TVOut2 zeichnet auf: Tilt to Live + Radio Flare Redux
von alex olma | 15 März 2010 | 17:24 Uhr
Seit dem vergangenen Wochenende reite ich wieder das zügellose Jailbreak-Pferd. Nachdem es zum derzeitigen Informationsstand so aussieht, als ob das Dev-Team die Firmware 3.1.3 überspringt, habe ich mich durch die Downgrade-Prozedur gequält. Auf iClarified.com wird beschrieben, wie man mit hinterlegten SHSH-Keys (unter speziellen Voraussetzungen) wieder auf 3.1.2 zurück hüpft.
-> How to Downgrade Your iPhone 3GS Using a Cydia Saved SHSH [Mac]
Detailliertere (Technik-)Erklärungen gibt es beim Betreiber der ‘inoffiziellen’ Signatur-Server Jay Freeman. Bei mir war es notwendig, dass ich nach der Firmware-Wiederherstellung über iTunes meine 3GS per iRecovery über die Kommandozeile aus dem Fehlerprozess 1015 heraus boxen musste.
Und wofür der ganze Stress? Für bessere Videos von App Store-Anwendungen!
‘TVOut2‘ (aktuell in Version 1.0.9) ist bekanntlich meine derzeitige Lieblingssoftware um die Geschehnisse auf dem iPhone-Bildschirm digital abzugreifen und hier in bestmöglicher Qualität zu präsentieren. Zwei Titel warteten bereits sehnsüchtig auf ihre kurze, unkommentierte Vorstellung.
Tilt to Live
Aus dem Entwicklerstudio One Man Left erreichte Ende Februar der Überlebenskampf eines kleines Mauszeigers den App Store. Durch das Neigen des Bildschirms umschifft euer klickfreudiger Kamerad die bösen roten Punkten. Bomben und Geschosse helfen dabei, die ständig nachwachsenden Flecken auszuschalten.
Der Spieletitel “Tilt to Live” ist durchaus wörtlich gemeint.
Radio Flare Redux
Bereits im Dezember 2008 (!) sorgte ein kleines Comic-Raumschiff für musikalisches Aufsehen. Jetzt kehrt die REDUX-Version unter der großen Publisher-Flagge von Chillingo zurück in den App Store.
33 Level des seitwärts-scrollenden Shooters untermalen internationale DJs mit Disco-, House und Techno-Musik.
Google Nexus One
von alex olma | 10 März 2010 | 17:35 Uhr
Seit vier Wochen besitze ich das Smartphone ‘Nexus One’ von Google. Das ist die erste Hardware-Edition des Suchmaschinenherstellers, die in Zusammenarbeit mit HTC entstand. Das Android-basierte Gerät wird derzeit nur in Nordamerika sowie den Testmärkten in Großbritannien, Singapore und Hong Kong verkauft. Die Bestellung verläuft über die Google-Webseite http://www.google.com/phone/, und lässt sich sowohl mit als auch ohne Vertrag bestellen. Eine Gravur auf der Rückseite erfolgt optional, die Bezahlung (weniger optional) durch Google Checkout.
Meine Bestellung verließ an einem Dienstagabend meinen Browser und lag bereits am Freitagmorgen auf der Fußmatte meines San Francisco-Kontakts. Zwei Tage später durfte ich die iPhone-Konkurrenz in München in Empfang nehmen. Freigeschaltet für alle Simkarten – ‘unlocked’ – kostet der Spaß $529 US-Dollar. Subventioniert gibt es das GSM-Gerät mit einem zweijährigen Vertrag für $180 US-Dollar. Der CDMA-Bruder, für die Verwendung im Verizon-Netz, soll in Kürze folgen. Google möchte noch in diesem Jahr auch direkt den deutschen Markt bedienen. Vodafone ist dafür als Subventionspartner im Gespräch.

