heute Karten denken.

IPhoneBlog de Apple Maps

Apples neue ‘Maps’ verfeinern genau dieses gegossene Fundament, vermissen jedoch diverse Datensätze, die Genauigkeit vorhandener Einträge und stolpert über den Suchalgorithmus. Jeder kann diese Mängel nachvollziehen, egal wie gut oder schlecht iOS-6-Maps nach persönlichem Anspruch funktioniert.

Apple entschied sich für eine Kartenanwendung, die sich selbst verbessert, so wie es Google für seinen Datenpool tut. Jede Suchanfrage, jeder angesprungene Ortspunkt und jede verschickte Route sammelt Mountain View akribisch ein. Millionen von Nutzeranfragen verbessern täglich die Datentabellen – seit Jahren.

Selbst vor dem Hintergrund von Apples Kartendilemma ist es daher legitim zu diskutieren, ob Google Maps die iOS-Interaktionen irgendwann vermissen. Ich bin mir sicher: Android gleicht den langsameren Datenstrom wieder aus. Trotzdem fehlen über 400 Millionen iOS-Geräte, die ihre Routeninfos jetzt in die Datentanks von Cupertino pumpen. In den nächsten sechs bis zwölf Monaten sollte sich Apple Maps radikal verbessern. Wenn dem nicht so ist, darf man sich Sorgen machen.

Apple’s move away from Google’s maps isn’t about screwing users to make a corporate political point; it’s about trying to give iOS users a better maps experience in the long run.

Apple hatte jeden Grund, Google Maps abzuschießen, obwohl die Hintergründe dafür ungeklärt bleiben. Sicher ist: Selbst wenn Googles Kartenmaterial über den App Store zurückkehrt, sind es Apples Landkarten, die mit Heimvorteil spielen. Apple wechselt sein Maps nicht mehr aus, weil nur darüber Fortschritt erreichbar ist.

Genau diese Vorteile zeigt Apple zum Start seiner Kartenanwendung jedoch nicht, was neben der vollkommen unkritischen Präsentation das eigentliche Dilemma ausmacht.

  • Stefan

    Google Maps war kein Stück besser.
    Man konnte nicht mal seinen Standort vernüftig per e-mail verschicken,immer nur dieses Dämliche gesetzte Stecknadel.
    Und das es überall so dargestellt wird als wäre Google maps super korrekt gewesen,ist auch absurd.

    Sowohl Google Maps wie auch die jetzige Anwendung,sind eine Notlösung.

    • jojoschi

      Dafür war bei Google wenigstens die Frankfurter Börse nicht in Hamburg. :)
      Über die Funktionalität kann man sich sicher streiten, aber die Datenbasis ist bei Google Maps um Welten akkurater.

      Guter Text zum Thema (wenn auch leider mit reißerischer Überschrift): http://www.tuaw.com/2012/09/24/my-next-phone-will-be-a-samsung-not-an-iphone-5/

      • Stefan

        Das die Frankfurter Börse wohl nciht i8n Hamburg ist,weiß ich mit und ohne Karte,
        Weit wichtiger wäre das ich jemandem eine wegbeschreibung schicken kann.

        p.s:Man kann sich bei Find My Friends als e-mail Empfänger ausschließen(z.b wenn man unglücklich mit der Maus verrutscht),das find ich viel berichtenswerter.

    • Marcel

      Nur leider interessiert keinen wie Google Maps mal war. Es interessiert nur der Ist-Zustand, Denn daran muss sich Apple messen.
      Und zum jetzigen Zeitpunkt verlieren sie da gnadenlos. Ich habe keinen
      Zweifel daran das Apple Maps besser wird. Trotzdem ist die Enttäuschung
      zurzeit groß.

  • http://sennfelder.de Dominik

    Google Maps war schon um einiges Besser, aber Welten von den Funktionen von den Maps unter Android entfernt.
    Ich kann aber nicht ganz nachvollziehen wie das neue Maps besser werden soll. Durch eine Suchanfrage z.b. nach einem Hotel kann Apple nicht feststellen, ob ich mit der Antwort zufrieden war und ob das Hotel wirklich noch dort ist.

  • Stefan
  • Thomas

    Trotzdem nachvollziehbar, in 1 Jahr lachen wir darüber – sicher!

  • http://twitter.com/marcoschmidt Marco Schmidt

    Mein größtes Problem mit der neuen Maps App sind die unterirdischen Satellitenbilder (ich persönlich nutze das am meisten). Hier auf dem Land gibts entweder Pixelmatsch (egal wie weit rein oder raus man zoomt) oder schwarz/weiß Aufnahmen, die aussehen, also wären sie von den Fliegern aus dem 2. Weltkrieg gemacht worden.
    Selbst in einer Stadt wie Frankfurt ist die Detailauflösung dramatisch schlechter als in Google Maps. Ok, in Frankfurt wird es sicher bald auch ganz tolltes 3D Flyover geben, aber wie durch die Benutzung die Bilder in den ländlichen Gegenden besser werden sollen, ist mir schleierhaft. Nur weil ich da Report a Problem geklickt habe, wird Apple ja nicht ein Flugzeug vorbeischicken.
    Diese Daten kaufen sie doch sowieso sein, aber da stellt sich die Frage, wieso haben sie sie nicht schon gekauft. Am Geld kanns ja nicht liegen. Und die Daten gibt’s ja offenbar schon. Google hat welche, und Microsoft hat auch welche.

    Ich schätze mal, das wird schon noch ein langer Weg für Apple, und auch in einem Jahr wird das noch nicht auf einem Level sein, dafür ist die Welt doch irgendwie zu groß.
    Aber die Vorteile (Navi, bessere Verkehrsinfos, schnellere Ladezeiten) sind ja auch ganz nett.

