Staffellauf: ‘Daedalus Touch’ übergibt an ‘Ulysses III’

von Alex Olma | 3. April 2013 | 19:39 Uhr

Blogartikel vertraue ich am Mac lediglich zwei Programmen an: MarsEdit (35.99 €; MAS-Link) und Scrivener (39.99 €; MAS-Link). Das heute aktualisierte Ulysses III (17.99 €; MAS-Link) birgt Potenzial sich in diese strenge Auswahl einzureihen. Warum? Weil das dazugehörige iOS-Gegenstück Daedalus Touch (0.89 €; universal; App-Store-Link), erst kürzlich hier vorgestellt, sich als echte Empfehlung aus gleichem Entwicklerhaus in meinem Workflow – und damit auf der ersten Homescreen-Seite – hält.

Das Alleinstellungsmerkmal des überarbeiteten Texteditors für den Mac nennt sich 'Plain Text Enhanced' und versteckt Formatierungen. Die Software definiert Textpassagen und Links, layoutet sie aber erst beim Export (RTF, PDF, TXT oder HTML). Das bedeutet: Dokumente speichert man neutral (zukunftssicher, plattformübergreifend, app-unabhängig), erhält beim Schreiben aber die Qualität einer modernen Textverarbeitung.

Aufsätze mit vielen Verweisen, Fußnoten oder Listen zeigen sich aus diesem Grund übersichtlich und rücken die zu schreibenden Worte in den Fokus. Tastenkombinationen blenden Seitenleisten mit Shortcuts und Fenster für Zusatzinfos ein – ohne das man die Finger von der Tastatur heben muss.

IPhoneBlog de Ulysses

Für das Zusammenspiel mit der iOS-App steht iCloud im Mittelpunkt. Die Markup-Auszeichnungen werden beim iCloud-Abgleich mit übernommen. So ist es möglich ein Dokument am Desktop zu beginnen* und am iPhone fertigzustellen – ohne Import-, Export- und Sync-Umwege.

Ordner und Filter halten die Bibliothek sauber – eine Archiv-Gruppe für abgearbeitete Dokumente ist ein clevere Idee. Ohnehin sei betont: Ulysses verlangt kein literarisches Bollwerk sondern gibt sich auch mit kleinen Notizbroken und losen Gedankensteinen zufrieden.

Auch externe (Dropbox-)Ordner fügt man in die dreispaltige Fensteransicht ein. Die iOS-App synchronisiert ohnehin mit dem Online-Dienst – wer dies bevorzugt.

The Soulmen übernehmen ins Desktop-Update die Idee der virtuellen Papierstapel von Daedalus Touch, die aus der Textverarbeitung zusätzlich eine Art Dokumentenmanager macht – kein Vergleich mit dem aufspringenden iCloud-Menü. Texterzeuger, die häufig zwischen iOS und dem Mac wechseln, sollten sich nicht nur deshalb hier reinwühlen.

* Technische Anmerkung: Wer seinen Benutzeraccount auf einer anderen Festplatte führt als sein Betriebssystem, so wie in diesem Setup, stolpert in Version 1.0 über einen Bug, der neu angelegte Dokumente beim Beenden der App nicht speichert. Der Fehler ist kommuniziert, reproduziert und wird im nächsten Update behoben. Ich erwähne dies hier nur deshalb so explizit, weil ich mir darüber heute den Kopf für ein paar Stunden zerbrochen habe.

  • Philipp Offenbach

    Ich bin absolut neu auf dem Gebiet und würde einfach gerne wissen worin jetzt der Mehrwert einer solchen Software liegt? Oberflächlich betrachtet sie das ja sehr spartanisch aus. Reicht einem sowas?

    • http://www.iphoneblog.de/ iphoneblog

      Wozu ziehst du einen Vergleich? Für mich sind Schreibanwendungen (für Texte), die Sachen simpler und einfacher darstellen in der Praxis oft viel besser (als beispielsweise die Kollegen Word oder Pages).

      • Philipp Offenbach

        Ich hätte jetzt den Vergleich zu Pages gezogen. Ist eben das einzige was ich bis jetzt kenne. Wie gehst du dann weiter vor? Die Texte müssen doch letztendlich auch formatiert werden in WordPress und Bilder etc. Oder macht Ulysses das dann mit dieser ## Geschichte?

      • http://www.iphoneblog.de/ iphoneblog

        Die Formatierung geschieht beim Export. Das Programm setzt Text, der beispielsweise fett oder kursiv ausgegeben werden soll, erst dann um.

        Ich exportiere mein Zeug als HTML und schicke es dann zu WordPress.

        Pages verliert durch Ulysses nicht an Bedeutung weil es einen anderen Ansatz verfolgt. Die simpleren Dinge fallen hier leichter – speziell wenn der Text noch ‘weiterverarbeitet’ werden soll.

      • Philipp Offenbach

        Ich glaube dann werde ich mich mal darauf einlassen. Für den Preis kann man zur Zeit eh nicht viel falsch machen.

      • http://twitter.com/Pixelscout73 Christian Flatscher

        Da muss ich gleich mal nachhaken.

        Wenn du deine Blogartikel als HTML exportierst und dann zu WordPress sendest, was passiert dann mit evtl. im Artikel integrierten Bildern? Müssen diese per Hand auf den Webspace geladen werden und müssen dann anschliessend die Links im HTML-Code des Artikels angepasst werden? Wie gehst du damit um?

        Gruß
        Christian

      • http://www.iphoneblog.de/ iphoneblog

        Bilder habe ich bislang nicht berücksichtigt sondern meine ersten Testartikel (Ulysses ist ja erst seit gestern draußen) als HTML in die Zwischenablage kopiert und dann in MarsEdit eingesetzt.

        Ob und wie ich das ändere, kann ich dir im Moment noch nicht sagen.

  • Lars

    Ich finde ja nvALT ganz toll. Falls du das auch kennst, und da es ja keine Demo von Ulysses gibt, kann man das erfolgreich durch Ulysses 3 ersetzen und bekommt noch mehr oben drauf?

    • http://www.iphoneblog.de/ iphoneblog

      Ich bin ein großer Fan von nvALT, benutze es allerdings für wirklich kurze Notizen (Stichworte, etc.). Ulysses bekommt mehr ausformulierte Gedanken.

  • byteorder

    Daedalus Touch hat bei mir schon lange einen Stammplatz auf dem iPad, Ulysses habe ich noch in Version 1 auf dem Mac — der beschriebe Sync zwischen Daedalus und Ulysses III macht die Sache aber interessanter. Vorher habe ich mit Daedalus Touch einen Ordner in der Dropbox gefüllt und auf dem Mac mit unterschiedlichen Programmen “weitergemacht”. Etwas integrierter dürfte der Workflow gerne werden. Ulysses III wird auf jeden Fall getestet. Danke für den Tipp!

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