Warum Android
Ein Scheuklappenblick ist nie zu empfehlen. Tagtäglich setze ich mich im Zuge der iPhoneBlog-Berichterstattung auch mit seinen Konkurrenten auseinander. Persönliche Praxiserfahrung für diese Systeme kann dafür nie schaden.
Die ersten ,Hands On‘-Berichte waren sich im Januar ziemlich einig: wenn man ein Android-Phone ausprobieren wollte, ist das Nexus One die derzeit herausstechende Hardware. Des Weiteren kommt zum Tragen, dass es sich um ein individuelles Modell handelt, welches in eine Konkurrenzbeschreibung zum iPhone gesetzt werden kann. Aus diesem Grund soll mein kurzer persönlicher Abriss auch nicht alle Einzelheiten der Android-Plattform abfeiern, sondern eher die Perspektive eines (verwöhnten) iPhone-Kunden darstellen. Ich habe bewusst einen so langen Testzeitraum gewählt, um die eindeutig andere Philosophie des Gerätes zu verstehen.
Wolkenplatz
Jason Snell hat für die Macworld vor ein paar Tagen eine wirklich gelungene Nexus One-Abhandlung aus iPhone-Perspektive verfasst. Darin sprach er unter anderem den Umstand der ,Over the air‘-Synchronisation an: Musik-Download via Amazon MP3-Store werden direkt auf dem Gerät erledigt. Nachdem man seinen Gmail-Account eingetragen hat, synchronisieren sich alle Online-Kalender, Kontakte und Postfächer mit dem Smartphone. Sogar komplette Firmware-Updates, wie beispielsweise die kürzlich veröffentlichte Multitouch-Softwareimplementierung, gelingen ohne den Anschluss an einen Computer.
Bei dem simlockfreien Gerät legt man eine beliebige Telefonkarte ein, verknüpft sich bei Bedarf mit dem nächsten WiFi-Netzwerk und ist startbereit. Keine Aktivierung, keine USB-Synchronisation und vor allem kein iTunes. Zumindest die Ersteinrichtungen müsste auch für iPhone-Kunden genauso funktionieren.
Frickelig wird es, wenn man die wechselbare SD-Karte – in einem Art Festplattenmodus – mit seinem Computer verbindet, und von dort Dateien auf die Speicherlösung werfen möchte. Alles, was sich nicht in der ,Wolke‘ befindet, muss über Dateistrukturen, Ordner-Bäume oder Drittanbieterprogramme wie doubleTwist erledigt werden.
Es gibt Zusatzsoftware im Android Market, diese einem den USB-Sync vereinfacht. Die Ausrichtung ist jedoch ohne Frage größtenteils auf die reine Online-Nutzung ausgelegt.

Market
Was für das iPhone der App Store ist, heißt an dieser Stelle ‘Android Market’. Derzeit fasst das Angebot an Dritthersteller-Software lediglich wenige tausend Programme, machte jedoch innerhalb kürzester Zeit wahre Entwicklungssprünge. Alleine in den letzten vier Testwochen haben sich neue Strukturen, Kategorien und Layout-Veränderungen eingebürgert. Der Software-Katalog leidet derzeit noch unter zu wenigen nützlichen Benutzer-Rezensionen und kämpft mit einem uneinheitlichen Währungssystem. Der Anwender zahlt per Google Checkout manchmal in Dollar-, Euro-, Yen- oder Pfund, bekommt aber lediglich eine grobe Angabe, welcher Betrag (entsprechend des Wechselkurses) auf seiner Kreditkarte später erscheinen könnte.
Ohne Apples Genehmigungsprozess fallen die Hürden für eine Programmveröffentlichung im Android Market ziemlich niedrig aus. Das führt bis jetzt zu einigen wenigen ,Erwachsenenprogrammen‘ und zu einem reichhaltigen Katalog an Musik-Software der eher ‘grauzonigen’ Art. Nach Schlagwörtern lassen sich damit Songs auf kryptisch-bezeichneten Servern aufspüren, streamen und direkt herunterladen. ,I Music Tao‘ ähnelt dem Amazon MP3-Angebot, subtrahiert jedoch das Bezahlsystem für die Musiktitel.
Wer sich durch die verzweigten Einstellungen am Smartphone wühlt, findet eine Option mit der sich auch ,unautorisierte‘ Programme aus dem Netz installieren lassen. Damit verlässt das Android-Betriebssystem seine Türsteherposition und übergibt dem Benutzer die Verantwortung welchen Softwarecode er auf seinem Gerät installiert.
Wer eine Software wieder entfernen möchte, deinstalliert es aus einer Art Programmverzeichnis. An dieser Stelle im Betriebssystem, aktuell mit Firmware 2.1 – Update 1, finden sich auch die derzeit ausgeführten Dienste, die im Hintergrund ihre Bereitschaft aufrechterhalten.
Background
So wünschenswert die Hintergrundprozesse für viele Anwendungen auch sein mögen, das hier implementierte Prozedere zu intransparent. Insbesondere was die Batterielaufzeit angeht. Dem Anwender wird wie in dunklen früheren Smartphone-Tagen zuviel zugemutet, indem er für einen passablen Batterieverbrauch verantwortlich gemacht wird. Meine Zeit, manuell Anwendungen abzuschießen und bei Bedarf wieder neu zu starten, ist mir eigentlich zu kostbar.
Für Musik-Streamingservices wie Last.fm oder die Podcast-Anwendung ‘Google Listen’ ist diese Lauffähigkeit im Hintergrund jedoch genial. Genauso sinnvoll lässt sich auch Google Latitude zur Standortbestimmung aktivieren. Auf einer Autofahrt durch die halbe Republik konnten meine Eltern konstant verfolgen, wo ich mich gerade befand. Auf dem iPhone würde die gleiche Funktionalität bedeuten, die Anwendung komplett im Vordergrund laufen zu lassen und sich damit in allen anderen Bereichen stark einzuschränken.