    PS: Wie schlecht die Abfrage der Bundesligaergebnisse mit Siri ist, ist übrigens viel schlimmer! ;)

    • Joschka

      Yep Bundesliga Abfrage ist total kaputt! Finde ich auch sehr schade.

      • http://twitter.com/marcoschmidt Marco Schmidt

        Ich sag nur Kräuterfürth! ;)

  • http://www.facebook.com/matthias.petrat.87 Matthias Petrat

    Ich habe die ,,Karten” auf einer Strecke von 400km getestet und nichts negatives festgestellt.
    Natürlich gibt es immer Steigerungsmöglichkeiten von Anwendungen.
    Allerdings muss man auch immer abwegen ,,was brauch ich wirklich und nützt es mir im Alltag oder ist es einfach teils nur Spielerei was ich damit anfangen kann,,.
    Für den Zweck sich Routen berechnen zulassen und sich diese per Turn-by-Turn ansagen zu lassen sind die ,,Karten” sehr gut durchdacht. Auch die Sprachausgabe ist direkt genug.
    (Siri wird die nächsten Jahre sicher noch eine natürlichere Stimme erlernen).
    ,,Karten” steckt meiner Meinung nach nich in Kinderschuhen, wie es oft beschrieben wird. Sie sind viel mehr in der Pupertät und werden sich langsam zu einer erwachsenen und reifen Anwendung entwickeln.

  • ChiefPotato

    Da der Blog Post mal wieder so eindeutig einseitig ist argumentiere ich jetzt nicht mehr jeden einzelnen Punkt, man kann schon sehen wie einseitig die Sichtweise ist wenn davon ausgegangen wird, dass Fortschritt nur erreichbar ist wenn man immer mehr kontrollzwangbehaftet selber anbieten und kontrollieren will statt wo sinnvoll ordentlich mit third parties zusammenzuarbeiten.
    Naja, schauen wir mal ob das Ding in 6 bis 12 Monaten dann wirklich weltweit mindestens genauso gutes Datenmaterial bietet wie Google Maps, sollte ja ein Klax sein wenns wirklich so wäre wie du es sagst das die App “sich selbst verbessert”.
    Ich dachte immer das würde re dem Kartenmaterial hauptsächlich darauf basieren dass man sich besseres Rohmaterial kauft und dann jahrelang Autos bzw Flugzeuge in der Gegend rumdüsen lässt um das Datenmaterial zu erweitern und möglichst aktuell zu halten und das Nutzerfeedback weit nebensächlicher fürs eigentliche Karten und vieles restliche Datenmaterial ist, aber nene, klar, wenn Apple sagt das wird besser desto mehr Leute es nutzen, dann macht das wohl Sinn, ist in 6 Monaten bestimmt überall top..

    • Stefan

      Polemik olé.

      • ChiefPotato

        Naja, ich versuch schon mich zwischendurch dem allgemeinen Ton anzupassen.

        So oder so, ja, wenn Apple Maps Datenmaterial weltweit an Google Maps´rankommt in 6 Monaten, dann fress ich nen Gummibär Hut und entshculdige mich ganz öffentlich vom Alex =)

      • Stefan

        Welchem allgemeinen Ton? Hier geht doch alles recht zivilisiert zu.

      • ChiefPotato

        Ja, doch.
        Und ich bin ja für Konsens und Irenik offen und gar Eingestehen falscher Einsichten meinerseits sollte das Ding in 6 Monaten dann tatsächlich überall supi fluppen, mindestens vergleichbar mit dem Google Karten und Datenmaterial.
        Ansonsten wäre ja mein Kommentar kaum als polemisch zu bewerten. Ich bin für Konsens, aber nicht wenn der Konsens immer nur sein kann (egal ob in dem Fall angemessen oder nicht) Apple macht wohl garnichts richtig falsch.

      • Stefan

        Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich in 6 Monaten allzu substanzielles ändern wird. Wenn man sich Apples Jobs Listings anschaut, sieht man, dass die gerade eine höhere Anzahl an Entwicklern mit entsprechendem Hintergrund suchen. Die müssen erst mal gefunden werden und sich dann einarbeiten. Ich sehe da einen Zeitraum von 1,5-2 Jahren als realistischer an. Was sich durch das angesprochene Crowd Sourcing schnell ändern kann, ist die Qualität der POI´s. Auch ist davon auszugehen, dass Apple es schaffen wird vernünftige Satellitenbilder einzukaufen. Das scheint aber wohl nicht so einfach zu sein, von daher würde ich nicht davon ausgehen in naher Zukunft flächendeckende Verbesserungen in diesem Bereich zu sehen.
        Persönlich hoffe ich vor allem, dass es auch eine Version von Apple Maps auf dem Desktop geben wird, analog zu maps.google.com. Alleine weil ich dann davon ausgehen kann dass die Magic Mouse ordentlich unterstützt wird, was Google ja 0 interessiert.

        Resume: Apple Maps sind Google Maps derzeit unterlegen. Es wird eine ganze Weile dauern, bis sie das Niveau von Google erreichen. Aber letztendlich wird es eine Bereicherung sein, einen weiteren Player auf diesem Gebiet zu haben.

      • ChiefPotato

        das sehe ich alles genauso.

      • Stefan

        Das Material von China scheint ja schon besser zu sein, als das von google. ;) -> http://anthonydrendel.com/blog/2012/9/24/ios-maps-and-china.html
        In dem Artikel wird nicht davon gesprochen, dass in 6 Monaten alles suppi wäre. Es wird sicherlich eine ganze Weile länger dauern, Googles Vorsprung aufzuholen. Aber da Google quasi Monopolist auf diesem Gebiet ist, kann ich es nur begrüssen, dass sich ernstzunehmende Konkurrenz abzeichnet. Ich muss allerdings auch zugeben, dass ich von der Ablösung von Google Maps auf iOS kaum betroffen bin. Maps nutz ich hauptsächlich im Ausland und dies geschieht dann via offmaps, um Roaming Kosten zu vermeiden. Mit den Datensätzen aus OSM, die dort genutzt werden, bin ich hoch zufrieden.

      • ChiefPotato

        Re China Material: Ja, dafür siehts bei Apple in vielen anderen Orten nicht nur vergleichsweise recht düster aus.
        Google Maps war (vor allem in der iOS Version) auch nicht perfekt, aber Apple Maps ist einfach weltweit insgesamt um Jahre hinterher, das ist in der Mehrheit der Orte absolut kein Vergleich.Der Artikel spricht schon davon, dass sich Apple Maps radikal verbessern sollte in in den nächsten sechs bis zwölf Monaten , sonst dürfe man sich wohl dann Sorgen machen.Also gehe ich auch dank Aussagen wie “Apple hatte jeden Grund, Google Maps abzuschießen” davon aus, dass Alex wohl annimmt dass diese radikale Verbesserung dann auch in 6-12 Monaten erreichbar scheint, sonst wäre es ja sinnlos zu sagen Apple hatte jeden Grund Google Maps abzuschießen.(und das würde dann ja sonst auch frühestens beim nächsten iPhone Sinn machen)
        Re dem Argument Google wäre der Quasi Monopolist und Apple würde das mal beenden, naja, dem kann ich garnicht zustimmen, weil Apple viele vorhandene Dienstleister in dem Bereich (das vorhandensein derer ja schon eine Monopolstellung eines einzelnen ausschließt) aufkauft,also daher für weniger Konkurrenten im Markt sorgt, daneben unter vielem anderem auch noch Datenmaterial von Open Streetmaps nutzt, da aber dann selber nichts wesentliches zur freien Nutzung durch andere beiträgt, also auch da nichts für mehr freien Wettbewerb tut.Und abgesehen davon, ob Google Maps nun der größte Player war/ist, hat Google zumindest Ansträbungen gezeigt sein Datenmaterial und Apps dazu auf viele große Plattformen zu bringen und selbst auf Konkurrenzplattformen mit den Plattformhaltern und anderen zusammenzuarbeiten, wohingegen Apples Verhalten bei dem Thema ja eher wieder Monopolisten Ansprüche darstellt.Naja, im Google Land ist aber natürlich auch nicht alles Gold was glänzt, aber so oder so, wenn man anfängt zu diskutieren ob jetzt eher Google oder Apple Monopolist ist oder Monopolisten Verhalten an den Tag legt, das kann sich hinziehen..
        Und ja, wie du mit Karten umgehst ist ein sinnvoller Ansatz.

      • Theo

        Man muss sich ja nur nochmals das Brandenburger Tor ansehen, welches immernoch in 10117 Schöneiche bei Berlin liegt und ich nehme schwer an, das Apple bereits tausende an Fehlermeldungen bekam.

      • celevra

        also wenn ich Brandenburger Tor in der Suche eingebe, komm ich auch richtig raus…

    • http://www.appleoutsider.de/ AppleOutsider.de – Sebastian P

      Hallo Chefkartoffel,

      ich stimme Dir heute Mal zu :-)

      • ChiefPotato

        Danke für den Zuspruch =)

  • gerstenlaub

    Was ich noch nirgends gross diskutiert wurde, ist wie eigentlich die Genauigkeit der Bing-Maps von Microsoft im Verhältnis zu den Karten von Google und Apple ist. Weiss da jemand was?

    • Basti1900

      Ich hab jetzt seit 6 Monaten Windows Phone nachdem ich vorher das iPhone 4S hatte.
      Das Bing maps Kartenmaterial ist okay. Man muß jedoch die Adressen sehr genau eingeben. Sonst werden gerne mal Straßen in anderen Städten gefunden als in der man gerade ist. Priorisierte Suche in der Umgebung – Fehlanzeige.
      Satelitenbilder teilweise ganz nett.
      Nokia Maps und Drive sind definitiv ein plus für Nokia. Deutlich besser. Da hat Nokia wirklich was drauf.
      Ich hatte das Lumia 900 habe jetzt aber das HTC Titan. Da ist so ein Dienst von HTC (Footprints) dabei der auch Karten cachen kann. Nach 2 Monaten muss man aber 39€ für eine lebenslange DE Lizenz zahlen wenn man Turn by Turn behalten möchte. HTC Footprint basiert auf Route 66. Die POI sind besser als bei Bing Maßs aber teilweise auch veraltet..

      Btw. für Telekom Kunden gibt es auch Navigon Select gratis für Windows Phone!
      Da hat mich aber genervt das man nicht einfach auf der Karte was suchen und anklicken kann.

      Fazit: Meiner Meinung nach hat Nokia nach Google die einzig gute Kartenanwendung in der Tasche. Ein Plus für Windows Phone 8 wo ja alle Hersteller davon profitieren, da Microsoft einen entsprechenden Deal vereinbart hat und das Produkt zum Bestandteil von Windows Phone 8 wird. Da muss sich Apple schon was passendes überlegen.

  • Zwenti

    @Alex: Ich lese in deinen Blogs zu diesem Thema immer wieder, dass Googles Maps abgeschossen werden musste. Könntest du bitte einmal erläutern warum dem so ist? Weil wie kann dieser Vorgang so glasklar sein wenn du selber sagst, dass dir die Hintergründe unbekannt sind. Das klingt IMHO nach einem Mantra und keiner Meinung. Denn ohne Fakten kann ich mir nur schwer eine fundierte Meinung bilden. ;-)

    • http://www.iphoneblog.de/ iphoneblog

      Klar. Die Kontrolle des Backend ist entscheidend, um Basisfunktionen wie ‘Turn-by-Turn’, Siri oder Yelp zu ermöglichen. In Zukunft sehe ich die Einbindung der Ortsinformationen in anderen Apps aber noch viel stärker, auf denen Google bislang den Finger hat.