Benachrichtigungen
Zieht man die kleine Statusleiste von oben wie eine Jalousie herunter, lassen sich hier Informationen zu neuen Chat-Nachrichten, Anrufen, Kurzmitteilungen oder Downloads abrufen. Eigentlich ideal, um seinen Arbeitsrhythmus nicht zu unterbrechen und trotzdem einen ungebremster Nachrichtenfluss zu konsumieren.
In der Praxis jedoch bin ich entweder schon zu verdorben von aufspringenden Push-Benachrichtigungen, oder die Implementierung stößt an ihre Grenzen. Bei schon wenigen Ereignissen füllt sich die Statusleiste mit elendig vielen Symbolen, die kein Mensch mehr auseinanderhalten kann. Teilweise ist gewisse Dritthersteller-Software nicht intelligent genug, ihre Icons zu bündeln und ‘müllt’ die Informationsleiste zu.
Individuelle Gestaltung
Die verschiedenen Android-Bildschirme lassen sich mit Programmen aus dem installierten Software-Pool einzeln bestücken und frei anordnen. Ähnlich einem Betriebssystem-Desktop müssen nicht alle Programmsymbole in Reih und Glied stehen. Individuelle Themes, Objekte und Hintergründe sind selbstverständlich. Die animierten Wallpapers, bei denen beispielsweise kniehohes Grass sanft im Hintergrund wippt, gefallen. Im Android Market gibt es davon unzählige mehr, die zwar nicht der Akkuleistung ein Lächeln einhauchen, aber zumindest dem Benutzer.
Außerdem darf man sich mit Widgets versorgen. Extrem hilfreich empfand ich den von Haus aus installierten Google News-Infokasten, der wie eine Art Nachrichtenticker funktioniert. Auf diese Weise lassen sich auch Kontakte oder wichtige Knöpfe, beispielsweise für die Bildschirmhelligkeit auf dem Homescreen ablegen.

Handhabung
Wenn man auch nach vier Wochen noch Einstellungsoptionen findet, die man zuvor noch nie gesehen hat, darf das Wort ,Lernkurve‘ eigentlich gar nicht mehr in den Mund genommen werden. Trotzdem wühlt man sich durch die Optionen und über die vier fest beschrifteten Touch-Tasten am unteren Bildschirm. Die Bedienung wird mit zunehmender Zeit nicht logischer, geht aber irgendwann in Fleisch und Blut über – zumindest das unterbewusste Instinktverhalten weiß wo zu drücken ist.
Jemand, der zuvor ein iPhone verwendet hat, ist auch nach der ersten Woche noch komplett verloren. Die ,Zurück-Taste‘ navigiert teilweise systemweit über verschiedene Programme zurück zum Hauptmenü, kommt auf der anderen Seite jedoch auch vermehrt zum Einsatz um Pop-Up Fenster zu schließen.
Die Tastatur enthält ein geniales Erkennungssystem für Wörter, so dass Buchstabenkombinationen, die das interne Wörterbuch noch nicht kannte, bei der nächsten Verwenden gleich vorgeschlagen werden. Die Erkennung ist bereits oft nach den ersten 2-4 Buchstaben eines Wortes richtig, was einem erhebliche Schreibarbeit abnimmt.
Leider lässt sich die Sprache der Tastatur nicht ohne einen Umweg über die Einstellungen wechseln, was für multilinguale Benutzer extrem nervig ausfällt. Außerdem vermisse ich die Lupen-Funktion, mit der beim iPhone eine Textstelle ausgewählt wird. Bei einer falschen Schreibweise auf dem Nexus muss ich mit Glück versuchen die richtige Stelle auf dem Bildschirm zu berühren, oder den Trackball nutzen.
Der leuchtende Ball informiert durch Blinken über neue Ereignisse. Leider lässt sich mit Boardmitteln nicht spezifisch genug konfigurieren, wie oft und für was ein Leuchten ausgelöst wird. Menschen, die mehr als eine E-Mail oder einen Anruf pro Tag bekommen, finden sich besser mit dem konstanten Lichtkegel ab.
Das Problem mit gekennzeichneten Hardware-Tasten ist ihre fixierte Position. Dreht man das Gerät seitwärts, geht die Funktionalität zwar nicht verloren, jedoch die zuvor angeeignete Handhabung. Des Weiteren hat es mich rund zwei Wochen gekostet, bis ich darauf eingestellt war, dass die virtuellen Tastaturanschläge und ‘Hardware’-Knöpfe leicht oberhalb der eigentlichen Darstellung zu treffen sind.
Ganz mit freien Händen funktioniert die Eingabe der Suchbegriffe über die Spracherkennung. Ganze (englischsprachige) Emails lassen sich zumindest mit meinem Akzept damit nicht verfassen. Einzelne Begriffe analysiert die online-angebundene Software schnell und präzise.
Ladezyklen
Die erste Batterieladung in der anfänglichen ,Ausprobierphase‘ bewältigte das Nexus von Sonntagmorgen 8 Uhr bis Montag Nachmittag 16 Uhr. Die zweite Ladung setzte sich am Dienstag um 8 Uhr in Bewegung und hielt bis Mittwoch 20:30 Uhr. Das Nexus One lässt sich unter den Rock schauen, welche Prozesse die meiste Batteriekraft verschluckt haben. Im vollen Einsatz nimmt das (übrigens grandiose 480 x 800 Pixel große) Display rund 70-Prozent davon ein.
Fazit
Nach meiner ganz persönlichen Anschauung bereichert das Android-Betriebssystem – in dieser Hardware-Revision von Google – den Smartphone-Markt. Und das, obwohl es haarsträubende Fehler im Software-Design mitbringt und generell eine intuitive Bedienung vermissen lässt. Ich mag die Abwechslung und die so freizügige Philosophie, die das Gerät verkörpert. Kollege Pritlove sagte bei Philip Banse (Link) kürzlich so schön: “Google hat den Mut zum Fail” – und keine Charme auch mit Projekten zu scheitern.
Weder das Google Nexus One noch das Android-OS sind ein Misserfolg. Sie fahren ihre Karosserie derzeit lediglich mit einem anderen Kraftstoff. Dieser bedient im Moment mehr die Bastler-Schiene, in welcher viel ausprobiert, verworfen und neu zusammengesetzt wird. Einen Vergleich mit Linux traue ich mir nicht zu. Trotzdem lässt sich festhalten, dass das Nexus Bedürfnisse bedient, die mit der kommenden Windows Mobile 7-Serie oder dem iPhone eindeutig nicht abgedeckt werden (sollen). Genau aus diesem Grund würde ich das Gerät in seiner jetzigen Form auch nicht dem typischen ‘Anwender’ an die Hand geben. Im optimistischsten Fall spürt er nur 20-Prozent des verbauten Funktionsumfangs auf; als pessimistischste Prognose endet der Testlauf mit kompletter Verzweiflung.
Die Android-Plattform stellt sich aus meiner rosafarbigen iPhone-Brille als (frei-)sprudelnder Ideenpool dar, der einige clevere Ansätze mitbringt und die richtige Stoßrichtung aufweist. Ob sich diesem Ansatz ein intuitives Bedienkonzept überstülpen lässt, muss sich noch zeigen.
WriteRoom, TaskPaper und Simplenote: Text- und Notizprogramme mit Fokus auf Inhalt
von alex olma | 10 März 2010 | 12:38 Uhr
Jesse Grosjean ist ein wahrer Text-Fetischist. Tintenschwarze Buchstaben vor einem weißem Hintergrund scheinen ihm Glück zu bescheren. Interessante Perspektive, die in dieserer modernen ‘klicki-bunti’ Welt unbedingt einmal Erwähnung finden darf.