      Beispiel: Du buchst ein Restaurant für XY Personen aus deinem Adressbuch. Dein iPhone weiß jedoch, das Freund XY ebenfalls in der Stadt ist und informiert dich darüber, so dass du ihn auch einladen kannst.

      Natürlich ist das alles auch ein ‘Machtspiel’ mit Google, aber Apples Maps wird mehr als nur eine simple ‘Kartenanwendung’, die Stadtpläne anzeigt.

      • http://www.taptoplay.de Lakeshore

        Irgendwie glaube ich daran nicht. Apple hat bislang jeden Versuch zur Schaffung irgendeines Social Gedöns in den Sand gesetzt. Ich erwarte folglich, dass das hier ebenfalls nicht funktionieren wird. Alleine schon, da dafür die Zusammenarbeit unterschiedlicher Apps erforderlich ist und Apple das nicht möchte. Also wird es nur innerhalb von Apples eigenen Apps funktionieren können. Und da gibt es bislang was? Genau, Find my Friends. Sonst nichts. Oder glaubst du ernsthaft daran, dass Apple an eine HRS-Hotelbuchung, die irgendwie im Passbook ankommt, eine Freundes-Benachrichtigung knüpft oder eine Einladung zum Essen? Oder dass Apple auf ein Foursquare-Checkin reagiert und Freunde in der Umgebung einlädt?

        Ich nicht.

      • John

        Bisher ist Maps nur leider totaler Müll und zeigt nicht einmal brauchbare Stadtpläne an. “Ein irgendwann wird Maps mal toll” hilft mir da nicht weiter.

      • http://www.eraser.org B. Braun

        Ich habe gelesen, ich weiß allerdings nicht mehr wo, dass Apple sagte die Lizenz Google Maps auf dem iPhone zu nutzen sei ausgelaufen. Und wiederum habe ich gelesen, dass Google nichts dagegen hat, das iPhones welche die Google Maps App installiert haben, diese auch weiterhin unbegrenzt nutzen können.
        Wenn dem so ist war Apple also gezwungen die App mit vermurksten Karten zu bringen, ähnlich wie die Nutzung der youTube App ausgelaufen ist und Google nun eine neue, allerdings mit Werbung, verfügbar gemacht hat.

      • ChiefPotato

        Inzwischen hat sich rausgestellt, dass der Vertrag mit Google noch nicht abgelaufen war, also Apple auf eigenen Wunsch vorzeitig Google Maps rausgekickt hat.
        http://www.theverge.com/2012/9/25/3407614/apple-over-a-year-left-on-google-maps-contract-google-maps-ios-app

      • http://www.eraser.org B. Braun

        Stimmt, das habe ich auch gerade auf BGR gelesen
        http://www.bgr.com/2012/09/26/apple-google-maps-contract-ios-6/
        Wenns dem Esel zu gut geht, geht er aufs Eis.

      • http://www.iphoneblog.de/ iphoneblog

        “Rausgestellt” klingt sehr eindeutig. Ich bin da vorsichtiger. Das Google von der Geschichte nichts geahnte, glaube ich nicht.

      • http://www.eraser.org B. Braun

        Das glaube ich auch nicht, vielmehr hat sich Google vermutlich gedacht “die lassen wir jetzt mal ordentlich gegen die Wand fahren”.

      • ChiefPotato

        Naja, jetzt im nachhinein freuen sich da einige bei Google nicht nur insgeheim, die Schadenfreude konnte man ja bei einigen Google Leuten in Blogs/ auf Twitter etc sehen.
        Ob Google vorher wußte wie sehr Apple im ersten Anlauf bzw wahrscheinlich noch für ne ganze Weile was das Datenmaterial etc angeht zu kämpfen haben wird, da bin ich mir nicht sicher ob Google das vorher schon so genau gewusst hat.
        Die damals doch recht plötzlich eingeschobene Google Veranstaltung um die (teilweise neuen) Features von Google Maps zu highlighten ganz knapp vor dem Termin zu dem Apple wohl dann Apple Maps vorstellen wollte (und es auch tat) wirkte damals für mich jetzt eher so als hätte der alte Platzhirsch doch etwas Angst was da kommt und wollte schnell nochmal die eigenen Stärken vorher preisen; als eine Veranstaltung wo sich einer seiner Position recht sicher ist.
        (Von einem der sich seiner Sache sicher ist hätte ich eher jetzt eine Präsentation erwartet als eine eilig vorher vorm Konkurrenten einzuschieben)
        Hat damals auch nicht so beeindruckend oder überzeugend gewirkt auf mich, weil ja nicht klar war in welchem Zustand Apples Ding im Vergleich war/ist/sein wird und naja, Apple war schon lange besser im präsentieren und bei der Apple Maps Präsentation wurde das ja auch so dargestellt als würde das supi fluppen und solche Features wie FlyOver machen dann bei ner Präsentation auf Apple Level hat schon auch was her.
        Naja, so oder so, ist schwer zu sagen von außen wann genau Google mit Sicherheit sagen konnte dass Apple dieses Jahr schon Apple Maps rausbringen will und dann auch wann genau Google wußte in welchem Zustand da jede Funktion und das Datenmaterial bei Apple Maps ist.
        Ich persönlich glaube ja dass Apple selber klar wusste dass es an vielen Ecken weltweit noch weit von nem guten Zustand ist aber halt unbedingt für dieses Jahr den Schalter umlegen wollte.
        Dann halt es vorher als so gut präsentiert wie möglich damit möglichst viele anspringen und dann halt über die nächsten paar Jahre verbessern, das scheint nach allem was jetzt so ans Licht kommt wohl die Denke gewesen zu sein.
        Hat wahrscheinlich dazu geführt das weniger Leute von einer Vorbestellung zurückgeschreckt sind, dafür ist das Geschrei jetzt umso lauter wenn das präsentierte und das real in der Nutzung erlebte in vielen Orten und Funktionen weltweit so sehr auseinander liegen.
        Ich persönlich hätte es viel besser gefunden wenn sie eine von mehreren möglichen anderen Optionen gewählt hätten, da könnte man sich ja vieles ausdenken was für die Kunden erstmal smoother gewesen wäre und auch zu weniger motzen geführt hätte.
        Sagen wir mal warum nicht Apple Maps erstmal auf Macs als kostenlose App ausrollen, da das Datenmaterial für n Jahr pflegen, auf Kundenfeedback reagieren etc; so lange auf dem iPhone Google Maps noch draufbehalten und dann n Jahr später Apple Maps rausbringen auf dem iPhone. (Auf nem Mac ists ja jetzt für die meisten nicht so kritisch wichtig ne überall gut funktionierende Maps App vorinstalliert zu haben wie auf nem Smartphone).
        Auch geholfen hätte es wenn sie bei ihren beiden Apple Maps Präsentationen ehrlicher gewesen wären, klar gesagt hätten wir sind an vielen Punkten noch am Anfang und deshalb bezeichnen wir das auch als Beta, aber wir machen das jetzt weil wir uns dadurch innerhalb von 6 Monaten diese ganzen tollen Sachen erwarten die es sonst nicht geben hätte können.
        Sowas in der Art.
        (falls es da so gute Argumente für gab warum das durch eine Kooperation mit Google nicht in Google Maps umsetzbar gewesen wäre da zB turn bei turn etc reinzukriegen).
        Aber naja, ist jetzt müßig sich den Kopf zu zerbrechen was Apple da geritten haben könnte, jetzt ist es halt schonmal so auf dem Tisch und Apple wird jetzt kaum zu Google Maps zurückwechseln.
        (Wäre aber zumindest gut wenn das maulen der Masse sie zumindest dazu bringt dann ne native Google Maps App schnell im App Store durchzuwinken sobald Google die einreicht).

      • ChiefPotato

        Ja, Google hat das mit Sicherheit schon lange kommen sehen, konnte ja jeder erahnen das Apple Google Maps früher oder später kickt da Apple ja schon seit ein paar Jahren einige Karten Dienst relevanten Firmen aufgekauft hat. War halt die Frage wann, und naja, Apple hat wohl gemeint dieses Jahr wärs wohl an der Zeit.

      • http://www.taptoplay.de Lakeshore

        Hey, Top! Müssen wir jetzt also auch damit rechnen, dass Apple alle Verträge mit Plattenfirmen vorzeitig kündigt und irgendeinen Panflötenspieler aus der Fußgängerzone einstellt, der versucht, im Laufe der nächsten Jahre alle Songs nachzuspielen?

        “Music to take a whole new tune”

        “Beautifully designed from the ground up, iTunes Music changes the way you hear the world. Music tunes are now all played by hand, so everything sounds incredibly natural — even when you turn the volume up. We simplified your listening experience from many different instruments into one single instrument – the panpipe – which fits their unique sound and style. Did we mention that with the new iTunes Music also comes a new GarageBand which makes it much easier to create new music? We replaced all instruments with different panpipes, so you can concentrate on making music instead of learning different instruments. And if you wish, you can also buy a real panpipe right with your iPhone to start creating your own tunes. It’s available in black and white right now. You can even add your own tunes into the all-new iTunes Store and help us to complete a music library full with all tunes ever created, simplified to the unique sound of the panpipe.”

      • ChiefPotato

        ja, lustig und traurig zugleich =)

  • http://www.taptoplay.de Lakeshore

    Die neuen Maps lassen mich ratlos zurück. Flyerover in Berlins Mitte oder London ist toll, die Routenplanung funktioniert für mich und in Berlin ups – Schöneiche bei Berlin – ist das auch halbwegs verwendbar. Aber halbwegs möchte ich nicht erhalten. Nicht von Apple. Nicht im Jahr 2012. Wir machen uns lustig über die Versuche anderer Unternehmen, zum iPhone und iOS aufzuschließen und dann liefert Apple hier Karten ab, die _Jahre_ hinterher hinken.

    Wenn ich die Maps zum Navigieren verwende, dann zu Fuß – ich habe kein Auto. Und wenn 1/3 der kleinen Straßen fehlen, Parks nicht eingezeichnet sind und Flüsse fehlen, dann ist das für mich tatsächlich unbrauchbar. Dass mir das in den wenigen Tagen noch nicht heftig auf die Füße gefallen ist liegt eher dadran, dass ich in der Woche mit dem Rad unterwegs war und die Wege kenne.

    Was ich schlicht nicht verstehe ich die Datenbasis. OpenStreetMap ist ebenfalls vektorbasiert und unfassbar detailliert. Dort kann ich sehen ob der Bus vor oder hinter der Brücke hält, wo die S-Bahn-Gleise sind und wo der nächste Lidl ist. Diese Daten sind da. Apple hätte sie nutzen können, genau wie sie es auch mit Khtml gemacht haben. Stattdessen schnappt sich Apple irgendeinen seit Jahren und Jahrzehnten überholten Datenhaufen, macht falsche Karten rauf und eine 3D-Ansicht wie frisch nach dem Weltuntergang. Nein, ich übertreibe nicht.