Aufmerksam geworden bin ich auf sein Entwickler-Studio Hog Bay Software durch das Mac-Programm WriteRoom. Dieser ‘Wörter-Produzent’ öffnet sich in einer Vollbild-Darstellung. Ohne irgendwelche ablenkenden Layout-Masken, Textformatierungen oder Design-Optionen blinkt in mittiger Position ein schlichter Curser für die ablenkungsfreie Texteingabe.
Ohne Vorlagen, Schriftarten oder gestalterische Merkmale darf von nun an Text produziert werden – wie damals in den guten alten Schreibmaschinen-Zeiten. Die antike Idee wird durch ein Plugin aufgewertet, mit dem sich eure Texterzeugnisse in jede Applikation übernehmen lassen. Wer sich mit voller Konzentrationskraft an eine E-Mail für die Verwandtschaft arbeitet, kann in der ungestörten WriteRoom-Atmosphäre seinen Text verfassen und diesen dann mit dem favorisierten eMail-Programm abschicken.


WriteRoom ist auch in einer iPhone-Version erhältlich. Die Besonderheit erstreckt sich über den Sync-Service SimpleText. Wer seinen Google-Login benutzt und sich auf dem Online-Dienstleister damit einwählt einloggt, sichert an dieser Stelle seine Textdokumente vom iPhone. Auf dem Mac ist der Synchronisationsdienst leider nicht direkt in WriteRoom integriert und muss separat installiert werden. Danach gleichen sich jedoch Heimrechner, iPhone und Online-Datenbank ab. Sogar simples Konfliktmanagment beim gleichzeitigen Bearbeiten eines Dokumentes versteht das Programm.
Mit TaskPaper weitet Grosjean seine Leidenschaft für eindeutig formatierte Buchstaben auf eine ToDo-Software aus.


Die Bedienung ist sehr eigentümlich; der Screencast empfiehlt sich zum ersten Verständnis. Grundsätzlich arbeitet der Benutzer auch hier nur mit einem einzigen Stück Papier, das mit drei unterschiedlichen Formatierungen Projekte, Aufgaben und Schlagwörter auseinanderhält. Durch SimpleText.ws kommt der einheitliche Abgleich zwischen Web-Service, Mac und iPhone zustande.
Wie bereits mehrfach betont: das HogBay-Konstrukt weicht komplett aus den Philosophiesträngen der gängigen Text- und Aufgabenprogramme ab, ist nicht gerade günstig (Mac-Software-Bundle: $39.99 US-Dollar), aber ein durchaus frischer, simplifizierter Blick auf Textverarbeitung.


Zum Thema passend soll am Ende noch kurz Simplenote (kostenlos; App Store-Link) (s)eine Erwähnung finden. Die App Store-Software ist werbefinanziert, kommt ebenfalls sehr aufgeräumt daher und gleicht sich mit den unterschiedlichsten Desktop-Programmen ab. Darunter finden sich spendenfinanzierte Programme wie JustNote oder DashNote, preisgünstige Shareware namens Nottingham oder der OpenSource-Vertreter Notational Velocity.
Insgesamt also genügend Möglichkeiten, das unsägliche Apple-Standardprogramm ‘Notizen’ auf eine iPhone-Homescreen-Seite ganz weit nach hinten zu verfrachten.
iPhone SDK 3.2 beta 4 steht im Download-Portal bereit
von alex olma | 10 März 2010 | 00:23 Uhr

Apple hält auch mit der vierten öffentlichen Beta-Version für die iPad-Entwicklungsumgebung seinen zweiwöchigen Veröffentlichungs-Rhythmus ein. Das iPhone SDK 3.2 beta 4 steht im Download-Portal mit gewichtigen 2.5 GB für seine zahlende Kundschaft bereit. Als erste sichtbare Neuerung wird derzeit lediglich ein Lesezeichen-Knopf in MobileSafari gehandelt.