    Ich bin schlicht enttäuscht, dass Apple hier die für den Nutzer schlechtestmögliche Option gewählt hat. Ob das in 1 oder 3 Jahren besser wird ist mir egal. Es fehlen _jetzt_ die Straßen, auf denen ich mich täglich fortbewege. Und der Park ;).

    Bis dahin muss man halt OpenMaps verwenden. Und nein, ich arbeite nicht aktiv an Apples Karten mit, denn wenn ich dort ein Problem melde, dann landet das irgendwo im Nirvana und wird vielleicht irgendwann eingearbeitet. Das ist ein blödsinniger und wenig zufrieden stellender Workflow. Wenn ich in OpenStreetMap einen Fehler sehe, dann ändere ich ihn sofort, entweder in der App oder auf der deren Homepage im großen Editor. Und die Änderung ist sofort live. So muss das sein, Apple, denn sonst melden zig Millionen User jetzt ein Jahr lang dieselben Fehler.

    • John

      Sehr guter Beitrag, der mir aus der Seele spricht! Ich kann nicht Monate/Jahre warten bis so etwas rudimentäres wie eine Karten-App funktioniert. Es stinkt mir gewaltig, dass Apple Premium-Preise verlangt, aber Beta-Ware abliefert.

  • http://www.facebook.com/profile.php?id=100001251826973 Michel M. Schäfer

    Die Diskussion über die neue Karten-Applikation von Apple wird ja im Moment sehr kontrovers geführt, allerdings vermute ich (Achtung: Persönliche Meinung!) das sehr viele gerade sehr sehr laut schreien, die weder die Applikation jemals selbst genutzt haben, noch den vergleich zu [füge einen beliebigen Kartenanbieter ein] haben und sich somit überhaupt keine eigene Meinung gebildet haben können.

    Ich benutzte die Karten-Applikation selten bis garnicht, daher stört es mich persönlich überhaupt nicht wie gut oder schlecht diese ist.

  • Pingback: Kontra die Polemik

  • http://www.appleoutsider.de/ AppleOutsider.de – Sebastian P

    Ich hatte mal wieder den Fall wo ich hier zwei Bildschirmseiten reingetippt hatte und dann merkte dass ich doch mein eigenes Blog habe :-)

    • John

      Liest den wirklich jemand?

      • http://www.appleoutsider.de/ AppleOutsider.de – Sebastian P

        42

      • http://www.eraser.org B. Braun

        Kein Mensch, deshalb muss er es hier ja bewerben.

  • Alex

    Das Problem, weshalb der Aufschrei momentan so groß ist ist, daß man von Apple immer eines extrem hohes Niveau und Perfektionismus gewohnt war. Die neue App lässt sich prima bedienen und Flyover, da wo es funktioniert, ist toll. Das Problem ist aber, dass die Datenbasis einfach Mist ist im Vergleich zu Googles. Bei uns im Dorf gibt es nur Restaurants (selbst unser Frisör und ein Klempnerbetrieb sind Restaurants) und die eingetragenen Daten sind extrem veraltet oder falsch.

    Und da bleibt einfach ein sehr doofes Gefühl zurück, wenn ich mich nicht mehr auf die Kartendaten verlassen kann. Bei Google konnte ich es – zumindest habe ich bei Google keine schlechten Erfahrungen gemacht. Und das ist nun anders.

    Hinzu kommt, dass echter Nutzwert ohne Streetview fehlt. Flyover ist mehr Unterhaltung als echter Nutzwert.

    Und nun noch 1-2 Jahre warten um eine vergleichbaren Zustand zu haben wie bei Google ist einfach nicht akzeptabel. Nicht in der heutigen Zeit und nicht bei Apple.

  • http://www.eraser.org B. Braun

    Die Hoffnung stirbt zuletzt wie man so schön sagt. Ich hoffe das der heute bekanntgewordene Jailbreak bald kommt und das man dann die Google Maps über den Cydia Store nachinstallieren kann. Wenigstens so lange bis Apple hier wenigstens einigermaßen aufgeholt hat.

    • celevra

      der Jailbreak ist doch schon seit dem 21. bekannt…

      • http://www.eraser.org B. Braun

        Seit dem 21. ist der Jailbreak für Geräte mit dem A4 Chip, also z.B. dem iPhone 4, bekannt. Gestern twitterte iOS Hacker Grand Paul alias @chpwn ein Bild von seinem jailbroken iPhone 5.

  • John

    Was für ein Käse:
    1.) Läuft eben nicht auf allen 400 Millionen iOS-Geräten iOS 6.
    2.) Haben nicht alle iOS-Geräte die iOS 6 nutzen können auch iOS 6 installiert. Sei es aus Unwissenheit oder um Google Maps zu behalten (habe ich auch schon gelesen).
    3.) Nur weil Nutzer auf die Karten zugreifen, verbessern sie sich noch nicht. Hier ist manuelles Eingreifen von Nöten aber Apple scheint das Personal zu fehlen. Maps ist ja bereits seit Monaten im Beta-Test.

    • http://www.iphoneblog.de/ iphoneblog

      2) Soviel zur Update-Quote.
      http://www.iphoneblog.de/2012/09/25/der-blockbuster-start-fur-das-iphone-5-und-ios-6/
      3) “Nur weil Nutzer auf die Karten zugreifen, verbessern sie sich noch nicht.” Doch.

      • John

        3.) Den Beleg bist Du bisher schuldig geblieben.

      • http://www.appleoutsider.de/ AppleOutsider.de – Sebastian P

        Hm

        Also grundsätzlich gehören in die 400 Millionen auch das iPhone Classic und iPhone 3G sowie iPad 1 und iPad 2 enthalten. Die haben alle kein iOS 6 bekommen oder hab ich mich da verguckt? iOS 6 kann da doch maximal auf 300 Millionen Geräten installiert werden.
        Und ich verstehe dass durch die Benutzung der Verlauf der Straßen auf 10 Meter genau (allerhöchstens) herausgefunden werden kann, aber das ist ja nicht das Einzige Feature von Google Maps das jetzt fehlt. Die öffentlichen Verkehrsmittel sind nicht drin und Yelp ist ein ziemlich halbgarer Ersatz für Google Places (jetzt in Google+ integriert)
        Nur durch die Benutzung wird das nicht besser. Die User müssen schon Rezensionen von allen möglichen Orten in Yelp einpflegen und falsche Straßen an Apple melden.

      • http://www.iphoneblog.de/ iphoneblog

        Das iPad 2 läuft unter iOS 6. Aber das nur nebenbei.

        Ich bin mir nicht sicher, ob Apple sich überhaupt in eine ähnliche Richtung wie Google bewegen möchte und umfassend POIs sammelt. Warum wurde Yelp beispielsweise nicht gleich gekauft? Vielleicht möchte man vornehmlich App-Store-Apps Zugriff auf Geodaten geben?

        Apple will Geräte verkaufen, keine Werbeplätze. Wenn Drittanbieter durch eigene Angebote Geld verdienen, indem Sie die iOS-Infrastruktur nutzen, trägt dies zu einer besseren Plattform (und mehr verkauften iPhones) bei.

        Zumindest mir geht es so, dass ich Googles Verzeichnis (und auch Apples Karteneinträgen) nicht vertraue und mich über ein Restaurant oder die nächste Tankstelle lieber noch einmal eigenständig (vielleicht über eine spezifische Software) informiere.

      • http://www.appleoutsider.de/ AppleOutsider.de – Sebastian P

        Morgen.

        Ich hab die letzten vier Stunden darüber nachgedacht, worauf Du hinaus willst.

        Zum Einen hast Du sicherlich Recht, dass man anderen Apps Geodaten zur Verfügung stellen möchte.Wobei Du in dem Moment sicherlich das Kartenmaterial meinst, nicht die Position von POIs, denn darum sollten sich dann die Apps selbst kümmern (z.B. OpenTable etc. pp.). Du hattest ja gesagt Apple will diese POIs selbst nicht nacharbeiten.

        Dann aber muss ich darauf hinweisen, dass POIs im Kartenmaterial bereits enthalten sind. In dem Moment könnte eine App lediglich die Bewertung übernehmen. So lange die Geolocation des POI aber falsch ist würde das ein negatives Licht auf Apple und auf die Bewertungs-App werfen.

        Sprich ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie Du POIs und Bewertung voneinander entkoppeln willst. Wenn die Long/Lat Position von Apple falsch angegeben wird, ist der User sauer. Wenn sie von der App falsch angegeben wird, ist der User sauer. Wenn sie sich unterscheiden weil sowohl Apple als auch die App die Location anbieten, ist der User sauer.

        Von daher weiß ich ehrlich gesagt nicht, wie Du das voneinander entkoppelt willst, selbst wenn Du es wolltest. Die einzige Lösung wäre, gar keine (sprich: Null) POIs anzubieten in der Karten-App.

        Darüber hinaus habe ich beim ersten Lesen auch gedacht “Stimmt, Yelp haben sie nicht gekauft” aber dann kann man einwenden dass sie auch nicht TomTom gekauft haben und trotzdem Turn-by-Turn anbieten. Sie wollen also die POIs nicht wirklich machen, haben aber welche drin, Apps könnten das besser – aber Navigon machen sie mit ihrer App Konkurrenz. In der einen Richtung so, in der anderen anders?

        Und wenn sie nur Kartenmaterial zur Verfügung stellen wie sieht es dann mit einer generellen Freigabe aller Schnittstellen aus? Glaubst Du dass es jetzt einen Paradigmenwechsel gibt und in Zukunft das IMAP/POP/SMTP-Handling zur Verfügung gestellt wird und es demnächst möglich sein wird, Mail-Apps aus dem Appstore zu holen? Sprich wie ist das mit “Bildet eine OS-Funktionalität nach”?

        Sprich das passt doch hinten und vorne nicht. Die Geolocation-Informationen hat jetzt Apple nach Deiner Ansicht nach nur eingepflegt damit man es seinen externen App-Entwicklern (kostenfrei) zur Verfügung stellen kann – aber das ist dann irgendwie nicht OS-Funktionalität nachbilden. Oder wie? Ich weiß man ist hier in der Problematik gefangen dass man mit wenig angefangen hat und jetzt Funktionalität hinzubauen kann bzw. möchte und dass man dadurch nicht andere Apps auf einmal aus dem Appstore schmeißen kann (siehe Reading List und Instapaper). Aber entweder entweder oder oder nach meinem Gefühl. Ich weiß was Du meinst, sprich “Apple stellt nur Karten zur Verfügung” aber das tun sie ja im Moment faktisch nicht. Die lustigen Bilder von Firmenzentralen mit Tankstellen-Icon oben auf dem Dach in der 3D-Ansicht kommen ja nicht aus dem Nichts. Soll Apple diese POIs jetzt entfernen, damit es konsistent wird oder was passiert?

        Und dann zurück zur eigentlichen Frage: Straßen, Berge, Wälder, Wiesen werden Deiner Ansicht nach von Apple alleine durch die Benutzung verbessert – wie verbessern die User durch die Benutzung die POIs von Yelp in einer externen App? Meinst Du damit dass demnächst mehrere Dutzend Apps mehrere Dutzend Möglichkeiten bieten werden, den Datenbestand zu verbessern? In jeder App eine unterschiedliche Vorgehensweise um Fehler im POI bzw. Kartenmaterial anzumelden? Sprich wenn das Restaurant jetzt zwei Häuser weiter ist – melde ich das dann in der Bewertungs-App? Oder bei Apple? Oder in Beidem? Und ist die Qualität der Informationen dann nicht abhängig davon wie viel Geld die Bewertungs-App mit der App verdient? Wenn es keine bezahlten Upgrades gibt geht das dann nicht nur über Abos in zig unterschiedlichen Apps? Oder über die Einblendung von Werbung?