-> http://developer.apple.com/iphone/
Zwei kurze Randnotizen können wir der wenig bissfesten Meldung über die SDK-Veröffentlichung anfügen: Apple hob bereits in der letzten Woche sein ADC-Entwicklerprogramm inklusive Hardware-Rabatt sowie WWDC-Ticket (ADC Premier) auf, und ersetzte es mit der an das iPhone angelehnten $99 US-Dollar-Mitgliedschaft.
Die Electronic Frontier Foundation, eine Non-Profit-Organisation die sich für digitale Bürgerrechte einsetzt und bereits mehrfach der verschlossenen Apple-Politik auf die Füße getreten war, veröffentlicht am gestrigen Tag das ‘iPhone Developer Program License Agreement’. Für die Jahrespauschale von $99 US-Dollar handelt es sich bei dem 28-seitigen Dokument, das jeder zahlende iPhone-Entwickler abnicken muss, sicherlich um kein Staatsgeheimnis, unterliegen jedoch trotzdem einer Verschwiegenheitspflicht.
via eff.org
Als nächtliche Leseempfehlung gibt es diesmal ‘Apple’s long history of lousy first reviews‘ mit auf dem Weg (ins Bett).
Update-Prozess für App Store-Anwendungen umgestellt – mehr ‘Klicks’ für die doppelte iTunes-Staatsbürgerschaft
von alex olma | 9 März 2010 | 00:25 Uhr

Apple schraubte in der letzten Woche hinter der großen App Store-Bühne am Prozess der Software-Aktualisierung, unter dem nun vornehmlich Kunden mit zwei iTunes-Accounts zu leiden haben. Wer beispielsweise ein US- und ein DE-Konto sein Eigen nennt, bekam vor der Umstellung in iTunes die Anzahl der insgesamt verfügbaren Updates angezeigt. Die kleine Zahl neben der ‘Programm-Bibliothek’ bezog sich auf Neuerungen des gesamten Anwendungsverzeichnisses, egal aus welchem Land das Programm geladen wurden.
Mit einer Bestätigung auf “Download All Free Updates” ließen sich diejenigen Anwendungen aktualisieren, mit dessen Account man eingewählt war. Die Software-Neuerungen aus den anderen Ländern blieben als kleine Nummern-Anzeige erhalten, um diese jedoch herunterzuladen, musste man sich in dem entsprechenden Land einwählen.

Die jetzige Update-Übersicht listet auch ‘ausländische’ Anwendungen auf, die jedoch mit der oben abgebildeten Fehlermeldung nicht geladen werden können. Beziehungsweise ist der deutsche iTunes-Account nicht über den Erwerb der ‘identischen’ Anwendung aus dem US-Store im Bilde (oder umgekehrt) und bietet daher einen erneuten Kauf (im jeweiligen Land) an. Bei nur wenigen zu aktualisierenden Anwendung mag das erneute Aus- und Einwählen in den jeweils anderen Store noch problemlos möglich sein. Nervig wird es, wenn mehr als eine Anwendung auf den neusten Stand gebracht werden soll, diese unkonkrete Meldung erscheint und der “Download All Free Updates”-Button nicht mehr funktioniert.

Wer beispielsweise 25 neue Software-Versionen angezeigt bekommt, drückt im anstrengendsten Fall 24 Mal gesondert auf den Knopf “Get Update”.
Trotz großem Frühlingsputz finden sich in meinem App Store-Ordner immer noch 430 Anwendugnen, dessen Prozess der Aktualisierung zu einem echten Nervenkrieg ausartet. Am gestrigen Sonntag war der App Store für mehrere Stunden nicht verfügbar, brachte bezüglich des hier dokumentieren Problems jedoch keine Besserung.
Auch wenn ich die Einrichtung eines anderssprachigen Kontos aus den genannten Ursachen gerade überhaupt nicht empfehlen kann, gibt es hinreichend gute Gründe auch einen US-Account sein Eigenen zu nennen. Die Promo-Codes, welche als Testmuster für die Presse oder in Verlosungen ausgeteilt werden, können weiterhin nur über den US-Store eingelöst werden. Genauso lassen sich länderspezifische Unterschiede in puncto Jugendschutz feststellen. Bestimmte (Videospiel-)Titel stehen daher im deutschen Store nicht zum Verkauf.
Die nach Land unterschiedlich charakteristische Auslieferung eckt dabei nicht zum ersten Mal an: Als ein hierzulande indiziertes Videospiel aus den 90ern-Jahren im deutschen App Store eintrudelte, und wenige Tage danach wieder entfernt wurde, starb für die frühen Käufer damit auch jegliche Update-Fähigkeit. Beim genannten Titel war die Steuerung in Version 1.0 ordentlich vermurkst, was ein Update (nur für die US-Kunden) wieder behob.
Wer sich – aus welchen Gründen auch immer – in diese interkontinentale App Store-Spirale begeben möchte, bekommt von Apple höchstpersönlich erklärt, wie das Anlegen eines US-Accounts ohne Kreditkarte funktioniert.