        Für mich klingt das alles irgendwie so dass auf einmal die Deutsche Bahn die Anbindung von Apples Bahnhof einstellt und Apple setzt eigene Busse ein (siehe die Artikel vor zwei Tagen). Die Busse aber haben keine ordentlich dokumentierten Haltepunkte. Das nervt die Kunden (sprich die Fahrgäste) und Dein Einwand ist “Wenn Apple wirklich Busunternehmer werden wollen würde, hätten sie ein Busunternehmen gekauft, anstatt nur ein paar Fahrer einzustellen und ein paar Busse zu kaufen”. Faktisch ist Apple dadurch aber ein Busunternehmen geworden. Ich weiß ja nicht Du das siehst, wie ein Unternehmen entsteht, aber es ist durchaus Möglich dass Apple zum Bewertungsportal wird ohne dass sie Yelp kaufen.

        Was Du mit Werbeeinblendungen meinst versteh ich darüber hinaus auch nicht so ganz. Klar verdient Apple kein Geld mit Werbung auf den Karten, aber die Karten waren sicherlich auch nicht gratis und Apple verkauft OS X für 30 Dollar im Upgrade während Microsoft 180 Dollar verlangt für Windows 8 nach dem 31.1.2013 – und Apple klebt keine “Intel Inside” Logos auf seine Laptops und und und.

        Oh und zum Abschluß noch: iPod Touch hatte ich vergessen. Das sind sicherlich noch ein paar Dutzend Millionen Geräte die auch kein iOS 6 erhalten werden. Wobei es eh zu vernachlässigen ist weil sowohl die Touches als auch das iPhone Classic kein GPS haben.

      • http://www.iphoneblog.de/ iphoneblog

        Ja, viele gute Frage :) Antworten habe ich darauf nur begrenzt.

        Für mich steht fest: Google und Apple sehen ‘Maps’ in Zukunft vorwiegend als Schnittstelle und nicht als isolierte Anwendung, die einem nur den Arbeitsweg zuplappert. Auch die jährlichen Milliardenaufwendungen von Bing sind nicht zu ignorieren.

        Wie man daraus einen Mehrwert für sich und seine Kunden erzeugt, ist unterschiedlich anzugehen. Google verkauft die Standortinfos; Apple war bislang dafür bekannt, seine Produkte zu verbessern und darüber Käufer zu finden. Der Preis für die OS-Updates ist ja mittlerweile nur noch symbolischer Natur.

        Vielleicht ist das im Moment alles noch ein simples Machtspiel. Aber jeder der beteiligten Firmen weiß: Ohne eigene Geo-Datenbank stehst du zukünftig ziemlich nackt dar. Genau wie ohne ein eigenes Betriebssystem, das man nicht selbst kontrolliert.

  • http://twitter.com/NachosundCola Nachos und Cola

    Ich wusste gar nicht, dass ich in einer grauen Welt lebe, bis ich die neuen Maps benutzt habe.

  • Skazz

    Nach der ganzen Aufregung mit den neuen Apple-Maps, stellen sich mir zwei Fragen:
    Wenn die Strassendaten von TomTom kommen, warum gibt es so viele Strassenfehler? Beispiel: in Dresden habe ich Strassen gefunden die eigentlich Fußwege sind, aber in den Maps als Strassen für Autos dargestellt werden. Und die Navigation will mich da auch lang schicken. Fail! Die Fahrzeughersteller kaufen doch auch die Daten für ihre Navis ein. Die können sich sowas nicht leisten. Das gäbe Schadensersatzforderungen in Milliardenhöhen, weil alle Daimlerfahrer in den nächsten Bach als Strasse genutzt haben.
    Und zweitens, wie will Apple die Fehler abstellen. Es heißt immer, das diese Maps cloud-based sind und sich durch Benutzen stetig verbessern. Wie soll denn sowas gehen? Selbstheilung? Doch eher durch das Feedback der User. Doch wer hat da schon Lust dazu. Nach drei Meldungen hatte ich persönlich keine Lust mehr.
    Also, wer erklärst mir? 😊

  • http://www.eraser.org B. Braun

    Bleibt zu hoffen das die Updates schneller kommen als bei Siri, das ja eigentlich Serverbasiert läuft und Updates müssten da viel schneller machbar sein.

  • Prana

    Um “durch Benutzen” besser zu werden, müsste die Karten App überhaupt erst mal nutzbar sein. Ich sehe hier nur Wolken und wenn ich auf die Kartenansicht wechsle, fehlen die Straßennamen. Damit ist die App unbenutzbar und kann durch mich nicht besser werden! Würden sie ihre Karten App erstmal nur im App Store anbieten, wie z.B. iBooks, könnten sie Daten sammeln ohne die Benutzer derart zu verärgern.

  • Prana

    Die Karten App wird damit von mir als unnutzbar abgestempelt und landet auf der letzten Seite und wird nicht mehr angerührt. Lief mit Siri nicht anders, nachdem jede zweite Anfrage in den ersten Wochen dank überlasteter Server nicht ausgeführt werden konnte. Wenn Apple Glück hat, läuft’s mit der Karten App wie mit Ping und es erinnert sich in einem Jahr keiner mehr an die Blamage. :(
    Wie sollen sich denn bitte die Wolken und extrem schlechten Satellitenbilder selbst verbessern??

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